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Uh/Fragment 162 12

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 162, Zeilen: 12-24
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 209f, Zeilen: Rn 58f
Tatobjekt bei § 2 Abs. 2 ESchG ist der lebende menschliche Keimling ohne Rücksicht auf die Art seiner Erzeugung oder sein Entwicklungsstadium. Auch der spontan abgegangene oder abgetriebene lebende Embryo fällt nach dem durch ein argumentum e contrario zu § 2 Abs. 1 ESchG bestätigten Gesetzeswortlaut in den Schutzbereich dieses Tatbestandes.572

Der Anwendungsbereich dieser Vorschrift endet erst, wenn der Embryo das Entwicklungsstadium des Fötus erreicht hat. Dies ist der Fall mit abgeschlossener Ausbildung sämtlicher Organanlagen und liegt medizinisch gesehen bei der achten bis zehnten Entwicklungswoche.573 Das ESchG knüpft in verschiedenen Vorschriften (§§ 5 Abs. 4 Nr. 2 a, 6 ESchG) an die medizinische Unterscheidung zwischen Embryo und Fötus, so dass davon ausgegangen werden kann, dass § 2 Abs. 2 ESchG die Fetogenese nicht mit einbeziehen soll.574 Auch die Entstehungsgeschichte des ESchG deutet auf das gleiche Ergebnis hin. § 3 Nr. 1 des DEESchG hatte noch verbieten wollen, einen nicht lebensfähigen Embryo oder Fötus nach einem Abort künstlich am Leben zu erhalten.575 Dieser Vorschlag war wegen der Einbezie[hung von Föten in den Schutzbereich auf Kritik gestoßen und hat bei der geltenden Rechtslage keinen Eingang mehr gefunden.]


572 Trotnow/Coester-Waltjen: Möglichkeiten, Gefahren und rechtliche Schranken befruchtungstechnischer und gentechnischer Eingriffe unter besonderer Berücksichtigung des Entwurfs eines Embryonenschutzgesetzes, S. 28

573 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59, Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 132

574 Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 131

575 Günther: Der Diskussionsentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Embryonen, GA 1987, S. 433 (451); Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59

Tatobjekt ist der (lebende) menschliche Embryo; vgl. zu dessen begrifflichen Voraussetzungen oben, Rn 9-16. Anders als § 2 Abs. 1 schützt § 2 Abs. 2 den Keimling ohne Rücksicht auf die Art seiner Erzeugung und auf sein Entwicklungsstadium. Auch der spontan abgegangene oder abgetriebene lebende Embryo fällt daher nach dem durch ein argumentum e contrario zu § 2 Abs. 1 bestätigten Gesetzeswortlaut unter den Tatbestand.85 [...]

Der Schutz der Vorschrift endet erst, wenn der Embryo das Entwicklungsstadium des Foetus erreicht hat, nämlich mit der abgeschlossenen Ausbildung seiner Organanlagen (Organogenese) etwa zur achten Entwicklungswoche.87 Das ESchG knüpft verschiedentlich (§§ 5 Abs. 4 Nr. 2a, 6 Abs. 1) terminologisch an diese medizinische Unterscheidung zwischen Embryo und Foetus an. Deshalb ist anzunehmen, daß auch § 2 Abs. 2 die Fetogenese nicht einbeziehen soll. Auf das gleiche Ergebnis deutet die Entstehungsgeschichte: § 3 Nr. 1 DE ESchG hatte noch verbieten wollen, einen »nicht lebensfähigen Embryo oder Foetus« nach einem Abort künstlich am Leben zu halten. Dieser Vorschlag war indessen wegen der Einbeziehung des Foeten auf Kritik gestoßen.88


38 Diese Gesetzessprache hält zum Schutz menschlichen Lebens für deplaziert Coester-Waltjen, in: Trotnow/Coester-Waltjen, Möglichkeiten, Gefahren und rechtliche Schranken befruchtungstechnischer und gentechnischer Eingriffe unter besonderer Berücksichtigung des Entwurfs eines Embryonenschutzgesetzes. Juristischer Teil, 1990, S. 28 f. [...]

85 Ebenso z.B. Coester-Waltjen (Fn. 38), S. 27f.

86 (Fn. 1) S. 7; vgl. auch Rn 21.

87 Vgl. unten, Anhang 6, Glossar, Stichworte: Embryo, Fetus.

88 Günther, Der Diskussionsentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Embryonen, GA 1987, 433 (453); Koch, »Medizinisch unterstützte Fortpflanzung« beim Menschen - Handlungsanleitung durch das Strafrecht? MedR 1986, 259 (264).

Anmerkungen

Die Quelle wird zweimal genannt, allerdings nur neben drei weiteren, von denen zwei auch bei Keller/Günther/Kaiser im selben Zusammenhang erwähnt werden. Dem Leser wird nicht klar, dass der gesamte Gedankengang und viel Wortlaut aus Keller/Günther/Kaiser entnommen werden.

Fortsetzung in Fragment_163_01.

Sichter
(SleepyHollow02)

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