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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 194, Zeilen: 1-13, 18-26, 110-114
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Kein Stil ist an Fiktionalität oder aber Faktualität gebunden. Auch das Kriterium der „Erfundenheit“ hilft nicht weiter: Faktuale Erzählungen können lügen, fiktionale den realen Tatsachen entsprechen. Rezeptionsästhetisch werden fiktionale Darstellungen in der Regel fiktionsspezifisch aufgenommen. Dies bedeutet etwa, dass man sie eher ästhetischen Betrachtungen unterzieht. Kognitiv werden fiktionale Darstellungen offenbar nicht anders verarbeitet werden als faktuale.144

Merkmale, durch die sich fiktionale Darstellungen als solche zu erkennen geben, bezeichnet man im Anschluss an Käte Hamburger als Fiktionssignale.145 Ihr Gebrauch unterliegt historischem Wandel und ist durch Konventionen bedingt. Sie zeigen an, dass es sich um Fiktion handelt, gehören also der realen Welt an. Manchmal schaffen textexterne Merkmale Klarheit: Paratexte auf der Titelseite, wie die Genrebezeichnungen „Erzählung“ oder „Roman“, weisen einen Text als fiktional aus, während mit „Chroniken“ oder „Biographien“ üblicherweise faktuale Texte gemeint sind.146 Daneben gibt es textinterne Merkmale, die einen fiktionalen Text kennzeichnen.147 Man spricht auch von Fiktivitätssignalen: Anzeichen für die Eigenständigkeit der Welt, von der erzählt wird. Absolut eindeutige Fiktivitätssignale scheinen indes nicht zu existieren.

Aufgrund der prinzipiell identischen Struktur von fiktionalen und faktualen Darstellungen kann es bei „realistischen“ Fiktionen zu Verwechslungen kommen.148 So wurden Karl Mays Winnetou-Erzählungen, obzwar als „Reiseromane“ bezeichnet, als faktuale Reiseberichte gelesen.149


144 Richard J. Gerrig: Experiencing Narrative Worlds: On the Psychological Activities of Reading, New Haven/London: Yale University Press 1993.

145 Käte Hamburger: Die Logik der Dichtung, Stuttgart: Klett 1957.

146 Vgl. Frank Zipfel: Fiktion, Fiktivität, Fiktionalität, Analysen zur Fiktion in der Literatur und zum Fiktionsbegriff in der Literaturwissenschaft, Berlin: Erich Schmidt 2001 [= Allgemeine Literaturwissenschaft - Wuppertaler Schriften 2], S. 241 ff.

147 Hamburger, Die Logik der Dichtung, S. 70, 73.

148 Remigius Bunia: Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Berlin: Erich Schmidt 2007.

149 Der Autor änderte dann die paratextuelle Bezeichnung in „Reiseerlebnisse“, wodurch er seine Texte (erst recht) als faktuale Berichte vermarkten konnte. Vgl. Bernd W. Seiler: Die leidigen Tatsachen, Von den Grenzen der Wahrscheinlichkeit in der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, Stuttgart: Klett-Cotta 1983, S. 54. Vgl. dazu hinten Kap. H.H.

Zwar unterscheiden sich fiktionales Erzählen im Roman und faktuales Erzählen im Freundeskreis oft stilistisch, aber kein Stil ist an die Fiktionalität oder Faktualität gebunden. Das Problem liegt nicht in der Erfundenheit: Eine faktuale Erzählung kann erlogen sein und eine fiktionale kann exakt den Tatsachen entsprechen.

Dabei können im Anschluss an das „Verstehen“ von Fiktion durchaus fiktionsspezifische Reaktionen auftreten. Zu den Unterschieden zählt beispielsweise, dass man sich auf fiktionale Darstellungen in der Regel nicht verlässt. [...]

[...]

Kognitiver Umgang mit fiktionalen Darstellungen

Die aktuelle psychologische Kognitionsforschung stellt fest, dass fiktionale Darstellungen kognitiv nicht anders verarbeitet werden als faktuale.[13] [...]

[...]

Fiktionssignale

Fiktionssignale sind alle Merkmale, die die Fiktionalität eines Werkes anzeigen, das heißt alle Merkmale, durch die sich fiktionale Texte als solche zu erkennen geben. Der Gebrauch von Fiktionssignalen unterliegt historischem Wandel und ist durch Konventionen bedingt. Die Theorie der Fiktionssignale geht auf Käte Hamburger zurück und ist inzwischen ausgearbeitet worden.[14]

Man kann zwischen Fiktionalitätssignalen und Fiktivitätssignalen unterscheiden. Fiktionalitätssignale zeigen im Erzeugungsakt der fiktiven Welt an, dass es sich um Fiktion handelt; sie gehören also der realen Welt an. (Beispielsweise gehört dazu der paratextuelle Hinweis „Roman“ auf dem Umschlag eine Buches.) Fiktivitätssignale sind hingegen Anzeichen für die Eigenständigkeit der Welt, von der erzählt wird; gerade fantastische Ereignisse sind fast eindeutige Fiktivitätssignale.

[...]

[...] Absolut eindeutige Fiktivitätssignale gibt es nach mehrheitlicher Überzeugung der Forschung nicht. [...]

Da sich fiktionale und faktuale Darstellungen in ihrer Struktur grundsätzlich nicht unterscheiden, kann es bei realistischen Fiktionen durchaus zu Verwechslungen kommen. Beispielsweise wurden die Winnetou-Erzählungen von Karl May als faktuale Reiseberichte gelesen, obwohl sie zunächst als „Reiseromane“ bezeichnet wurden; erst später nutzte May diesen Irrtum aus und änderte auch die paratextuelle Bezeichnung in „Reiseerlebnisse“, um gezielt die Texte als faktuale Berichte zu vermarkten.[16]


13. Richard J. Gerrig, Experiencing Narrative Worlds: On the Psychological Activities of Reading, Yale University Press, 1993.

14. Käte Hamburger, Die Logik der Dichtung, Klett, 1957.

16. Bernd W. Seiler, Die leidigen Tatsachen: Von den Grenzen der Wahrscheinlichkeit in der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, Klett-Cotta, 1983, S. 54.

28. Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Die Zeilen 14-17 sind oben mit angeführt, werden aber nicht als Plagiatstext gewertet.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

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