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16. November 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 268, S. N4): Kurze Meldungen "Die medizinische Promotion steht nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Kritik. Viele der Promotionen, die parallel zum Studium in wenigen Monaten verfasst werden, erfüllen nach Expertenmeinung keinen wissenschaftlichen Anspruch, führen aber zum gleichen Titel, für den Promovenden anderer Fächer mehrere Jahre brauchen. Der Europäische Forschungsrat hat darauf reagiert und erkennt medizinische Doktortitel aus Deutschland bei Förderanträgen nicht an. Die Hochschulrektorenkonferenz hat nun die Empfehlung ausgegeben, dass medizinische Promotionen in Deutschland künftig 'wie in anderen Fächern selbstverständlich, nach dem Abschluss verfasst werden' sollen."

30. Oktober 2016Bearbeiten

  • Kurier: "Bis zu 30 Prozent der Arbeiten sind unsauber" (Interview: Johanna Hager) "Karl-Theodor zu Guttenberg musste ob seines Plagiats als deutscher Verteidigungsminister zurücktreten. Die jetzige Verteidigungsministerin, Ursula von der Leyen, hat gleichsam die Kurve gekratzt. Sie behielt ihren Titel und auch das Amt. Ist Letzteres für Sie in Ordnung?
    [Stefan Weber:] Die Arbeit war ein Grenzfall. Medizinische Dissertationen enthalten ja kaum jemals Plagiate im empirischen Teil. Insofern kann man bei diesen immer argumentieren, der Kern der Arbeit sei plagiatsfrei. Mich hat schockiert, wie ungemein schlampig diese Arbeit neben den Plagiaten verfasst wurde."

5. Oktober 2016Bearbeiten

  • Kölner Stadt-Anzeiger: Neuer Fall von wissenschaftlicher Täuschung (Dirk Riße) "[...] Manipulationen in wissenschaftlichen Arbeiten stehen spätestens seit der Plagiatsäffäre des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Zahlreiche Politiker sind seitdem in Verdacht geraten beziehungsweise überführt worden, im Rahmen ihrer Doktorarbeiten von anderen Autoren abgeschrieben zu haben - darunter Ex-Bildungsministerin Annette Schavan und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU). Während Guttenberg und Schavan der Doktortitel von den Hochschulen in Bayreuth und Düsseldorf aberkannt wurde, durfte von der Leyen ihn behalten. Die ermittelnde Hochschulkommission in Hannover sprach von einem minderschweren Plagiatsfall."

3. Oktober 2016Bearbeiten

  • Agerpres: Comunicat de presă (Alianța Noastră România) "Președintele Klaus Iohannis a adoptat aceeași poziție fermă pe care a formulat-o, într-un comunicat, profesorul universitar Radu Golban: în chestiunea plagiatului este necesar un verdict clar, dat în timp util. Universitarii trebuie să găsească în cel mai scurt timp un mod de a stabili dacă o persoană a plagiat sau nu, a spus președintele României în discursul de astăzi, la inaugurarea noului an universitar în Timișoara. [...]
    În cazul actualului ministru german al Apărării, Ursula von der Leyen, acuzațiile de plagiat lansate în septembrie 2015 au fost soluționate în martie 2016, după o amplă investigație a Universității de Medicină din Hanovra."

Oktober/November[?] 2016Bearbeiten

  • ZIMMER EINS. Das Patientenmagazin (Nr. 2/2016, S. 46-49): Auf der Jagd (PDF) "Zuletzt musste Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lange um ihren Doktortitel und ihre politische Karriere bangen. Das Team von 'VroniPlag Wiki' hatte ihre Arbeit genauer unter die Lupe genommen und dokumentierte die Fehlersuche akribisch: Die Gruppe fand auf 27 von 62 Seiten Stellen, an denen die Autorin fremde Ideen aufgegriffen haben soll, ohne das zu kennzeichnen.
    Doch eine Expertenkommission der Medizinischen Hochschule Hannover kam zu einem weniger deutlichen Ergebnis. Laut Pressemitteilung 'wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten'. Demnach habe die Autorin zwar fremde Ideen ohne korrekte Kennzeichnung übernommen, die Muster dieser Fehler ließen aber nicht auf eine Täuschungsabsicht schließen – es bleibt also bei Dr. Ursula von der Leyen."

21. September 2016 Bearbeiten

  • Deutsche Apotheker Zeitung online: Dr. med.: Medizinstudenten fordern Wandel der Promotionen (Hinnerk Feldwisch-Drentrup) "DAZ.online: Medizinische Doktorarbeiten sind nicht erst seit den Plagiatsfällen [sic] in der Promotion von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stark in der Kritik. Wie groß ist das Problem, Frau Heilani?
    Heilani: Es gibt unglaubliche Unterschiede in der Qualität von Dissertationen – der Aufwand geht von einer schnellen dreimonatigen statistischen Auswertung bis hin zur mehrjährigen Arbeit im Labor. Normalerweise promovieren Mediziner bisher im Stile eines ‚Learning by doing‘ während des Studiums. In der öffentlichen Debatte wird die medizinische Promotion daher sehr durch den Kakao gezogen, während die strukturellen Probleme innerhalb der Universitäten bislang oft nicht klar ausgesprochen werden."

16. September 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 12): "Faires Verfahren" der Klinik (PDF) (Thomas Nagel) "Klar sei, dass Prüfungsleistungen nur von Personen bewertet werden dürfen, die über eine gleichwertige Qualifikation verfügen. [...] Im Falle von der Leyen habe es sich aber um eine ‚Mängelfeststellung‘ gehandelt: ‚Daher geht die überwiegende Auffassung – mich eingeschlossen – bislang davon aus, dass die Organe in regulärer Besetzung entscheiden.‘ Also hätte die MHH bei der Entscheidung Causa von der Leyen die beiden Studenten und die zwei nicht-wissenschaftlichen Angestellten nicht ausschließen dürfen.
    Professor Gärditz schränkt aber ein, in der Rechtsprechung und der wissenschaftlichen Praxis sei dieses Problem ‚umstritten‘. Deshalb könne er die Entscheidung der MHH nachvollziehen, die das Verfahren als ‚Prüfungsentscheidung‘ bewertet habe."

7. September 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 1): Von der Leyens Doktorarbeit. Neue Vorwürfe gegen MHH (PDF) (Thomas Nagel) "Der NP liegt das Protokoll der Senatssitzung (vom 9. März 2016) vor. Daraus geht hervor, dass vier Senatsmitglieder ohne Doktortitel (zwei Studenten, zwei Angestellte – der Senat hat 13 Mitglieder) von der Abstimmung ausgeschlossen worden waren. ‚Im niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) findet sich an keiner Stelle, dass unpromovierte Mitarbeiter nicht abstimmen dürfen‘, sagt ein Mitarbeiter der Internet-Plattform ‚Vroni-Plag Wiki‘. Zwei Jura-Professoren von ‚Vroni-Plag‘ hätten das geprüft. [...] Zu den neuen Vorwürfen antwortete die MHH knapp, dass die Abstimmung nicht rechtswidrig gewesen sei, und verweist auf die Geschäftsordnung des Senats."
  • Neue Presse (S. 14): Zweifel am Verfahren der MHH. Plagiatsvorwürfe: Studenten und Angestellte durften nicht zu von der Leyen abstimmen (PDF) (Thomas Nagel) "Jura-Professor Gerhard Dannemann von ‚Vroni-Plag‘ entdeckte in der Promotion Hinweise darauf, dass von der Leyen Fremdtexte umformuliert habe, um zu verschleiern, dass es Plagiate seien. [...] Das Wissenschaftsministerium stützt die MHH-Auffassung. Zwei Jura-Professoren von ‚Vroni-Plag‘ meinen, dass gegen das Hochschulgesetz verstoßen wurde."
  • Neue Presse (S. 1): Doktorarbeit. Elite mit eigenwilliger Rechtsauffassung (PDF) (Thomas Nagel) "Der Senat sah davon ab, der Ministerin den Doktor wegzunehmen. Es war eine umstrittene Entscheidung. Es gab Anzeichen, dass von der Leyen nicht nur geschludert hatte. [...] Das Wissenschaftsministerium stellt sich hinter die Vorzeigehochschule. Das war nicht anders zu erwarten. Die Rechtsauffassung ist aber zweifelhaft. Denn es gibt im Hochschulgesetz zwar Ausnahmeregelungen beim Stimmrecht, die gelten aber nicht für Promotionsangelegenheiten."

22. August 2016Bearbeiten

20. Juli 2016Bearbeiten

  • Deutsche Welle: German SPD lawmaker steps down in wake of CV scandal (Kate Brady) "Earlier this year, an inquiry found that von der Leyen plagiarized parts of her doctoral dissertation. Hannover Medical School said the defense minister could retain her PhD as ‚only 20 percent‘ of her work was flawed - the majority of which didn't amount to a serious violation."

23. Juni 2016Bearbeiten

  • Rheinische Post: Kolumne Professoren-Leben: Metall auf Metall (Heiner Barz) "[...] Er ließ sich aber auch mit den Worten zitieren, dass die meisten Plagiatsfälle völlig evident und die Rücknahmeregelungen weitgehend einheitlich seien. Dass diese Feststellung mit der Realität nicht viel gemeinsam hat, fällt jedem auf, der auch nur die prominenten, sehr ähnlich gelagerten Fälle Schavan, von der Leyen, Lammert nebeneinanderlegt. Die unterschiedlichen Entscheidungen offenbaren nämlich nicht etwa subtile Abwägungen im Einzelfall - sondern schlicht real existierende Entscheidungswillkür."

20. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 9): MHH weist Kritik an Promotionsverfahren zurück – Zahnärzte dürfen mit beliebigen Themen den Doktortitel erwerben. Internetplattform unterstellt Wettbewerbsvorteil. (PDF) (Thomas Nagel) "[...] Die MHH weist das weit von sich und verweist auf die Promotionsordnung. Und: ‚Es handelt sich um eine an allen deutschen Zahnkliniken übliche Promotionspraxis‘ – von der ausgiebig Gebrauch gemacht wird. 2015 machten von 37 MHH-Promovenden in der Zahnmedizin zwölf ihren ‚Dr. med. dent.‘ außerhalb der Zahnkunde. [...] Vielleicht lag es auch daran, dass dieser Mitarbeiter die Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) untersucht hatte. Darin fanden sich zahlreiche Plagiate, die die Ministerin fast den Doktortitel gekostet hätten."

9. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 1): Der Von-der-Leyen-Effekt? MHH-Ärzte unter Plagiatsverdacht (PDF) (Thomas Nagel) "Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihrer ehemaligen Universität unfreiwillig einen Bärendienst erwiesen. Nachdem ihre Doktorarbeit 2015 unter Plagiatsverdacht geraten war, ist die Internet-Plattform ‚Vroniplag Wiki‘ bei sechs weiteren medizinischen MHH-Doktorarbeiten fündig geworden. [...] MHH-Sprecher Stefan Zorn: ‚Wir haben in fünf Fällen eine Hauptprüfung eingeleitet. Ein weiterer Fall befindet sich noch in der Vorprüfung.‘"
  • Neue Presse (S. 15): Die Hochschule unter Verdacht (PDF) (Thomas Nagel) "Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) rühmt sich für ihre wissenschaftliche Erfolge. Ein Blick auf die Internet-Plattform ‚Vroniplag Wiki‘ lässt Zweifel an der hervorragenden Wissenschaft aufkommen. [...] Dass die MHH häufiger als andere Universitäten in der Abschreibliste auftaucht, hat wohl mit der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu tun. Ihre Doktorarbeit war 2015 unter Plagiatsverdacht geraten. [...] Die ‚MHH-Kommission für Gute Wissenschaftliche Arbeit‘ wies von der Leyen 32 Plagiate nach. Der Doktortitel wurde ihr aber nicht entzogen. Die Kommission kam im März zu der Übereinkunft, dass keine ‚Täuschungsabsicht‘ vorgelegen habe. In diesem Zusammenhang sagte MHH-Präsident Christopher Baum: ‚Ja, wir haben ein Problem in den medizinischen Promotionen.‘"

6. Juni 2016Bearbeiten

  • Die Tagespost: Glosse: Endlich: „Doktor für Alle“ (Bernhard Huber) "Nachdem sich der Medienrummel gelegt hat, wollen wir uns noch einmal in Ruhe mit dem 'Doktor' von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen befassen: Sie darf ihn sich weiterhin an den Hut stecken. Sie hat in ihre 'Diss' zwar jede Menge Fehler eingebaut, sich aber keines Fehlverhaltens schuldig gemacht. Sagt die zuständige Uni. [...] Wir werden die Maßstäbe überdenken müssen, die wir bisher an unsere Exzellenzuniversitäten angelegt haben. Denn das Fleiß-Leistungsverhältnis wird neu austariert werden müssen, weil es künftig nur noch darauf ankommt, ob jemand etwas erreicht, und nicht mehr mit welchen zweifelhaften Methoden. Deshalb bleibt Ursula von der Leyen Frau Doktor – nicht obwohl, sondern weil ihre Promotion fehlerhaft ist."

27. Mai 2016Bearbeiten

  • duz – Deutsche Universitätszeitung (06/2016, S. 24-27): Erstmal eine Arbeitsgruppe (Benjamin Haerdle) "[...] Der Wissenschaftsrat will die Plattform aber nicht nur zu Informationszwecken aufbauen, sondern sie soll auch eine ‚standardisierte Bewertung von Fehlverhalten nach einheitlichen Maßstäben ermöglichen‘. [...] ‚Die Hochschule muss als Verwaltungsbehörde ihr Ermessen pflichtgemäß ausüben, also alle Sachverhaltselemente berücksichtigen‘, sagt Löwer. Aus einer Standardisierung folge noch nicht das Beurteilungsergebnis im konkreten Fall. Dies übersehe der Wissenschaftsrat. Dazu führt Löwer das Beispiel der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an. Das Ausmaß des Plagiierens in deren Doktorarbeit stuften die Experten offenbar sehr unterschiedlich ein. ‚Da hilft eine Standardisierung gegenüber dem Einzelfall wenig‘, sagt Löwer."

3. April 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 13, S. 6): Raus aus dem Lautlos-Modus (Peter Carstens) "Als sie im August vorigen Jahres davon erfuhr, erkannte sie rasch, dass ihre damalige Arbeit nach den heutigen Maßstäben schwer zu verteidigen war. Von der Leyen musste abwarten, wie eine Kommission ihrer alten Universität das beurteilen würde. [...] Von der Leyen besuchte in Berlin Journalisten und Journalistenrunden und erläuterte ihnen vertraulich ihre Positionen zu einer fehlerhaften Doktorarbeit in einer Mischung aus Zerknirschung und Schicksalsergebenheit. [...] Ihre Strategie brachte jedenfalls den gewünschten Erfolg: Kein schweres Geschütz wurde in den vergangenen Monaten auf die geschäftsführende Ministerin gerichtet."

29. März 2016Bearbeiten

28. März 2016Bearbeiten

  • Deutschlandradio Kultur: Fünf Jahre VroniPlag. Ehrenamtliche auf der Suche nach Plagiaten (Thomas Senne) "Der letzte spektakuläre [...] Fall, bei dem Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen von entsprechenden Vorwürfen weitgehend reingewaschen wurde, besitzt für den 56-jährigen VroniPlag-Wiki-Insider allerdings einen schalen Beigeschmack. [Dannemann:] 'Die Entscheidung als solche will ich nicht kritisieren, aber die Begründung würde ich sehr heftig kritisieren. Denn sie ist mit der Rechtsprechung überhaupt nicht vereinbar. Die Rechtsprechung hat klare Maßstäbe dazu entwickelt, was Anzeichen für Vorsatz sind, also zum Beispiel wiederholte Verstöße gegen Zitierregeln, das Einschleifen von Texten, also am Rande etwas ändern hier und dort. Und dann in der Presseerklärung zu sagen: Es gibt kein Anzeichen für Vorsatz - das scheint mir sehr unplausibel.'"

23. März 2016Bearbeiten

20. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 11, S. 2): Dr. von der Leyen (Wolf-Rüdiger Heilmann) [Leserbrief zu: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (13. März 2016, Nr. 10, S. 10): Hört endlich auf mit dem Promovieren! (Jürgen Kaube)] "Die Wortklaubereien des Hochschul-Senats sind ein Hohn. 'Fehler, aber kein Fehlverhalten' - diese Haarspalterei könnte als Standardausrede bei Betrug und in Arbeits- und Strafprozessen in die Rechtsgeschichte eingehen. [...] Die Entscheidung zugunsten von der Leyens ist für diejenigen, die wissenschaftliche Standards hochhalten und akademische Titel und Grade nicht zu Karnevalsorden verkommen lassen wollen, eine schallende Ohrfeige."

16. März 2016Bearbeiten

  • The European: Merkel ist die Kanzlerin von Rot-Grün! (Vera Lengsfeld) "Von der Leyen, das ist die Frau, die ihren Doktortitel behalten darf, obwohl ihre Doktorarbeit etliche Plagiate enthält, die aber keine ‚Täuschungsabsicht‘ erkennen lassen, formuliert es besonders kühn: Mehr als 80 Prozent der Bürger hätten für Parteien gestimmt, die ‚den Kurs der Kanzlerin befürworten‘. Das ist wieder keine Täuschungsabsicht, hier wird die Öffentlichkeit für dumm verkauft."

13. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 10, S. 10): Hört endlich auf mit dem Promovieren! (Jürgen Kaube) "[...] Plagiiert wurde also. Entlastend soll wirken, dass von der Leyen auf unterschiedliche Weise abgeschrieben hat: [...]. Außerdem suggeriert die Arbeit zuweilen in plagiierten Sätzen eine Lektüre ('Untersuchungen haben gezeigt'), wo eher keine stattgefunden hatte. Doch 'im Wesentlichen', so die Hochschule, sei bloß der medizingeschichtliche Einleitungsteil der Arbeit betroffen. Der Ergebnisbericht der geburtskundlichen Studie werde durch diese Fehler in seiner Güte nicht berührt. Das sind interessante Argumente. Wollen die Mediziner aus Hannover sagen, die Vielfalt der Plagiatsarten belege Unabsichtlichkeit? [...] Als Hannoveraner Direktive für Promovenden wird man das 'variatio delectat' der lateinischen Rhetorik festhalten dürfen: Abwechslung erfreut, auch bei Untersagtem."
  • taz.de: Wie geht es uns, Herr Küppersbusch? (Friedrich Küppersbusch, Fragen MLK, JOB) "Trotz Plagiierens darf Ursula von der Leyen ihren Doktortitel behalten. Hat es überhaupt noch einen Wert, in Deutschland Akademiker zu sein?
    Lese von Plagiaten 'auf 27 von 62 Seiten' der Doktorarbeit und erinnere dabei, dass man für ein schlichtes Diplom in Journalistik damals 120 Seiten liefern musste. Ich werd' Arzt."

11. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 60, S. 2): Ohne Ansehen der Person. Warum Ursula von der Leyen ihren Doktor behält (Heike Schmoll) "Im Unterschied zu den Universitäten in Bayreuth (zu Guttenberg) und Düsseldorf (Schavan) wird die MHH den Kommissionsbericht nicht veröffentlichen. Das sei nicht unüblich, begründet ein Sprecher die Zurückhaltung. Ob sich die Hochschule damit einen Gefallen tut, ist fraglich. Sie nährt dadurch den Verdacht, dass andere Kriterien als rein wissenschaftliche bei der Beurteilung eine Rolle gespielt haben könnten, etwa die bleibende Verbundenheit von der Leyens mit ihrer früheren Universität als Mitglied des Kuratoriums der Förderstiftung. [...] Angesichts der vielen nicht dokumentierten Textübernahmen in von der Leyens Arbeit stellt sich für den unvoreingenommenen Betrachter die Frage, wie diese Stellen 'aus Versehen' abgeschrieben werden konnte. [...] Dass die MHH an solchen Regelverletzungen wenig Anstoß nimmt, solange der empirische Teil der Dissertation stimmt, könnte eine abermalige Debatte über die Qualität von medizinischen Qualifikationsarbeiten zur Folge haben."
  • BR5: Plagiate und Schlamperei: Die Schwächen von medizinischen Doktorarbeiten (Susanne Dietrich) "[...] 'Was mich auch erstaunt, sind die Doktorarbeiten, die aus der Wikipedia ihr Grundwissen übernehmen über verschiedene benachbarte Felder. Aber auch Grundwissen aus der Medizin wird eins zu eins aus Artikeln in der Wikipedia übernommen, natürlich ohne Kennzeichnung.' [...] Ein Stück weit ist die Misere allerdings auch hausgemacht. Denn: Nicht nur Doktoranden schlampen, sondern offenbar auch die betreuenden Professoren und Gutachter. Wie sonst ist es zu erklären, dass es einem hochspezialisierten Wissenschaftler an einer Universität nicht auffällt, wenn Doktoranden Quellen nicht nennen oder aus Wikipedia-Einträgen abschreiben, wie die Plagiatsjäger von VroniPlag Wiki dokumentieren können?"
  • Meininger Tageblatt: Problem der Titelflut in der Medizin bleibt (dpa) "[...] Doch in der Wissenschaft hat sich der Fokus längst auf die teils unseriöse Praxis bei Promotionen gerichtet. 'Medizinische Doktorarbeiten haben in Deutschland ein Problem', sagt die Berliner Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff, die Zehntausende Dissertationen auf Plagiate untersucht. Es gebe 'so viele dreiste Arbeiten', oft auch noch oberflächlich betreut. Der Verdacht: Sie werden in großer Eile lediglich für 'Türschild-Titel' geschrieben. [...] Gibt es konkrete Kritik aus der Wissenschaft zum Fall von der Leyen? Gerhard Dannemann, Jura-Professor und Mitarbeiter der Plattform VroniPlag Wiki, sorgt sich um die wissenschaftlichen Sitten: 'Ich hätte ein klares Wort erwartet, dass die Arbeit so nicht hätte angenommen werden dürfen. Stattdessen geht von der Entscheidung das Signal aus: "In der Einleitung dürft ihr künftig abschreiben"', sagt er und fügt hinzu: 'Der akademische Grad wird beschädigt, wenn der Eindruck erweckt wird, dass so eine Arbeit wie die von der Leyens annahmefähig ist.' Dannemanns Kollegin Weber-Wulff kritisiert: 'Die MHH hat Plagiate festgestellt, sieht aber kein wissenschaftliches Fehlverhalten - das ist ein Widerspruch.'"
  • Ärzte-Zeitung: Plagiatsjäger rügen Doktortitel-Entscheidung (cben) "Professor Gerhard Dannemann, Jurist an der Berliner Humboldt-Universität und Mitarbeiter im VroniPlag Wiki, kritisiert die Entscheidung des MHH-Senats zugunsten von Ursula von der Leyen. ‚32 festgestellte Plagiate sind Fehlverhalten, auch ohne nachgewiesenen Vorsatz‘, sagte er der ‚Ärzte Zeitung‘. [...] Die Anti-Plagiats-Plattform ‚VroniPlag Wiki‘ hatte die Doktorarbeit der Ministerin in Frage gestellt, nachdem sie in der 62-seitigen Schrift nach eigenen Angaben 43 Plagiate entdeckt hatte; 32 hat die MHH bestätigt."
  • Kommersant.ru: Министр обороны ФРГ правильно защитилась (Галина Дудина) "Урсула фон дер Ляйен сохранит портфель и ученую степень
    Глава оборонного ведомства ФРГ Урсула фон дер Ляйен сохранит за собой докторскую степень, а значит, и пост министра. Так в Германии завершилось громкое расследование относительно наличия плагиата в ее диссертации по акушерству и гинекологии. Решение научного совета Ганноверского медицинского института дает госпоже фон дер Ляйен, одному из наиболее популярных политиков страны, шанс выдвинуть свою кандидатуру на пост канцлера уже в следующем году.
    Научный совет Ганноверского медицинского института, где нынешний министр обороны ФРГ защитила в 1990 году свою диссертацию, принял решение не лишать госпожу фон дер Ляйен научной степени. Анализ ее диссертации был проведен по просьбе самого министра после того, как ее обвинил в плагиате онлайн-портал VroniPlag Wiki, исследующий находящиеся в открытом доступе научные работы. "
  • taz: Diss zweiter Klasse (Anna Lehmann) "[...] Auf VroniPlag Wiki, wo die Plagiatssucher alle sezierten Doktorarbeiten veröffentlichen, sind 100 der 166 dokumentierten Fälle Dissertationen im medizinischen Bereich."

10. März 2016Bearbeiten

  • FAZ.NET: Doktorspiele. Von der Leyen und Plagiat (Reinhard Müller) "Die Medizinische Hochschule Hannover hat Verteidigungsministerin von der Leyen bescheinigt, ihre Dissertation sei zwar mängelbehaftet, aber keine Täuschung. [...] Man wüsste allerdings gern, wie die Hochschule zu ihrem Schluss gekommen ist. Warum müssen ausgerechnet Plagiatsprüfer ihre Quellen nicht offenlegen?"
  • Berliner Morgenpost: Fehler, aber kein Fehlverhalten (Alexander Kohnen und Philipp Neumann) "Ein nüchterner Hörsaal, weiße Wände, roter Fußboden. Die Herren, die am Mittwoch um kurz nach 18 Uhr den Raum betreten, machen es spannend. [...] Man habe ‚klare Mängel festgestellt‘, sagt Hochschulpräsident Baum, vor allem in der Einleitung. ‚Fehler, für die die Autorin verantwortlich ist.‘ Er nimmt sogar das Wort ‚Plagiat‘ in den Mund. [...] Es war die erste prominente medizinische Doktorarbeit, die auf Plagiate überprüft wurde. Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan und Frank-Walter Steinmeier, die drei anderen Bundesminister, die bisher unter Plagiatsverdacht geraten waren und ihre wissenschaftlichen Werke überprüfen lassen mussten, waren Juristen oder Pädagogin."
  • Cicero Online: Wir Bildungsverweigerer (Alexander Kissler) "Die Plagiatsaffäre um Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bestätigte einmal mehr, dass Bildung als Lifestyleaccessoire geschätzt wird, im Ganzen aber lässlich ist. Ursula von der Leyen hat in ihrer medizinischen Dissertation gestohlen. Sie gab fremdes geistiges Eigentum als ihr eigenes aus, sie schmückte sich mit fremden Federn – nichts anderes besagt der Begriff Plagiat. [...] Bei Bildung [...], so die gemeinsame Botschaft von Merkel und von der Leyen, kann man fünf gerade sein lassen, da dürfen die Grenzen von Mein und Dein verschwimmen. Bildung, heißt das, darf gestohlen und erschummelt und vorgetäuscht werden. Bildung ist das Potemkinsche Dorf der Berliner Flegelrepublik. [...] So lange der öffentliche Diskurs in Politik und Gesellschaft, Staat und Wirtschaft den Eindruck vermittelt, Bildung sei das, was man weg lassen könne, ein Luxusgut für Besserdenkende, ein Entspannungsbad für Fremdgedankengebärende – solange bleibt die Bildungsrepublik Deutschland eine Chimäre weit hinten am Horizont."
  • ZEIT ONLINE: Freispruch aus Mangel an Beweisen (Hermann Horstkotte) "Die Entscheidung pro Ursula von der Leyen ist nicht überraschend, vertretbar wäre aber auch eine andere gewesen. [...]
    Verlieren die Plagiatsjäger ihre Glaubwürdigkeit
    Nein. Mit der Hannoveraner Entscheidung pro von der Leyen sind die Plagiatsforscher um das VroniPlag Wiki in ihrer Glaubwürdigkeit überhaupt nicht widerlegt. Auch die Hochschule Hannover hat offensichtlich mehrere Textpassagen entdeckt, die ohne Kennzeichnung übernommen wurden. Mit den Sanktionen haben die Plagiatsjäger dann nichts mehr zu tun. [...]
    Kommen Plagiatoren also künftig davon? [...] Verblüffend ist die Argumentation der Hochschule in Hannover, die von der Leyen zugute hält, dass 'handwerkliche Fehler sich im Wesentlichen auf den Einleitungsteil der Arbeit' beschränken. Demgegenüber wurden 'im zentralen Ergebnisteil der Dissertation', also bei den hard facts der Untersuchung, 'keine Mängel festgestellt'. Ob diese Unterscheidung und dieses Verständnis von Wissenschaft wirklich dem Kampf gegen das Plagiatsunwesen dient, darf bezweifelt werden."
  • Süddeutsche Zeitung: Wer abschreibt, muss den Titel abgeben (Roland Preuß) "Die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover trifft eine verbreitete Stimmung, ist aber falsch. [...] [D]ie Begründung der Hochschule ist fragwürdig. Sie spricht von Plagiaten in der Arbeit, will aber kein Fehlverhalten feststellen. Sie spricht von Mängeln, die aber dadurch geheilt würden, dass von der Leyen mit ihrer Arbeit Neues zutage gefördert habe. Damit legt sie andere Maßstäbe an als andere Hochschulen, die in ähnlich gelagerten Fällen den Doktortitel aberkannt haben. Wer abschreibt muss den Titel abgeben, egal in welchem Teil der Arbeit er plagiiert hat und egal, welche Erkenntnisse er gewinnt. So war es im Fall der einstigen Bildungsministerin Annette Schavan, so haben es die Gerichte vielfach bestätigt. [...] Eine indirekte Aufweichung wissenschaftlicher Standards [...] ist falsch."
  • SPIEGEL ONLINE:
    • Ursula von der Leyen: So reagieren Wissenschaftler auf das Plagiatsurteil (Kristin Haug) "Dass die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) der Verteidigungsministerin ihren Doktortitel nun nicht aberkannt hat, überrascht Weber-Wulff: 'Die Hochschule hat festgestellt, dass Ursula von der Leyen plagiiert hat. Dass sie darin kein Fehlverhalten sieht, wundert mich.' Auch der Berliner Juraprofessor Gerhard Dannemann, der ebenfalls auf VroniPlag Wiki Plagiate aufdeckt, ist irritiert: '[...] [D]ass 32 anerkannte Plagiate auf 62 Seiten Doktorarbeit kein Fehlverhalten sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen.' Auch das Argument der Kommission, dass ja 'nur' in der Einleitung plagiiert worden sei, lässt er nicht gelten. Zudem seien in der Dissertation nicht nur dort, sondern auch bei der Diskussion der Ergebnisse handfeste Plagiate dokumentiert worden, so Dannemann. [...] Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, erkennt in den Plagiatsvorwürfen gegenüber Politikern wie Annette Schavan oder Ursula von der Leyen auch etwas Positives: 'An den Schulen schärfen diese Fälle die Aufmerksamkeit dafür, wie man ordentlich und sauber mit fremdem geistigem Eigentum umgeht.'
    • Medizin-Promotionen: Gebt mir den Doktortitel, ich bin Arzt (Verena Töpper) "VroniPlag Wiki hat in mehr als 90 medizinischen Dissertationen Plagiate dokumentiert. Bei einzelnen Arbeiten seien alle Seiten plagiiert, sagt Dannemann. 'Da werden Plagiate von Plagiaten von Plagiaten eingereicht. Und die Ursprungsarbeit ist die Habilitationsschrift des jeweiligen Betreuers, der nicht gemerkt haben will, dass von ihm abgeschrieben wurde.' So etwas gebe es in keinem anderen Fach. 'In der Medizin gibt es Bereiche, in denen jede Qualitätskontrolle ausgeschaltet zu sein scheint.'"
    • Plagiatsaffäre: Vorteil von der Leyen (Melanie Amann) "Jetzt ist es offiziell: Ursula von der Leyen hat plagiiert. [...] Wer kein Experte für wissenschaftsrechtliche Regularien ist, wundert sich da schon. Wie kann man unabsichtlich abschreiben? Wieso ist ein Plagiat kein Fehlverhalten? Und wieso haben die Prüfer unterschieden zwischen Fehlern in wichtigen und in unwichtigen Teilen der Dissertation?"
  • TAZ.de: Die falsche Entscheidung (Ralf Pauli) "Die Verteidigungsministerin darf ihren Doktortitel zu Unrecht behalten. Die Autonomie der Hochschulen geht zu weit.
    [...] Solange weder Prüfungskommissionen noch Hochschulleitungen transparent machen, wie und anhand welcher Kriterien sie zu ihrer jeweiligen Entscheidung kommen, sind Plagiatsaffären politische Überraschungseier. Mit dem Unterschied, dass die Beschenkten diejenigen kennen, die ihre Eier befüllen. Das muss sich ändern.
    So sinnvoll die Autonomie der Hochschulen in vielen Punkten ist, hier verstärkt sie ein Willkür- und Vetternsystem, das niemandem nützt: Nicht den PolitikerInnen, die offensichtlich verschont werden sollen, nicht der Wissenschaft, die sich lächerlich macht, und nicht denen, die ernsthaft forschen und für die eine Doktorarbeit mehr ist als ein reines Karrieresprungbrett."
  • Telepolis: Von der Leyen hat nur "handwerklich" in der Doktorarbeit geschlampt (Florian Rötzer) "Die Medizinische Hochschule Hannover hat wie erwartet entschieden und sieht in der Dissertation der Ministerin nur Fehler, aber kein Fehlverhalten [...]
    Ein halbes Jahr hatte die Universität geprüft, was auf VroniPlag an Plagiaten für alle nachvollziehbar nachgewiesen wurde. Dass von der Leyen nicht korrekt gearbeitet hat, lag für jeden auf der Hand, es ging darum, wie das wissenschaftliche Fehlverhalten bewertet wird. Das betrifft nicht nur die einzelne Arbeit, sondern stellt heraus, wie die Universität die Anerkennung wissenschaftlicher Arbeiten handhaben will, letztlich auch, was eine Doktorarbeit der MHH wert ist und wie frei die Hochschule von politischem Druck entscheidet.
    Bei medizinischen Doktorarbeiten mit meist geringem Umfang werden vielfach die Augen zugedrückt. Auch wenn nicht alle Mediziner die Mühe auf sich nehmen, eine Doktorarbeit zu verfassen, ist allseits bekannt, dass viele, wenn auch beileibe nicht alle Arbeiten weder wissenschaftlich Neues bieten noch den Standards von Dissertationen an anderen Fakultäten entsprechen. Das ist Tradition, [...]
    Die Hochschule attestiert jedenfalls der Ministerin angeblich ohne Ansehen der Person, es habe sich 'überwiegend' um keine bewusste Täuschung gehandelt. Man spricht lieber von einer 'handwerklich nicht sauberen Arbeitsweise'. Auf die müssen sich nun alle berufen dürfen, die an der MHH eine Doktorarbeit geschrieben haben oder noch verfassen wollen. Sie müssen nur kundtun, die Copy&Paste-Passagen seien halt handwerkliche Fehler, die ohne Absicht in den Text übernommen wurden. Vielleicht werden sie deswegen handwerklich genannt, um jeden Verdacht fernzuhalten, es habe etwas mit Kopfarbeit zu tun, wo das Bewusstsein nicht fern ist. Auch ein Prüfen von Doktorarbeiten auf Plagiate kann sich die Hochschule in Zukunft ersparen, auch wenn sie sich eine Hintertür offenhält und davon spricht, dass bei dem 'Muster der Plagiate' keine Täuschungsabsicht vorläge. [...]
    Die MHH hat entschieden, wie man dies im Ansehen der Person, um die es ging, erwartet hat. Sie hat damit andere Universitäten düpiert, die auch Politikern den Doktortitel wie bei Schavan entzogen haben, wo die Plagiate weniger häufig und umfangreich auftraten. Das Ansehen des medizinischen Doktortitels wurde noch einmal nachhaltig untergraben, was dem Wissenschaftsstandort Hannover und Deutschlands nicht gerade förderlich sein wird. Nun dürfen mit Verweis auf von der Leyen und die MHH die sowieso niedrigen Maßstäbe für medizinische Doktorarbeiten weiter gesenkt werden. Für Mediziner, die eine eigenständige Arbeit geleistet haben, ist die Entscheidung der MHH hingegen ärgerlich."
  • Die Welt: Fehler ja, aber kein Fehlverhalten. Ursula von der Leyen hat unsauber gearbeitet, darf aber ihren Doktortitel behalten (Ulrich Exner, Ansgar Graw) "Ihre Doktorarbeit über 'C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter' sei trotz diverser Mängel in der Einleitung in ihrem Kern 'neu, wissenschaftlich valide und von praktischer Relevanz' gewesen, entschied der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Eine Täuschungsabsicht sei nicht erkennbar gewesen. Nach Ansicht des Gremiums gab es zwar vor allem in der Einleitung der Doktorarbeiten Plagiatspassagen und fehlerhafte Zitierungen, im Hauptteil der Arbeit seien aber keine relevanten Fehler zu erkennen. Das Vorhandensein von Mängeln, die auf eine 'handwerklich nicht saubere Arbeitsweise zurückzuführen' seien, werde der Ministerin schriftlich mitgeteilt. Weitere Folgerungen werde es nicht geben. [...]
    Von der Leyen hat nach Recherchen der Plagiatsforscher des Internetportals VroniPlag auf 27 von 62 Seiten ihrer Dissertation unsauber gearbeitet, die Vorwürfe betreffen also knapp die Hälfte der Arbeit. Laut VroniPlag enthalten fünf Seiten einen Plagiatsanteil von 50 bis 75 Prozent und sechs Seiten mehr als 75 Prozent. In der Tat sind die Übereinstimmungen zwischen von der Leyens Text und den entsprechenden Vorlagen schon bei einem ersten Blick auf die von VroniPlag ins Internet gestellten Plagiatsseiten frappierend. Wortgleiche Sätze und Absätze, alles ohne Gänsefüßchen beziehungsweise einen Quellenverweis."
  • Der Tagesspiegel: Dr. med. mit Kratzer (Amory Burchard, Anja Kühne, Tilmann Warnecke) "Die Diskussion um die Qualität medizinischer Doktorarbeiten ist damit aber keineswegs beendet. Im Gegenteil, sie wird durch den Freispruch eher beflügelt – zumal dieser viele Fragen aufwirft. [...] Verwunderung löst die Begründung der MHH aus. 'Eigenartig' nennt sie Debora Weber-Wulff [...]. 'Offenbar hat man versucht, eine pragmatische Lösung zu finden.' Dass die MHH zwar Plagiate feststelle, darin aber kein Fehlverhalten, sondern nur 'Fehler', sehe, sei nicht nachvollziehbar. [...] Insgesamt habe sich die MHH womöglich einen Bärendienst erwiesen: 'Studierende und Doktoranden dürften jetzt verunsichert sein, was eigentlich erlaubt ist und was nicht.' [...] Gerhard Dannemann [...] findet die Entscheidung der MHH zumindest zwiespältig. [...] 'Jetzt könnte es für Studierende so klingen: Ihr dürft weiter plagiieren, wenn ihr es nur in der Einleitung macht.' [...] In der Medizin dürfen Plagiate in der Einleitung einer Arbeit [...] keineswegs von vornherein als 'harmlos' gelten, erklärt der frühere FU-Präsident Peter Gaehtgens, emeritierter Medizinprofessor und ehemaliger Dekan der Medizinischen Fakultät der FU."
  • STERN.de: Plagiatsjäger werfen Hochschule Schonung von der Leyens vor (fin/DPA) "Plagiatsforscher haben die Bestätigung des Doktortitels von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) scharf kritisiert. Der Berliner Rechtsprofessor Gerhard Dannemann sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) würde vor Gericht keinen Bestand haben. Nach der bisherigen Rechtsprechung seien im Fall von der Leyen 'alle objektiven Voraussetzungen für eine Täuschung' gegeben. [...] Er warf der MHH vor, von der Leyen in Schutz zu nehmen. 'Ich glaube, man hat sich gesagt: Wie kommen wir da jetzt raus, ohne die Hochschule zu beschädigen und ohne Frau von der Leyen zu beschädigen', sagte er. 'Ich halte es für ganz fatal, wenn die wissenschaftliche Seite und die politische Seite nicht getrennt betrachtet werden können.'"
  • Waiblinger Kreiszeitung: Aufatmen (Norbert Wallet) "Ursula von der Leyen hat sich bei ihrer Promotion nicht mit Ruhm bekleckert, Fehler gemacht, aber eine Leistung von wisschenschaftlicher Relevanz erbracht und kann ihren Doktortitel behalten. Wer nicht nach Skandalen lechzt, kann aufatmen. Der Eifer, mit dem selbst ernannte wissenschaftliche Tugendwächter immer wieder mit inquisitorischer Hartnäckigkeit nach Verfehlungen suchen, die Jahrzehnte zurück liegen, hatte immer etwas Abstoßendes an sich gehabt. Auch dann, wenn ihre lustvolle Suche tatsächlich handfeste Ergebnisse zu Tage förderte, wie seinerseits zweifellos im Fall Guttenberg."
  • General-Anzeiger (Bonn): Davon gekommen (Holger Möhle) "Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten. Ein Glanzstück wird ihre Promotionsarbeit der Medizinerin und heutigen Verteidigungsministerin trotzdem ganz gewiss nicht mehr. Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover hat ihr nach mehrmonatiger Prüfung ‚klare Mängel‘ nachgewiesen. Plagiatselemente und unsauberer Umgang mit Quellen finden sich auf 27 Seiten ihrer 62 Seiten umfassenden Doktorarbeit, also auf beinahe jeder zweiten Seite. [...] Von der Leyen hat schlampig gearbeitet und ist noch einmal davon gekommen."
  • Main-Post: Von der Leyen behält ihn – doch Doktortitel verlieren Glanz (Michael Pohl) "Auf der Seite des Internet-Netzwerks 'VroniPlag' finden sich derzeit 166 Namen von Akademikern, deren Doktorarbeiten von Plagiatjägern auf unerlaubtes Abschreiben gefilzt werden oder wurden. Die Titel der ersten neun Kandidaten sind wie auf Steckbriefen in Wildwestmanier durchgestrichen. Angeführt wird die Liste von Edmund Stoibers Tochter Veronica Saß - der unfreiwilligen Namensgeberin von 'VroniPlag'. Ihr 'Dr. jur' wurde nach Enthüllungen des Netzwerks ebenso aberkannt, wie etwa die Doktortitel der FDP-Politiker Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis."

