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Ts/Fragment 206 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 206, Zeilen: 1-3, 8-19
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
[So erklärt Gottfried Gab]riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197 Fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. Gabriels Theorie schliesst die Möglichkeit von Referenz nicht aus, sondern beschränkt sich auf die Bereitschaft, auf eine Referenz zu verzichten.

Poststrukturalistismus und Dekonstruktivismus formulierten zahlreiche Einwände gegen manche Annahmen der analytischen oder hermeneutischen Fiktionstheorien. Jacques Derrida stellte wie Niklas Luhmann grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich sei.198 Richard Rorty gab zu bedenken, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit litten, dass man nicht wissen könne, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt treffe; deshalb seien Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet.199 Willard Van Orman Quine hob die Unschärfe der Referenz hervor.200 In dieser Debatte ging es auch um die Fragen, ob Referenz die Annahme von Existenz voraussetze, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen von Fiktionstheorien seien.201


197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

198 Jacques Derrida: Limited Inc., Paris: Galilée 1990; Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997.

199 Richard Rorty: Is there a Problem about Fictional Discourse?, in: Dieter Henrich/Wolfgang Iser [Hrsg.]: Funktionen des Fiktiven, München: Wilhelm Fink 1983, S. 67-93.

200 Willard Van Orman Quine: Word and Object, Cambridge: MIT 1964.

201 Bunia, Faltungen, S. 51-62.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38] („Erfülltheit“ meint, dass zu einer erfüllbaren Aussage eine Belegung besteht, mit der die Aussage wahr ist.) Damit muss die Möglichkeit einer Bezugnahme überhaupt erst geklärt sein, bevor ein Urteil über die Wahrheit eines fiktionalen Satzes gefällt werden kann; fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. [...]

[...]

Zahlreiche Vertreter sehr unterschiedlicher Denkschulen, etwa Jacques Derrida und Niklas Luhmann, stellen grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich ist.[40] [...] Richard Rorty diskutiert das Problem, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit leiden, dass man nicht wissen kann, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt trifft; deshalb sind Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet, da sie darauf beruhen, den grundsätzlichen Zweifel einfach zu ignorieren.[41] Rorty widmet sich vor allem der Frage, ob Referenz überhaupt die Annahme von Existenz voraussetzt. Die Debatte bewegt sich um die Frage, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich sind und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen einer Fiktionstheorie sind.[42]

[...]

Es gibt hier durchaus Anknüpfungspunkte an einige der Vertreter der analytischen Philosophie, etwa Willard Van Orman Quine, von denen die Unschärfe der Referenz stark hervorgehoben wird.[43]


38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

40. Jacques Derrida, Limited Inc., Galilée, 1990. Niklas Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, 1997.

41. Richard Rorty, „Is there a Problem about Fictional Discourse?“ in: Dieter Henrich / Wolfgang Iser (Hrsg.), Funktionen des Fiktiven, Fink, 1983, S. 67–93

42. Vgl. hierzu Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007, S. 51–62.

43. Willard Van Orman Quine, Word and Object, MIT Press, 1960.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

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