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Ts/Fragment 205 15

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 205, Zeilen: 15-29
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Für Hans Vaihinger ist die Fiktion in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob das bewusste Annehmen, falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Er stützt sich dabei auf Immanuel Kant, der die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“ bestimmte.194 Vaihingers Theorie geht auf die Literatur nur in einem Exkurs ein.195 Der Rezipient nimmt bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt, an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären. Käte Hamburger griff Vaihingers Ansatz auf. Sie meinte, man müsse eher von einer Als-Struktur sprechen: Man betrachte die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten. So erscheine „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“.196

Eine wirkungsreiche, der Analytischen Philosophie nahestehende These der Fiktionstheorie lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben oder wenigstens haben müssen. So erklärt Gottfried Gab[riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197]


194 Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft [1781], A 770, in: Werkausgabe, Bd. IV, S. 653.

195 Vaihinger, Die Philosophie des Als-Ob, S. 129-143.

196 Käte Hamburger: Noch einmal: Vom Erzählen, in: Euphorion 59 (1965), S. 46-71,63.

197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

Als-ob (Vaihinger, Hamburger, Searle)

Hans Vaihinger schlägt in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob eine erkenntniskritische Theorie der Hilfsoperationen vor. Fiktion ist das bewusste Annehmen falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Auch Immanuel Kant bestimmt die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“[32]; Vaihinger stützt sich auf Kant. Vaihingers Theorie will sich vor allem auf die Naturwissenschaften anwenden lassen und bedenkt nur in einem Exkurs die Literatur.[33] Auch für die „literarische Fiktion“, wie es bei Vaihinger heißt, nimmt der Rezipient bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen (bei Vaihinger etwa zum Genuss des schönen Kunstwerks).

Die Idee, Fiktion mittels einer Als-ob-Struktur zu erklären, ist von Käte Hamburger und John R. Searle aufgegriffen worden. Hamburger modifiziert den Gedanken, indem sie darauf besteht, dass man eher von einer Als-Struktur sprechen sollte: Der Clou der Fiktion besteht demnach darin, dass man die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten betrachtet und so „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“[34] erscheint.

[...]

Mangelnde Referenzialisierbarkeit (Gabriel)

Eine wirkungsreiche und in auch noch aktuellen Arbeiten zur Fiktion wiederkehrende These lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben. Diese Position steht der Analytischen Philosophie nahe.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38]


32. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft [1781], Reclam, 1995, S. 784 (A 770).

33. Hans Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob: System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus [1911], Meiner, 1918, S. 129–143.

34. Käte Hamburger, „Noch einmal: Vom Erzählen“, in: Euphorion 59 (1965), S. 46–71, hier S. 63.

38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die tatsächliche Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

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