9. März 2016Bearbeiten

  • Presseinformation Medizinische Hochschule Hannover: Promotionsüberprüfung: MHH bestätigt Doktortitel für Ursula von der Leyen "Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat in seiner heutigen Sitzung mehrheitlich entschieden, Dr. med. Ursula von der Leyen ihren Doktortitel nicht abzuerkennen. Damit folgt der Senat der Empfehlung der Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis (GWP) an der MHH. [...]
    Übereinstimmend stellten die Kommission und der Senat Mängel fest. Konkret geht es dabei um Fehler in der Form von Plagiaten, also um die Übernahme fremder Textpassagen, ohne die Originalautoren korrekt zu kennzeichnen. Die Kommission und der Senat kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Muster der Plagiate nicht für eine Täuschungsabsicht spricht.
    'Die zuständigen Gremien der MHH haben sorgfältig, objektiv, ergebnisoffen und ohne Ansehen der Person geprüft. Es wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten', betonte Professor Dr. Christopher Baum, Präsident der MHH. 'Es gibt keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung.'"
  • NDR: Von der Leyen darf Doktortitel behalten "Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) darf ihren Doktortitel weiter führen. Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat sich mehrheitlich mit sieben zu einer Stimme bei einer Enthaltung dafür entschieden, ihr den Titel nicht abzuerkennen. Bei der monatelangen Prüfung der Dissertation seien klare Mängel in der Form von Plagiaten festgestellt worden, sagte MHH-Präsident Prof. Christopher Baum bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. 'Es handelt sich um Fehler, nicht um Fehlverhalten. Das ist ein klarer Unterschied.' Es habe keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung gegeben. Zudem kam die Prüfkommission zu dem Schluss, dass von der Leyen mit ihrer Arbeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Geburtshilfe geliefert hatte."
  • Stuttgarter Nachrichten: Musterschülerin mit Makel (dpa) "Jetzt geht es darum, ob sie ihn [ihren Doktortitel] behalten darf. Eine schwere Entscheidung für die Hochschule, denn von der Leyen ist nicht nur prominent und ihr Fall seit Monaten in den Schlagzeilen. Für die Hochschule geht es auch um die eigene Glaubwürdigkeit, um den Wert der Wissenschaft.
    'Wir haben sorgfältig, objektiv und ohne Ansehen der Person geprüft', betont Christopher Baum, Präsident der MHH. Dieser Satz ist auch von Bedeutung, weil die Familie von der Leyen bis heute enge Beziehungen zur Hochschule pflegt. Die Arbeit wurde deshalb von externen Gutachtern geprüft. Die Entscheidung ist eindeutig. 'Der Senat entschied vor etwa einer halben Stunde mit 7:1, den Titel nicht abzuerkennen', sagt Baum.
    Ein Persilschein für die siebenfache Mutter, Top-Abiturientin und stetige Musterschülerin ist die Entscheidung aber nicht. Denn die 1990 mit der Note 1,0 bewertete Arbeit enthält Mängel und auch Plagiate, im wesentlichen in der Einleitung. 'Das sind Fehler, für die Frau von der Leyen als Autorin verantwortlich ist', betont Baum."
  • Der Tagesspiegel: Ursula von der Leyen darf Doktortitel behalten (Tilmann Warnecke, Amory Burchard) "Als der Plagiatsvorwurf Ende September vergangenen Jahres öffentlich bekannt wurde, hatte Leyen Fehler noch abgestritten. In einem schriftlich verbreiteten Statement gab Leyen am Mittwochabend zu: 'Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle.' [...] Unter den Plagiatssuchern von „VroniPlag Wiki“ herrschte am Mittwoch Unverständnis über die Entscheidung. So hält Gerhard Dannemann, Jura-Professor an der Humboldt-Universität, die Begründung der MHH für problematisch. 'Sie stellt Plagiate fest, das soll aber kein Fehlverhalten sein: Das ist ein Widerspruch in sich', sagte Dannemann dem Tagesspiegel auf Anfrage. Es widerspreche auch geltendem Recht, bei 32 festgestellten Plagiaten auf 62 Seiten ein systematisches Vorgehen pauschal zu verneinen. Vielleicht habe die MHH sich für 'diese Verbiegung der Rechtslage' entschieden, um ihre Betreuung und Leyen vor Kritik zu schützen. 'Es ist nicht davon auszugehen, dass Leyen gegen die Entscheidung klagen wird.' Dass die Uni einen 'wissenschaftlichen Kern' der Arbeit von den Plagiaten abspalte, sei ebenfalls mit der geltenden Rechtsprechung nicht vereinbar."
  • BILD.de: Von der Leyen darf Doktortitel behalten. Summa cum Schwein gehabt, Frau Doktor! (Michael Nicolay, Hanno Kautz) "Die gute Nachricht erreichte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (57, CDU) gestern unter der Sonne Kaliforniens: Trotz handwerklicher Fehler in ihrer 26 Jahre alten Dissertation darf sie ihren Doktortitel behalten.
    Damit endete für von der Leyen ein monatelanger Nervenkrieg. Bereits im August 2015 hatte die Ministerin erfahren, dass ihr Plagiatsjäger auf den Fersen sind, in einer Arbeit stöbern, die sie 1990 verfasst hatte und die mit ‚magna cum laude‘ (sehr gut) bewertet wurde.
    Sie hätte zu Hause in Hannover erst einmal selbst nach der Arbeit suchen müssen. Dann der Schreck: Auf den ersten Blick sei ihr aufgefallen, dass sie unsauber gearbeitet habe, erzählte von der Leyen später Vertrauten. Und sie entschied, ihre Hochschule um die offizielle Prüfung ihrer Arbeit zu bitten – und sich dann nicht weiter einzumischen.
    Kein leichtes Unterfangen, Zweifel blieben. Denn: Von der Leyen verfügt über exzellente Drähte zu ihrer alten Hochschule. Ihr Ehemann arbeitet dort, ist Arzt und Dozent in Hannover."
  • BILD.de: Post von Wagner. Liebe Dr. Ursula von der Leyen, (Franz Josef Wagner) "herzlichen Glückwunsch, dass Sie Ihren Doktor-Titel behalten dürfen. Auch wenn Sie ihn verloren hätten, wäre ich auf Ihrer Seite.
    Stellen wir uns eine Waage vor. Auf der einen Seite liegt die schlampige Doktor-Arbeit der Studentin Ursula. Auf der anderen Seite liegt Ihr Leben danach. Wohin neigt die Waage?
    Vor 26 Jahren waren Sie nicht die Verteidigungsministerin. Sie nahmen bei Ihrer Doktor-Arbeit nicht alles genau. Sie waren da schon Mutter. Sie waren eine Frau zwischen Windeln und Doktor-Arbeit.
    Wann hat es jemals in Deutschland eine Frau gegeben mit sieben Kindern und so einer Power? Ob mit Doktor oder ohne Doktor. Der Doktor-Titel ist mir scheißegal. Der Mensch ist wichtig."
  • schwäbische.de: Schluss mit den Albernheiten (Markus Riedl) "Kommentar/sz Ursula von der Leyen dürfte aufgeatmet haben. Der Verteidigungsministerin bleibt nicht nur eine persönliche Niederlage erspart. Auch die politischen Wirren, die eine Aberkennung des Doktortitels ausgelöst hätte, dürften ausbleiben. [...]
    Nun sind aber die Plagiatsjäger die Gelackmeierten – und das völlig zurecht. Plattformen wie Vroniplag Wiki geben vor, im Sinne einer sauberen Wissenschaft Doktorarbeiten zu überprüfen und Unregelmäßigkeiten bei der Zitierung nachzuweisen. Doch um wissenschaftliche Standards dürfte es den meist anonymen Saubermännern nicht immer in erster Linie gehen, sondern auch um politisches Kalkül. [...]
    Die Plagiatsjäger, deren Eignung zur Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit im Übrigen niemand nachgewiesen hat, wollen sich vielmehr als Enthüller vermeintlich finsterer Machenschaften inszenieren und Politiker in einer leicht erregbaren, dauermoralisierenden Öffentlichkeit an den Pranger stellen.
    Gut, dass die Medizinische Hochschule Hannover dieses Spielchen nicht mitgemacht hat und zwar auf Mängel in der Arbeit hinwies, den Doktortitel aber nicht entzog. Denn es ist Zeit, dass die infantilen Plagiats-Albernheiten endlich aufhören."
  • Financial Times: German minister beats plagiarism charge (Stefan Wagstyl) "Ursula von der Leyen, German defence minister, can breathe a sigh of relief after an official inquiry into claims that she plagiarised her doctorate found that her transgressions were not serious enough for her to forfeit her PhD.
    After six months of investigation, Hanover Medical School announced on Wednesday that 57-year-old Ms Von der Leyen could retain the doctorate she acquired at the university in 1991 for research in gynaecology. Christopher Baum, school president, said: 'There were mistakes, but there was no misconduct.'
    The decision removes a cloud over chancellor Angela Merkel’s cabinet at a time when the government is under huge pressure in the refugee crisis and is nervously awaiting elections this Sunday in three of Germany’s 16 regions."
  • Spiegel Online: Plagiatsvorwurf: Hochschule entscheidet noch am Mittwoch über von der Leyens Doktortitel (Heike Klovert) "Darf Ursula von der Leyen ihren Doktortitel behalten? Am frühen Mittwochabend verkündet die Medizinische Hochschule Hannover ihre Entscheidung. Für die Ministerin steht viel auf dem Spiel - politisch wie persönlich. [...]
    Ursula von der Leyen hat die Plagiatsvorwürfe zurückgewiesen und schweigt seither beharrlich zu dem Thema. Sollte sie nun ihren Titel verlieren, wäre es eine harte persönliche Niederlage für die 57-jährige CDU-Politikerin. Außerdem gibt es auf Bundesebene bisher keinen Spitzenpolitiker, der im Amt blieb, nachdem ihm der Doktortitel entzogen worden war.
    Vorsorglich hat sich bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hinter ihre Verteidigungsministerin gestellt. [...]
    Allerdings legte von der Leyen lange auch viel Wert auf ihre wissenschaftliche Karriere. Sie kommt aus einer Familie, in der universitäre Abschlüsse etwas zählen."

