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13 gesichtete Fragmente: "Verdächtig" oder "Keine Wertung"

[1.] Ts/Fragment 050 22 - Diskussion
Bearbeitet: 5. August 2015, 10:40 (Schumann)
Erstellt: 27. July 2012, 19:52 Fret
Claßen 1988, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 23-31
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 137, Zeilen: 3-12
Dagegen wandte sich unter anderem Joseph Roth, der 1930 Schluß mit der ‚Neuen Sachlichkeit‘! forderte und von der „furchtbarsten aller Verwechslungen“ sprach:70
Das Wirkliche begann man für wahr zu halten, das Dokumentarische für echt, das Authentische für gültig. Erstaunlich, daß in einer Zeit, in der die einfachen Zeugenaussagen vor Gericht von der modernen medizinischen Wissenschaft mit Recht als unzuverlässig bezeichnet werden, erstaunlich, daß in dieser Zeit die literarische Zeugenaussage gültiger ist als die künstlerische Gestaltung.

70 Joseph Roth: Schluß mit der „Neuen Sachlichkeit!“ Zit. nach: Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur, 1918/33, Weimarer Republik, hrsg. v. Anton Kaes, Stuttgart: J. B. Metzler 1983, S. 653.

Und Joseph Roth geht 1930 mit der Forderung Schluß mit der 'Neuen Sachlichkeit'! noch weiter, wenn er von der "furchtbarsten aller Verwechslungen" spricht.
Das Wirkliche begann man für wahr zu halten, das Dokumentarische für echt, das Authentische für gültig. Erstaunlich, daß in einer Zeit, in der die einfachen Zeugenaussagen vor Gericht von der modernen medizinischen Wissenschaft mit Recht als unzuverlässig bezeichnet werden, erstaunlich, daß in dieser Zeit die literarische Zeugenaussage gültiger ist als die künstlerische Gestaltung.(350)

350 Joseph Roth: Schluß mit der "Neuen Sachlichkeit!" Zitiert nach Manifeste und Dokumente, S. 653.

Anmerkungen

Das Zitat wird aus der gleichen Quelle, in gleichen Abgrenzungen und mit der gleichen Einleitung übernommen.

Die bei Claßen als wörtliches Zitat gekennzeichnete Passage "furchtbarsten aller Verwechslungen" kommt bei Roth in der zitierten Ausgabe so nicht vor; dort heißt es auf S. 653: "furchtbarste aller Verwechslungen" (korrekt wäre also "furchtbarste[n] aller Verwechslungen").

Dieser Fehler, der sich sowohl bei Claßen wie beim Verf. findet, lässt vermuten, dass die genannte Sekundärquelle diesem gar nicht vorlag. Da das aber der einzige Hinweis auf eine ungeprüfte Übernahme ist, wird das Fragment konservativ der Kategorie "keine Wertung" zugeordnet.

Sichter
Schumann

[2.] Ts/Fragment 231 01 - Diskussion
Bearbeitet: 31. July 2015, 22:35 (Stratumlucidum)
Erstellt: 27. July 2012, 20:11 Fret
Claßen 1988, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 231, Zeilen: 1-4
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 15, Zeilen: 12-17
[ [...]17 „Es waren die Jahre einer kollektiven Illusions-]dämmerung, in deren Zwielicht die einen ihre Chance sahen, mit Täuschungen und Versprechungen Karriere zu machen, und die anderen ihre Illusionsbereitschaft so stark sichtbar werden ließen, daß die aktive Seite nur noch zu tun brauchte, was die passive erwartete.“

[17 Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, S. 849, 852.]

Es waren die Jahre einer kollektiven Illusionsdämmerung, in deren Zwielicht die einen ihre Chance sahen, mit Täuschungen und Versprechungen Karriere zu machen, und die anderen ihre Illusionsbereitschaft so stark sichtbar werden ließen, daß die aktive Seite nur noch zu tun brauchte, was die passive erwartete.(9)

9 Ebd. [= Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft. Bd. 2. Frankfurt am Main 1983], S. 852.

Anmerkungen

Eine ungeprüfte Übernahme des Zitats lässt sich nicht nachweisen.

