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Ts/Fragment 181 06

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 6-29
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 75, 80, 81, Zeilen: 75: 8-9; 80: 16-19, 29-32 - 81: 1-11
Gegen Platons Herabsetzung der Dichtung hatte Aristoteles argumentiert, Dichtung sei philosophischer als die Geschichtsschreibung, welche vergangene Wirklichkeit zu protokollieren beansprucht, weil die Dichtung die Wirklichkeit um wahrscheinliche Möglichkeiten ergänze. Im deutschen Idealismus wurde dieser Gedanken nochmals gesteigert. Nach Hegel bringt die Kunst im Medium des Scheins die Wahrheit des Seins zur Anschauung. In seinen Vorlesungen über die Ästhetik führte er aus, das Kunstwerk bringe die umfassendsten Wahrheiten des Geistes zu Bewusstsein, denn im Kunstprodukt zeige sich die Überlegenheit des Geistes über die Natur. Die sinnliche Welt sei vergänglich und deshalb blosser Schein. Dieser Schein der vergänglichen Welt komme im Schein der Kunst zur Wirklichkeit. Hegel schrieb den Erscheinungen der Kunst im Vergleich zur „gewöhnlichen Wirklichkeit […] die höhere Realität und das wahrhaftigere Dasein“ zu. Im Medium der Kunst werde die blosse Realität in erkannte Wirklichkeit transformiert. Hegels klassische Formulierung lautete: „Den Schein und die Täuschung dieser schlechten, vergänglichen Welt nimmt die Kunst von jenem wahrhaften Gehalt der Erscheinungen fort und gibt ihnen eine höhere, geistgeborene Wirklichkeit. Weit entfernt also, bloßer Schein zu sein, ist den Erscheinungen der Kunst der gewöhnlichen Wirklichkeit gegenüber die höhere Realität und das wahrhaftigere Dasein zuzuschreiben.“103

Noch im Realismus blieb der Mimesisbegriff präsent; Aristoteles’ Auffassung hat sich bis ins 19., ja 20. Jahrhundert als Prinzip realistischen Erzählens gehalten.


102 Ebd.

103 Vgl. Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Ästhetik, Widerlegung einiger Einwände gegen die Ästhetik, hrsg. v. Friedrich Bassenge, Berlin: Aufbau 1955, S. 55. Vgl. dazu Heinz Meyer: Kunst, Wahrheit und Sittlichkeit, Hildesheim: Olms 1989, S. 267 ff.

[Seite 75]

Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert hat sich Aristoteles’ Auffassung als Prinzip realistischen Erzählens gehalten.

[Seite 80]

Gegen Platon hat Aristoteles nämlich argumentiert, daß Dichtung philosophischer sei als die Geschichtsschreibung, die vergangene Wirklichkeit zu protokollieren beansprucht, weil die Dichtung die Wirklichkeit um Alternativen, um wahrscheinliche Möglichkeiten ergänze. [...]

Mehr als zweitausend Jahre nach Platon und Aristoteles haben die Protagonisten des deutschen Idealismus den Gedanken Aristoteles’ nochmals potenziert und die überkommene Hierarchie von Kunst und Wirklichkeit umgekehrt. Den Höhepunkt dieser Entwicklung markieren die Überlegungen Hegels in seinen Vorlesungen über die Ästhetik. Das

[Seite 81]

Kunstwerk bringe das Göttliche im Menschen, die umfassendsten Wahrheiten des Geistes zu Bewußtsein, denn im Kunstprodukt zeige sich die Überlegenheit des Geistes über die Natur. Kunst ist für Hegel Jenseits, übersinnliche Welt, unendliche Freiheit.90 Die sinnliche Welt sei vergänglich und deshalb bloßer Schein. Dieser Schein der vergänglichen Welt komme im Schein der Kunst zur Wirklichkeit. Die Produkte der Kunst seien die höhere Wirklichkeit, weil im Medium der Kunst die bloße Realität in erkannte Wirklichkeit transformiert werde. „Den Schein und die Täuschung dieser schlechten, vergänglichen Welt nimmt die Kunst von jenem wahrhaften Gehalt der Erscheinungen fort und gibt ihnen eine höhere, geistgeborene Wirklichkeit. Weit entfernt also, bloßer Schein zu sein, ist den Erscheinungen der Kunst der gewöhnlichen Wirklichkeit gegenüber die höhere Realität und das wahrhaftigere Dasein zuzuschreiben.“91


88 Aristoteles: Poetik, 1451b, S. 29.

89 Vgl. Werner Jung: Von der Mimesis zur Simulation, Hamburg 1995, S. 26 ff.

90 Vgl. G.W.F. Hegel: Ästhetik. Widerlegung einiger Einwände gegen die Ästhetik, S. 54 f.

91 Ebd., S. 55.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (großteils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Sichter
Schumann

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