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Ts/Fragment 200 14

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 200, Zeilen: 14-26
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 77, Zeilen: 10-21
Dieter Henrich und Wolfgang Iser haben die rezeptionsästhetische These aufgestellt, dass Fiktion nur Fiktion sei, wenn sie als Fiktion gewusst werde: „Es ist nicht möglich, dort von Fiktion zu sprechen, wo die Fiktion für denjenigen, für den sie in Gebrauch gesetzt werden soll, als solche nicht bekannt werden kann. Wo immer das der Fall ist, handelt es sich um ein Idol, um eine Illusion, um eine Täuschung […]. Wo Fiktion nicht als solche verstanden werden kann, liegt sie nicht vor.“170 Damit stimmt der Begriff der ästhetischen Illusion überein, die ein Phänomen der Rezeption und für den Rezipienten nur dann keine Trugwahrnehmung ist, wenn sie ihm als Illusion bewusst ist.171 Wenn ein Leser hingegen an die Tatsächlichkeit der fiktionalen Geschichten glaubt, nimmt er sie nicht als Fiktion wahr, sondern als Wirklichkeitsbericht.

170 Henrich/Iser, Funktionen des Fiktiven, S. 10.

171 Vgl. Wolf, Ästhetische Illusion und Ilusionsdurchbrechung in der Erzählkunst, S. 32 f., 113.

Unabhängig davon, wie ein Leser davon erfährt, daß er eine Erzählung als fiktional aufzufassen habe, haben Dieter Henrich und Wolfgang Iser in ihrer Einleitung zu dem Band Funktionen des Fiktiven den Grundsatz formuliert, daß Fiktion nur Fiktion sei, wenn sie als Fiktion gewußt werde. „Das Fiktive muß als solches gewußt sein. Es ist nicht möglich, dort von Fiktion zu sprechen, wo die Fiktion für denjenigen, für den sie in Gebrauch gesetzt werden soll, als solche nicht bekannt werden kann. Wo immer das der Fall ist, handelt es sich um ein Idol, um eine Illusion, um eine Täuschung [...]. Wo Fiktion nicht als solche verstanden werden kann, liegt sie nicht vor.“82 Dieser Grundsatz deckt sich mit dem Begriff der ästhetischen Illusion, die nur dann keine Trugwahrnehmung ist, wenn sie als Illusion bewußt ist.83 Also täuschen die Dichter nicht, denn wenn jemand an die Tatsächlichkeit der fiktionalen Geschichten glaubt, nimmt er sie eben nicht als Fiktion wahr, sondern als Wirklichkeitsbericht.

82 Dieter Henrich, Wolfgang Iser: Funktionen des Fiktiven, München 1983, S. 10.

83 Vgl. Werner Wolf: Ästhetische Illusion und Illusionsdurchbrechung in der Erzählkunst, S. 32 f., 113.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (teils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Sichter
Schumann

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