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Uh/Fragment 170 01

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 170, Zeilen: 1 ff. (kpl.)
Quelle: Hilgendorf 2001
Seite(n): 1160 f., Zeilen: 0
[Ein durch Zellkerntransplantation entstandener Klon weist daher - im Gegensatz zum Embryonensplitting - eine vom] Klon weist daher - im Gegensatz zum Embryonensplitting - eine vom Kernspender geringfügig abweichende Erbsubstanz auf.608 Da das Gesetz allerdings nur von „gleichen“ und nicht von „identischen“ Erbinformationen spricht, lassen sich minimale Abweichungen mit dem Wortlaut der Vorschrift vereinbaren, zumal die Auslegung eindeutig für die Subsumtion des Zellkerntransplantationsverfahrens unter § 6 ESchG spricht. Fraglich ist aber, wie groß die Abweichung zwischen Original und Kopie sein muss, um nicht mehr von „Gleichheit“, sondern nur noch von „Ähnlichkeit“ sprechen zu können. Auch wird die Abgrenzung zu § 7 Abs. 1 Nr. 1 ESchG unklar, wenn man „gleiche“ Erbinformationen nicht im Sinne von „identischen“ Erbinformationen interpretiert, da in letztgenannter Vorschrift von „Embryonen mit unterschiedlicher Erbinformation“ die Rede ist.609 Sollte die Zellkerntransplantation in Zukunft nicht mehr zu Klonen mit der „gleichen“, sondern zu Wesen mit einer im Vergleich zum Spender verbesserten Erbsubstanz führen, indem das Erbmaterial vor Verpflanzung in die entkernte Eizelle optimiert wird, ist § 6 Abs. 1 ESchG unanwendbar.610

Schwierigkeiten bereitet auch § 6 Abs. 2 ESchG, der es verbietet, einen geklonten Embryo auf eine Frau zu übertragen. Wenn man hierbei die Möglichkeit außer Betracht lässt, diesen Embryo bis in alle Ewigkeiten einzufrieren, folgt aus dieser Regelung die Rechtspflicht, den geklonten Embryo zu töten.611 Dies steht allerdings mit dem Recht auf Leben und der Menschenwürde, welche die h.M. dem Embryo bereits im ersten Stadium seiner Entwicklung zuschreibt, im Widerspruch, denn an diesem Schutz muss konsequenterweise auch ein im Wege des Klonens entstandener Embryo teilhaben. Wenn man den Anspruch der h.M. ernst nimmt, handelt es sich auch bei einem geklonten Embryo selbst im frühsten Stadium seiner Entwicklung um einen im Hinblick auf Menschenwürde und Recht auf Leben vollwertigen Menschen, welcher gegenüber auf natürlichem Wege entstandenen Embryonen grundrechtlich nicht unterschiedlich behandelt werden darf, wie das ESchG dies in § 6 Abs. 2 vorsieht. 612

Begründet wird die Tötungspflicht teilweise damit, dass das Lebensrecht des geklonten Embryos der Würde des Zellkernspenders zu weichen habe. Dem steht entgegen, dass die [Menschenwürde, die nach h.M. jedem Embryo ab dem Zeitpunkt der Befruchtung zusteht, mangels Gesetzesvorbehalts einer Einschränkung nicht zugänglich ist, zumal hier das Ergebnis der Einschränkung die Vernichtung des Menschenwürdeträgers wäre.613]


