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Ts/Fragment 205 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 205, Zeilen: 1-14
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 21, 13, Zeilen: 21: 1-11; 13: 11-16
[Er bezweifelt die absolute mimetische Relation der autobiographischen Redefigur zum Referenzobjekt, da sie nur eine mögliche „Art der Figuration unter] anderen“190 sei. Ausserdem müsse man die Autobiographie als eine „Lese- oder Verstehensfigur“ begreifen, die allen Texten inhärent sei. Ist es wirklich so, dass das autobiographische Schreiben „von der Referenz auf dieselbe Weise abhängt wie ein Photograph von seinem Objekt oder ein (realistisches) Gemälde von seinem Modell“?191 De Man kommt zum Schluss, dass „die Unterscheidung zwischen Fiktion und Autobiographie also keine Frage des Entweder-Oder zu sein scheint, sondern unentscheidbar“192 sei.

Roman Ingarden versuchte die fiktionale Literatur aus phänomenologischer und ontologischer Sicht zu rechtfertigen. Er verstand einen Aussagesatz in einem literarischen Werk als Urteilssatz, dessen dargestellter Sachverhalt nicht „rein intentional“, sondern „als ein in einer dem Urteil gegenüber seinsunabhängigen Seinssphäre verwurzelter Sachverhalt“ zu begreifen sei, der „tatsächlich besteht“.193


190 Paul de Man: Autobiographie als Maskenspiel, in: Paul de Man: Die Ideologie des Ästhetischen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S. 133.
191 Ebd., S. 132.
192 Ebd., S. 133.
193 Roman Ingarden: Das literarische Kunstwerk, 4. Aufl. Tübingen: Niemeyer 1972, S. 171.

[S. 21, Z. 1-11]

[Er zwei]felt an der bedingungslosen mimetischen Bezogenheit der autobiographischen Redefigur auf das Referenzobjekt, da die mimetische Relation nur eine mögliche „Art der Figuration unter anderen“34 sei. Zugleich müsse man die Autobiographie als eine „Lese- oder Verstehensfigur“ begreifen, die allen Texten inhärent ist und damit die Illusion widerlegt, das Referenzobjekt könne strikt von der Fiktion abgegrenzt sein. De Man wirft die Frage auf, ob das autobiographische Schreiben wirklich „von der Referenz auf dieselbe Weise abhängt wie ein Photograph von seinem Objekt oder ein (realistisches) Gemälde von seinem Modell“.35 Daraus schlußfolgert er, daß „die Unterscheidung zwischen Fiktion und Autobiographie also keine Frage des Entweder-Oder zu sein scheint, sondern unentscheidbar“ ist.36 Das Problem der Autobiographie ist bei ihm in der rhetorischen Struktur der Sprache selbst involviert.

[S. 13, Z. 11-16]

Roman Ingarden versucht, die Literatur als Fiktion aus phänomenologischer und ontologischer Sicht zu rechtfertigen, indem er einen Aussagesatz in einem literarischen Werk als Urteilssatz versteht, dessen dargestellter Sachverhalt nicht „rein intentional“, sondern „als ein in einer dem Urteil gegenüber seins-unabhängigen Seinssphäre verwurzelter Sachverhalt“ zu begreifen ist, der „tatsächlich besteht“.10


10 Ingarden: Das literarische Kunstwerk, S. 171.
34 de Man: Autobiographie als Maskenspiel. In: Die Ideologie des Ästhetischen, S. 133.
35 Ebd., S. 132.
36 Ebd., S. 133.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

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