Da der Verf. zudem unmittelbar darauf Sloterdijk (1983) mehrmals anführt, scheint dieser ihm vorzuliegen.

Sichter
Stratumlucidum

[3.] Ts/Fragment 401 101 - Diskussion
Bearbeitet: 23. July 2015, 07:44 (Stratumlucidum)
Erstellt: 27. July 2012, 21:01 Fret
Claßen 1988, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 401, Zeilen: 101-110
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 87, Zeilen: 101-116
[...]

121 Einzelheiten zur Fallgeschichte bei Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Bd. 1, S. 131–136. Vgl. ferner Eugen Schmidt: Das Verbrechen als Ausdrucksform sozialer Entmutigung, Eine einführende Betrachtung über das Werden und die Behandlung der kriminellen Persönlichkeit auf Grund der Erkenntnisse der modernen Psychologie, München u.a.: Schweitzer 1931, S. 23, 33; Egon Larsen: Hochstapler, Die Elite der Gaunerwelt, Hamburg: Kabel 1984, S. 119–140; Wulffen: Gauner- und Verbrechertypen, S. 173 ff.; Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 30–33; Siegfried Mews: Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick, 5. Aufl. Frankfurt am Main: Diesterweg 1992, S. 10–17; Hans Gehrke: Carl Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick, Interpretation und Materialien, Hollfeld o.J., S. 15 ff.; [...]

[...]

216 Einzelheiten zur Fallgeschichte bei Hugo Friedlaender [sic]: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung. Bd. 1, 1921, S. 131-136. Vgl. auch Eugen Schmidt: Das Verbrechen als Ausdrucksform sozialer Entmutigung. Eine einführende Betrachtung über das Werden und die Behandlung der kriminellen Persönlichkeit auf Grund der Erkenntnisse der modernen Psychologie. München, Berlin, Leipzig 1931, S. 23, 33. Auch bei Egon Larsen: Hochstapler. Die Elite der Gaunerwelt. Hamburg 1984, S. 119-140. Vgl. auch Wulffen: Gauner- und Verbrechertypen, S. 173 ff. und derselbe: Psychologie des Hochstaplers, S. 30-33. Auch in Siegfried Mews: Zuckmayer. Der Hauptmann von Köpenick. Frankfurt am Main, Berlin, München 1972, S. 10-17. Außerdem bei Hans Gehrke: Carl Zuckmayer. Der Hauptmann von Köpenick. Interpretation und Materialien. Hollfeld o.J., S. 15 ff.

Anmerkungen

Der obere Teil der Zusammenstellung findet sich praktisch identisch und in gleicher Reihenfolge in der Quelle. Lediglich bei Mews wurden Auflage und Jahr aktualisiert und der Verlagsname hinzugefügt.

Aufgrund der geringen Schöpfungshöhe wird die Übernahme jedoch nicht als Plagiat gewertet.

Sichter
Stratumlucidum

[4.] Ts/Fragment 029 20 - Diskussion
Bearbeitet: 25. June 2015, 23:11 (Stratumlucidum)
Erstellt: 28. July 2012, 17:09 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 20-25
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 82, Zeilen: 25-29
Hervorgehoben wird gemeinhin der griechische Satiriker Lukian von Samosata aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Sein Werk ist nahezu vollständig überliefert und liegt in deutschen Übersetzungen unter anderem von Johann Christoph Gottsched, Christoph Martin Wieland und, in neuerer Zeit, Hans Magnus Enzensberger vor.20

20 Manuel Baumbach: Lukian in Deutschland, Eine forschungs- und rezeptionsgeschichtliche Analyse vom Humanismus bis zur Gegenwart, München: Wilhelm Fink 2002, S. 251–266. Vgl. ferner: Peter von Möllendorff: Auf der Suche nach der verlogenen Wahrheit, Lukians „Wahre Geschichten“, Tübingen: Narr 2000.

