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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 177, Zeilen: 15-18
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 72, Zeilen: 14-16
[Als dessen Prototyp gilt eine Stelle aus Platons Politeia (um 370 v. Chr.):92

An den größeren Märchen, sprach ich, können wir auch die kleineren beurteilen. Denn größere und kleinere müssen dieselbe Art und Abzweckung haben. Oder meinst du nicht? − Ich wohl auch, sagte er, aber ich verstehe noch nicht einmal, welche großen du meinst. − Nun, sprach ich, welche Hesiodos und Homeros und die andern Dichter uns erzählt haben. Denn diese haben doch für die Menschen unwahre Erzählungen zusammengesetzt und vorgetragen und tragen sie auch noch vor. − Welche aber, fragte er, meinst du, und was tadelst du daran? − Was man, sprach ich, zuerst und vorzüglich tadeln muß, zumal wenn die Unwahrheit nicht sehr schön vorgetragen wird. − Welches nur? − Wenn einer unrichtig darstellt in seiner Rede von Göttern und Heroen, wie sie geartet sind, wie wenn, was ein Maler malt, dem gar nicht gleicht, dem er sein Gemälde doch ähnlich machen wollte.93]

Die erwähnte Kritik Xenophanes’ an der anthropomorphen Darstellung der Götter in den Werken Homers und Hesiods aufnehmend, wendet sich Platon gegen jene Epen, die die Götter als Täuscher und Betrüger darstellen.


[92 Anzumerken ist, dass die Lüge im Griechischen vom Fiktionalen und Falschen terminologisch noch nicht unterscheidbar war (Dietzsch, Kleine Kulturgeschichte der Lüge, S. 25). Vgl. Martin Hose: Fiktionalität und Lüge, Über einen Unterschied zwischen römischer und griechischer Terminologie, in: Poetica 28 (1996) 3/4, S. 265.

93 Platon: Politeia (Der Staat) [um 370 v. Chr.], 2. Buch, 377 c–e, in: Platon: Sämtliche Werke, nach der Übersetzung von F. Schleiermacher mit der Stephanus-Nummerierung, hrsg. v. Walter F. Otto/Ernesto Grassi/Gert Plamböck, Bd. III, Reinbek 1958, S. 114.]

[Als Prototyp der Behauptung, daß die Dichter lügen, gilt eine Stelle aus dem Dialog Politeia von Platon. „An den größeren Märchen, sprach ich, können wir auch die kleineren beurteilen. Denn größere und kleinere müssen dieselbe Art und Abzweckung haben. Oder meinst du nicht? – Ich wohl auch, sagte er, aber ich verstehe noch nicht einmal, welche großen du meinst. – Nun, sprach ich, welche Hesiodos und Homeros und die andern Dichter uns erzählt haben. Denn diese haben doch für die Menschen unwahre Erzählungen zusammengesetzt und vorgetragen und tragen sie auch noch vor. – Welche aber, fragte er, meinst du, und was tadelst du daran? – Was man, sprach ich, zuerst und vorzüglich tadeln muß, zumal wenn die Unwahrheit nicht sehr schön vorgetragen wird. – Welches nur? – Wenn einer unrichtig darstellt in seiner Rede von Göttern und Heroen, wie sie geartet sind, wie wenn, was ein Maler malt, dem gar nicht gleicht, dem er sein Gemälde doch ähnlich machen wollte.”67] Die Kritik des Xenophanes an der anthropomorphen Darstellung der Götter in den Werken Homers und Hesiods aufnehmend, argumentiert der griechische Aufklärer Platon gegen jene Epen, in denen die Götter als Täuscher und Betrüger dargestellt werden.

[67 Platon: Politeia (Der Staat), 2. Buch, 377 c-e. Sämtliche Werke III, Reinbek 1958, S. 114.]

Anmerkungen

Der Verf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10–95 [...]"

Die Übernahme erfolgt zwar aus diesem Bereich, jedoch wird hierdurch nicht hinreichend kenntlich gemacht, dass der nichttriviale abschließende Satz keine gedankliche Leistung des Verf. darstellt.

(Ob ihm Platon [1958] tatsächlich vorliegt, ist unklar, da sich im Fließtext zwar kein Zitatfehler nachweisen lässt, aber der Rowohlt-Verlag, in dem die zitierten Sämtlichen Werke erschienen sind, sowohl laut Titelei des Bandes III als auch nach Angaben des Verlages 1958 seinen Sitz in Hamburg und nicht Reinbek hatte. Auch findet sich die in Klammern gesetzte deutsche Übersetzung von Politeia nicht im Titel des Originaltextes. Unabhängig hiervon handelt es sich bei dem Zitat aber in erster Linie um die Wiedergabe einer Übersetzung, an der der Verf. keinen Anteil beansprucht; daher wird es nicht als Plagiat gewertet.)

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