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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 356, Zeilen: 21-34
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 66, Zeilen: 10-23
Wulffen unterscheidet zwei Arten des Verhältnisses von Verbrechen und literarischer Produktion: Einerseits kann das literarische Werk zum Bekenntnis bzw. zum Ausdruck der Reue dienen, andererseits als „Ersatz für die Tat“, die der Autor nicht begehen konnte oder wollte.525 Diese Funktion der literarischen Produktion lässt sich als „eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit“ im Modus der Phantasie definieren, wie es Sigmund Freud analog in seiner „Gleichstellung des Dichters mit dem Tagträumer“ getan hat.526 Diese Literaten, zu denen Manolescu gehöre, „begehen den Mord und das Sittlichkeitsverbrechen nicht in Wirklichkeit, dazu haben sie noch genügende Hemmungsvorstellungen, keinen Mut, keine Gelegenheit oder kein Geschick; aber die innere Befähigung dazu ist latent vorhanden und will sich auslösen. Deshalb beschreibt der Literat den Mord oder das Sittlichkeitsverbrechen.“527

525 Wulffen, Manolescu und seine Memoiren, S. 107.

526 Freud, Der Dichter und das Phantasieren, S. 174, 177.

527 Wulffen, Manolescu und seine Memoiren, S. 107 f.

Wulffen ordnet Manolescus Text in ein grobes Schema ein, das zwei Arten des Verhältnisses von Verbrechen und literarischer Produktion unterscheidet. Das literarische Werk kann entweder zum Bekenntnis bzw. zum Ausdruck der Reue dienen oder als „Ersatz für die Tat“,18 die der Autor nicht begehen konnte oder nicht begehen wollte. Die zuletzt genannte Funktion der literarischen Produktion läßt sich - ähnlich wie in Freuds „Gleichstellung des Dichters mit dem Tagträumer“19 - als „eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit“20 im Modus der Phantasie definieren.
So gibt es Literaten, die in Mordlust oder in Sittlichkeitsverbrechen schwelgen; zu den ersteren gehört der Franzose Baudelaire, zu den letzteren die Schriftsteller unserer modernen Unsittlichkeiten. Sie begehen den Mord und das Sittlichkeitsverbrechen nicht in Wirklichkeit, dazu haben sie noch genügende Hemmungsvorstellungen, keinen Mut, keine Gelegenheit oder kein Geschick; aber die innere Befähigung dazu ist latent vorhanden und will sich auslösen. Deshalb beschreibt der Literat den Mord oder das Sittlichkeitsverbrechen.

18 Ebd.

19 Freud, Sigmund: Der Dichter und das Phantasieren (Vortrag 1907; Erstveröffentlichung 1908). In: ders.: Studienausgabe. Hrsg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards und James Strachey. Bd. X: Bildende Kunst und Literatur. Frankfurt am Main: Fischer 1969, S. 169-179, hier 177. - Freud konzentriert sich in seiner Analyse auf triviale Literatur, in der ein erfolgreicher Held „im Mittelpunkt des Interesses steht, für den der Dichter unsere Sympathie mit allen Mitteln zu gewinnen sucht“ (S. 176), d. h. es geht ihm um „egozentrische Erzählungen“ (ebd.), die einen idendfikatorischen Bezug des Lesers zur Hauptfigur - und somit eine Teilnahme an der Wunscherfullung im Vollzug der Lektüre - ermöglichen.

20 Ebd., S. 174.

21 Wulffen: Manolescu (wie Anm. 11), S. 107f.

Anmerkungen

Keine Kennzeichnung der Übernahme von Rahns Ausführungen.

Sichter
Schumann

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