Lukian von Samosata hatte allen Grund, sich am Anfang seiner Wahren Geschichte vom Vorwurf der Lüge freizusprechen. Seine schreibenden Zeitgenossen waren nicht gut auf ihn zu sprechen, sie schweigen über diesen Kollegen.95 Das Werk des Satirikers ist jedoch nahezu vollständig überliefert, was für Lukians Popularität spricht, und liegt in deutschen Übersetzungen unter anderem von Johann Christoph Gottsched und Christoph [Martin Wieland vor.96]

95 Vgl. Manuel Baumbach: Lukian in Deutschland, München 2002, S. 19.

96 Vgl. ebd., S. 251-266.

Anmerkungen

Bei Baumbach (2002) finden sich a.a.O. Übersetzungen von Gottsched und Wieland. Dies könnte der Verf. überprüft haben. Er bleibt somit lediglich die Referenz für die eher banale Tatsache schuldig, dass Lukians Werk fast vollständig überliefert ist.

Sichter
Stratumlucidum

[5.] Ts/Fragment 033 02 - Diskussion
Bearbeitet: 3. August 2015, 22:13 (Stratumlucidum)
Erstellt: 28. July 2012, 17:39 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 2-7, 101
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 50, Zeilen: 15-19, 21, 106
Das älteste überlieferte deutsche Lügengedicht ist das im 11. Jahrhundert in lateinischer Sprache erschienene Modus florum. Darin heisst es: „Ein Lügenlied will ich euch singen, / Das soll euch wohl zum Lachen bringen. / Es war ein König, der sein Töchterlein, / So kündet er, dem Mann wollte frein, / Der also Meister war [sic] im Lügen, / Daß sich der König ihm müßte fügen.“30 Das Gedicht bezeichnet sich selbst als „Lügenlied“.

30 Modus florum, in: Widmer, Lug und Trug, S. 85. [Vgl. Karl [sic] Müller-Frauenreuth [sic]: Die deutschen Lügendichtungen [sic], Halle: Niemeyer 1881]

Im Modus florum, dem ältesten überlieferten deutschen Lügengedicht, das im 11. Jahrhundert in lateinischer Sprache erschienen ist, heißt es: „Ein Lügenlied will ich euch singen, / Das soll euch wohl zum Lachen bringen. / Es war ein König, der sein Töchterlein, / So kündet er, dem Mann wollte frein, / Der also Meister wär im Lügen, / Daß sich der König ihm müßte fügen.“17 [...] Das Gedicht handelt von einem Lügner und bezeichnet sich selbst als „Lügenlied“.

17 Modus florum. In: Walter Widmer (Hrsg.): Lug und Trug, S. 85.

Anmerkungen

Die ungefähre Entstehungszeit des Gedichts und dieses selbst (in leicht abweichender Orthographie) finden sich auch auf S. 3 f. in Die deutschen Lügendichtungen bis auf Münchhausen (1881) von Carl Müller-Fraureuth. Der Inhalt des letzten Satzes ist trivial.

Sichter
(fret) Stratumlucidum

[6.] Ts/Fragment 145 01 - Diskussion
Bearbeitet: 22. June 2015, 16:08 (Schumann)
Erstellt: 28. July 2012, 18:32 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 145, Zeilen: 1-13
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 15, Zeilen: 14-26
I. PHILOSOPHIE DER TÄUSCHUNG

In der geistesgeschichtlich-christlichen Tradition werden die Begriffe Wahrheit und Wirklichkeit als positive Prinzipien behandelt. Wahrheit ist licht und göttlich, Schein hingegen dunkel und teuflisch. Zumal die Aufklärung wirkte darauf hin, Schein durch Erkenntnis zu ersetzen, Lüge und Täuschung mit der Sonne der Vernunft wegzusengen. Nietzsche denunzierte den Glauben an die Möglichkeit von Wahrheit, indem er diese selbst als Täuschung erklärte: „[D]ie Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind“.5 In der Vorrede zu Menschliches, Allzumenschliches rehabilitierte er die vorher als moralisch minderwertig gehandelte Täuschung als Lebensgrundlage: „[D]as Leben ist nun einmal nicht von der Moral ausgedacht: es will Täuschung, es lebt von der Täuschung …“6


5 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn, in: KSA, Bd. 1, S. 873–890. Nietzsche schrieb diesen Essay am Anfang seiner Basler Professur (1873); er blieb zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht.

