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Ts/Fragment 203 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 203, Zeilen: 1-21
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 18, 19, 15, Zeilen: 18: 11-17; 19: 24-29, 1-5; 15: 23-27
[Ferdinand de Saussure betrachtet komplexe Bedeutungssysteme in Abhängigkeit von der Anerkennung bestimmter Regeln, die ihre Recht]fertigung von den Bedürfnissen eines Systems und weniger von einem direkten oder „motivierten“ Bezug zu einer aussersystemischen Realität ableiten.181 Die Strukturalisten wenden sein Zeichenmodell mit der arbiträren Relation zwischen Zeichen und Material auf die Literatur an. Dass in ihm der Bezug zur aussersprachlichen Realität fehlt, nutzen manche Literaturtheoretiker, indem sie literarischen Werken eine eigene Zeichenwelt zuschreiben, deren Bedeutungen autonom sein und losgelöst von der Aussenwelt bestehen sollen.

Julia Kristeva weist den Zeichen erst in Kombination miteinander Bedeutung zu („II est COMBINATOIRE et en cela CORRELATIF: son sens resulte de la combinatoire à laquelle il participe avec les autres signes“).182 Wenn die Zeichen aber durch Abhängigkeit voneinander ihre Bedeutung erlangen, dann erlangt jeder Text, auch der „an sich“ nicht-fiktionale, Merkmale von Fiktionalität, da jeder Text voneinander abhängige Zeichen enthält.

Der amerikanische Sprachphilosoph John R. Searle spricht im Zusammenhang mit Fiktionen von Scheinbehauptungen. Der Autor gebe lediglich vor, illokutionäre Akte zu vollziehen. Er äussert Behauptungssätze ohne Vollzug des Sprechaktes der Behauptung. Aus diesem Ergebnis schliesst Searle, dass der fiktionale Text eine Erzählung ohne Wahrheitsanspruch sei.183


181 Vgl. Ferdinand de Saussure: Grundfragen der Allgemeinen Sprachwissenschaft [1915], hrsg. v. Charles Bally/Albert Sechehaye, Unter Mitwirkung v. Albert Riedlinger übersetzt v. Herman Lommel, 2. Aufl. Berlin: de Gruyter 1967, S. 80: „Das Wort ‚beliebig‘ […] soll besagen, daß es unmotiviert ist, d. h. beliebig im Verhältnis zum Bezeichneten, mit welchem es in Wirklichkeit keinerlei natürliche Zusammengehörigkeit hat.“
182 Julia Kristeva: Le texte du roman, Approche semiologique d’une structure discursive tranformationelle, The Hague: Mouton 1979, S. 35.
183 John R. Searle: Ausdruck und Bedeutung, Untersuchungen zur Sprechakttheorie, 3. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990, S. 87–90.

[S. 18, Z. 11-17]

Diese Auffassung hängt mit dem Einfluß Ferdinand de Saussures zusammen, der komplexe Bedeutungssysteme in Abhängigkeit von der Anerkennung bestimmter Regeln betrachtet, die ihre Rechtfertigung von den Bedürfnissen eines Systems und weniger von einem direkten oder motivierten Bezug zu einer außersystemischen Realität ableiten.26 Das bedeutet in diesem Fall, daß die Strukturalisten das Zeichenmodell von de Saussure mit der der Arbitrarität unterworfenen Relation zwischen Zeichen und Material auf die Literatur anwenden.

[S. 18, Z. 24-29]

Da in de Saussures Zeichenmodell das Objekt bzw. der Bezug zur außersprachlichen Realität fehlt, nutzen viele Literaturtheoretiker diese Tatsache, indem sie in literarischen Werken eine eigene Zeichenwelt erkennen, deren Bedeutungen losgelöst von der Außenwelt, also auch vom Autor, bestehen. Durch Julia Kristeva wird der erweiterte Fiktionsbegriff untermauert, weil sie noch einen Schritt weitergeht und den Zeichen erst in Kombination miteinander ihre Bedeutung

[S. 19, Z. 1-5]

zuweist („Il est COMBINATOIRE et en cela CORRÉLATIF: son sens résulte de la com-binatoire à laquelle il participe avec les autres signes“.),27 wodurch der literarische Text sozusagen einer doppelten Fiktionalität unterliegt. Wenn die Zeichen durch Abhängigkeit voneinander ihre Bedeutung erlangen, dann besitzt dementsprechend auch der üblicherweise nicht-fiktionale Text, der auf die Realität verweist, Merkmale von Fiktionalität.

[S. 15, Z. 23-27]

Im Zusammenhang mit der Fiktionalität spricht der amerikanische Sprachphilosoph J. R. Searle von Scheinbehauptungen, d.h. der Autor gibt lediglich vor, illokutionäre Akte zu vollziehen. Der Autor äußert demnach Behauptungssätze ohne Vollzug des Sprechaktes der Behauptung. Aus diesem Ergebnis schlußfolgert Searle, daß der fiktionale Text eine Erzählung ohne Wahrheitsanspruch ist.18


18 Searle: Ausdruck und Bedeutung, S. 87-90.
26 Vgl. de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft: „Das Wort ’beliebig‘ [...] soll besagen, daß es unmotiviert ist, d. h. beliebig im Verhältnis zum Bezeichneten, mit welchem es in Wirklichkeit keinerlei natürliche Zusammengehörigkeit hat.“ (S. 80)
27 Kristeva: Le texte du roman, S. 35.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
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