3. März 2016Bearbeiten

  • DIE ZEIT / Chancen Brief: Dreifache Widerrede [zum ZEIT-Artikel von Thomas Kerstan vom 18.02.2016] (Peter Gaehtgens) "1. These: [...] Die Voraussetzungen für einen Doktortitel gelten auch für prominente Politiker.
    2. These: [...] Der Doktortitel ist ein akademisches Leistungsattest, kein Adelsprädikat. Im Prüfverfahren der Universität geht es nur um den Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Die Übernahme von Texten anderer Autoren ohne deren Nennung ist eine Form wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Sie widerspricht auch der eidesstattlichen Erklärung, die jeder Doktorand mit der Dissertation vorlegen muss – auch schon vor 30 Jahren. Mit ihrer Prüfung kommt die Universität ihrer Verantwortung für wissenschaftliche Integrität und akademische Redlichkeit nach. Dabei muss die Position des Beschuldigten in der Gesellschaft, seine demokratischen oder sonstigen Legitimation unberücksichtigt bleiben [...]
    3. These: [...] Wissenschaftliches Fehlverhalten als solches ist rechtlich gesehen kein Delikt. Es handelt sich hier um eine Verhaltenskategorie, die nicht an staatlichen Vorschriften, sondern an gesellschaftliche Normen für das gemessen wird, was sich gehört und was nicht."
  • Deutsche Welle: Wenn der Staat die Telefonsex-Rechnung zahlt (Kay-Alexander Scholz) "Der Fall Beck ist nur das jüngste Beispiel für einen Rücktritt. Andere mogelten bei der Doktorarbeit, hatten die falschen Amigos oder schäkerten auf Landtagskosten. Politiker und ihr Karriereende - ein Überblick.
    [...] Das Medium Internet schaffte eine neue Qualität bei der Aufklärung von Skandal-Geschichten. 'VroniPlag' sorgte dafür, dass Politiker mit einem akademischen Titel in die Schusslinie gerieten. Seit 2011 durchsucht der Webanbieter Dissertationen auf ihren Anteil von nicht gekennzeichneten Copy-und-Paste-Passagen.
    Prominentestes Beispiel ist der 'falsche Doktor' Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Auch die FDP-Politiker Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis mussten aus demselben Grund auf ihrer politischen Laufbahn einen Zwangsstopp einlegen."

28. Februar 2016Bearbeiten

  • Tagesspiegel (S. 8): Die ewigen Jagdgründe (Torsten Hampel) "Dass sich heute die Medizinische Hannoveraner Hochschule mit den Verfehlungen von Guttenbergs Nachfolgerin auseinandersetzt, ist im Grunde eine direkte Folge davon. Sie hat gegen Ursula von der Leyen eine förmliche Untersuchung eingeleitet, nachdem die Plagiatssucher im August 2015 ihren Verdacht öffentlich gemacht hatten, dass Teile ihrer Arbeit plagiiert sind. Das Ergebnis steht noch aus."

19. Februar 2016Bearbeiten

  • neues deutschland: Fußnoten ohne Seitenzahlen. Velten Schäfer über zwei schwebende Politiker-Plagiatsaffären (Velten Schäfer) "Auch von der zweifelhaften Dissertation der Verteidigungsministerin hat man lange nichts mehr gehört. Dabei sollte die Überprüfung in Hannover längst abgeschlossen sein. Was jetzt auf keinen Fall einreißen darf, ist eine Haltung des »es gibt doch Wichtigeres«. Fortgesetzt beschädigt dieses Land eine seiner stärksten Marken: den deutschen Doktor. Das muss endlich aufhören."

18. Februar 2016Bearbeiten

  • DIE ZEIT: Die Zeitbombe von Hannover. Warum die Wissenschaft Politiker nicht zum Rücktritt zwingen darf (Thomas Kerstan) "In Hannover tickt eine Zeitbombe, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Verhängnis werden könnte. Seit Monaten wird an der dortigen Medizinischen Hochschule untersucht, ob die Politikerin für ihre Doktorarbeit zu viel bei anderen abgeschrieben hat, ohne ihre Quellen korrekt zu nennen. [...] Die Wissenschaftler sollten bedenken, dass es bei der Aberkennung eines Doktortitels nicht nur um das Urteil über eine wissenschaftliche Leistung, sondern auch ganz altmodisch um die Ehre geht. Entspannung könnte eine Regel bringen, die den Entzug des Titels nur in den ersten zehn Jahren nach seiner Verleihung erlaubt."

13. Februar 2016Bearbeiten

  • DER SPIEGEL (Nr. 7/2016, S. 26-28): Füße im Sand (Markus Feldenkirchen, Gordon Repinski) "Das Vergehen ist selbst für Nichtmediziner offensichtlich, die keinerlei Ahnung von C-reaktiven Proteinen oder vom Amnioninfektionssyndrom haben. Es entsteht der Eindruck, dass von der Leyen entweder nachlässig gewesen ist, dass ihr die nötige Zeit und Geduld fehlte oder dass sie schlicht eine Abkürzung zum Erfolg suchte. [...] Zur Selbstverteidigungsstrategie gehören im Oktober ein paar Hintergrundgespräche mit Journalisten, in denen von der Leyen ihre Deutung der Vorgänge streut: Ja, sie habe nicht ganz sauber gearbeitet. Aber anders als etwa beim Kollegen Guttenberg sei der Kern ihrer Arbeit, der eigentliche Beitrag zur Wissenschaft, sauber gewesen. Nur im ersten, dem Einleitungsteil, habe sie zugegebenermaßen Fehler gemacht. [...] Ein möglicher Verlust des Titels sei ohnehin 'eingepreist', heißt es in ihrem Umfeld. Aber was bedeutet die Einpreisung konkret? Es ist wahrscheinlich, dass Angela Merkel sie auch dann nicht entlässt, wenn ihr der Doktortitel aberkannt würde. [...] Von der Affäre wird das Bild einer Frau bleiben, der es nie schnell genug gehen konnte und die im Zweifel eher die Abkürzung zum Erfolg wählte."

8. Februar 2016Bearbeiten

  • iDNES.cz: Lovci plagiátů děsí německé elity. Opsaná práce prošla i ve Zlíně, tvrdí (Michal Bělka) (dt. Google-Übers.) "Vrchní velitelce německých ozbrojených sil by ovšem její pověstný úsměv mohl brzy ztuhnout na rtech. Lékařská fakulta v Hannoveru už od září zkoumá, zda vystudovaná gynekoložka v roce 1990 nepodváděla při tvorbě závěrečné práce. Jak v lednu upozornil deník Die Welt, odborná komise se ani po několika měsících zatím neodhodlala zveřejnit výsledek. [...] V případě Ursuly von der Leyenové hledači plagiátů pročetli 62 stran její závěrečné práce o C-reaktivním proteinu. Nepřiznané citace našli na 27 z nich, v jedenácti případech byla opsaná dokonce více než polovina stránky."

8. Januar 2016Bearbeiten

  • DIE WELT: Prüfung der Doktorarbeit von Ursula von der Leyen dauert an (dpa/lni) "Gut drei Monate nach dem Start der Prüfung von Ursula von der Leyens umstrittener Doktorarbeit liegt noch kein Ergebnis vor. Die Ende September von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eingesetzte Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis treffe sich etwa einmal pro Woche, sagte MHH-Sprecher Stefan Zorn der dpa. Das Gremium tage autark und könne externe Gutachten hinzuziehen."

11. Dezember 2015Bearbeiten

  • The European: Frau von der Leyen und der Plagiatsvorwurf (Adorján F. Kovács) "Es geht um saubere Wissenschaft und Forschung und was die uns wert sind. Die Nonchalance, mit der zurzeit gerade dieser Plagiatsfall unter den medialen Teppich gekehrt wird, ist verdächtig. Dass die Verteidigungsministerin so ganz anders behandelt wird wie ihr adeliger Vorgänger und die Schöpferin von reinen Frauenprofessuren, wirft ein schlechtes Licht auf die Presse, die mit zweierlei Maß misst, und hat wohl auch mit der omnipotenten Kanzlerin zu tun, deren designierte Nachfolgerin gerade in Zeiten eines Kriegseinsatzes nicht beschädigt werden soll. Doch ihre Integrität ist dahin. Und die Problematik bleibt bestehen."

3. Dezember 2015Bearbeiten

  • DIE ZEIT (49/2015, S. 96): Ramschware Dr. med.? (Peter Gaehtgens) "Der Plagiatsverdacht gegen eine prominente Politikerin führt in der Presse zu heftiger Kritik am medizinischen Promotionswesen im Allgemeinen: Die medizinische Dissertation sei »akademische Ramschware«, vielfach schlampig angefertigt, in der Regel wissenschaftlich minderwertig und werde ohnehin nicht gelesen. Diese pauschalen Urteile sind nicht berechtigt. [...] Die wörtliche Übernahme von Teilen eines fremden Textes, beispielsweise der Beschreibung einer Messmethode etwa aus der Gebrauchsanweisung eines Geräts oder aus einer anderen Dissertation, ist zwar ohne direkte Quellenangabe nicht korrekt, wird aber vielfach nicht als gravierend empfunden. Das ist natürlich anders, wenn mit der Textkopie die Übernahme einer wissenschaftlichen Idee verbunden ist."

28. November 2015Bearbeiten

  • Aachener Zeitung: Wie leicht der Arzt zum Doktortitel kommt (Angela Delonge) "Der medizinische Doktortitel hat in Deutschland einen zwiespältigen Ruf. Und das nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Ursula von der Leyen (CDU) oder der immer wiederkehrenden Erfahrung, dass so mancher Doktortitel sich als falsch herausstellt, wie kürzlich am Krankenhaus Düren geschehen. [...] Über die Uniklinik Aachen sagt Rink: 'Was die Qualitätsanforderungen an die Medizinerpromotion angeht, haben wir das schärfste Regelwerk in Nordrhein-Westfalen.' Selbst für eine klassische Doktorarbeit werde heute längst nicht mehr jedes Thema akzeptiert."

17. November 2015Bearbeiten

  • Tagesspiegel: Plagiate bei Politikern: Wer sind die Plagiatssucher? (Tilmann Warnecke) "Vor allem aus Union und FDP kommt der Vorwurf, die Plagiatssucher seien politisch motiviert. Auch Leyen insinuierte dies. Weber-Wulff ärgert das zutiefst: ‚Das stimmt einfach nicht.‘ Es gehe um saubere Wissenschaft und nicht um Politiker. Überhaupt seien Arbeiten von Politikern viel seltener vertreten, als in der Öffentlichkeit suggeriert werde. Tatsächlich stammen von den auf ‚VroniPlag Wiki‘ dokumentierten 153 Arbeiten nur 16 von Politikern, darunter weitgehend unbekannte Bürgermeister und Bezirksverordnete. Übrigens auch von der SPD und den Grünen. Allein 38 Arbeiten dagegen schrieben aktive Wissenschaftler, viele davon Professoren. ‚Das ist viel bedenklicher‘, sagt Weber-Wulff."

16. November 2015Bearbeiten

  • Tagesspiegel: "Robert Schmidt" zum Plagiatsfall von der Leyen: "Hinweise, dass Leyen noch mehr abgeschrieben hat" (Tilmann Warnecke) "Im Oktober hat mich ein Mitarbeiter von VroniPlag Wiki auf die Dissertation einer ehemaligen Kommilitonin von Ursula von der Leyen aufmerksam gemacht, bei der er inhaltliche Parallelen vermutete. Aus dieser hat sie auch an fünf Stellen wortwörtlich abgeschrieben. Wenn man bisher noch davon reden konnte, dass sie vielleicht nur sehr schludrig gearbeitet hat (das hat sie auch getan), kommt m.E. spätestens hier in jedem Fall das Moment der Täuschung hinzu."

12. November 2015Bearbeiten

  • Tagesspiegel: Plagiate bei Medizin-Promotionen: Die große Doktor-Prüfung (Anja Kühne und Tilmann Warnecke) "Ende September wurden Vorwürfe der Aktivisten von ‚Vroniplag Wiki‘ bekannt, Ursula von der Leyens medizinische Dissertation aus dem Bereich der Frauenheilkunde, mit der sie 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover promoviert worden war, enthalte Plagiate. [...] Zwar habe sich bisher alles, was VroniplagWiki dokumentiert hat, ‚zu hundert Prozent bestätigt‘, sagt Bähr. Gleichwohl ziehen sich die Verfahren hin, nicht zuletzt weil sie gerichtsfest und deswegen ‚penibel‘ geführt sein müssen: ‚Die kleinsten Fehler können später Einfallstore für die Verteidigung sein‘, sagt Bähr."

4. November 2015Bearbeiten

  • nature: Ills of the system "The high-profile case of von der Leyen’s 1990 dissertation, first publicized in September by the web platform VroniPlag Wiki, which searches theses for plagiarism, should bring change — but not in the government. It is Germany’s antiquated medical-education system that must be reformed. [...]
    But it makes no sense to maintain the requirement for a quick-and-dirty thesis, which adds stress to medical students who are already under immense pressure, while teaching them little beyond the dangerous lesson that it is acceptable for medical science to be sloppy."

27. Oktober 2015Bearbeiten

  • Deutschlandradio Kultur: Plagiate: Doktoranden werden von Professoren betrogen (Stephan Hilsberg) "Erneut steht eine Bundesministerin am wissenschaftlichen Pranger. Dort finden und fanden sich immer wieder Prominente. Sie sind allerdings nur einige unter vielen weniger Bekannten, deren Doktorarbeiten Plagiatsjäger aufstöbern und nachträglich prüfen.
    Doch eigentlich geht es nicht um Doktoranden von gestern, die schlampig gearbeitet, gar getäuscht und betrogen haben, um zu einem akademischen Titel zu kommen. Es geht – vielmehr sollte gehen - um einen Wissenschaftsbetrieb, der betrogen werden will."

19. Oktober 2015Bearbeiten

  • Deutsche Anwaltauskunft Magazin: Aktuelle Diskussion. Doktorarbeiten: Welche Strafen drohen bei Plagiaten? (vhe) "Karl Theodor zu Guttenberg gehört dazu, Annette Schavan ebenso und wahrscheinlich auch bald Ursula von der Leyen: Die Gruppe der Politiker, die bei der Erstellung ihrer Doktorarbeit plagiiert haben, wird immer größer. Ab wann spricht man eigentlich von Plagiat und welche Strafen drohen? Darüber haben wir mit der Rechtsanwältin Bettina Trojan gesprochen. Sie ist Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Medien & Geistiges Eigentum im Deutschen Anwaltverein (DAV) und Expertin für urheberrechtliche Fragestellungen."
  • Süddeutsche Zeitung (Sz.de): Dissertation von Ursula von der Leyen. Eine Frage der Ethik (Christina Berndt und Roland Preuß) "In einem Schreiben, das der SZ vorliegt, wird der CDU-Ministerin vorgeworfen, im Rahmen ihrer Promotion die ethischen Grundsätze für medizinische Forschung an Menschen verletzt zu haben. [...] Die MHH erklärte auf Anfrage, die Vorwürfe seien nun Teil des Prüfverfahrens, das klären soll, ob von der Leyen zu Recht promoviert wurde."