6 Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, in: KSA, Bd. 2, S. LXI.

A. Philosophie der Täuschung

Die geistesgeschichtliche Tradition des Abendlandes favorisiert die Begriffe Sein, Wahrheit, Wirklichkeit und Erkenntnis als positive Prinzipien. Die Wahrheit ist das göttliche Licht, der Schein hingegen das Dunkel, in dem der Teufel vermutet wird. Täuschung ist der Gegenspieler, ein Spiegelbild des Projekts der Aufklärung, aber damit auch sein Grund. Am Ende des 19. Jahrhunderts bilden die verstreuten Gedanken Friedrich Nietzsches einen Gegenpol zum traditionellen Glauben an die Wahrheit. Nietzsche schlägt die Wahrheit mit ihren eigenen Waffen, indem er sie selbst zur Täuschung erklärt: „die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind“1. In der Vorrede zu Menschliches, Allzumenschliches schreibt er: „und das Leben ist nun einmal nicht von der Moral ausgedacht: es will Täuschung, es lebt von der Täuschung...“2 Nicht zum Prinzip der Erkenntnis erhebt Nietzsche die Täuschung, aber immerhin zum Grund des Lebens. Die Welt steht Kopf.


1 Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. Werke in drei Bänden III, Darmstadt 1997, S. 314.

2 Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Werke I, S. 438.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich.

Sichter
Schumann

[7.] Ts/Fragment 145 19 - Diskussion
Bearbeitet: 29. June 2015, 11:13 (Stratumlucidum)
Erstellt: 28. July 2012, 18:35 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 145, Zeilen: 19-24
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 17, Zeilen: 18-27
Er will alles Zweifelhafte aus seinem Denken bannen, um der Erkenntnis eine unanfechtbare Grundlage zu verschaffen. So überlegt er sich auch, ob er nicht das Opfer eines allmächtigen Täuschergottes sein könnte, und schleift das ganze Gebäude seiner bisherigen Vorstellungen. Sogar die Idee Gottes steht unter Verdacht:8

[8 Ebd. [= René Descartes: Meditationen über die Grundlage der Philosophie], S. 19 f. (Erste Meditation, 10 u. 16).]

Da er aber alles Zweifelhafte aus seinem Denken vertreiben will, um der Erkenntnis eine solide Basis zu geben, überlegt Descartes, ob er nicht das Opfer eines allmächtigen Täuschergottes sein könne, der ihm die Existenz einer Außenwelt sowie die Existenz in einem Körper nur vortäusche.

Auf der Suche nach Gewißheit und einem sicheren Fundament der Vernunft reißt Descartes das ganze Gebäude seiner bisherigen Auffassungen ein. [...] Sogar die Idee Gottes, die in der mittelalterlichen Philosophie als Bedingung der Möglichkeit einer Entsprechung von Denken und Gegenstand der Garant für die Möglichkeit der Wahrheit von Urteilen war, wird von Descartes möglichen Betrugs verdächtigt.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95 [...]"

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich; ein solch globaler Hinweis ist dennoch problematisch, da so nicht mehr konkret zwischen eigener und fremder, übernommener Leistung unterschieden werden kann.

Gegen eine Wertung als Plagiat spricht jedoch, dass dem Vf. Descartes offenbar vorliegt und der Bezug auf die in Fn. 8 angeführten Stellen sachlich zutreffend ist. Zudem ist die Kenntnis dieser Gedanken Descartes' verbreitet.