608 Hilgendorf: Klonverbot und Menschenwürde. Vom Homo sapiens zum Homo xerox. S. 1147 (1160)

609 Hilgendorf: Klonverbot und Menschenwürde. Vom Homo sapiens zum Homo xerox. S. 1147 (1160)

610 Hilgendorf: Klonverbot und Menschenwürde. Vom Homo sapiens zum Homo xerox. S. 1147 (1160)

611 Hilgendorf: Klonverbot und Menschenwürde. Vom Homo sapiens zum Homo xerox. S. 1147 (1161)

612 Hilgendorf: Klonverbot und Menschenwürde. Vom Homo sapiens zum Homo xerox. S. 1147 (1161)

Der durch Zellkerntransplantation entstandene Klon weist daher, anders als beim Embryonensplitting, eine von dem Kernspender geringfügig abweichende Erbsubstanz auf.51 Das Gesetz spricht allerdings nicht von „identischer“, sondern nur von , „gleicher“ Erbinformation. Minimale Abweichungen lassen sich daher mit dem Wortlaut des § 6 1 ESchG noch vereinbaren, zumal die ratio legis eindeutig für die Subsumtion des Zellkerntransplantationsverfahrens spricht. Die Gegenansicht weist darauf hin, daß auch nebenstrafrechtliche Vorschriften möglichst klar und bestimmt zu sein haben.52 In der Tat läßt sich fragen, wie groß die Abweichung zwischen Original und Kopie sein muß, um nicht mehr von „Gleichheit“, sondern nur noch von „Ähnlichkeit“ sprechen zu können. Interpretiert man „gleiche Erbinformation“ nicht im Sinne von „identische Erbinformation“, wird zudem die Abgrenzung zu § 7 I Nr. 1 ESchG, wo von „Embryonen mit unterschiedlicher Erbinformation“ die Rede ist, unklar. Der eben skizzierte Meinungsstreit verliert allerdings an Bedeutung, wenn man sich die (durchaus nahehegende) Möglichkeit vor Augen führt, daß das Erbmaterial des zu klonierenden Wesens vor seiner Verpflanzung in die entkernte Eizelle verändert, d. h. „optimiert“ wird.53 [...] Die Zellkerntransplantation der Zukunft wird daher nicht mehr zu Klonen mit der „gleichen“, sondern zu Wesen mit einer im Vergleich zum Spender verbesserten Erbsubstanz führen.

Erhebliche Probleme wirft auch § 6 II ESchG auf, der es verbietet, einen klonierten Embryo in einen Mutterleib zu übertragen. Wenn man von der (wenig realistischen) Möglichkeit absieht, den Embryo ad infinitum einzufrieren, folgt aus § 6 II ESchG die Rechtspflicht, klonierte Embryonen zu töten.54 Dies ist mit dem Recht auf Leben und der Menschenwürde, die die h. M. dem Embryo in den ersten Stadien seiner Entwicklung zuschreibt, nicht zu vereinbaren, denn an diesem Schutz muß konsequenterweise auch der im Wege des Klonens entstandene Embryo teilhaben. Wenn man die Prämissen der h. M. ernst nimmt, dann handelt es sich bei dem geklonten Embryo selbst in den frühesten Stadien seiner Entwicklung um einen mit Blick auf seine Menschenwürde und sein Lebensrecht vollwertigen Menschen. Es ist jedenfalls nicht überzeugend, geklonte und auf natürlichem Wege entstandene Embryonen grundrechtlich unterschiedlich zu behandeln, wie das ESchG dies in § 6 II vorsieht. Bisweilen wird die Tötungspflicht damit begründet, daß das Lebensrecht des klonierten Embryonen der Würde des Zellspenders weichen müsse.55 Dem läßt sich aber entgegenhalten, daß die Menschenwürde, die dem neuen Embryo nach h. M. ebenfalls zusteht, mangels Gesetzesvorbehalt einer Einschränkung nicht zugänglich ist, insbesondere wenn das Ergebnis der Einschränkung die Vernichtung des Menschenwürdeträgers wäre.


52 Keller, FS Lenckner, S. 487.

53 Von Bülow, Dt. Ärzteblatt 1997, A 7 1 8 -A 725 (A-721 f.).

54 Keller /Günther /Kaiser (Fn. 21) § 6 Rn. 11. Dasselbe fordert § 7 II ESchG für Chimären und Interspezies-Hybride.

55 Keller /Günther /Kaiser (Fn. 21) § 6 Rn. 11.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt. Die Formulierung löst sich kaum vom Quelltext, der Gedanke eigentlich gar nicht.

Sichter
(SleepyHollow02)

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