18. Oktober 2015Bearbeiten

  • SPIEGEL ONLINE: Mögliche Konsequenzen aus Plagiatsaffäre: Von der Leyen wartet's ab (yes) "Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss unter einem enormen Druck stehen. Sie soll beim Verfassen ihrer Doktorarbeit womöglich nicht sauber gearbeitet haben, die Untersuchungen laufen. Wie sie das im Tagesgeschäft aushält, fragte die 'Bild am Sonntag' von der Leyen nun."
  • Bild: Verteidigungsministerin im Interview: Zerreißt es die Union in der Flüchtlingskrise? (Roman Eichinger, Angelika Hellemann und Niels Starnick) "Obwohl Ihnen selbst politische Gegner Gründlichkeit und Genauigkeit bescheinigen, stehen Sie im Verdacht, beim Verfassen Ihrer Doktorarbeit nicht sauber zitiert zu haben. Wie konnte das passieren?
    Von der Leyen:
    ‚Dass ich die Kritik von VroniPlag ernst nehme, zeigt sich daran, dass ich die Universität bereits Ende August gebeten habe, meine Arbeit erneut zu überprüfen.‘ [...]
    Haben Sie schon eine Entscheidung getroffen, ob Sie zurücktreten, wenn Ihnen die Medizinische Hochschule Hannover den Doktortitel entziehen sollte?
    Von der Leyen:
    ‚Nein.‘"

14. Oktober 2015Bearbeiten

12. Oktober 2015Bearbeiten

  • România Liberă: Ministrul Apărării din Germania, în centrul unui scandal de plagiat (Andra Dolana) "Ministrul apărării din Germania, Ursula von der Leyen, suspectată că ar fi plagiat în teza ei doctorat, a ajuns, din nou, în centrul unei polemici privind cariera ei universitară, după ce presa germană a ridicat mai multe obiecții față de unele detalii din CV-ul său, relatează Agerpres. [...] Această polemică intervine într-un moment în care ministrul apărării, menționată adesea ca posibil succesor al cancelarului german Angela Merkel, este suspectată de plagiat în teza sa de doctor în medicină, acuzație pe care ea a respins-o de asemenea cu vehemență."
  • manager magazin: Stanford wundert sich über von der Leyen (la/dpa/reuters) "Die US-Elite-Universität Stanford wirft Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) laut Recherchen der ‚Welt am Sonntag‘ einen Missbrauch des Hochschulnamens vor. [...] Am Montag ruderte die US-Eliteuni unterdessen zurück: Eine Sprecherin der US-Universität erklärte gegenüber der ‚Welt‘, man halte an dem Vorwurf nicht weiter fest, die CDU-Politikerin habe den Namen der Hochschule missbräuchlich angegeben."
  • FAZ: Angaben im Lebenslauf. Stanford-Universität entlastet von der Leyen (dpa) "Die Stanford-Universität hat Aussagen zurückgenommen, Ursula von der Leyen habe Details in ihrem Lebenslauf übertrieben. [...] Das Verteidigungsministerium verbreitete am Montag ein Schreiben, in dem sich eine Vizepräsidentin der renommierten Hochschule betroffen über ‚übertriebene und falsche Medienberichte‘ vom Wochenende zeigte."
  • ZEIT ONLINE: Stanford zieht Vorwurf gegen von der Leyen zurück "Die Stanford-Universität hat ihren Vorwurf zurückgezogen, Ursula von der Leyen habe ihre Zeit an der kalifornischen Universität zu Unrecht im Lebenslauf geführt. [...] Wer sich ohne ein solches Zertifikat in seinem Lebenslauf auf die Universität beziehe, missbrauche deren Namen, sagte eine Sprecherin auf eine Nachfrage der Bild am Sonntag. [...] Im Video: Der Juraprofessor Gerhard Dannemann von der Humboldt Universität zu den Plagiatsvorwürfen."
  • WELT: Stanford zieht Vorwurf gegen von der Leyen zurück "Die US-Eliteuniversität Stanford in Kalifornien korrigiert ihre Einschätzung über Ursula von der Leyens Aufenthalt. Ihre Leistungen als Gast seien doch ausreichend, um sie im Lebenslauf anzugeben."
  • SPIEGEL ONLINE: Angaben im Lebenslauf: Uni Stanford nimmt von der Leyen in Schutz (Melanie Amann) "Wie es die Universität versteht, hat die deutsche Ministerin Ursula von der Leyen eine Bestätigung dafür geliefert, dass sie im Jahr 1993 ein ,auditing guest' an der Stanford Graduate School of Business war und im Jahr 1995 für ein Projekt für die Stanford Health Services Hospital Administration arbeitete. Obwohl die Universität keine Unterlagen für diese Tätigkeiten besitzt, ist das sachgetreue Aufführen dieses Engagements durch eine Privatperson kein Missbrauch des Universitätsnamens. Wir bedauern jede Fehlkommunikation, die zu entsprechenden Berichten geführt hat."

11. Oktober 2015Bearbeiten

  • Berliner Morgenpost: "Aufenthalt in Stanford". US-Uni wirft von der Leyen Missbrauch von Hochschulnamen vor "Im Lebenslauf auf der Homepage des Verteidigungsministeriums erwähnt von der Leyen einen ‚Aufenthalt in Stanford, Kalifornien/USA‘ von 1992 bis 1996. Außerdem führt sie dort zusätzlich für 1993 ‚Auditing guest: Stanford University, Graduate School of Business‘ und für 1995 ‚Marktanalyse, Stanford Health Services Hospital Administration‘ an."
  • Die WELT: Elite-Uni wirft von der Leyen Namens-Missbrauch vor (Manuel Bewarder , Thorsten Jungholt, Lars-Marten Nagel) "Verteidigungsministerin von der Leyen gibt in ihrem Lebenslauf an, zwei Stationen an der Stanford University absolviert zu haben. Doch so stimmt das nicht. Die Hochschule spricht von Missbrauch."
  • WELT am SONNTAG: Dick aufgetragen (Manuel Bewarder) "Die Zweifel am akademischen Lebenslauf Ursula von der Leyens wachsen. Nach Plagiatsvorwürfen in Deutschland sieht nun die US-Elite-Universität Stanford ihren Namen missbraucht"

8. Oktober 2015Bearbeiten

  • Research Europe, S. 15: Defence minister latest to be hit by plagiarism accusations in Germany (Martyn Jones) "Germany's defence minister Ursula von der Leyen [...] is facing accusations that her doctoral thesis contained plagiarised passages. The anti-plagiarism website VroniPlag accused von der Leyen, who has been in the cabinet since 2005, of using unattributed quotes on 27 pages of her 70-page dissertation, published in 1991."
  • Causa Schavan (Blog): Wichtig ist im Labor: Die Moritat vom Textplagiat und seiner medizinischen Anwendung (RA Bongartz) "Erneut ist eine Ministerin unter Plagiatsverdacht und in Bedrängnis geraten, und wieder ist der frühere DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker hilfreich zur Stelle."
  • Tagesspiegel: Ursula von der Leyen: Plagiatsaufklärer sieht Parallelen zum Fall Schavan (Gerhard Dannemann) "Es geht ihnen nämlich ausschließlich um die Dissertation von Ursula von der Leyen. Das erinnert an die öffentliche Kritik im Fall Schavan, dass ‚Textvergleiche zu anderen wissenschaftlichen Abhandlungen mit ähnlicher Thematik aus der fraglichen Zeit notwendig gewesen‘ wären."
  • Tagesspiegel: Plagiatsvorwurf gegen Ursula von der Leyen: 100 medizinische Doktorarbeiten prüfen – und dann urteilen (Gert G. Wagner, Cornelius Richter) "Eine individuelle Prüfung der Dissertationsschrift von Ursula von der Leyen durch die Universität Hannover, womöglich anhand heutiger Maßstäbe, reicht nicht aus. Vielmehr sollte eine methodisch ernst zu nehmende Begutachtung, egal ob durch Vroniplag Wiki oder die Medizinische Hochschule in Hannover, etwa 50 bis 100 medizinische Dissertationen aus der Zeit um 1990 herum zufällig auswählen und untersuchen (ohne Namen zu nennen). Erst danach kann man sehen, ob die Ursula-von-der-Leyen-Dissertation aus dem Rahmen fällt.
    Solange diese zugegebenermaßen mühsame Arbeit nicht geleistet wird, sollte Vroniplag Wiki – nicht nur für die Medizin – seine Homepage fairerweise abschalten."

7. Oktober 2015Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (S. N4): Rügen und Verweise. Nachprüfungen: Von der Leyen und die Folgen (tth) "Der Plagiatsvorwurf gegen die Dissertation Ursula von der Leyens beschäftigt nicht nur die Medizinische Hochschule Hannover, der die Ministerin ihre Arbeit zur Prüfung übergeben hat, sondern auch eine Reihe anderer Universitäten. 85 von 152 Promotionen, die auf der Internetplattform VroniPlag des Plagiats verdächtigt werden, stammen aus der Medizin. 23 davon aus Münster. Die medizinische Fakultät steht unter Zugzwang. [...] Der Medizinische Fakultätentag begründet währenddessen die hohe Quote an plagiierten Dissertationen in der Medizin mit der außergewöhnlich hohen Zahl medizinischer Doktoranden, die andere Fachgruppen weit übertreffe. Prozentual falle der Anteil medizinischer Plagiatsverdachte daher gar nicht so viel höher aus. Der Europarat hat inzwischen ein Expertennetz ins Leben gerufen, das sich mit Korruption im Bildungswesen befasst. Man will Richtlinien und Kontrolllisten für den Umgang mit Plagiaten entwickeln. Nicht nur in Deutschland kennt man das Problem."

6. Oktober 2015Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Ihre Post zu Ursula von der Leyen "Bundesverteidigungsministerin von der Leyen wird wegen ihrer Doktorarbeit mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. SZ-Leser kritisieren aber auch die Titelsucht der Deutschen."
  • Mittelbayerische: Das Doktoren-Problem deutscher Unis (Harald Raab) "‚Würde man nicht nur die Doktorarbeiten bekannter Politiker und Politikerinnen genauer unter die Lupe nehmen, käme man zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Plagiate, falsches Zitieren und geschönte Daten nicht allein auf diese Berufsgruppe beschränkt sind.‘ Das sagt eine bayerische Medizin-Professorin, die namentlich lieber nicht genannt werden will. Man käme auf systemimmanente Schwachstellen, über die niemand genau Bescheid wissen, aber vor allem nicht öffentlich darüber reden wolle."
  • General-Anzeiger: Doktortitel an der Uni Bonn: Zwischen Leistung und Lametta (Hermann Horstkotte) "Am Beispiel Ursula von der Leyen droht ein in Fachkreisen verbreitetes Unbehagen an der akademischen Würde des 'Dr. med.' plötzlich zum öffentlichen Skandal zu werden. Vor einem Vierteljahrhundert soll die heutige Bundesverteidigungsministerin in ihrer Doktorarbeit von anderen abgeschrieben haben, ohne sie zu zitieren."
  • Neue Zürcher Zeitung: Ursula von der Leyen als Exempel: Dr. med. Dreist (Joachim Güntner) "Schuldbewusstsein? Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bleibt unbeeindruckt. Noch besitzt die 1991 promovierte Medizinerin ihren Doktortitel, mögen auch die Plagiatejäger von VroniPlag Wiki herausgefunden haben, dass von der Leyens Dissertation zahlreiche wörtliche oder sinngemässe Textübernahmen enthält, die nicht ausgewiesen sind. Zu den Plagiaten gesellen sich Quellenangaben, die das Gesagte gar nicht belegen. [...] Doch wer sich auf VroniPlag selbst ein Bild macht, benötigt nicht das Urteil einer Prüfungskommission, um festzustellen, dass von der Leyens Arbeit den – auch von der Promotionsordnung geforderten – wissenschaftlichen Standards korrekten Zitierens nicht genügt."

5. Oktober 2015Bearbeiten

  • Neue Zürcher Zeitung: «Made in Germany». VW und die Demontage eines Gütesiegels (Ulf Erdmann Ziegler) "Ein Doktortitel ist beim Aufstieg hilfreich. Leider werden Dissertationen aber, wie sich erst im elektronischen Zeitalter nachweisen lässt, unverschämt kompiliert. Entweder man schreibt selbst ab, oder man lässt schreiben. Die Dichte der Schummler im Kabinett Merkel ist unübertroffen: Karl-Theodor zu Guttenberg, erst Minister für Wirtschaft und Technologie, dann für die Verteidigung; Annette Schavan, Ministerin für Bildung und Forschung; Ursula von der Leyen, Ministerin erst für die Familie, dann für Arbeit und Soziales, jetzt für die Verteidigung."
  • RP ONLINE: Ursula von der Leyen: Im Kampfanzug durch die Plagiatskrise (dpa) "Insgesamt habe von der Leyen die erste Woche ihrer Plagiatsaffäre aber ohne größere Schäden überstanden, sagt Trebbe. 'Sie hat von vornherein (...) ihre Arbeit nochmal zur Prüfung vorgelegt. Und sie hat das relativ offen kommuniziert.' Die Ministerin habe auch nicht behauptet, an den Vorwürfen zu 27 von 62 Textseiten sei gar nichts dran. 'Damit unterscheidet sie sich von ihren beiden Vorgängern.' Angesichts der Negativbeispiele im konservativen Lager sei das 'wenigstens mal eine andere Strategie'."
  • WirtschaftsWoche: Die Welt staunt über die deutsche Liebe zum Doktortitel (Gregor Peter Schmitz) "Als nach Karl-Theodor zu Guttenberg auch Annette Schavan ihr Ministeramt wegen einer mangelhaften Doktorarbeit räumen musste, titelte 'Le Monde' belustigt, in Frankreich stürzten Politiker über Geliebte, in Deutschland über Plagiate. Ob das französische Blatt bald so auch über Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schreiben muss, ist noch unklar. Die Überprüfung von deren 62 Seiten langer Promotion über das 'C-reaktive Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung' dürfte durchaus dauern."

4. Oktober 2015Bearbeiten

  • Tagesspiegel (S. 1): Mogeln muss erlaubt sein (Harald Martenstein) "Ich bin dafür, dass es Regeln gibt und Verstöße geahndet werden. Sonst herrscht Anarchie. Aber der Gedanke, dass jeder künftige Minister sich zeitlebens nicht das Geringste zuschulden kommen lassen darf, hat etwas Krankes. Ein Mensch, der niemals mogelt oder schludert, muss einen zwanghaften Charakter besitzen. Da hätte ich Angst, wenn so jemand an die Macht kommt. In der Politik kommt man ohne eine gewisse Mogelkompetenz außerdem nicht zu Ergebnissen. Wie will man mit Putin, Obama oder Tsipras verhandeln, wenn man nicht hin und wieder ein bisschen mogeln kann? Die tun’s doch auch.
    Dass Ursula von der Leyen bei ihrer Promotion ein bisschen geschummelt, vielleicht auch nur geschludert hat, macht sie mir eher sympathischer. Man dachte immer, sie sei eins von diesen Strebermädchen gewesen. Willkommen bei uns Menschen, Frau Superperfekt!"
  • Berliner Zeitung: Unter welchen Umständen Ursula von der Leyen ihren Doktortitel verlieren sollte (Christian Bommarius) "Wenn sich herausstellen sollte, dass Medizinstudenten in Deutschland im Vertrauen darauf plagiieren können, dass der Doktorvater sie ohnehin nicht lesen, und wenn lesen, dann ein Plagiat nicht bemerken, und wenn bemerken, dann nicht melden wird, wenn sich also ergeben sollte, dass sich der wissenschaftliche Anspruch bereits derart verflüchtigt hat, dass Plagiate im stillen Einvernehmen von Professoren und Studierenden entstehen und alle Ge- und Verbote der Promotionsordnungen de facto außer Kraft gesetzt sind, hat jede Sanktion nicht nur jeden Sinn, sondern auch ihr Recht verloren.
    Stellte sich jedoch heraus, dass die Überführung und Sanktionierung von Plagiatoren auch an medizinischen Fakultäten zum Selbstverständnis der Einrichtung gehört und damit zum Alltag des Betriebs, ließe sich die Aberkennung des Doktortitels im Fall Ursula von der Leyens ohne weiteres begründen. Das wäre eine schlechte Nachricht für von der Leyen, aber eine gute für die medizinische Wissenschaft." [ebenso in der Frankfurter Rundschau]
  • Weser-Kurier: Fall von der Leyen: Uni-Klinik weist Befangenheitsverdacht zurück (Peter Mlodoch) "Den Verdacht der Befangenheit weist die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) im Fall ihrer wohl prominentesten Absolventin weit von sich. Man werde die Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen neutral und gewissenhaft prüfen, versichert die Uni-Klinik. Weder das enge Netzwerk der CDU-Politikerin noch die intensive Zusammenarbeit ihres Mannes mit der MHH könnten das Ergebnis der ‚förmlichen Untersuchung‘ durch die ‚Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis (GWP)‘ in irgendeiner Form beeinflussen, sagte MHH-Sprecher Stefan Zorn."

3. Oktober 2015Bearbeiten

  • Vice News: German Defense Minister Could be Next Politician Ousted by Plagiarist Hunters (Andrea Maurer) "Ursula von der Leyen, Germany's minister of defense, is in trouble. She's come into the crosshairs of VroniPlag Wiki, a crowd-sourced site dedicated to seeking out plagiarized doctoral theses in Germany. They contend that almost every other page of von der Leyen's 1990 doctoral thesis contains plagiarized passages."