Sichter
(fret) Stratumlucidum

[8.] Ts/Fragment 186 03 - Diskussion
Bearbeitet: 5. August 2015, 15:23 (Stratumlucidum)
Erstellt: 28. July 2012, 19:57 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 186, Zeilen: 3-8, 105-107
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 42, Zeilen: 14-17, 21-27, 105-107
Im 18. Jahrhundert wurden gälische Lieder, die von Ossian, einer Figur aus der schottisch-gälischen Mythologie aus dem 3. Jahrhundert, stammen sollten, durch Werthers Lektüre in ganz Europa populär. Bis heute besteht keine Einigkeit darüber, ob James Macpherson (1736–1796) diese Oden, die er seit 1760 veröffentlicht hatte, frei erfunden oder doch nur frei übersetzt habe.115

115 Vgl. Werner Fuld: Lexikon der Fälschungen, Frankfurt am Main: Eichborn 1999, S. 199; Ralph-Rainer Wuthenow: Die erfolgreichste Fälschung: Macphersons „Ossian“, in: Karl Corino [Hrsg.]: Gefälscht!, Frankfurt am Main: Eichborn 1990, S. 194; [Schmitz, Was geschah mit Schillers Schädel?, Sp. 1003–1008.]

Ein prominentes Beispiel für diese Art literarischer Falschmünzerei sind die gälischen Lieder, die angeblich aus der Hand des schottischen Barden Ossian stammen. Im 18. Jahrhundert wurden die Oden aus dem 3. Jahrhundert durch Werthers Lektüre in ganz Europa populär. [...] Bald nachdem James Macpherson die Gedichte Ossians seit 1760 veröffentlicht hatte, entbrannte jedoch ein lebhafter Streit über ihre Authentizität. Bis heute sind sich die Fachleute nicht einig, ob Macpherson frei erfunden oder doch nur frei übersetzt hat.80 „Es steht seltsam mit dieser Poesie, die man zuerst als Übersetzung einer originalen Dichtung bewundert und dann als literarische Fälschung bestritten hat. So fing man schließlich an, die Genialität der Erfindung und der Fälschung zu bewundern – wahrscheinlich, weil ihre gewaltige Wirkung sowieso nicht mehr zu widerrufen war.“81

80 Vgl. Werner Fuld: Lexikon der Fälschungen, S. 199.

81 Ralph-Rainer Wuthenow: Macphersons »Ossian«. In: Karl Corino (Hrsg.): Gefälscht!, Frankfurt a. M. 1990, S. 194.

Anmerkungen

Der Verf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10–95 [...]"

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich.

Zumindest Fuld (1999) scheint dem Verf. jedoch nicht vorzuliegen, da sich z.B. der Satz "Und es ist nicht zu bezweifeln, daß erst die zahlreichen Übersetzungen des »Werther« die Dichtungen Ossians in ganz Europa populär machten." auf S. 198 des zweiseitigen Ossian-Artikels (S. 198-199) findet und diese Seite daher auch hätte referenziert werden müssen.

Sichter
Schumann, Stratumlucidum

[9.] Ts/Fragment 188 24 - Diskussion
Bearbeitet: 30. July 2015, 14:45 (Stratumlucidum)
Erstellt: 28. July 2012, 20:00 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 24-30, 107-109
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 75, Zeilen: 9-14, 102
Im Realismus galt wie erwähnt das Prinzip der Wahrscheinlichkeit. Theodor Fontane sah den Sinn des Romans in seiner spezifischen wahrheitssuggerierenden Wirkung auf die Leser. In einer Rezension Gustav Freytags antwortete er auf die Frage Was soll ein Roman?: „Er soll uns, unter Vermeidung alles Übertriebenen und Häßlichen, eine Geschichte erzählen, an die wir glauben. [...] er soll uns eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit erscheinen“127 lassen.

127 Theodor Fontane: Gustav Freytag, Die Ahnen II, in: Theodor Fontane: Sämtliche Werke, Literarische Studien und Essays, Erster Teil, München: Nymphenburger 1963, Bd. XXI/1, S. 239.

Die Wahr-Scheinlichkeit, die Erweckung des Glaubens an die Tatsächlichkeit einer Erzählung, gilt als das Prinzip des realistischen Romans. In einer Rezension Gustav Freytags beantwortet Theodor Fontane die Frage „Was soll ein Roman?“ so: „Er soll uns, unter Vermeidung alles Übertriebenen und Häßlichen, eine Geschichte erzählen, an die wir glauben. [...] er soll uns eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit erscheinen“75 lassen.

75 Theodor Fontane: Gustav Freytag. Die Ahnen II. In: Sämtliche Werke XXI/1, S. 239.

Anmerkungen

Eine ungeprüfte Übernahme des Zitats aus Kern (2004) lässt sich nicht nachweisen.

