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Ts/Fragment 418 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 418, Zeilen: 1-33
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 119, 120, 121,122, Zeilen: -
[Berenyi lebt vom Geld des wohlhabenden Variété- und Zirkusdirektors Wulko Hübner, dessen unehelicher] Sohn er ist. Nach einem Auftritt Ilonkas in Hübners Variété ermordet Berenyi seinen Stiefvater, um an die Erbschaft zu gelangen. Als Mörder wird jedoch der Variétégehilfe Lorenz Wild verurteilt. Verschiedene Helfer, darunter der berühmteste Detektiv Londons, „Borsten-Natty“, tragen schliesslich zur Aufklärung des Falls bei. Ilonka und ihr Geliebter werden gefunden. Bei einem Auftritt stürzt sie vom Trapez. Bevor sie stirbt, gesteht sie, dass Berenyi der Mörder ist. Dieser wird verurteilt, Wild freigelassen.

Interessant wird dieser tief vergessene Trivialroman dadurch, dass Friedmann bei zwei seiner Figuren auf die Lebensgeschichte von Ignatz Strassnoff zurückgreift. Ladislaus Berenyi trägt − ins Bösartige verzerrte − Züge Strassnoffs. Sein Namen gleicht zwei von dessen Decknamen: Ladislaus Inezedy und Alexander Bölönyi. Darüber hinaus hatte Strassnoff einen Bruder, der ein berühmter ungarischer Theaterdirektor, und einen, der Schauspieler war. Dem entsprechen im Roman der Zirkusdirektor und sein Mörders [sic] Berenyi. Ignatz Strassnoff hat tatsächlich eine Zeitlang auf Kosten seines Bruders gelebt, so wie Berenyi von Hübner.

Wulffen, der Friedmanns Roman gekannt haben muss, greift mehrere Elemente auf, etwa das Schauspielermilieu. Bereits auf den ersten Seiten wird erwähnt, die Familie des Hochstaplers Györki sei als eine der besten ungarischen Theater-Provinzialtruppen bekannt.170 Györki gibt sich unter anderem auch als Schauspieler des Hoftheaters aus, wo er angeblich die Rollen von Othello, Richard III. und Hamlet spielen soll − Stücke, die Wulffen kriminalliterarisch eingehend untersucht hat. Der Autor bezieht sich darüber hinaus auf alle von ihm erforschten Dichter wie Goethe, Nietzsche, Keller, Shakespeare, Karl May oder Friedrich Hebbel171 und lässt den Hochstapler Györki sagen, „daß im Verbrechen sich auch ein schriftstellerischer, ja dichterischer Trieb und Drang zu äußern vermöchten“.172 Das Geschehen wendet sich auch noch in die religiöse Sphäre: Györki tritt als Dominikanermönch Joseph Maria auf, der in aller Öffentlichkeit die Predigt hält und auch als Beichtvater tätig ist. Als Vorlage für diese Szene diente wohl Strassnoffs Auftritt als Seelsorger.


170 Wulffen, Der Mann mit den sieben Masken, S. 28 f.

171 Ebd., S. 135–141.

172 Wbd., S. 135,

172 Ebd., S. 135.

[S. 119, Z. 7-22]

Berenyi lebt vom Geld des wohlhabenden Varieté- und Zirkusdirektors Wulko Hübner, dessen unehelicher Sohn er ist. Nach einem Auftritt Ilonkas in Hübners Variete ermordet Berenyi seinen Stiefvater, um an die Erbschaft zu gelangen. Als Mörder wird jedoch der Varietégehilfe Lorenz Wild verurteilt, der den Toten findet und ihm Geld entwendet. Die Schwester und der Verteidiger des Verurteilten sowie gut gesinnte Helfer, darunter der berühmteste Detektiv Londons, "Borsten-Natty", und die ältliche Cousine Hübners, Alwine Tiburtius, tragen schließlich zur gerechten Aufklärung des Falles bei. Nach turbulenten Reisen durch Afrika und Amerika können Ilonka und ihr betrügerischer Geliebter ausfindig gemacht werden. Doch bei einem Auftritt stürzt Ilonka vom Trapez. Bevor sie stirbt, gesteht sie, daß Berenyi der Mörder ist. Dieser wird verurteilt; Lorenz Wild kann wieder freigelassen werden.

[S. 120, Z. 16-39]

Interessant wird der Kriminalroman dadurch, daß Friedmann bei zwei seiner Figuren auf die Lebensgeschichte des ungarischen Hochstaplers Ignatz Strassnoff zurückgegriffen hat. Der Hochstapler und Mörder Ladislaus Berenyi trägt Züge des Strassnoff, die aber ins Bösartige und Grausame verzerrt sind. Auffallend ist die Ähnlichkeit des Namens Ladislaus Berenyi mit zwei von Ignatz Strassnoff in Wirklichkeit benutzten Decknamen: Ladislaus Inezedy und Alexander Bölönvi. Darüber hinaus hat Strassnoff mehrere Brüder, von denen einer ein berühmter ungarischer Theaterdirektor, ein anderer Schauspieler ist. [...]

Tatsächlich hat Ignatz Strassnoff eine Zeit lang auf Kosten seines Bruders gelebt, so wie Berenyi von Hübner. [...] Wulffen nimmt entscheidende Aspekte seines "Vorgängers" auf; so zum Beispiel die Verlagerung der Thematik in das Schauspielermilieu. [...]

[S. 121, Z. 1-3]

[Bereits auf den ersten Seiten findet ein ] Gespräch über die Familie des Hochstaplers Györki statt, die als eine der besten ungarischen Theater-Provinzialtruppen bekannt ist. (312) [...]

[S. 121, Z. 10-25]

Györki gibt sich unter anderem auch als Schauspieler des Hoftheaters aus, wo er angeblich die Rollen von "Othello", "Richard III." und "Hamlet" spielen soll. 1911 erscheint im Langenscheidt-Verlag Wulffens Studie über Shakespeares große Verbrecher. Richard III. - Macbeth - Othello. [...] So bezieht sich der Autor auf alle von ihm erforschten Dichterfiguren(313) wie Goethe, Nietzsche, Keller, Skakespeare, Karl May oder Friedrich Hebbel und läßt den Hochstapler Györki sagen

daß im Verbrechen sich auch ein schriftstellerischer, ja dichterischer Trieb und Drang zu äußern vermöchten(314)

[S. 122, Z. 2-10]

Trivial wirkt Wulffens Roman insbesondere durch die phantasievolle Wendung des Geschehens in eine religiöse Sphäre: Györki tritt als Dominikanermönch Joseph Maria auf, der in aller Öffentlichkeit die Predigt hält und auch als Beichtvater tätig ist. [...] Als Vorlage für diese Szene hat Strassnoffs Auftritt als Seelsorger gedient.

312 Vgl. Wulffen, S. 28f.

313 Vgl. Wulffen: Der Mann mit den sieben Masken, S. 135-141

314 Ebd., S. 135

Anmerkungen

Die Seite stellt eine massiv gekürzte Darstellung Claßens Analysen dar. An vielen Einzelformulierungen ist der Ursprung der Passage gut erkennbar. Auch die Verweise in den Fußnoten finden sich schon in der Quelle.

Sichter
Agrippina1

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