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Ts/Fragment 212 10

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 212, Zeilen: 10-31
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 24, 25, 13, 14, Zeilen: 24: 23-25; 25: 6-19; 13: 25-27; 14: 3-8
Barthes verstand die Simulation ähnlich wie in der Kybernetik als einen Prozess der Modellierung, bei dem der Text einer experimentellen Veränderung unterworfen werde, so dass etwas ganz Neues entstehe.<sup<217</sup> Der „strukturale Mensch“ zerlege das gegebene Objekt und setze es wieder zusammen, so dass sich eine Struktur ergebe, die das „Simulakrum“ dieses Objekts darstelle. Zwischen dem Text und der strukturalistischen Tätigkeit bilde sich etwas „Neues […], das Simulacrum, […] der dem Objekt zugefügte Intellekt“.218

Der französische Neomarxist Henri Lefebvre griff Barthes’ These auf. Er verstand Simulation und Simulakrum als Kennzeichen eines historischen Zustands der Philosophie, in dem sich die Kategorie der „Wahrheit“ in der Analogie eines Objekts und seiner Simulation auflöse.219

Nach Andreas Kablitz und Gerhard Neumann ist die „historisch betrachtet […] fortschreitende Emanzipation poetischer Wirklichkeitsdarstellung von der Frage nach ihrem Verhältnis zu dieser Wirklichkeit“220 von ausgesprochener Relevanz für die Beurteilung des Simulationsbegriffs. Er soll die gesamte Gesellschaftssituation charakterisieren und alle Bereiche des Lebens berühren. Nach Kablitz/Neumann verliert unsere Welt an Wirklichkeit. An ihre Stelle sei die „Maschinerie einer Produktion von Simulakren“ getreten, wodurch der Unterschied zwischen der „wahren“ und der „künstlichen“ Welt ver[schwinde.221]


<sup<217</sup> Roland Barthes: Die strukturalistische Tätigkeit, in: Günther Schiwy [Hrsg.]: Der französische Strukturalismus, Reinbek: Rowohlt 1969, S. 153–158, 154.
<sup<218</sup> Ebd.
<sup<219</sup> Henri Lefebvre: Metaphilosophie, Prolegomena, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1975, S. 216 f.
<sup<220</sup> Andreas Kablitz/Gerhard Neumann [Hrsg.]: Mimesis und Simulation, Freiburg/Bg.: Rombach 1998, S. 12.
<sup<221</sup> Ebd., S. 13.
<sup<222</sup> Ebd., S. 13.

[S. 24, Z. 23-25]

Als erstes gab es jedoch im französischen Strukturalismus, nämlich im Werk von Roland Barthes, einen Adaptationsversuch des Simulationsbegriffs. Von ihm wird die Simulation ähnlich wie in der Kybernetik42 als ein Prozeß der Modellierung verstanden, bei [dem der Text einer experimentellen Veränderung unterworfen wird, so daß etwas ganz Neues entsteht.]

[S. 25, Z. 6-19]

Der „strukturale Mensch“ zerlegt das gegebene Objekt und setzt es wieder zusammen, so daß eine Struktur entsteht, die das Simulakrum dieses Objektes darstellt, so Barthes. Zwischen diesen beiden Gegenständen, dem Text und der strukturalistischen Tätigkeit, bilde sich etwas „Neues [...], das Simulacrum, [...] der dem Objekt zugefügte Intellekt“. [...] Der französische Neomarxist Henri Lefèbvre greift diese Aussagen auf, in der Hoffnung, eine Möglichkeit gefunden zu haben, einer philosophischen Theorie vollständig entsagen zu können und an deren Stelle die „Praxis“ zu setzen. [...] Er begreift Simulation und Simulakrum als Kennzeichen eines historischen Zustands der Philosophie, in dem die Kategorie der ’Wahrheit‘ sich in der Analogie eines Objekts und seiner Simulation auflöst: [...]

[S. 13, Z. 25-27]

Nach Ausführungen von Andreas Kablitz und Gerhard Neumann ist die Eigenschaft mimetischer Poetik, nämlich die „historisch betrachtet [...] fortschreitende Emanzipation poetischer Wirklichkeitsdarstellung von der Frage nach ihrem Verhältnis zu dieser Wirk[lichkeit“14 für die Beurteilung des Simulationsbegriffs, der im Blickfeld der sogenannten Postmoderne zu einer Parole der zeitgenössischen Wirklichkeitswahrnehmung wurde, von ausgesprochener Relevanz.]

[S. 14, Z. 3-8]

Die Simulation hat in unserer Gegenwart beinahe schon den Status eines Kultbegriffs bekommen, der die gesamte derzeitige Gesellschaftssituation charakterisieren soll und alle Bereiche des Lebens tangiert. [...] Kablitz und Neumann konstatieren, daß unserer Welt der Verlust von Wirklichkeit attestiert wird, an deren Stelle die „Maschinerie einer Produktion von Simulakren“ getreten ist, wodurch der Unterschied zwischen der wahren und der künstlichen Welt verschwindet.15


<sup<14</sup> Kablitz; Neumann: Mimesis und Simulation, S. 12.
<sup<15</sup> Ebd., S. 13.
<sup<42</sup> Ich spreche hier von der Kybernetik, da in der kybernetischen Forschung das Modell ein wichtiges Hilfs-mittel zur Untersuchung dynamischer Systeme bildet, um ihre Funktionen, Strukturen und Verhaltensweisen zu analysieren. Roland Barthes bezieht sich in seinem Aufsatz „Die strukturalistische Tätigkeit“ auf diese neuen Entwicklungen im Bereich der Informationswissenschaften. <sup<46</sup> Ebd., S. 216-217.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

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