Sichter
(fret) Stratumlucidum

[10.] Ts/Fragment 189 25 - Diskussion
Bearbeitet: 2. August 2015, 14:04 (Schumann)
Erstellt: 28. July 2012, 20:06 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 189, Zeilen: 25-29
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 10, Zeilen: 12-14
Auch Umberto Eco hat sich mehrfach zu diesem Themenkreis geäussert, theoretisch130 wie literarisch. In seinem Roman Die Insel des vorigen Tages131 lässt er den Philosophen Saint-Savin behaupten, die Verwechslung von Wirklichkeit und Schein sei die Grundlage jeden Romans:132

130 Vgl. Umberto Eco: Lüge und Ironie, Vier Lesarten zwischen Klassik und Comic, München/Wien: Hanser 1999; Umberto Eco: Im Wald der Fiktionen, Sechs Streifzüge durch die Literatur, München: C. H. Beck 1996.

131 Originalausgabe: L’isola del giorno prima, Mailand: Bompiani 1994.

132 Umberto Eco: Die Insel des vorigen Tages, Aus dem Italienischen v. Burkhart Kroeber, München/Wien: Hanser 1995, S. 93 f.

Daß darüber hinaus eine Verwirrung von Wahrheit und Lüge, Wirklichkeit und Schein die Grundlage jeden Romans sei, behauptet der Philosoph Saint-Savin in Umberto Ecos Roman Die Insel des vorigen Tages: [...]
Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95 [...]"

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich.

Sichter
Schumann

[11.] Ts/Fragment 025 11 - Diskussion
Bearbeitet: 13. August 2015, 15:50 (Stratumlucidum)
Erstellt: 29. July 2012, 16:40 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Ts, Wenzel 2006

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 11-20
Quelle: Wenzel 2006
Seite(n): Online-Quelle, Zeilen: –
In ihrem 1969 auf deutsch publizierten Essay Wahrheit und Politik6 hat Hannah Arendt eine Verwandtschaft zwischen dem Lügen und der Freiheit herausgestrichen, nämlich die „Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Vermögen, Dinge zu ändern, und der rätselhaften Fähigkeit, [sic] zu sagen [sic]: ‚Die Sonne scheint‘, [sic] während es draußen Bindfäden regnet. Wäre unser Verhalten wirklich so bedingt, wie manche Verhaltensforscher sich einreden, so würden wir wohl nie imstande sein, dies kleine Mirakel zu vollbringen. Das aber heißt, daß unsere Fähigkeit zu lügen [...] zu den wenigen Daten gehört, die uns nachweislich bestätigen, daß es so etwas wie Freiheit [sic] gibt.“

[6 Hannah Arendt: Wahrheit und Politik, in: Hannah Arendt: Zwischen Vergangenheit und Zukunft, Übungen im politischen Denken I, München/Zürich: Piper 1994, S. 352 f. [= Teil IV, 2. Abschnitt] ]

Wer sich mit einer solchen Psychologie des Nächstliegenden nicht zufriedengeben und auch nicht in einer Anthropologie des nun einmal von Natur aus lügenhaften Menschenwesens sein Unheil suchen möchte, kann einem Hinweis Hannah Arendts folgen. Die Philosophin, deren Geburtstag sich heute zum hundertsten Male jährt (siehe unsere Beilage «Literatur und Kunst»), hat in ihrem auf Deutsch 1969 publizierten Essay über «Wahrheit und Politik» eine auf den ersten Blick verblüffende Verwandtschaft registriert: die «Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Vermögen, Dinge zu ändern, und der rätselhaften Fähigkeit, [sic] zu sagen [sic]: Die Sonne scheint, [sic] während es draussen [sic] Bindfäden regnet.» Arendt fährt fort: «Wäre unser Verhalten wirklich so bedingt, wie manche Verhaltensforscher sich einreden, so würden wir wohl nie imstande sein, dies kleine Mirakel zu vollbringen. Das aber heisst [sic], dass [sic] unsere Fähigkeit zu lügen (...) zu den wenigen Daten gehört, die uns nachweislich bestätigen, dass [sic] es so etwas wie Freiheit wirklich gibt.»
Anmerkungen

Offenbar liegt dem Verf. Arendt (1994) vor, da er bibliografische Daten und die Seitenzahl ergänzt.

