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Ts/Fragment 179 17

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 179, Zeilen: 17-22, 106-108
Quelle: Scheibmayr 2000
Seite(n): Online-Quelle, Zeilen: –
Bei Aristoteles erlangt die Mimesis hingegen einen positiven Stellenwert.99 Anders als die Historiographie dient sie nicht der empirisch-faktischen Wahrheit, sondern bewegt sich vielmehr im allgemein Möglichen und Wahrscheinlichen. Das Denkmögliche lässt Erkenntniszuwachs zu. Poesie hat einen eigenständigen, das rein Faktische übersteigenden Wahrheitsanspruch.

99 Michael Franz: Von Gorgias bis Lukrez, Antike Ästhetik und Poetik als vergleichende Zeichentheorie, Berlin: Akademie 1999, S. 229–263 [= Kap. 9: Die Semiotik des Aristoteles].

Michael Franz: Von Gorgias bis Lukrez. Antike Ästhetik und Poetik als vergleichende Zeichentheorie. Berlin: Akademie Verlag 1999. XVI + 680 S. Geb., 20 Abb. DM 148,-.

[...]

In der Philosophie und Dichtungstheorie von Aristoteles hat die mimesis einen völlig anderen, nämlich positiven Stellenwert. 17 Die poetische mimesis ist nach Aristoteles nicht wie die Historiographie der empirisch-faktischen Wahrheit verpflichtet, ihr Raum ist vielmehr der Bereich des Notwendigen oder allgemein Möglichen und Wahrscheinlichen, der – in deutlichem Unterschied zu Platon – durchaus auch in fiktiven, rein zeichenhaften Konstellationen repräsentiert werden kann. Aristoteles' poetische mimesis repräsentiert also allgemeine, formale und in sich kohärente Strukturprinzipien des Denkmöglichen, die – ebenfalls anders als bei Platon – sogar Erkenntniszuwachs bieten und einen eigenständigen, das rein Faktische übersteigenden Wahrheitsanspruch haben und zwar insofern, als verschiedene konkrete Erfahrungen auf sie bezogen und gemäß ihnen interpretiert werden können.


17 Siehe hierzu Michael Franz: Von Gorgias bis Lukrez, S. 229-263 (= Kap. 9: "Die Semiotik des Aristoteles").

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, aus der übernommen wird.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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