2. Oktober 2015Bearbeiten

  • politiko.dk (Berlingske): Tyske toppolitikere fusker sig til akademiske titler (Troels Heeger) "Tørst efter prestige og respekt driver ikke så få tyske politikere til akademisk snyd. Den tyske forsvarsminister, Ursula von der Leyen, er den seneste i en lang række af tyske toppolitikere, der beskyldes for at have fusket sig til en ph.d.-titel. [...] Nu har plagiatjægerne indstillet sigtekornet på den nuværende forsvarsminister. I sidste uge kunne den crowdsourcede internetside Vroniplag afsløre, at forsvarsminister Ursula von der Leyens lægevidenskabelige afhandling fra 1990 i store træk består af plagierede passager fra videnskabelige artikler. [...] I dag ønsker Ursula von der Leyen måske nok, at nogen havde fjernet hendes afhandling fra universitetsbiblioteketet i Hannover og ikke mindst fra internettet."
  • Wirtschaftswoche (S. 30): Dr. Seltsam (Gregor Peter Schmitz) "Klar ist aber bereits, dass viele ausländische Beobachter sich wieder die Augen reiben werden, sollte nun auch noch die aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel über Fußnoten stolpern. Dass VroniPlag und andere Enthüllungsplattformen wie eine Reputations-Guillotine über den politischen Akteuren schweben, ist in anderen Ländern nämlich bislang so gut wie unbekannt. Zwar mussten natürlich auch dort Politiker ob Plagiaten ihr Amt aufgeben, zum Beispiel in Ungarn oder Rumänien. Aber das große Frankreich etwa ist nach Selbsteinschätzung von Wissenschaftlern bislang meist ein Paradies für Großplagiatoren. [...] Die Deutschen hingegen strafen politische Abschreibe-Künstler bislang hart ab. So hart, dass das Ausland die Doktordebatten mit einem Blick in die deutsche Seele zu erklären versucht."
  • der Freitag: Nicht nur Fußnoten (Marcel Schütz) "Plagiate. Falsche Anreize locken wissenschaftlich desinteressierte Doktoranden, die Titel benötigen um außerhalb der Wissenschaft Wissenschaftler zu spielen. Der Fehler hat System.
    [...] Und auch wenn die Causa von der Leyen Jahrzehnte zurückliegt: Wieder wird man in der deutschen Hochschulszene Besserung in jeder Hinsicht geloben. Etwa durch mehr Betreuung für methodisch inkompetente Promovenden; etwa über ‚klare Standards‘ für Promotionsverfahren, die schon immer ebenso klar waren, wie sie klar unterlaufen wurden."
  • taz: Kommentar von der Leyen und Plagiat: Strammstehen für Fehler (Ralf Pauli) "Die politische Interpretation müsste sein: So wie auch Exbildungsministerin Annette Schavan mit dem Plagiatsnachweis über Nacht jegliche Autorität über Abertausende Promovenden und Wissenschaftler verloren hat, kann auch Ursula von der Leyen nicht mehr weisungsbefugt über die beiden Bundeswehr-Universitäten sowie deren Studierende und Professoren sein."
  • Deutsche Welle: Jagd nach Plagiaten: Detektivarbeit wichtiger als Computerprogramme (Zulfikar Abbany /bo) "Hat Ursula von der Leyen in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben? Automatische Suchprogramme helfen bei der Beantwortung der Frage kaum. Wichtiger ist akribischste Detektivarbeit vieler freiwilliger Plagiatsjäger.
    [...] Hauptverantwortlich für die Jagd nach Plagiaten ist ein Wiki, eine kollaborative Online-Gemeinschaft von Nutzern und Mitwirkenden, namens VroniPlag. [...] Hinter VroniPlag steht hauptsächlich akribische Detektivarbeit. Die freiwilligen Mitarbeiter erbringen diese in ihrer Freizeit - meistens nachts, nach ihrer tagtäglichen Arbeit."
  • DER SPIEGEL (41/2015): Hausmitteilung "Nur durch Zufall erreichte Redakteurin Melanie Amann am vergangenen Freitagnachmittag der Anruf eines Informanten. Amann saß schon im Flugzeug und wollte gerade das Handy ausschalten. Der Anruf kam aus dem Netzwerk ‚VroniPlag‘, er war kurz: ‚Es gibt Plagiate in der medizinischen Dissertation der Bundesverteidigungsministerin.‘ Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren ging den Vorwürfen gegen Ursula von der Leyen nach und stellte fest: Die Plagiatsjäger hatten zahlreiche verdächtige Stellen aufgespürt."
  • DER SPIEGEL (41/2015, S. 18-21): Der Röschenkrieg (Melanie Amann, Jan Friedmann, Veronika Hackenbroch, Marc Hujer, René Pfister) "Von der Leyens Arbeit ist ein schmales Bändchen von gerade mal 62 Textseiten. Sie hat sich beim klinischen Teil der Untersuchung – soweit sich das von außen beurteilen lässt – keine Schludrigkeiten zuschulden kommen lassen. Dafür sind die ersten 27 Seiten der Arbeit, auf denen Medizinhistorie und fachliche Grundlagen referiert werden, in großen Teilen ohne korrekten Quellenverweis abgeschrieben. Das ist keine Lappalie, und es könnte dazu führen, dass von der Leyen am Ende ihren Titel los ist. Denn ein gelungener experimenteller Teil wiegt nicht die Plagiate in der Einleitung einer Arbeit auf. ‚Im Grundsatz gilt: Täuschung ist nicht kompensationsfähig‘, sagt Wolfgang Löwer, Professor für Wissenschaftsrecht an der Universität Bonn."
  • DER SPIEGEL (41/2015, S. 20): Das Vorbild. Kommentar (Susanne Beyer) "Ursula von der Leyen wird des Plagiats verdächtigt. Selbst wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass sie ihren Doktortitel behalten darf, lässt sich jetzt schon sagen, dass sie Fehler gemacht hat – sie hat das geistige Eigentum anderer Forscher nicht gebührend geachtet. Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Promotionsarbeit 23 strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße begangen. Das ist gravierend genug, aber er erklärte: ‚Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.‘ Und als die Sache ernster wurde, sagte er: ‚Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht.‘ Das war sein Ende. Ursula von der Leyen muss das besser machen. Besser machen heißt in diesem Fall: den Fehler eingestehen. Für sie läge darin eine Chance."

1. Oktober 2015Bearbeiten

  • Die Zeit (40/2015, S. 9): Endlich unperfekt (Martin Spiewak) "Von der Leyens Promotionsarbeit in diese Liste aufzunehmen, wurde im Kreis der Plagiatsprüfer kontrovers diskutiert. Einer, der dagegen war, argumentierte, man habe bei VroniPlag 'im Medizin-Universum geschätzte tausend andere Arbeiten auf Halde, die mehr Plagiate enthalten'. Würde man heute sämtliche medizinischen Dissertationen mit den Methoden der Plagiatsjäger testen, stieße man wohl bei mindestens der Hälfte auf ähnliche Unregelmäßigkeiten wie in der Arbeit von Ursula von der Leyen -- einfach deshalb weil sie von Professoren, Doktoranden wie Studenten gar nicht als Unregelmäßigkeiten verstanden wurden. Für diese gängige wissenschaftliche (Fehl-)Praxis nun die Doktoranden zur Rechenschaft zu ziehen, wäre ebenso unhistorisch wie unfair. All das wissen die Verantwortlichen der Medizinischen Hochschule Hannover, [...] Damit wäre die Causa von der Leyen erledigt."
  • Tagesspiegel: Plagiatsaffäre: Ursula von der Leyens kurzer Draht zu ihrer Uni (Peter Mlodoch/Tilmann Warnecke) "Die Familie Leyen pflegt enge Verbindungen zur Medizinischen Hochschule Hannover. Ist die Uni in der Plagiatsaffäre also befangen? Ein Sprecher weist das zurück. [...] Zuvor waren Zweifel an der Neutralität des Gremiums aufgekommen, das die Hochschulleitung am Montag mit der Hauptprüfung beauftragt hatte. Ehemann Heiko von der Leyen lehrt seit 2001 als außerplanmäßiger, also nicht festangestellter Professor für innere Medizin an der MHH. Zudem ist er Geschäftsführer der 2005 von der Hochschule und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannover Impuls gegründeten Hannover Clinical Trial Center GmbH (HTCT). [...] Einen Interessenkonflikt sieht die Uniklinik darin nicht. [...] Ursula von der Leyen ist Gründungsmitglied des Ehemaligen-Vereins MHH-Alumni e. V. Auch der Vorsitzende der fünfköpfigen GWP-Kommission taucht in der Mitgliederliste auf."
  • Deutschlandfunk: Afghanistan-Einsatz. "Kundus ist ein Alarmzeichen" (André Wüstner im Gespräch mit Sandra Schulz) "Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, warnt nach den Taliban-Angriffen auf Kundus vor einer Eskalation in Afghanistan.
    [...] Schulz: Ganz kurze Frage noch zum Schluss. Ursula von der Leyen, die Verteidigungsministerin, die hat ja noch ein anderes Problem. Es ist Anfang dieser Woche bekannt geworden, dass der Blog VroniPlag ihre Doktorarbeit untersucht. Kann sie Ministerin bleiben, wenn ihr der Doktortitel entzogen werden sollte?
    Wüstner: Wenn es soweit ist, dann würden wir natürlich darüber diskutieren. Wir kennen die Diskussionen aus der Plagiatsaffäre von zu Guttenberg auch innerhalb der Bundeswehr. Wir haben diese besondere Situation, dass wir auch Universitäten haben. Jetzt braucht man natürlich keinen Doktortitel, wenn man als Dienstherrin auch sozusagen für die Hochschulen verantwortlich ist und diesen vorsteht. Allerdings ist auch klar, es sollte dieser nicht aberkannt werden. Jetzt warten wir mal ab, wie sich die Situation entwickelt. Wir halten uns da insgesamt zurück und warten auf die Ergebnisse."
  • der Freitag: Dämliche Doktorspiele (Christian Füller) "Dummerweise ist eine finale Tugend, die man von Ministern erwartet, dass sie die Wahrheit sagen – und da ist nun gut dokumentiert, dass Ursula von der Leyen dies im streng wissenschaftlichen Sinne nicht getan hat. Sie hat einige Male Zitate nicht kenntlich gemacht, manchmal nicht mal den Autor genannt, von dem sie ihre Weisheiten hatte. Das hatte durchaus Methode. So konnte sie andere Autoren zitieren, ohne zu verraten, dass sie selbst diese gar nicht gelesen hat. Für den Normalbürger sind das vielleicht Petitessen. Der Journalismus verfährt bisweilen ganz bewusst nach diesem Prinzip. Aber in einer Doktorarbeit gehört das zum Kerngeschäft, für das der Doktorand sogar seine Hand ins Feuer legt – indem er schriftlich versichert, korrekt zu arbeiten."

30. September 2015Bearbeiten

  • Basler Zeitung (S. 7): Die Quacksalberin (Benedict Neff) "Sicher ist: Ursula von der Leyen muss diese Geschichte selber ausbaden. Sie ist die alleinige Verantwortliche, da hilft es auch nicht, Professoren als 'Aktivisten' in den Sphäre des Unseriösen rücken zu wollen. Hat sie im Umfang plagiiert, wie ihr vorgeworfen wird, hat sie ihre Glaubwürdigkeit verwirkt. [...] Ihr wäre es auch zuzutrauen, des Plagiats überführt zu werden, im Amt zu bleiben, und die Affäre irgendwie zu überstehen; wegzustrahlen mit ihrer Denver-Clan-haften Perfektheit, auszusitzen mit ihrer blondierten Dreiwettertaft-Festigkeit."
  • Mitteldeutsche Zeitung: Ohne Ansehen der Person (Markus Decker) "Mit einem Vorurteil möchte Gerhard Dannemann erstmal aufräumen. 'Im Wiki herrscht ganz große Einhelligkeit, dass man Politiker nicht besser und nicht schlechter behandelt als andere', sagt der Jurist. Und darüber, ob man den möglichen Plagiatsfall Ursula von der Leyen veröffentlicht, habe es mehrere Diskussionen gegeben. Über die medizinische Doktorarbeit der Verteidigungsministerin von der CDU habe sich aber 'so viel angesammelt, dass der einzige Grund, ihn nicht zu veröffentlichen, der gewesen wäre, dass Frau von der Leyen Ministerin ist. Und das wollte auch keiner.' [...] Dannemann geht es nicht darum, die womöglich nächste Kanzlerin zu verhindern. Er sagt: 'Mir geht es um wissenschaftliche Integrität.'"
  • Times Higher Education: 'Heir to Merkel' denies plagiarism allegations (Jack Grove) "Two German ministers have previously been forced to quit after they were accused of copying sections of their PhDs by the crowd-funded website."
  • DOCMA: Ein Doktor mogelt nicht (Michael J. Hußmann) "Viele können es ja schon nicht mehr hören: Erneut gibt es Zweifel an der Doktorarbeit eines Politikers; aktuell trifft es Ursula von der Leyen, bis dato Doktorin der Medizin. Trotz der zahlreichen, ähnlich gelagerten Fällen in der Vergangenheit ist es aber noch immer nicht Gemeingut, dass man bei einer Dissertation nicht mogeln darf.
    [...] Wer genau hinter dieser Untersuchung steht, spielt keine Rolle; die konkreten Vorwürfe werden auf der VroniPlag-Website transparent dokumentiert und können von jedem Interessierten überprüft werden. Wenn die Vorwürfe zutreffen, ist es egal, wer sie vorgebracht hat, und falls nicht, gilt dasselbe. Die Plagiatsjäger führen nicht ihren Ruf oder ihr Renommee ins Feld, sondern allein die Kraft ihrer Argumente selbst.
    In Kommentaren auf Facebook und anderswo im Internet reagieren manche genervt: [...] Das ist aber alles unerheblich, denn aus solchen Kritiken spricht ein Unverständnis darüber, was eine saubere wissenschaftliche Arbeit ist, wie man sie in einer Dissertation voraussetzen muss."
  • neues deutschland: Mehr als eine Berufsbezeichnung (Velten Schäfer) "Der »Fall« von der Leyen zeigt, dass der deutsche Dr. med. dringend reformiert gehört.
    Fünf Prozent der Geschichtsstudierenden werden Doktor - aber 80 Prozent der Mediziner. Seit Jahren kämpft der Wissenschaftsrat gegen diesen Schmalspurtitel.
    [...] Das ist heute anders. Deutsche Dissertationen sind keine Abfallprodukte oder Nebenherprojekte mehr - bis auf die medizinische Disziplin, deren Doktorenproduktion nun im Umfeld der Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wieder einmal in den Blickpunkt rückt.
    [...] Natürlich gibt es auch unter diesen Medizindissertationen gute und schlechte - und die nun fragliche dürfte zu den schlechten gehören. Die auf der Seite »Vroniplag« einzusehenden Mängel sind erheblich. Anders als etwa bei der 2013 debattierten Dissertation von Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) geht es nicht nur darum, dass bei gekennzeichneten wörtlichen Zitaten keine Gänsefüßchen gesetzt wurden. Es gibt Vollplagiate, also Stellen, in denen offensichtlich ohne Quellenangabe Text übernommen ist, es gibt Fußnoten, an denen sich der angegebene Hinweis nicht findet. Und manchmal wird die Lektüre von Primärtexten offenbar nur vorgetäuscht, was auffliegt, wenn Fehler aus einer Sekundärquelle übernommen werden."
  • Süddeutsche Zeitung: Plagiatsvorwurf gegen Ursula von der Leyen. 'Sieht nicht gut für sie aus' (Interview von Matthias Kohlmaier) "Sebastian Sattler forscht zu Wissenschaftsbetrug. Im Gespräch erklärt er, ob Ursula von der Leyen ihren Titel behalten sollte und warum medizinische Doktorarbeiten oft ein sehr geringes Niveau haben.
    [...] SZ.de: Herr Sattler, Sie haben sich die von VroniPlag Wiki monierten Stellen in Ursula von der Leyens Dissertation angesehen. Was halten Sie davon?
    Sebastian Sattler: Hier wurden ganze Absätze und auch Grafiken ohne Quellenangabe übernommen oder aus anderen Quellen ohne entsprechende Referenz übersetzt und erscheinen damit als geistiges Eigentum der Autorin. Damit macht sich Frau von der Leyen zumindest mehr als verdächtig, wenigstens in Teilen plagiiert zu haben."
  • Stern: Düsseldorfer Professor wirft Plagiatsjägern Willkür vor (dpa) "Angesichts der Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wirft der Düsseldorfer Bildungsforscher Heiner Barz Plagiatsjägern Willkür und fragwürdige Untersuchungsmethoden vor.
    [...] Plagiatsjäger interessierten sich ausschließlich für die formale Übereinstimmung von Formulierungen - unabhängig vom wissenschaftlichen Mehrwert einer Arbeit, sagte der Pädagogikprofessor in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn der erste Halbsatz in einer Dissertation sich bereits in einer früheren Schrift nachweisen lässt, könnte im zweiten Halbsatz eine noch so epochale neue Erkenntnis stecken. Den Plagiatsjäger interessiert nur der mechanistische Textabgleich.» Mit ihren Plagiatsplattformen im Internet seien sie «Aktivisten der virtuellen Textabgleichfabriken»."
  • Wallstreet Online: "Vroniplag"-Sprecher: Fall von der Leyen nicht politisch motiviert (dts Nachrichtenagentur) "Der Sprecher der Plagiatsplattform 'Vroniplag Wiki', der Berliner Professor Gerhard Dannemann, hat betont, dass der Hinweis auf ein mögliches Plagiat von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht politisch motiviert sei. 'Im Wiki herrscht ganz große Einhelligkeit, dass man Politiker nicht besser und nicht schlechter behandelt als andere', sagte er der 'Mitteldeutschen Zeitung' (Mittwochausgabe). Und darüber, ob man den möglichen Plagiatsfall von der Leyen veröffentliche, habe es mehrere Diskussionen gegeben."
  • Berliner Morgenpost: Gefahr für die Spitzen-Frauen "Angela Merkel und Ursula von der Leyen haben plötzlich Probleme
    [...] Ursula von der Leyen vergeht das Dauerlächeln, seit sie sich gegen den Vorwurf wehren muss, sie habe bei ihrer Promotion zur Doktorin der Medizin geschummelt. In schlechter Tradition zu ihrem Vorvorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg. [...] Einen Rettungsversuch aus eigener Kraft kann Ursula von der Leyen nicht starten. Ihr politisches Schicksal hängt von der jetzt eingeleiteten Hauptprüfung ihrer Promotion ab."

29. September 2015Bearbeiten

  • Hannoversche Allgemeine Zeitung: Dr. med. Dünnbrettbohrer (Marina Kormbaki) "'Nicht die Qualitätsanforderungen sind gering, sondern die zur Verfügung stehende Zeit ist knapp', sagt Prof. Martin Lohse, Pharmakologe an der Universität Würzburg und Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. 'Anders als in anderen Naturwissenschaften dauert die medizinische Doktorarbeit in der Regel ein halbes bis ein ganzes Jahr und erfolgt studienbegleitend – sie dient nicht in erster Linie dem wissenschaftlichen Fortschritt, sondern ist ein Beleg dafür, dass man sich mal mit wissenschaftlichen Fragen auseinandergesetzt hat', sagt Prof. Lohse."
  • Dagens Nyheter: Minister i ny fuskskandal (Jan Lewenhagen) "Ursula von der Leyen, 56 år, är en av Tysklands ledande politiker efter den blixtkarriär i CDU (Kristligt-demokratiska unionen) som sjubarnsmamman inledde efter sekelskiftet. [...] Vroni Plag, döpt efter den granskning som gjordes av en känd politikers dotter, är med genomgången av von der Leyens avhandling inne på sin 152:a granskning och det är långtifrån bara politiker som synas. Två ministrar har dock tvingats avgå sedan granskningen lett till att de blivit av med sina doktorstitlar. [...]"
  • Weser-Kurier: Verteidigungsministerin mimt Heckenschützen-Opfer (Norbert Holst) "Von der Leyen reagiert mit verbaler Offensive: 'Es ist nicht neu, dass Aktivisten im Internet versuchen, Zweifel an Dissertationen namhafter promovierter Politiker zu streuen', keilt die CDU-Politikerin zurück. Eine durchaus clevere Strategie. 'Aktivisten' – das klingt irgendwie nach politischen Heckenschützen, deren Opfer sie ist. Und der Verweis auf das Internet ist auch nicht dumm: Da kann doch eh jeder jeden Blödsinn behaupten.
    Ganz so einfach ist es aber nicht – und das dürfte die Ministerin auch wissen. Denn mit ihrer Wortwahl bedient sie Vorurteile, die im Internet über Vroni-Plag kursieren. Da ist zum Beispiel von 'politischen Blutgrätschen' die Rede. Auch wird der Truppe unterstellt, auf dem linken Auge blind zu sein. Doch hinter dem Forum stecken keineswegs überwiegend linke Eiferer."
  • Deutschlandfunk: "Natürlich gibt das zu denken" (Heyo Kroemer im Gespräch mit Manfred Götzke): "Götzke: [...] 152 Promotionen kann man bei VroniPlag Wiki mit klaren Namen und Plagiateanalysen anschauen, 80 davon kommen aus dem Bereich Medizin oder Zahnmedizin – teilweise mit Plagiaten von einer Qualität, die selbst zu Guttenberg wie einen ehrenwerten Spitzenforscher erscheinen lassen. [...] Herr Kroemer, mehr als die Hälfte der inkriminierten Arbeiten bei VroniPlag sind medizinische Dissertationen, haben Sie eine Erklärung dafür?
    Kroemer: Ich bin der Überzeugung, dass man insbesondere in der längeren Vergangenheit, zu der ja auch jetzt die aktuell im politischen Raum stehenden Arbeiten gehören, die Form der Rezitation, der Referenzierung nicht so ernst genommen hat, wie man das hätte tun sollen. [...]"
  • DIE WELT: Wer einen Stahlhelm hat, braucht keinen Doktorhut (Alan Posener) "[...] im Zeitalter der Kopfgeldjäger von ‚VroniPlag‘ ist der Doktortitel eher eine Belastung. Möchtegernpolitikern kann man nur raten, die Finger von der akademischen Arbeit zu lassen."
  • Science Insider: German defense minister accused of plagiarism (Gretchen Vogel) "Dannemann says that an analysis of cases published on VroniPlag shows that universities react more quickly to those involving politicians —and are more likely to revoke a degree— than in cases involving academics. Since 2011, at least a dozen German politicians have had their degrees reviewed, and often revoked, following plagiarism accusations."
  • Mittelbayerische: Plagiate: Verjährungsfrist als Lösung? (dpa) "Nach den Plagiatsvorwürfen gegen die Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist eine Diskussion über Verjährungsfristen entbrannt – wie schon bei früheren Verdachtsfällen. [...] Der Ombudsmann für die deutsche Wissenschaft, Jura-Professor Wolfgang Löwer aus Bonn, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag), ein Doktortitel solle nach 15 Jahren nicht mehr entzogen werden können. [...] Dagegen warnte der Juraprofessor der Berliner Humboldt-Universität, Gerhard Dannemann, am Dienstag im ZDF-'Morgenmagazin': ,Denken Sie nicht an die Politiker, denken Sie an die Wissenschaft.'"
  • Deutschlandfunk: Plagiatsvorwürfe: "Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien" (Ulrich von Ahlemann im Gespräch mit Jochen Spengler) "von Ahlemann: Diese VroniPlag Wiki ist mittlerweile durchaus anerkannt. Da arbeiten sicher auch manche Nerds mit dunkel gerahmten Brillen mit, aber da werden die beraten (teilweise arbeiten die auch mit) durchaus von seriösen Professoren, zum Beispiel von der Humboldt-Universität in Berlin, die schon darauf achten, dass hier nicht fahrlässig gearbeitet wird. Aber diese VroniPlag-Plattform, die verurteilt nicht. Die hebt nur den Finger: Wir haben da was gefunden, prüft das noch mal nach. Und das haben dann die Hochschulen und Universitäten zu prüfen. In einigen Fällen, auch bei sehr prominenten, haben die bereits gesagt, ja, das reicht uns nicht zu einer Verurteilung oder zu einer Aberkennung, zum Beispiel bei dem Außenminister Steinmeier und bei dem Bundestagspräsidenten Lammert. Bei anderen hat man gesagt, ja, es reicht uns, und dann müssen wir als Universität jetzt tätig werden."
  • FAZ.NET: Doktorspiel mit Schiffsarzt (Jürgen Kaube) "Laut Vroniplag, der Website zur Dokumentation von Plagiaten in deutschen Hochschulschriften, hat von der Leyen auf 27 der 62 Seiten ihrer 1990 publizierten Hannoveraner Dissertation etwas abgeschrieben und Quellenverweise gemacht, die ins Leere führen. Darunter finden sich so merkwürdige Abschriften wie die aus einem Büchlein über den französischen Schiffsarzt Jules Crevaux, der 1881 das Dampfbad nach der Entbindung als medizinische Praxis von Amazonas-Indianern beschrieben hatte. Warum jemand so etwas weder kenntlich macht noch in eigenen Worten formuliert, erschließt sich nicht sofort. Oder ein anderes Beispiel: Weshalb fügte die Promovendin in Passagen, die ebenso wörtlich wie undeklarierterweise einer Quelle folgen, Literaturverweise ein, die gar nicht zum zitierten Text und seiner Aussage passen? Hatte sie gar nicht verstanden, dass ihre Belege keine sind? Oder war es ihr gleichgültig, und es kam nur darauf an, irgendwie den Eindruck der Einschlägigkeit zu erwecken?"
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 226, S. 11): Doktorspiel mit Schiffsarzt (Jürgen Kaube) "Das Problem ist: Doktorarbeiten werden kaum gelesen. [...] Laut Vroniplag, der Website zur Dokumentation von Plagiaten in deutschen Hochschulschriften, hat von der Leyen auf 27 der 62 Seiten ihrer 1990 publizierten Hannoveraner Dissertation etwas abgeschrieben und Quellenverweise gemacht, die ins Leere führen."
  • ZDF-Morgenmagazin: Verliert von der Leyen den Doktortitel? "'Von der Leyen vermittelt den Eindruck, dass man so wissenschaftlich arbeiten darf', sagt der Rechtswissenschaftler Prof. Gerhard Dannemann nach der Veröffentlichung ihrer Doktorarbeit auf VroniPlag."

28. September 2015Bearbeiten

  • de Volkskrant: Opnieuw Duitse minister van plagiaat beschuldigd (Sterre Lindhout) "Maar VroniPlag is niet zomaar een clubje. Het is een groep gepromoveerde wetenschappers die naast hun werk proefschriften van anderen ontleden om plagiaat op te sporen. Ze waren daarbij al vaak succesvol. Het merendeel van die proefschriften is niet door politici of anderszins bekende Duitsers geschreven, maar die zaken worden door de media niet opgepikt."
  • Straits Times: German defence minister denies plagiarism allegations (AFP) "Der Spiegel's report cites findings from anti-plagiarism website VroniPlag Wiki, which tracks and counts cases of academic misappropriation. [...] Much prestige is placed on academic titles in Germany, with the label of doctor being systematically included when identifying oneself."
  • Cicero Online: Warum jetzt? Warum sie? Plagiatsvorwürfe gegen Ursula von der Leyen (Christoph Schwennicke) "Es ist die erste medizinische Doktorarbeit, die hier auf den Prüfstand der Wikis gestellt wird. Man kann sich da eines gewissen Reflexes nicht erwehren: Ach Gottchen, eine Doktorarbeit in Medizin... Viel relevanter ist [...] die politische Dimension dieses Falles von der Leyen. Das Plagiats-Wiki ist in der Internet-Moderne das, was früher der Untersuchungsausschuss war: ein politisches Kampfinstrument."
  • Stern: Von der Leyen sollte zurücktreten (Alicia Müller) "‚Die Vorwürfe haben bei weitem nicht die Dimension wie die gegen Guttenberg damals‘, sagt Martin Heidingsfelder, ‚aber die Fehler sind besser greifbar als bei Schavan.‘ Heidingsfelder gehört zu den Initiatoren von ‚Vroniplag Wiki‘, arbeitet aber mittlerweile selbstständig als vollberuflicher Plagiatprüfer. Er gilt als Experte [...]. [...] Die Rechercheure und Nutzer von Vroniplag prüfen wissenschaftliche Texte ehrenamtlich und kontrollieren ihre Ergebnisse laut Heidingsfelder nach dem Vier-Augen-Prinzip: ‚Sie arbeiten sehr sorgfältig, fast schon ängstlich.‘"
  • taz.de: Der Plagiatsknick (Ralf Pauli) "Der Doktortitel ist für Spitzenpolitiker vom Karrieresprungbrett zur Karrieregefahr geworden. [...] Heute kann jeder auf der Plattform VroniPlag nachlesen, wie von der Leyen über Seiten hinweg die Erkenntnisse eines Herrn Krumbach über das rituelle Schwitzen inidigener Völker in einem Temazcal, einer Art Dampfbad, als ihre eigenen darstellt. [...] Beanstandete Dissertationen sind wie Stasi-Akten, die ansonsten integre Politiker auf Lebzeiten als amtsunwürdig stempeln. Man mag das Herumreiten auf unwissenschaftlicher Zitation als kleinlich bezeichnen. Fakt ist: Die Doktorwürde braucht heute kein Politiker mehr. Möglich, dass man in 30 Jahren vom Plagiatsknick sprechen wird, sollte die künftige Politikergeneration aus reiner Vorsicht auf den Titel verzichten. Man muss ihr dazu raten."
  • Deutschlandradio Kultur: Parteikollegen stellen sich hinter von der Leyen (Christiane Habermalz) "Doch zu Gute kommen könnte ihr am Ende der Umstand, dass an medizinische Dissertationen in der Wissenschaftscommunity ein deutlich niedrigerer Standard angesetzt wird, als an Doktorarbeiten anderer wissenschaftlicher Fächer. Er gilt als 'Haustürtitel', im Niveau oft noch unterhalb von Diplomarbeiten in den Naturwissenschaften angesiedelt. Mediziner brauchen den Doktortitel für ihre berufliche Reputation. Zuletzt hatte sich der Wissenschaftsrat 2004 mit dem Thema beschäftigt und empfohlen, zwei Doktortitel zu vergeben - einen, der als Studienabschlusszertifikat vergeben wird, und einen anderen, der eine wissenschaftliche Qualifikation darstellt."
  • Deutschlandfunk: Nicht mit zweierlei Maß messen (Frank Capellan) "Eines scheint jetzt schon klar: Diese Affäre wird am Image der scheinbar makellosen Vorzeige-Politikerin kratzen, selbst dann, wenn sich die Vorwürfe als nicht so schwerwiegend erweisen sollten, dass sie ihren Doktortitel abgeben muss. [...] Natürlich sollte uns alle viel mehr interessieren, wie wir mit den Herausforderungen der Zuwanderung klarkommen. Das darf aber nicht bedeuten, dass wir uns mit den Plagiatsvorwürfen erst gar nicht mehr zu beschäftigen haben, wie es CDU-Vize Thomas Strobl suggeriert. [...] Auch wird der schlechte Ruf des Doktors der Medizin ins Feld geführt, auf Arbeiten verwiesen, die sich wegen der geringen Anforderungen mal eben in wenigen Monaten dahin schreiben lassen und eigentlich ja keine echten Dissertationen seien. Das aber darf alles nicht zählen. Es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden! [...] Doktorarbeit ist Doktorarbeit, und falsch zitiert bleibt falsch zitiert oder abgeschrieben, unabhängig davon, wer es gemacht hat."
  • Deutschlandfunk: Von der Leyen hat "äußerst schmallippig reagiert" (Nikolaus Blome im Gespräch mit Tobias Armbrüster) "Armbrüster: Herr Blome, wie werden denn solche Plagiatsvorwürfe in Berlin inzwischen generell beurteilt? Gibt es da eine gewisse Ermüdungserscheinung?
    Blome: Ja, das ist mein Eindruck. Das müsste aber oder das sollte aber nicht, finde ich, den ausschlaggebenden Aspekt ausmachen. Natürlich sagt man, ach Gott, jetzt schon wieder und jetzt versuchen sie es da auch noch mal, das ist eine wissenschaftliche Arbeit und die ist auch wesentlich kürzer, und wie gesagt, es vermengt sich jetzt auch schon immer, dass man sagt, na ja, medizinische Doktorarbeiten sind eh gar keine richtigen, ihr verdient ja gar nicht den Doktor und so weiter und so fort. Ja, aber ich finde, da sollte man schon dann scharf genug sein, jede einzelne Sache sich selber anzuschauen und isoliert zu betrachten in ihrem eigenen Kontext und sich nicht davon leiten lassen, dass das jetzt der 8. oder der 12. Oder der 33. Versuch ist, jemandem ans Zeug zu flicken."
  • Deutschlandfunk: Internetplattform VroniPlag spricht von "schwerem Fall" (Gerhard Dannemann im Gespräch mit Michael Böddeker) "Böddeker: Warum gerade so viele medizinische Doktorarbeiten?
    Dannemann: Die offensichtliche Antwort ist, dass da besonders viel plagiiert wird. Eine weitere ist, dass es dort sehr viele elektronisch veröffentlichte gibt, die man leichter untersuchen kann auf Plagiate. Und dann gibt es einen sehr cleveren Mitarbeiter in Wiki, der die elektronisch veröffentlichten untereinander einzeln abgeglichen hat, und dabei sind also ganz besorgniserregende Muster an einigen Fakultäten hochgekommen – mit seriellem Abschreiben, einer nach dem anderen, bei demselben Doktorvater, alles ohne Nennung der Quelle, alles ohne Kennzeichnung."
  • Spiegel Online: Plagiatsvorwürfe gegen von der Leyen: Noch nicht abgeschrieben (Matthias Gebauer, Florian Gathmann und Philipp Wittrock) "In der Union und im Verteidigungsministerium wundert sich indes mancher über von der Leyens Krisenmanagement. In einer ersten Reaktion hat sie die Plagiatsvorwürfe schroff zurückgewiesen und die Rechercheure von VroniPlag als ‚Aktivisten‘ abgestempelt. Mit einer ähnlichen Vorwärtsverteidigung hatte sich einst Karl-Theodor zu Guttenberg ins Verderben manövriert."
  • ZEIT ONLINE: Plagiat: Kein Fall wie Guttenberg (Hermann Horstkotte und Anne-Kathrin Gerstlauer) "Nun gehen die Hobby-Prüfer in die Breite und nehmen auch Arbeiten ohne spektakuläre Verfassernamen in den Blick. Denn politische Skandalgeschichten allein gefährden den Seriositätsanspruch von Vroniplag. Trotzdem hat jemand aus dem Intelligenz-Schwarm um das Wiki die Dissertation von der Leyen herausgepickt und auf den gemeinsamen Prüfstand gestellt. Den Fall nun 'nicht öffentlich zu machen', so Dannemann, 'hätte bedeutet, Politiker jetzt zu bevorzugen.'"
  • Spiegel Online: Von der Leyen in der Plagiatsaffäre: Riskantes Ausweichmanöver (Melanie Amann) "Das Team des VroniPlag Wiki hat honorige Mitglieder, die ihre Arbeit seriös nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft haben, ohne Schaum vor dem Mund, und sogar ohne Plagiatssoftware. Einer ihrer Wortführer, Professor Gerhard Dannemann von der HU Berlin, traut sich auch, die Vorwürfe unter eigenem Namen vorzutragen. Man kann diese Gruppe nicht als voreingenommene Polit-Aktivisten abtun. Sie prüfen die Dissertation außerdem schon seit Monaten, insofern sind alle Spekulationen abwegig, dass politisch interessierte Kreise von der Leyen als mögliche Merkel-Nachfolgerin abschießen wollen, falls diese wegen der Flüchtlingskrise nicht noch einmal zur Bundestagswahl antreten wollte."
  • ZEIT ONLINE: Hochschule leitet Prüfung von Leyens Doktorarbeit ein (dpa) "Die Schwelle zur Einleitung der Hauptprüfung sei im Verfahren zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (GWP) der Medizinischen Hochschule Hannover grundsätzlich niedrig, hieß es. Die fünfköpfige Prüfungskommission besteht aus vier gewählten Mitgliedern aus den großen Bereichen der Hochschule sowie einem Experten für das Rechtswesen. Die Schwelle zur Einleitung der Hauptprüfung sei im Verfahren zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (GWP) der Medizinischen Hochschule grundsätzlich niedrig, hieß es."
  • Spiegel Online: Medizin-Promotionen: Akademische Ramschware (Bernd Kramer) "Auf die Mediziner sind die Plagiatsexperten bereits seit längerer Zeit aufmerksam geworden: Von den 152 Arbeiten, die VroniPlag Wiki dokumentiert, stammen mittlerweile mehr als 80 von Medizinern und Zahnmedizinern. Zum Teil mit atemberaubenden Plagiaten: Ein Doktorand der Universität Münster hatte demnach seine ganze Arbeit von einem Vorjahres-Promovenden abgeschrieben. Und auch die Vorlage war schon zusammengeschustert: Bei dem Doktoranden wiederum fand die Internetplattform auf 94,44 Prozent der Seiten Plagiate. Ähnliche Plagiatsketten fanden sich an der Charité in Berlin - und sie werfen ein schlechtes Licht auf die Promotionskultur im Fach."
  • Tagesspiegel: Plagiatsvorwürfe gegen Ursula von der Leyen. Uni leitet Hauptprüfung der Doktorarbeit ein (Tilmann Warnecke) "Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wird die Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einer Hauptprüfung untersuchen. Das teilte die MHH am Montag mit. Die Hochschulleitung habe entschieden, eine ‚förmliche Untersuchung‘ durch die ‚Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis‘ einzuleiten. Dazu habe sie sich nach einer Vorprüfung der Arbeit durch die Ombudsperson der Hochschule entschieden."
  • Spiegel Online: Von der Leyens Doktorarbeit: 43 Prozent nicht ganz sauber (Kristin Haug) "VroniPlag stuft auch einige Erkenntnisse der Arbeit als fragwürdig ein, demnach soll die Autorin übernommene und nicht gekennzeichnete Fragmente um eigene Belege ergänzt haben, die teilweise nicht zu den gemachten Aussagen passen. ‚Hier (lässt sich) der Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens nicht völlig von der Hand weisen‘, schreiben die Plagiatsjäger."
  • Stern: Professor: Mängel in von der Leyens Arbeit schwerwiegend (AFP) "Die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sind nach Ansicht von zwei Juraprofessoren gravierend.
    [...] Auch der Plagiatsexperte Volker Rieble bewertet das Vorgehen von der Leyens als ‚eindeutiges Plagiat‘. Er sagte dem Blatt, oberhalb einer Bagatellgrenze sei es egal, ob es sich um einen schweren oder nur mittelschweren Plagiatsfall handele."
  • Westfälische Nachrichten: Plagiatsvorwürfe: Unterstützung für von der Leyen (dpa) "Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl hat mit Unverständnis auf die Plagiatsvorwürfe gegen seine Parteikollegin, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, reagiert."
  • Mittelbayerische: Kommentar. Am Lack kratzen (Reinhard Zweigler) "Für von der Leyens Befähigung zum Ministeramt dürfte der Sachverhalt, der jetzt von der Medizinischen Hochschule Hannover aufzuklären ist, kaum von Belang sein. Auch wenn sich die Verteidigungsministerin um junge Frauen in der Bundeswehr und um Kinderbetreuung in der Kaserne besonders kümmert.
    Doch den Plagiatsjägern geht es um etwas anderes. Sie wollen am Lack der Ministerin kratzen, sie vielleicht sogar aus dem Amt treiben. Bei Karl-Theodor zu Guttenberg oder bei Annette Schavan hat das ja auch geklappt."
  • RP Online: Unionspolitiker springen von der Leyen zur Seite (Birgit Marschall und Bertram Müller) "Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll bei ihrer Doktorarbeit im Fach Medizin ganze Textpassagen abgeschrieben haben. Solche Vorwürfe treffen Politiker besonders hart. Denn ihre Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.
    [...] Und auch dies kommt einem von früheren Fällen bekannt vor: Parteifreunde nehmen sie in Schutz, ohne sich allzu sehr festzulegen.
    [...] Anders als früher, vor dem Internet-Zeitalter, machen sich heute Plagiatsjäger einen Spaß daraus, Politiker, die sie nicht mögen, über deren eigene Vergangenheit stolpern zu lassen. Schon früh fiel auf, dass vor allem Politiker der Union die Opfer waren - und dass die Aufdeckungen nicht nur ein Spaß waren, sondern politische Ziele verfolgten nach dem Motto: 'Wer nicht genehm ist, dem weisen wir etwas nach. Die eigenen Leute lassen wir ungeschoren'."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Von der Leyens Volltreffer (Joachim Müller-Jung) "VroniPlag ist jedenfalls voll von fragwürdigen Medizinerabschlüssen, wie man leicht nachlesen kann. Sie liefern die Mehrzahl der Plagiatsverdachtsfälle. Die Beschäftigung von der Leyens mit Entzündungen beim vorzeitigen Blasensprung im Entspannungsbad während der Geburtsvorbereitung ist da ganz offensichtlich nur wegen ihrer politischen Prominenz ein Ausreißer. Wissenschaftlich betrachtet, hat sie jedenfalls einen Volltreffer gelandet. Ihr C-reaktives-Protein als Entzündungsparameter ist in der Medizinforschung noch immer ein willkommenes Thema. Mit den Sturmgewehren der Bundeswehr hat sie weniger Trefferglück."
  • Süddeutsche Zeitung: Von der Leyen in Not (Roland Preuß) "Die Plagiats-Vorwürfe gegen Verteidigungsministerin von der Leyen sind gut belegt und werden von erfahrenen Wissenschaftlern mitgetragen. Vorverurteilt werden darf sie trotzdem nicht."
  • Frankfurter Rundschau: Hinterlistiger Angriff (Markus Decker) "Ob man sie nun mag oder nicht: Ursula von der Leyen (CDU) ist eine hochtalentierte Politikerin. Es wirkt hinterlistig, sie jetzt wegen einer 25 Jahre alten Doktorarbeit zu belangen."
  • Causa Schavan (Blog): Von der Leyen: Promotion mit Sysndrom (Simone G.) "Ursula von der Leyen, 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover promoviert, hat damals eine schlampige Doktorarbeit abgeliefert. Schon das Titelblatt zeigt, dass es die nicht mehr ganz junge Promovendin nicht so genau nahm mit der Sorgfalt: Vom C-reaktiven Protein als Indikator des ‚Amnioninfektionssysndroms‘ soll die Arbeit demnach handeln. Solche Fehler an derart auffälliger Stelle sind Indikator eines bekannten Sysndroms medizinischer Doktorarbeiten: Diese Hochschulschriften sind oft herzlich desinteressiert an der Schriftform."