Andererseits scheint er einen bei dieser nicht vorkommenden Beistrich und eine fehlende Kursivierung von Wenzel (2006) zu übernehmen; im Original heißt es auf S. 353:

"Er ist der große Nutznießer der unbezweifelbaren Verwandtschaft zwischen dem menschlichen Vermögen, Dinge zu ändern, und der rätselhaften Fähigkeit zu sagen: »Die Sonne scheint,« während es draußen Bindfäden regnet."

Im letzten Satz unterschlägt der Verf. das Wort "wirklich".

Sichter
(fret) Stratumlucidum

[12.] Ts/Fragment 026 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. June 2015, 07:57 (Stratumlucidum)
Erstellt: 29. July 2012, 16:46 Fret
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Ts, Wenzel 2006

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 1-6
Quelle: Wenzel 2006
Seite(n): online, Zeilen: –
Schon in dem 1714 erstmals erschienenen Ratgeber des Polyhistors, Theologen und Philosophen Christoph August Heumann Politischer Philosophus. Das ist, vernunfftmässige Anweisung zur Klugheit im gemeinen Leben heisst es über den klugen Politiker: Er „muss können simulieren und dissimulieren und, wenn er eine Staats- und Nothlüge redet, nicht roth werden“.9

9 Zit. nach: Uwe Justus Wenzel: Wenn die Balken sich biegen, Über Nutzen und Nachteil der Lüge in der Politik, in: NZZ, 14. / 15. 10. 2006, Nr. 239, S. 45.

Der kluge Politiker «muss können simulieren und dissimulieren und, wenn er eine Staats- und Nothlüge redet, nicht roth werden». So steht es in einem 1714 erstmals erschienenen Ratgeber des Polyhistors, Theologen und Philosophen Christoph August Heumann. Das nützliche Buch trägt den Titel: «Politischer Philosophus. Das ist, vernunfftmässige Anweisung zur Klugheit im gemeinen Leben».
Anmerkungen

Es wird auch über das wörtliche Zitat hinaus aus der Quelle übernommen; allerdings handelt es sich hierbei um eng mit dem Zitat zusammenhängende Sachverhalte.

Sichter
Stratumlucidum

[13.] Ts/Fragment 136 33 - Diskussion
Bearbeitet: 12. July 2015, 17:40 (SleepyHollow02)
Erstellt: 5. July 2015, 17:53 Schumann
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Luckscheiter 2008, SMWFragment, Schutzlevel, Ts

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 33-36
Quelle: Luckscheiter 2008
Seite(n): Online-Quelle, Zeilen: –
Er entzieht sich dem Diktat der Gewöhnlichkeit mit Stil und Stolz. [Seine Leichtigkeit ist Protest.] Sie ist keine Spielerei, nicht nur Lust an der Provokation, sondern entsteht aus Not, der Verzweiflung über die Banalität des Alltags, der Ablehnung der Routine. Barbey analysiert das Phänomen mit geradezu soziologischem Sachverstand – und mit kaum verhohlener Sympathie für alle historischen und literarischen Gestalten, die sich dem Diktat der Gewöhnlichkeit mit Stolz und Etikette zu entziehen verstanden.

[...] Was ihn über das Äusserliche hinaus mit dem Dandy verband, waren die gepflegte, bisweilen auch aggressive Antihaltung gegen das politische Fortschrittsdenken der Moderne und die Verzweiflung über die Routine des Banalen, wie er sie mit wütenden Einträgen in seinen Tagebüchern festhielt. Die Helden seiner Erzählungen empfinden Ekel vor den demokratischen Gleichheitsidealen und den flachen Konversationen der Massengesellschaft. Mit einer spürbaren Lust an der Provokation verfasst Barbey Aphorismen über die Politik: [...]

Anmerkungen

Wegen der Kürze und der Umformulierung kW.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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