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Uh/Fragment 129 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 11 f., Zeilen: S. 11: 29ff, S. 12: 1ff
[Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten wie Pennsylvania oder Illinois verpflichten den Arzt im Falle eines Spät-] abbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen, wie wenn die Mutter nicht einen Abbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht.461 In Großbritannien verbietet der Infant Life Act aus dem Jahr 1929 die Tötung Ungeborener, deren Entwicklung bereits so weit fortgeschritten ist, dass sie fähig sind, lebend geboren zu werden und beschränkt somit die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch.462 [...]

Eine Einbeziehung lebensfähiger Ungeborener unter den Schutz der Tatbestände der vorsätzlichen Tötung findet sich im Strafgesetzbuch der Niederlande. Hier sieht Art. 82 a nlStGB vor, dass es als Tötung im Sinne der Strafvorschriften der Art. 287 - 292 nlStGB begriffen werden soll, wenn eine Leibesfrucht getötet wird, von der zu erwarten war, dass sie imstande gewesen wäre, außerhalb des Mutterleibes am Leben zu bleiben. Eine solche Erwartung wird jedenfalls nach Ablauf der 24. Woche angenommen. Unter Einbeziehung von Ungenauigkeiten bei der Bestimmung der Schwangerschaftsdauer von bis zu vier Wochen ist deshalb eine geschätzte Schwangerschaftsdauer von 20 Wochen die äußerste Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch. Durch diese Regelung wird allerdings weder in das System der Tötungsdelikte eingegriffen noch der Status des Ungeborenen grundsätzlich verändert, was zur Folge hat, dass weder die pränatale Körperverletzung noch fahrlässige Tötungen erfasst werden. Zum Schutz lebensfähiger Ungeborener nimmt die Vorschrift lediglich eine entsprechende Verwirklichung bestimmter vorsätzlicher Tötungsdelikte wie Kindestötung, Totschlag und Mord an.463

Eine Vorschrift, die an die Lebensfähigkeit des Ungeborenen anknüpft, muss allerdings festlegen, was darunter genau zu verstehen ist, wie die Grenze zwischen Lebensfähigkeit und Lebensunfähigkeit zu ziehen ist. Von Lebensfähigkeit kann grundsätzlich dann ausgegangen werden, wenn das Kind nach der Trennung von der Mutter überleben kann, wenn auch zunächst nur mit Hilfe technischer Geräte. Nach dem gegenwärtigen medizinischen Stand ist ein Frühgeborenes etwa ab der 22. Schwangerschaftswoche, dies entspricht der 20. Woche nach der Empfängnis lebensfähig. Diese Umschreibung der Lebensfähigkeit ist jedoch zu unpräzise, als dass sie einen tragfähigen Ansatz bieten könnte. Schließlich öffnet sie Diskussionen Tür und Tor, ob beispielsweise ein Ungeborenes in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, dass es nach der Geburt nicht selbständig weiterleben wird, einem [geborenen Kind gleichgestellt werden kann oder nicht.]


461 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (11)

462 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (12)

463 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (12)

Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten, etwa Pennsylvania oder Illinois, sehen vor, daß der Arzt im Falle eines Spätabbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen hat, wie wenn die Mutter nicht einen Schwangerschaftsabbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht52.

In Großbritannien verbietet der Infant Life Act von 1929 die Tötung Ungeborener, deren Entwicklung so weit fortgeschritten ist, daß sie »capable of being born alive« sind, als »child destruction«.

Eine Integration lebensfähiger Ungeborener unter den Schutz der Tatbestände der vorsätzlichen Tötung (Kindestötung, Totschlag, Mord, Art.287-292 nlStGB) findet man im Strafgesetzbuch der Niederlande55. Hier sieht Art. 82a nlStGB vor, daß es als Tötung im Sinne der genannten Strafvorschriften begriffen werden soll, wenn eine Leibesfrucht getötet wird, von der »redlicherweise zu erwarten war, daß sie imstande gewesen wäre, außerhalb des Mutterleibes am Leben zu bleibe.«56. Eine solche Erwartung wird jedenfalls nach Ablauf der 24. Woche angenommen. Wird die Dauer der Schwangerschaft nach konventionellen Methoden bestimmt, geht man von Ungenauigkeiten von bis zu vier Wochen aus. In diesen Fällen ist deshalb eine geschätzte Schwangerschaftsdauer von 20 Wochen die äußerste Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch57.

[...] Zum Schutz lebensfähiger Ungeborener nimmt die Vorschrift eine entsprechende Verwirklichung bestimmter vorsätzlicher Tötungsdelikte an, ohne in das System der Tötungsdelikte einzugreifen und ohne den Status des Ungebörenen grundsätzlich zu verändern. Dies hat zur Folge, daß pränatale Körperverletzungen und fahrlässige Tötungen nicht erfaßt werden.

[...]

Eine Regelung, die an die Lebensfähigkeit anknüpft, muß festlegen, was darunter zu verstehen ist, wie die Grenze zwischen Lebensfähigkeit und Lebensunfähigkeit genau festgelegt werden soll. Von »Lebensfähigkeit« sei zunächst dann ausgegangen, wenn das Kind mit der Trennung von der Mutter überleben kann, wenn auch aufgrund seiner Unreife zunächst nur mit technischer Unterstützung. Nach gegenwärtigem medizinischem Stand würde dies auf Frühgeborene ab einem Schwangerschaftsalter von etwa 20-22 Wochen zutreffen59.

Man könnte jene Versuche einer materiellen Umschreibung der Lebensfähigkeit fortsetzen und sich um eine weitere Präzisierung bemühen. Indessen ist es fraglich, ob jener Ansatz tragfähig ist. Denn er fordert Diskussionen darüber heraus, ob auch ein ungeborenes Kind in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, daß es nach der Geburt nicht selbständig wird weiterleben können, einem geborenen gleichgestellt werden soll oder nicht, und er öffnet Schutzbehauptungen Tür und Tor. Den Vorzug verdient deshalb - wie in den Niederlanden - die Festsetzung einer abstrakten Frist, nach deren Ablauf unwiderleglich von einer Lebensfähigkeit auszugehen ist.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt. Teil einer insgesamt siebenseitigen Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

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