27. September 2015Bearbeiten

  • LƐNTA·RU: В диссертации главы Минобороны Германии нашли признаки плагиата "Докторская диссертация министра обороны Германии Урсулы фон дер Ляйен не соответствует академическим стандартам, сообщает Der Spiegel со ссылкой на представителей сайта VroniPlag Wiki. По их словам, текст этой научной работы более чем на 40 процентов состоит из заимствований."
  • Lausitzer Rundschau: Plagiatsvorwürfe gegen Ministerin von der Leyen. Aufklären statt vorverurteilen (ots) "Kommentar. Politiker leben gefährlich. Besonders jene, die sich mit einem Doktortitel schmücken. [...] Doch Vorsicht. Erstens haben auch Politiker bis zum Beweis des Gegenteils ein Recht auf die Unschuldsvermutung. Und zweitens hat es schon einen merkwürdigen Beigeschmack, wenn sich scheinbar immer mehr selbst ernannte Experten im Netz zu Richtern aufschwingen, um Personen des öffentlichen Lebens ins Zwielicht zu rücken. Dass sie auch schief liegen können, zeigt der Fall Steinmeier. Dem heutigen Außenminister hatten anonyme Häscher auf der Internetplattform Vroniplag vor zwei Jahren ebenfalls Täuschungsabsichten bei dessen Doktorarbeit unterstellt. Doch die zuständige Uni Gießen kam nach sorgfältiger Untersuchung zu einem gegenteiligen Befund. Nach allem, was man bislang weiß, hat von der Leyen erst einmal richtig gehandelt."
  • Neue Westfälische: Kommentar. Doktorarbeit von Ursula von der Leyen. Gleiche Maßstäbe (Carsten Heil) "Eigentlich geht es auf den Geist und nervt. Kaum dass ein Politiker mit Doktortitel Karriere macht, kommt ein Schlauberger daher und überprüft mittels Computersoftware, ob die Arbeit auch wirklich Promotionsanforderungen genügt. [...] Von der Leyen jedoch geht mit Fehlern ihrer Mitarbeiter sehr streng um. Dann muss sie auch an sich selbst härtere Maßstäbe anlegen lassen. Deshalb ist es absolut richtig, dass bei ihr etwas genauer hingeschaut wird."
  • Hanoversche Allgemeine: "Klarer Fall für einen Rücktritt" (Interview: Conrad von Meding) "Martin Heidingsfelder, Gründer der Plagiatsplattform VroniPlag, findet klare Worte zur Dissertation von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Im Interview mit der HAZ sagt er 'die Medizinische Hochschule sollte ihr den Titel entziehen'. Und er geht sogar noch weiter. [...] Martin Heidingsfelder hat zwar 2011 die Internetplattform Vroniplag gegründet, die Plagiaten nachspürt. Er ist aber ein kommerzieller Plagiatsjäger: Er wird von Auftraggebern dafür bezahlt, dass er Plagiate in Dokumenten sucht. Die heutigen Macher der Plattform 'Vroniplag Wiki' liegen wegen seiner kommerziellen Vorgehensweise mit ihm über Kreuz. Von der Plattform 'Vroniplag Wiki' ist er daher ausgeschlossen. Er bezeichnet sich heute als 'einzigen professionellen Plagiatsjäger, der davon leben kann'."
  • Der Tagesspiegel: Kratzer am Streber-Image (Ulrike Scheffer, Tilmann Warnecke) "Für Dannemann ist Leyens Arbeit symptomatisch für die Qualitätsprobleme medizinischer Dissertationen. Zwar wolle er nicht alle Doktorarbeiten aus dem Bereich abwerten, sagt Dannemann. Leider werde aber die gute medizinische Fachkultur untergraben durch eine 'Subkultur des sukzessiven Abschreibens, ohne Inhalte zu überprüfen oder die wahren Quellen zu dokumentieren'."
  • Süddeutsche Zeitung: Es ist ernst (Roland Preuß) "Womöglich findet sich für manche kritische Stelle in ihrer Doktorarbeit ja noch eine plausible Erklärung, eine, die von der Leyen entlastet. Fest steht allerdings schon jetzt: Die Vorwürfe sind sehr ernst zu nehmen. Sie sind gut belegt und sie werden nicht von einer Gurkentruppe aus Plagiatejägern vorgebracht, sondern von erfahrenen Wissenschaftlern mitgetragen."
  • Süddeutsche Zeitung: Wie schwer die Vorwürfe gegen von der Leyen wiegen (Roland Preuß) "Grundsätzlich geht es darum, dass die Autorin an zahlreichen Stellen wörtliche Formulierungen, zum Teil abgewandelt, übernimmt, ohne den Urheber dafür zu nennen. Die geistige Arbeit anderer wird im Plagiat als eigene Leistung verkauft. 'Es ist eine Arbeit, die wissenschaftlichen Maßstäben nicht genügt', sagt Gerhard Dannemann von Vroniplag Wiki. [...] 'Auffällig ist die Kombination von Abschreiben und dem Übernehmen von Fehlern, denen die Autorin weitere hinzufügt', sagt Dannemann. [...] Unter den 151 bei Vroniplag dokumentierten Arbeiten stammen 85 aus dem Bereich Medizin. Grundsätzlich gelten dort freilich dieselben Regeln für wissenschaftlich sauberes Arbeiten wie in anderen Fächern auch; Plagiate lässt keine Disziplin zu, trotz unterschiedlicher Zitierkulturen."
  • Stuttgarter Zeitung: Von der Leyen weist Plagiatsvorwürfe zurück (red/rtr) "Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe bei ihrer Doktorarbeit vor 25 Jahren regelwidrig Passagen von anderen Autoren übernommen. ‚Den Vorwurf des Plagiats kann ich zurückweisen‘, sagte die CDU-Politikerin der Funke Mediengruppe laut einem Vorabbericht vom Sonntag.
    Sie wisse seit Ende August, dass ihre Doktorarbeit ins Visier genommen worden sei, sagte von der Leyen. Sie habe noch am selben Tag die Medizinische Hochschule Hannover gebeten, ihre Dissertation durch eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle überprüfen zu lassen: ‚Soweit ich weiß, sind die Experten bei der Arbeit.‘"

26. September 2015Bearbeiten

  • Le Figaro: Une ministre allemande soupçonnée de plagiat (Le Figaro.fr avec AFP) "La ministre allemande de la Défense, Ursula von der Leyen, proche d'Angela Merkel, est soupçonnée de plagiat dans sa thèse de médecine, ce qu'elle réfute, rapporte samedi la presse allemande. [...] Les accusations, révélées samedi par Der Spiegel, et relayées sur internet, sont portées par une plateforme internet, ‚VroniPlag Wiki‘, qui traque et recense les cas de plagiat universitaire. Au 26 septembre, ‚des éléments de plagiat ont été trouvé sur 27 de 62 pages‘ de la thèse de Mme von der Leyen examinées jusque là, soit ‚une proportion de 43,5%‘, détaille VroniPlag."
  • novilist.hr: Wiki otkrio: Njemačka ministrica obrane osumnjičena da je plagirala doktorat (HINA) "Njemačka ministrica obrane Ursula von der Leyen, bliska kancelarki Angeli Merkel, osumnjičena je da je prepisala svoju doktorat iz medicine, što je ona odbacila, izvijestio je njemački tisak u subotu. [...] Optužbe, koje je u subotu otkrio Der Spiegel, prenešene su putem internet platforme »VroniPlag Wiki« koja traži i utvrđuje sveučilišne plagijate."
  • El País: Acusada de plagiar su tesis la ministra de Defensa de Alemania (Enrique Müller) "En medio de una tormentosa crisis que ha echado raíces en Berlín a causa de la llegada masiva de refugiados al país y el escándalo que ha protagonizado Volkswagen, una de las joyas de la gran industria germana, una nueva acusación de plagio de tesis doctoral ha puesto en duda la carrera política de Ursula von der Leyen, la ambiciosa ministra de Defensa que no esconde sus deseos de postularse al cargo de canciller, si algún dia, la actual jefa del gobierno germano, Angela Merkel, decide jubilarse."
  • Romandie: La ministre Ursula von der Leyen soupçonnée de plagiat (ats) "La ministre allemande de la Défense, Ursula von der Leyen, est soupçonnée de plagiat dans sa thèse de médecine. Mais celle-ci réfute ces accusations. [...] En 2011, le ministre allemand de la Défense Karl-Theodor zu Guttenberg, étoile montante de la politique, avait dû démissionner, convaincu d'avoir plagié de larges pans de sa thèse. Annette Schavan, ministre de l'Education et proche de la chancelière Angela Merkel, avait dû en faire de même en février 2013.
    Silvana Koch-Mehrin, vice-présidente du Parlement européen, avait elle aussi dû démissionner en 2011 pour les mêmes raisons."
  • Der Tagesspiegel: Plagiatsjäger bemängeln Ursula von der Leyens Doktorarbeit (dpa) "Die Hochschule kündigte schnelle interne Ergebnisse an. ‚Mit dem vertraulichen Bericht über die Ergebnisse der Vorprüfung an die Hochschulleitung ist in den nächsten Tagen zu rechnen‘, sagte ein Sprecher am Samstagabend in Hannover. [...] Von der Leyens Sprecher erklärte, es sei ‚nicht neu, dass Aktivisten im Internet versuchen, Zweifel an Dissertationen namhafter promovierter Politiker zu streuen‘. Bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) waren an der Uni Gießen 2013 nach Plagiatsvorwürfen weder wissenschaftliches Fehlverhalten noch Täuschungsabsicht festgestellt worden."
  • Frankfurter Allgemeine: Plagiatsjäger beanstanden von der Leyens Doktorarbeit (dpa) ",Zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen‘: Nutzer der Internetplattform ‚VroniPlag Wiki‘ kritisieren die Dissertation der Verteidigungsministerin. Ursula von der Leyen hat ihre Universität gebeten, die Arbeit zu überprüfen. [...]
    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte mit, von der Leyen wisse seit August davon. ,Die Ministerin weist den Vorwurf nicht nur zurück - sie hat noch am selben Tag die Medizinische Hochschule Hannover gebeten, ihre Dissertation durch eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle der Einrichtung überprüfen zu lassen.‘"
  • SPIEGEL ONLINE: Verteidigungsministerin: Plagiatsjäger nehmen sich von der Leyens Doktorarbeit vor (Melanie Amann) "Mit von der Leyens Arbeit wird erstmals eine medizinische Arbeit einer Spitzenpolitikerin angegriffen. Die Plagiatsjäger kritisieren seit Langem, dass viele Dissertationen in diesem Fach ein zu niedriges wissenschaftliches Niveau hätten. 'Es ist leider richtig, dass es unter deutschen Medizinern verbreitet ist, selbst wie hier in der Promotionsordnung ausdrücklich enthaltene Zitierregeln laxer zu handhaben als in den meisten anderen Disziplinen', sagt Dannemann. 'Die Anhäufung unkorrigierter Fehler durch die ungeprüfte Übernahme von Belegen, die in dieser Arbeit mehrfach zu sehen ist, sollte allerdings auch Mediziner alarmieren.'"

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