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Ts/Fragment 218 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 218, Zeilen: 1-7, 101-102
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 92, Zeilen: 8-15, 101-102
[„[...] Jedes wahre Erlebnis verdiente es, veröffentlicht] zu werden; und umgekehrt: jede Publikation erweckte den Anschein, Ausdruck eines individuellen und doch für alle gültigen Erlebnisses zu sein.“235 Solche beglaubigende Wirkung streben Autoren an, wenn sie ihre Ich-Erzähler als Herausgeber von Dokumenten, als allwissende Beobachter, als Tagebuch-, Brief- und Memoirenschreiber auftreten lassen.236 Diese Funktion erfüllten die Ich-Erzähler allerdings nur, wenn sie ebenso authentisch wären wie das Ich im Brief eines Freundes.

235 Ebd. [= Schlaffer, Die kurze Geschichte der deutschen Literatur], S. 80.

236 Vgl. Vogt, Aspekte erzählender Prosa, S. 76.

„[...] Jedes wahre Erlebnis verdiente es, veröffentlicht zu werden; und umgekehrt: jede Publikation erweckte den Anschein, Ausdruck eines individuellen und doch für alle gültigen Erlebnisses zu sein.“127 An diese beglaubigende Wirkung knüpfen Autoren an, wenn sie ihre Ich-Erzähler einerseits als Herausgeber von Dokumenten und als allwissender Beobachter, oder andererseits in den Formen Tagebuch, Brief und Bekenntnis auftreten lassen.128 Ihre Funktion erfüllen die Ich-Erzähler aber nur, wenn sie ebenso authentisch sind, wie das Ich im Brief eines Freundes, wenn also das erzählende Ich in einem Roman mit dem Ich seines Autors identisch ist.

127 Ebd. [= Schlaffer: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur], S. 80.

128 Vgl. Jochen Vogt: Aspekte erzählender Prosa, S. 76.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95 [...]"

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Das Zitat von Schlaffer (2002) findet sich – genau genommen – auf S. 80 f.; insofern ist unklar, ob es der Verf. überprüft hat.

Bei Vogt (1990) finden sich a.a.O. die referenzierten Ausführungen im vorliegenden Wortlaut nicht; bspw. kommt der Begriff "allwissende[r] Beobachter" dort nicht vor. Der Verf. übernimmt also eine Paraphrase aus der Quelle. Anhand des Textes ist zudem nicht nachvollziehbar, warum er hier mit Bezug auf Vogt den Begriff "Memoirenschreiber" verwendet.

Sichter
(fret) Stratumlucidum

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