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Ts/Fragment 417 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 417, Zeilen: 1-5, 7-16, 19-25, 27-33
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 115; 116; 119, Zeilen: 115: 1-7, 14-24, 31-36; 116: 1-4; 119: 1-9
[In einer erschwindelten Husarenoffiziersuniform bestellte er als Ladi-]laus [sic] Inezedy 12.000 Pferdehalfter und kassierte die Provision ein. Am folgenden Tag wurde er verhaftet. Von da an war Strassnoff nach jeder Entlassung aus dem Zuchthaus sogleich wieder hochstaplerisch aktiv, als Seelsorger, königlicher Rat oder Militärattaché. Er schien an dem betrügerischen Rollenspiel grosses Gefallen zu finden. [...]

Seinen dreistesten und vielleicht deshalb auch berühmtesten Auftritt hatte Strassnoff als K.u.K. [sic] Ministerialrat Geza Vertessy bei Seiner Exzellenz dem Bischof von Neutra. Den Decknamen hatte er aus einem Adressbuch gewählt. Als er jedoch bei dem Bischof zu Besuch war, stellte sich heraus, dass er ausgerechnet den Namen von dessen Neffen übernommen hatte. Er spielte nun die Neffenrolle so perfekt, dass der Bischof keinerlei Verdacht schöpfte, sondern seinem falschen Neffen eine beträchtliche Summe lieh. Selbst in einem späteren polizeilichen Protokoll gab der Geistliche an, dass sein Neffe bei ihm gewesen sei, kein Hochstapler.

[Erich Wulffen hat diese Episode in seinen Kriminalroman Der Mann mit den sieben Masken eingeflochten.168 Auf ihn wurde schon im Zusammenhang mit Georges Manolescu eingegangen.] An dieser Stelle zu ergänzen ist, dass als Rahmenhandlung auch einige Abenteuer Strassnoffs dienen. Wulffens Hochstaplerfigur Niklas Györki tritt als Ministerialrat Bela Teleki auf und wird − wie Strassnoff beim Bischof von Neutra − bei einem Besuch bei Graf Zoltan Barthyany von diesem als Neffe erkannt. Teleki sprengt wie schon Strassnoff die Bank und betrügt den angeblichen Onkel um 25.000 Kronen.

[Der Jurist Fritz Friedmann hat wohl als erster die Lebensgeschichte von Ignatz Strassnoff literarisch verarbeitet.169] 1906 erscheint in der Berliner Reihe Kriminal Bibliothek Continent als dritter Band Friedmanns Kriminalroman Ilonka. Er spielt im Artistenmilieu und handelt von der Trapezkünstlerin Ilonka Gradizza, die ihrem Geliebten, dem Ungarn Ladislaus Berenyi alias Lajos Baron Terödy, einem skrupellosen Hochstapler und Spieler, verfallen ist. Berenyi lebt vom Geld des wohlhabenden Variété- [sic] und Zirkusdirektors Wulko Hübner, dessen unehelicher [Sohn er ist.]


[168 Vgl. Claßen, Darstellung von Kriminalität in der deutschen Literatur, S. 115 ff., welche Textstellen aus Wulffens Roman und der Pitaval-Falldarstellung von 1908 gegenüberstellt.
169 Vgl. Claßen, Darstellung von Kriminalität in der deutschen Literatur, S. 118 ff.]

[Seite 115]

[...] in einer erschwindelten Husarenoffiziersuniform bestellt er als Ladilaus [sic] Inezedy 12.000 Pferdehalfter und kassiert die Provision ein, wird jedoch einen Tag später verhaftet. Von diesem Zeitpunkt an ist Strassnoff nach jeder Entlassung aus dem Zuchthaus umgehend als Hochstapler tätig; er scheint äußersten Gefallen an dem Rollenspiel zu finden. Der Gewinn seiner Betrugsmanöver steht jedoch in keiner Relation zu dem Aufwand, den er betreibt, um als Seelsorger, königlicher Rat oder Militärattaché glaubhaft zu wirken. [...]

Seinen wohl berühmtesten und dreistesten Auftritt hat Ignatz Strassnoff als K.u.K. [sic] Ministerialrat Geza Vertessy bei Seiner Exzellenz dem Bischof von Neutra. Den Decknamen wählt Strassnoff aus einem Adressbuch. Als er jedoch beim Bischof zu Besuch weilt, muß er feststellen, daß er ausgerechnet den Namen von dessen Neffen übernommen hat. Seine Neffenrolle spielt er so perfekt, daß der Bischof keinerlei Verdacht schöpft, sondern dem angeblichen Neffen eine beträchtliche Summe leiht. Selbst in einem späteren polizeilichen Protokoll gibt der Bischof an, daß nur sein Neffe, Ministerialrat von Vertessy bei ihm gewesen sei, nicht aber ein Hochstapler. [...] [Diese Episode aus Strassnoffs Hochstapler-Leben wird von Erich Wulffen in den Kriminalroman Der Mann mit den sieben Masken eingeflochten, der sich bei genauer Analyse als Zusammenfassung aller von Wulffen bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Studien herausstellt.] Als Rahmenhandlung dienen einige Abenteuer des Hochstaplers Ignatz Strassnoff, die für die juristische Fachliteratur nach der Jahrhundertwende von großem Interesse sind.

Erich Wulffens literarische Hochstaplerfigur Niklas Györki tritt als Ministerialrat Bela Teleki auf und wird - wie

[Seite 116]

Strassnoff beim Bischof von Neutra - bei einem Besuch bei Graf Zoltan Barthyany von diesem als Neffe erkannt. Dieser Teleki sprengt wie sein Vorbild Strassnoff die Bank und betrügt den angeblichen Onkel um 25.000 Kronen.

[Seite 118]

[Außerdem muß Erich Wulffen den Kriminalroman Ilonka seines juristischen Kollegen Fritz Friedmann gekannt haben. Friedmann hat wohl als erster die Lebensgeschichte des Hochstaplers Strassnoff literarisch verarbeitet.]

[Seite 119]

1906 erscheint in der Berliner Reihe "Kriminal Bibliothek Continent" als dritter Band Friedmanns Kriminalroman Ilonka. Der zweihundertsiebzehn Seiten lange Roman spielt im Artistenmilieu und handelt von der Trapezkünstlerin Ilonka Gradizza, die ihrem Geliebten, dem Ungarn Ladislaus Berenyi alias Lajos Baron Terödy, einem skrupellosen Hochstapler und Spieler, verfallen und ausgeliefert ist. Berenyi lebt vom Geld des wohlhabenden Varieté- und Zirkusdirektors Wulko Hübner, dessen unehelicher Sohn er ist.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Übernahme der Ausführungen Claßens (1988); die sporadischen "Vgl."-Verweise machen deren Umfang und das Ausmaß der Wörtlichkeit jedoch nicht deutlich.

Zudem muss der Vorname des von Strassnoff benutzten Pseudonyms ganz offenbar Ladislaus ("Ladislaus Inezedy" heißt es bei Claßen auch auf S. 120) und nicht "Ladilaus" lauten; diesen Fehler kopiert der Verf. ebenso aus der Quelle wie die falsche Rechtschreibung "K.u.K.".

Sichter
(fret) Stratumlucidum

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