Fandom

VroniPlag Wiki

Ts/Fragment 399 08

< Ts

31.268Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 399, Zeilen: 8-28, 103-106, 110
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 92, 93, 108, Zeilen: – (Online-Quelle)
Denn damit aus einem Menschen mit pseudologischen Neigungen ein Krimineller werde, müssten noch einige andere Eigenschaften hinzukommen. Und gerade die spezifischen Wesenszüge des hochstaplerischen Betrügers besitze May nicht:

– Der kriminelle Hochstapler pflegt zu ernsthafter Arbeit unfähig zu sein.111 May war, wie sein umfangreiches Werk beweist, ein Mensch von ungewöhnlichem Fleiss.

– Der Hochstapler lebt im Augenblick, ohne die Fähigkeit, weitergesteckte Ziele beharrlich und konsequent zu verfolgen.112 May konnte hingegen umfassende Konzeptionen mit grosser Energie realisieren.

– Der Hochstapler greift vielfach zu Rauschmitteln oder simuliert Krankheiten. Davon finden wir nichts bei Karl May.

– „Der wahre Hochstapler“ zeigt „keine Besserung und keine Reue“.113 [„Sie sind fast alle unverbesserlich“114,] und „keiner hat seine unredlichen Einnahmen dazu verwandt, ein ehrliches Geschäft anzufangen“.115

May hingegen hat nach 1870 mehr als 40 Jahre lang niemanden mehr unredlich geschädigt. Im Gegenteil: Er hat [sich wie erwähnt philanthropisch betätigt,] wiedergutgemacht, Bedürftige beschenkt und begabte, mittellose Menschen auf seine Kosten studieren lassen. Sein Werk kreist unaufhörlich um Probleme des Gewissens, der inneren Umkehr und der Läuterung. Der Stagnation des Hochstaplers steht [bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen.]


111 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 51.

112 Vgl. Friedrich Meinertz: Der hochstaplerische Betrüger, Infantilismus und Routine, in: Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie 75 (1955), S. 147-172, 155 ff.

113 von Cleric, Der Hochstapler, S. 51.

[114 Aschaffenburg, in: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychisch-Gerichtliche Medizin, S. 1074; zit. nach Roxin, Vorläufige Bemerkungen über die Straftaten Karl Mays, S. 93.]

115 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 5.

[Seite 92]

Damit aus einem Menschen mit pseudologischen Neigungen ein Krimineller wird, müssen noch einige andere Eigenschaften hinzukommen. Und gerade die spezifischen Wesenszüge des hochstaplerischen Betrügers besaß May nicht.

Der kriminelle Hochstapler pflegt zu ernsthafter Arbeit unfähig zu sein (111) - May war, wie sein umfangreiches Werk beweist, ein Mensch von ungewöhnlichem Fleiß; auch seine Kenntnisse waren beträchtlich. Der Hochstapler lebt im Augenblick, ohne die Fähigkeit, weitergesteckte Ziele beharrlich und konsequent zu verfolgen (112) - May konnte umfassende Konzeptionen mit großer Energie realisieren und schließlich fast sein gesamtes Werk in einen großen Mythos verarbeiten. Der Hochstapler ist süchtig, greift vielfach zu Rauschmitteln, simuliert Krankheiten [und hält sich viel in Spitälern auf (113)] - nichts davon finden

[Seite 93]

wir bei May. »Der wahre Hochstapler« zeigt »keine Besserung und keine Reue« (114). »Sie sind fast alle unverbesserlich« (115) und »keiner hat seine unredlichen Einnahmen dazu verwandt, ein ehrliches Geschäft anzufangen« (116). May hingegen hat seit 1870 mehr als 40 Jahre lang niemanden mehr in unredlicher Weise geschädigt. Im Gegenteil: Er hat wiedergutgemacht, Bedürftige beschenkt und begabte, mittellose Menschen auf seine Kosten studieren lassen. Sein Werk kreist von den frühesten bis zu den letzten Hervorbringungen um Probleme des Gewissens, der inneren Umkehr und der Läuterung; [...] Der leeren Entwicklungslosigkeit des Hochstaplers steht bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen; [...]

[Seite 108]

111 Wulffen, Die Psychologie des Hochstaplers, 1923, 51

112 Vgl. Meinertz a. a. O. [= Der hochstaplerische Betrüger, Schweizerisches Archiv für Neurologie und Psychiatrie, Bd. 75, 1955, 147 ff.] 155 ff. (»Das Leben im Augenblick«)

[113 Vgl. dazu nur Meinertz, a. a. O. 162; v. Cleric a. a. O. 3s, 46]

114 v. Cleric a. a. O. [= Der Hochstapler, in: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, 1926] 51

[115 Aschaffenburg, Allg. Zeitschrift fÜr [sic] Psychiatrie und Psychisch-Gerichtl. Medizin, a.a.O. 1074]

116 Wulffen, Die Psychologie des Hochstaplers, 51

Anmerkungen

Über der Passage befindet sich ein Zitat aus Roxin (1971) und auch im Folgenden zeigt der Verf., dass er weiter aus Roxin referiert – der großteils wörtliche Charakter seiner Übernahmen bleibt hier jedoch ungekennzeichnet.

Auch die Zitate und ihre Nachweise werden aus Roxin (1971) mitübernommen, lediglich in einem Fall (Fn. 114) macht der Verf. deutlich, danach zu zitieren.

Die gesamte Textstruktur ist identisch.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki