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39 gesichtete, geschützte Fragmente: Plagiat

[1.] Uh/Fragment 125 10 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2014, 21:21 WiseWoman
Erstellt: 26. October 2013, 16:43 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 125, Zeilen: 10-25
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 1, 2, Zeilen: 1: 3-28; 2: 1
So lässt ein Fall aus dem Jahr 1997 nach Gropp449 Bedenken aufkommen, ob diese Abgrenzung zwischen dem Anwendungsbereich der Tötungsdelikte und dem der Schwangerschaftsabbrüche noch zweckmäßig ist und das geltende Strafrecht im Bereich des Lebensschutzes der medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklung weiterhin standhält: Im Juli 1997 wurde in der Städtischen Frauenklinik in Oldenburg „versehentlich“ ein Junge namens „Timm“ mit Down-Syndrom geboren. Diese Geburt war in der Tat nicht geplant. Denn was wie eine Geburt aussah, sollte ein Schwangerschaftsabbruch sein, ein so genannter Spätschwangerschaftsabbruch.

Dieser wurde in der 23. Schwangerschaftswoche nach der Empfängnis vorgenommen. Beabsichtigt war ein Abbruch in der Form der Herbeiführung einer „lebensunfähigen Frühgeburt“. Nicht gesehen wurde dabei, dass die Lebensunfähigkeit nicht mehr gegeben war und „Timm“ den Eingriff überlebte. Ungeklärt ist, wann und wie der Junge nach der Geburt versorgt wurde. Angeblich soll er einige Stunden unversorgt geblieben sein.

Spätschwangerschaftsabbrüche wie der „Fall Timm“ haben ihre Ursache in einer Änderung der Regelungen zum legalen Schwangerschaftsabbruch vom 1.10.1995. Hierdurch wurde zur Vermeidung einer Diskriminierung die embryopathische Indikation, die Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Behinderung des zu erwartenden Kindes bis zum Ende der [22. Woche zuließ, abgeschafft.450]


449 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 450 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1; Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz vom 21.8.1995, BGBl. I S. 1050

[Seite 1, Zeilen 3-28]

A. Der »Fall Timm« und die Problematik der »Spät-Schwangerschaftsabbrüche« aus med.-soz. Indikation

Im Juli 1997 wurde in der Städtischen Frauenklinik zu Oldenburg »versehentlich « ein mongoloider Junge namens »Timm« geboren. Die Geburt war in der Tat ein Versehen. Denn was wie eine Geburt aussah, sollte ein Schwangerschaftsabbruch sein, ein sog. Spätschwangerschaftsabbruch. Er erfolgte in der 23. Woche nach der Empfängnis. Beabsichtigt war ein Schwangerschaftsabbruch in Form der Herbeiführung einer »lebensunfähigen Frühgeburt«, jedoch wurde übersehen, daß die Lebensunfähigkeit nicht mehr gegeben war. Timm überlebte. Unklar ist geblieben, wann und wie er nach der Geburt versorgt wurde. Angeblich soll er »einige Stunden«2 unversorgt geblieben sein. Spätschwangerschaftsabbrüche zur Vermeidung der Geburt eines behinderten Kindes wie im »Fall Timm« haben ihre Ursache in einer Änderung der Vorschriften zum legalen Schwangerschaftsabbruch vom 1. Oktober 1995 3. Zur Vermeidung einer Diskriminierung wurde die embryopathische Indikation, die Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Behinderung des zu

[Seite 2: Zeile 1]

erwartenden Kindes bis zum Ende der 22. Woche zuließ, abgeschafft.


2 Gießener Allgemeine Zeitung vom 22. Januar 1999, S. 25. 3 Vgl Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz (SFHÄndG) vom 21.8.1995, BGBl. I S. 1050.

Anmerkungen

Quelle ist in Fn. und im Text genannt. Leicht umformuliert. Daß Gedankenführung und Wortwahl ganz nah an der Quelle liegen, hätte deutlicher gemacht werden müssen.

Sichter
(SleepyHollow02), Guckar

[2.] Uh/Fragment 020 17 - Diskussion
Bearbeitet: 25. August 2014, 19:40 Singulus
Erstellt: 22. October 2013, 17:36 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Schäfer 1999, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 17-24
Quelle: Schäfer 1999
Seite(n): 65, Zeilen: li.Sp. 24-44
Bis zur Geburt von Dolly galt es als unmöglich, den Zellkern einer bereits ausdifferenzierten Säugerzelle so anzuregen, dass sämtliche Gene wieder aktiv werden und sich ein neuer Organismus bilden kann. Der Erfolg von Wilmut lag daran, dass er die Zellkultur nahe am Verhungern hielt, so dass die Teilungen von Genom oder Zellen eingestellt wurden. Darüber hinaus vergaßen die Zellen ihre frühere Bestimmung und stellten praktisch alle aktivierten Gene ab. „Dolly“ existierte damit nur, weil die Eizelle das Genom einer spezialisierten Euterzelle auf den Anfang zurückprogrammierte, so dass sämtliche Gene wieder aktiv werden konnten.39

39 Schäfer: Der Abschied vom Prinzip des Zufalls, Politische Studien, Heft 365, Mai/Juni 1999, S. 64 (65)

Bislang galt es als unmöglich, den Zellkern einer ausdifferenzierten Säugerzelle so zu stimulieren, daß alle Gene wieder aktiv werden und sich ein neuer Organismus bilden kann. Der Schlüssel zum Klonerfolg war, daß Wilmut die Zellkultur nahe am Verhungern hielt, so daß Teilungen von Genom oder Zellen eingestellt wurden. Außerdem entwickelten die Zellen eine Art Amnesie, sie vergaßen ihre frühere Bestimmung und stellten fast alle aktivierten Gene ab. Das Eizytoplasma (der Inhalt der Eizelle, der nicht Genom ist) ist nach Meinung von Wissenschaftlern eine der bemerkenswertesten Substanzen der Welt. Dolly existiert nur, weil ein Ei das Genom einer spezialisierten Euterzelle auf den Anfang zurückprogrammierte, so daß alle Gene wieder aktiv werden konnten.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Uh/Fragment 162 12 - Diskussion
Bearbeitet: 12. March 2014, 09:32 Graf Isolan
Erstellt: 10. March 2014, 15:15 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 162, Zeilen: 12-24
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 209f, Zeilen: Rn 58f
Tatobjekt bei § 2 Abs. 2 ESchG ist der lebende menschliche Keimling ohne Rücksicht auf die Art seiner Erzeugung oder sein Entwicklungsstadium. Auch der spontan abgegangene oder abgetriebene lebende Embryo fällt nach dem durch ein argumentum e contrario zu § 2 Abs. 1 ESchG bestätigten Gesetzeswortlaut in den Schutzbereich dieses Tatbestandes.572

Der Anwendungsbereich dieser Vorschrift endet erst, wenn der Embryo das Entwicklungsstadium des Fötus erreicht hat. Dies ist der Fall mit abgeschlossener Ausbildung sämtlicher Organanlagen und liegt medizinisch gesehen bei der achten bis zehnten Entwicklungswoche.573 Das ESchG knüpft in verschiedenen Vorschriften (§§ 5 Abs. 4 Nr. 2 a, 6 ESchG) an die medizinische Unterscheidung zwischen Embryo und Fötus, so dass davon ausgegangen werden kann, dass § 2 Abs. 2 ESchG die Fetogenese nicht mit einbeziehen soll.574 Auch die Entstehungsgeschichte des ESchG deutet auf das gleiche Ergebnis hin. § 3 Nr. 1 des DEESchG hatte noch verbieten wollen, einen nicht lebensfähigen Embryo oder Fötus nach einem Abort künstlich am Leben zu erhalten.575 Dieser Vorschlag war wegen der Einbezie[hung von Föten in den Schutzbereich auf Kritik gestoßen und hat bei der geltenden Rechtslage keinen Eingang mehr gefunden.]


572 Trotnow/Coester-Waltjen: Möglichkeiten, Gefahren und rechtliche Schranken befruchtungstechnischer und gentechnischer Eingriffe unter besonderer Berücksichtigung des Entwurfs eines Embryonenschutzgesetzes, S. 28

573 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59, Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 132

574 Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 131

575 Günther: Der Diskussionsentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Embryonen, GA 1987, S. 433 (451); Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59

Tatobjekt ist der (lebende) menschliche Embryo; vgl. zu dessen begrifflichen Voraussetzungen oben, Rn 9-16. Anders als § 2 Abs. 1 schützt § 2 Abs. 2 den Keimling ohne Rücksicht auf die Art seiner Erzeugung und auf sein Entwicklungsstadium. Auch der spontan abgegangene oder abgetriebene lebende Embryo fällt daher nach dem durch ein argumentum e contrario zu § 2 Abs. 1 bestätigten Gesetzeswortlaut unter den Tatbestand.85 [...]

Der Schutz der Vorschrift endet erst, wenn der Embryo das Entwicklungsstadium des Foetus erreicht hat, nämlich mit der abgeschlossenen Ausbildung seiner Organanlagen (Organogenese) etwa zur achten Entwicklungswoche.87 Das ESchG knüpft verschiedentlich (§§ 5 Abs. 4 Nr. 2a, 6 Abs. 1) terminologisch an diese medizinische Unterscheidung zwischen Embryo und Foetus an. Deshalb ist anzunehmen, daß auch § 2 Abs. 2 die Fetogenese nicht einbeziehen soll. Auf das gleiche Ergebnis deutet die Entstehungsgeschichte: § 3 Nr. 1 DE ESchG hatte noch verbieten wollen, einen »nicht lebensfähigen Embryo oder Foetus« nach einem Abort künstlich am Leben zu halten. Dieser Vorschlag war indessen wegen der Einbeziehung des Foeten auf Kritik gestoßen.88


38 Diese Gesetzessprache hält zum Schutz menschlichen Lebens für deplaziert Coester-Waltjen, in: Trotnow/Coester-Waltjen, Möglichkeiten, Gefahren und rechtliche Schranken befruchtungstechnischer und gentechnischer Eingriffe unter besonderer Berücksichtigung des Entwurfs eines Embryonenschutzgesetzes. Juristischer Teil, 1990, S. 28 f. [...]

85 Ebenso z.B. Coester-Waltjen (Fn. 38), S. 27f.

86 (Fn. 1) S. 7; vgl. auch Rn 21.

87 Vgl. unten, Anhang 6, Glossar, Stichworte: Embryo, Fetus.

88 Günther, Der Diskussionsentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Embryonen, GA 1987, 433 (453); Koch, »Medizinisch unterstützte Fortpflanzung« beim Menschen - Handlungsanleitung durch das Strafrecht? MedR 1986, 259 (264).

Anmerkungen

Die Quelle wird zweimal genannt, allerdings nur neben drei weiteren, von denen zwei auch bei Keller/Günther/Kaiser im selben Zusammenhang erwähnt werden. Dem Leser wird nicht klar, dass der gesamte Gedankengang und viel Wortlaut aus Keller/Günther/Kaiser entnommen werden.

Fortsetzung in Fragment_163_01.

Sichter
(SleepyHollow02)

[4.] Uh/Fragment 165 07 - Diskussion
Bearbeitet: 12. March 2014, 09:30 Graf Isolan
Erstellt: 10. March 2014, 15:57 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 7-12, 15-20
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 236 f, Zeilen: Rn 3-7
Nach allgemeiner Auffassung verdient das Klonen menschlicher Lebewesen Strafe, da die durch Klonen erzeugten Menschen Erbanlagen von anderen zugeteilt bekommen und somit die Individualität der menschlichen Persönlichkeit missachtet und menschliches Leben instrumentalisiert wird.587

Der objektive Tatbestand des § 6 Abs. 1 ESchG setzt als Erfolg voraus, dass ein menschlicher Embryo entsteht. Vom Tatbestand umfasst werden beide Arten des Klonens - Embryonensplitting und Zellkerntransplantation - sowie die Abspaltung einer totipotenten embryonalen Zelle zu Diagnostikzwecken (Präimplantationsdiagnostik).588 Für den Begriff des Embryos ist § 8 ESchG maßgebend. Menschlich ist ein Embryo, wenn alle für seine Erzeugung verwendeten Gameten, Zellen, Zellhüllen und Zellkerne von Menschen und nicht von Tieren stammen. Weiter ist erforderlich, dass der Embryo über die gleiche Erbinformation verfügt wie ein anderer Embryo, ein Fötus, ein Mensch oder ein Verstorbener. Gleiche Erbinformation bedeutet nach dieser Vorschrift Identität der Zellkerne sowie Identität des Genoms.589


587 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 6 Rdnr. 3

588 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 6 Rdnr. 2 und 9

589 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 6 Rdnr. 5 und 6

Nach allgemeiner Ansicht4 verdient das Klonen menschlicher Lebewesen Strafe. Dem auf diese Weise erzeugten Menschen würden seine Erbanlagen von anderen zugeteilt, die Individualität der menschlichen Persönlichkeit würde mißachtet, menschliches Leben instrumentalisiert.

[...]

1. Der objektive Tatbestand des § 6 Abs. 1 setzt als Erfolg zunächst voraus, daß ein menschlicher Embryo entsteht. Für den Begriff »Embryo« gilt die Legaldefinition des § 8 Abs. I.8 Sie bezieht die dem Embryo entnommene totipotente Zelle ausdrücklich ein. Der Embryo ist menschlich, wenn alle für seine Erzeugung verwendeten Gameten, Zellen, Zellhüllen und Zellkerne von Menschen und nicht von Tieren stammen. In letzterem Fall ist § 7 einschlägig.

2. Der Embryo muß über die gleiche Erbinformation verfügen wie ein anderer Embryo, ein Foetus, ein Mensch oder ein Verstorbener. Gleiche Erbinformation bedeutet: Identität der DNS der Zellkerne, Identität des Genoms.

Anmerkungen

Die Quelle wird wiederholt genannt. Die wörtlichen Übernahmen sind nicht gekennzeichnet.

Zeilen 13 und 14 sind in eigenen Worten der Rn 2 in der Quelle nachformuliert. Sie werden deshalb bei der Zeilenzählung nicht berücksichtigt.

Sichter
(SleepyHollow02)

[5.] Uh/Fragment 163 01 - Diskussion
Bearbeitet: 12. March 2014, 09:29 Graf Isolan
Erstellt: 10. March 2014, 15:37 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 163, Zeilen: 1ff (ganze Seite)
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 210f, Zeilen: Rn 59-62
[Dieser Vorschlag war wegen der Einbezie]hung von Föten in den Schutzbereich auf Kritik gestoßen und hat bei der geltenden Rechtslage keinen Eingang mehr gefunden. Denn unter Umständen kann bereits der nicht dauerhaft lebensfähige Fötus extrakorporal unter den Schutz der für den geborenen Menschen geltenden Körperverletzungs- und Tötungsdelikte fallen, was strafbewehrte Lebenserhaltungs- und Versorgungspflichten nach sich zieht.576 Um Kollisionen mit ärztlichen Behandlungspflichten gegenüber frühreifen Föten in der Petrischale zu vermeiden, ist die Begrenzung des Strafschutzes des § 2 Abs. 2 ESchG auf das Stadium der Embryonalentwicklung sachgerecht.577

Die Tathandlung umschreibt das Gesetz als Bewirken der extrakorporalen Weiterentwicklung des Embryos. Dieses Merkmal ist erfüllt, wenn der Täter Kultivierungsbedingungen im Reagenzglas herstellt und den menschlichen Keimling diesen Bedingungen aussetzt. Die Weiterentwicklung beginnt ab der Befruchtung der Eizelle bzw. der Abspaltung der einem Embryo gemäß § 8 ESchG gleichgestellten totipotenten Zelle und endet mit dem Übergang in die Fötalentwicklung.578 Nach dem Gesetzeswortlaut ist es nicht erforderlich, dass der Täter den Embryo aktiv weiterentwickelt, sondern es genügt ein bloßes „Bewirken“. Da sich die Zellteilungen des Embryos im Reagenzglas auf natürliche Weise ohne äußere Beeinflussung vollziehen, würde der Tatbestand oft ins Leere laufen, wenn nicht auch das reine Geschehenlassen einer Weiterentwicklung den Tatbestand erfüllen könnte.579 Daraus lässt sich ableiten, dass auch eine Tatbegehung durch unechtes Unterlassen in den Tatbestand einbezogen werden kann. Die dafür erforderliche Garantenstellung eines Arztes ergibt sich aus übernommener Gewähr und Ingerenz. Das Unterlassen ist in seinem Unrechtsgehalt dem aktiven Tun gleichgestellt, da beide Begehungsformen letztlich darauf ausgerichtet sind, die Zellen sich teilen und damit der Natur ihren Lauf zu lassen. Ein Unterlassen ist dann gegeben, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Befruchtung und der Bereitstellung der Kultivierungsbedingungen noch ohne die erforderliche Absicht war.580

In subjektiver Hinsicht ist zumindest bedingter Vorsatz bezüglich Tatobjekt und Tathandlung Voraussetzung sowie die darüber hinausgehende Absicht, nämlich „einen anderen [Zweck als die Herbeiführung einer Schwangerschaft bei einer Frau“.]


576 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59; BGHSt 10, S. 291 (292)

577 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 59

578 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 60

579 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 61

580 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 62

Dieser Vorschlag war indessen wegen der Einbeziehung des Foeten auf Kritik gestoßen.88 Denn u.U. kann schon der nicht dauerhaft lebensfähige Fet extrakorporal den Schutz der für den geborenen Menschen geltenden Tötungs- und Körperverletzungsdelikte

beanspruchen,89 so daß möglicherweise nach §§ 211 ff., 223ff. StGB strafbewehrte Lebenserhaltungs- und Versorgungspflichten entstehen. Deshalb ist die Begrenzung des Strafschutzes des § 2 Abs. 2 auf das Stadium der Embryogenese auch sachgerecht. [...] Indem § 2 Abs. 2 lediglich die Fortentwicklung von Embryonen verbietet, sind Kollisionen mit ärztlichen Behandlungspflichten gegenüber frühreifen Foeten in der Perinatalperiode ausgeschlossen.91

3. Die Tathandlung umschreibt der Gesetzestext als Bewirken der extrakorporalen Weiterentwicklung des Embryos. Dieses Merkmal ist erfüllt, wenn der Täter die Kultivierungsbedingungen in vitro bereitstellt und den Embryo dem Kulturmedium aussetzt. Die Weiterentwicklung beginnt ab dem Zeitpunkt der Befruchtung der Eizelle bzw. dem der Abspaltung der dem Embryo nach § 8 Abs. 1 gleichgestellten totipotenten embryonalen Zelle. Die Weiterentwicklung endet mit dem Übergang in die Fetogenese.

Da sich die Zellteilungen des Embryos in der Petrischale auf natürliche Weise ohne sonstige äußere Beeinflussung vollziehen, würde der Tatbestand oft leerlaufen, sofern nicht auch das bloße Geschehenlassen der Weiterentwicklung taugliche Tathandlung sein könnte. Deshalb erfordert der Wortlaut der Vorschrift auch nicht, daß der Täter den Embryo weiterentwickelt, sondern läßt ein »Bewirken« ausreichen. Daraus ist abzuleiten, daß - anders als bei § 2 Abs. 1 - die ratio legis dafür streitet, auch eine Begehung durch unechtes Unterlassen (§ 13 StGB) einzubeziehen.92 Die Garantenstellung des Arztes ergibt sich aus übernommener Gewähr und Ingerenz. Das Unterlassen entspricht in seinem Unrechtsgehalt dem positiven Tun (§ 13 Abs. 1), weil beide Begehungsformen letztlich nur der Natur ihren Lauf, die Zellen sich teilen lassen. Ein Bewirken durch Unterlassen statt durch aktives Tun kommt in Frage, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Befruchtung der Eizelle und der Bereitstellung der Kultivierungsbedingungen, also zum Zeitpunkt seiner aktiven Tätigkeit, noch ohne die erforderliche (vgl. Rn 63) Absicht war.

4. Der subjektive Tatbestand setzt wie der des § 2 Abs. 1 (zumindest bedingten) Vorsatz93 bezüglich Tatobjekt und Tathandlung voraus, des weiteren eine spezielle Absicht,94 nämlich »einen anderen Zweck als den der Herbeiführung einer Schwangerschaft«.


85 Ebenso z.B. Coester-Waltjen (Fn. 38), S. 27f.

86 (Fn. 1) S. 7; vgl. auch Rn 21.

87 Vgl. unten, Anhang 6, Glossar, Stichworte: Embryo, Fetus.

88 Günther, Der Diskussionsentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Embryonen, GA 1987, 433 (453); Koch, »Medizinisch unterstützte Fortpflanzung« beim Menschen - Handlungsanleitung durch das Strafrecht? MedR 1986, 259 (264).

89 BGHSt 10, 291 (292); vgl. oben, Rn 23 mit Fn. 35.

90 Hiersehe, Perinatalogie und Geburtshilfe unter medizinischen Gesichtspunkten, MedR 1990, 309 m.w.N.

91 A.A. aber offenbar Coester-Waltjen (Fn. 38), S. 23f. in ihrer Kritik an § 2 Abs. 2 RegEntw ESchG, der mit § 2 Abs. 2 übereinstimmt: »... der Einsatz einer bereits entwickelten Methode zur Lebenserhaltung ganz früher Frühgeburten ... sollte wohl kaum einen Straftat bestand darstellen.«

92 Zu den Voraussetzungen der Strafbarkeit wegen unechten Unterlassens allgemein: Vor § 1 II Rn 69 ff.

93 Vgl. oben, Vor § 1 II Rn 29f., 34, 35 ff.

94 Zum Absichtsbegriff oben, Vor § 1 II Rn 31 ff.

Anmerkungen

Die Quelle wird viermal genannt. Die wörtlichen Übernahmen werden nicht gekennzeichnet.

Fortsetzung von Fragment_162_12.

Sichter
(SleepyHollow02)

[6.] Uh/Fragment 020 03 - Diskussion
Bearbeitet: 12. March 2014, 09:24 Graf Isolan
Erstellt: 22. October 2013, 17:29 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Schäfer 1999, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 3-4, 5-12
Quelle: Schäfer 1999
Seite(n): 65, Zeilen: li.Sp. 3-23
Erstmalig im Jahr 1996 war es Ian Wilmut und seinem Team vom Roslin-Institut gelungen, ein erwachsenes Säugetier zu klonen. [...] Das Schaf Dolly hat keinen Vater, dafür aber drei Mütter. Dem einen Schaf, der sog. Ei-Mutter, entnahm Wilmut die reifen Eizellen. Aus diesen wurde - durch Entfernung des Zellkerns - die vorhandene genetische Information beseitigt. Von dem nicht mehr lebenden genetischen Mutterschaf taute Wilmut tiefgefrorenes Eutergewebe auf und züchtete eine Zellkultur. Anschließend ersetzte er mit dem Kern einer seiner Kulturzellen den entfernten Kern der Eizelle. Ei und Kern wurden hiernach mittels Elektroschock zur Vereinigung gebracht. Den auf diese Weise entstandenen Embryo setzte Wilmut in die Gebärmutter eines dritten Schafes ein.37

37 Schäfer: Der Abschied vom Prinzip des Zufalls, Politische Studien, Heft 365, Mai/Juni 1999, S. 64 (65)

Ian Wilmut und seinem Team vom schottischen Roslin Institut war es gelungen, ein erwachsenes Säugetier erfolgreich zu klonen. Dieses Schaf Dolly hat zwar keinen Vater, dafür aber drei Mütter. Der ersten, der sogenannten Ei-Mutter, entnahm Wilmut reife Eizellen. Durch technische Entfernung des Zellkerns wurde die vorhandene genetische Information beseitigt. Von der genetischen Mutter, die bereits tot war, taute er tiefgefrorenes Eutergewebe auf und zog eine Zellkultur. Er ersetzte mit dem Kern einer seiner Kulturzellen den entfernten Kern in der Eizelle. Nachdem Ei und neuer Kern mittels Elektroschocks zur Fusion gebracht waren, wurde der entstandene Embryo in die Gebärmutter der dritten, der Leihmutter, verpflanzt.2,4,5

2 bild der wissenschaft, 6/1997, S. 53ff..

[...]

4 GEO Wissen, März 1998, S. 22 – 25, S. 150 – 157.

5 Die Zeit, Nr. 31, 23. Juli 1998, S. 23/24.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[7.] Uh/Fragment 156 03 - Diskussion
Bearbeitet: 10. March 2014, 19:21 SleepyHollow02
Erstellt: 10. March 2014, 09:03 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 156, Zeilen: 3-20
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 121f, Zeilen: Rn 2-4
Eine reproduktionsmedizinische und humangenetische Überschreitung des strafrechtlich Hinnehmbaren kommt bei einer Reagenzglasbefruchtung in zweifacher Weise in Betracht:

Zum einen lässt eine extrakorporale Befruchtung eine missbräuchliche Anwendung zu, zum anderen ist der im Reagenzglas gezeugte Embryo missbräuchlichen Zugriffen leichter ausgesetzt als ein sich im Mutterleib befindlicher Embryo. Da letztere auch zu Lasten eines auf natürliche Weise gezeugten, dann jedoch dem Eileiter oder der Gebärmutter entnommenen Embryos denkbar sind, hat das ESchG sie über §§ 1 Abs. 1 Nr. 6 und 2 Abs. 1 2. Alt. ESchG wenigstens bis zur Nidation in seinen Schutz mit einbezogen.546

Bei der Abgrenzung zwischen Missbrauch und gewolltem Gebrauch erfolgte eine Orientierung insbesondere am Leben und der Körperintegrität des Embryos, den Persönlichkeitsrechten der den Embryo austragenden Frau und der Gametenspender sowie der Menschenwürde. Die einzelnen Normen des ESchG verfolgen in erster Linie sechs Teilziele:

- Fälle einer gespaltenen Mutterschaft zu unterbinden,

- die extrakorporale Befruchtung für Fortpflanzungszwecke zu reservieren,

- die Entstehung überzähliger Embryonen zu verhindern,

- fremdnützige Experimente mit menschlichem Leben in der Retorte auszuschließen,

- einem Einstieg in die Eugenik zu wehren,

- das Recht auf Selbstbestimmung über die eigene Fortpflanzung zu gewährleisten.547


546 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, vor § 1 I Rdnr. 3

547 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, vor § 1 I Rdnr. 4

2. Die vom ESchG verfolgten Ziele

Fortpflanzungsmedizinische und humangenetische Überschreitungen des strafrechtlich Tolerablen kommen in zweifacher Weise in Betracht: Zum einen läßt die extrakorporale Befruchtung eine mißbräuchliche Anwendung zu, zum anderen sieht sich der in der Petrischale befindliche Keimling mißbräuchlichen Zugriffen ausgesetzt. Letztere sind auch denkbar zu Lasten von Embryonen, die zwar auf natürliche Weise gezeugt, jedoch dem mütterlichen Eileiter oder der Gebärmutter entnommen worden sind. Das ESchG hat sie daher zu Recht wenigstens bis zur Nidation in seinen Schutz einbezogen (§§ 1 Abs. 1 Nr. 6, 2 Abs. 1, 2. Alt. ESchG).

Die Abgrenzung von Mißbrauch und rechtem Gebrauch orientiert das ESchG an dem Gewicht der in vitro verletzten oder güter, gefährdeten Rechtsnamentlich Leben und Körperintegrität des Embryos, Persönlichkeitsrechte der den Embryo austragenden Frau und der Gametenspender, Menschenwürde.

Weil diese Rechtsgüter in Mitleidenschaft geraten, verfolgen die einzelnen Verbotsnormen des ESchG vor allem sechs Teilziele, nämlich:

- Fälle einer gespaltenen Mutterschaft zu unterbinden;

- die extrakorporale Befruchtung für Fortpflanzungszwecke zu reservieren;

- das Entstehen überzähliger Embryonen zu verhindern;

- fremdnützige Experimente mit menschlichem Leben in der Retorte auszuschließen;

- einem Einstieg in die Eugenik zu wehren;

- das Recht auf Selbstbestimmung über die eigene Fortpflanzung zu gewährleisten.

Anmerkungen

Auf die Quelle wird zweimal verwiesen. Die wörtlichen Übernahmen werden nicht gekennzeichnet. Das betrifft insbesondere die fast vollständig wörtliche Übernahme einer Zusammenfassung der wesentlichen Ziele des Embryonenschutzgesetzes.

Sichter
(SleepyHollow02)

[8.] Uh/Fragment 159 01 - Diskussion
Bearbeitet: 10. March 2014, 19:18 SleepyHollow02
Erstellt: 10. March 2014, 09:44 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 159, Zeilen: 1-7
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 198, Zeilen: Rn 21
Jedoch lässt der Gesetzestext nur die Schlussfolgerung zu, dass Embryonen nach abgeschlossener Nidation keine tauglichen Tatobjekte mehr sind, sofern der Täter oder ein Dritter sie einer Frau entnommen hat, z. B. mittels Ausschabung der Gebärmutter, auf medikamentösem Weg556 oder durch einen sonstigen legalen bzw. illegalen Schwangerschaftsabbruch und bringt durch Anlehnung an den § 218 Abs. 1 Satz 2 StGB zum Ausdruck, dass vom Zeitpunkt der Einnistung an die Strafvorschriften zum Schutz des ungeborenen Lebens, die §§ 218 ff. StGB, gelten sollen.

556 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 21; [...]

Allerdings zwingt schon der Gesetzestext zu dem argumentum e contrario, daß Embryonen nach abgeschlossener Nidation keine tauglichen Tatobjekte im Sinn dieser Vorschrift mehr sind, sofern der Täter oder ein Dritter sie der Frau entnommen hat, z.B. mittels Ausschabens der Gebärmutter, auf medikamentösem Wege (»Abtreibungspille« RU 486™), durch einen sonstigen legalen oder illegalen Schwangerschaftsabbruch. Der Gesetzestext bringt durch Anlehnung an § 219 d StGB zum Ausdruck, daß vom Zeitpunkt der abgeschlossenen Nidation an die Strafvorschriften zum Schutz des ungeborenen Lebens des StGB (§§ 218 ff. StGB in den alten Bundesländern, §§ 153ff. DDR-StGB31 in den neuen Bundesländern) gelten sollen.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, die weitgehend wörtliche Übernahme ist nicht gekennzeichnet. Fortsetzung von Fragment_158_18.

Sichter
(SleepyHollow02)

[9.] Uh/Fragment 161 02 - Diskussion
Bearbeitet: 10. March 2014, 11:05 PlagProf:-)
Erstellt: 10. March 2014, 10:47 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 161, Zeilen: 2-25
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 199-207, Zeilen: Rn 23-24, 28-30, 35-36, 46-50
§ 2 Abs. 1 ESchG unterscheidet vier Tathandlungen, mit welchen der Tatbestand verwirklicht werden kann:

Die Veräußerung, also der entgeltliche Verkauf menschlicher Embryonen, erfüllt bereits für sich ohne Rücksicht auf sonstige redliche oder missbräuchliche Zwecke das tatbestandliche Verbot. Von dieser Begehungsform trennt § 2 Abs. 1 ESchG auf der anderen Seite die drei Modalitäten „abgibt, erwirbt oder verwendet“, welche als Tendenzdelikte ausgestaltet sind.563 Die Begehungsweise „abgibt“ kennzeichnet Fälle der unentgeltlichen Übertragung des Gewahrsams durch den Täter auf eine andere Person. Notwendig ist hierbei, dass der Dritten neuen Gewahrsam erlangt.564 § 2 Abs. 1 ESchG unterscheidet beim abgebenden Täter zwischen Veräußerung und sonstiger Abgabe, stellt beim empfangenden Täter aber nur den Erwerb des Embryos unter Strafe. sup>565</sup> Das letzte Tatbestandsmerkmal „verwendet“ fungiert als umfassender Auffangtatbestand einer missbräuchlichen Verwendung und ist immer dann erfüllt, wenn der Täter in aktiver Weise das Schicksal des Embryos beeinflusst, ohne dass die spezialgesetzlichen Regelungen eingreifen, wie beispielsweise Kryokonservierung, Embryonenspende oder Wegschütten des Embryos.566

In subjektiver Hinsicht erfordert § 2 Abs. 1 ESchG zumindest bedingten Vorsatz hinsichtlich aller Voraussetzungen des objektiven Tatbestandes. Darüber hinaus verlangt § 2 Abs. 1 ESchG ein spezielles subjektives Tätermerkmal, nämlich als Absicht des Täters einen nicht der Erhaltung des Embryos dienenden Zweck.567 Nicht der Erhaltung des Embryos dient jeder Zweck, der seine Überlebenschancen oder seinen Gesundheitszustand verschlechtert, wie z. B. das Wegwerfen, Wegschütten oder sonstige aktive Vernichten des lebenden Embryos einschließlich einer totipotenten embryonalen Zelle, Untersuchungen an selektierten geschädigten Embryonen ohne Übertragungsabsicht sowie die verbrauchende Forschung an überzähligen Embryonen.568


562 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 23

563 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 24

564 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 28

565 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 29

566 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 30

567 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 36

568 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 46, 47, 49 und 50

a) § 2 Abs. 1 unterscheidet vier Tathandlungen, mit denen der Tatbestand verwirklicht werden kann: Auf der einen Seite steht die Veräußerung des Embryos. Sie erfüllt nach dem klaren Gesetzeswortlaut bereits für sich - ohne Rücksicht auf sonstige redliche oder mißbräuchliche Ziele des Täters - das tatbestandliche Verbot.36 Von dieser Begehungsform trennt § 2 Abs. 1 auf der anderen Seite die drei Modalitäten »abgibt, erwirbt oder verwendet«. Sie sind als Tendenzdelikte ausgestaltet.37 [...]

c) Die Tatmodalität »abgibt« kennzeichnet Fälle der unentgeltlichen Übertragung des tatsächlichen Gewahrsams durch den Tater auf eine andere Person. [...]

d) Während § 2 Abs. 1 beim abgebenden Täter zwischen Veräußern und (sonstiger) Abgabe unterscheidet, sieht er beim empfangenden Täter nur eine Tatmodalität vor, nämlich den Erwerb des Embryos. [...]

Es fungiert als umfassender Auffangtatbestand, als lex generalis der »mißbräuchlichen Verwendung«. Diese Tatmodalität kommt immer dann zum Zuge, wenn der Täter in aktiver Weise das Schicksal des Embryos beeinflußt, auf ihn einwirkt, mit ihm agiert, ohne daß spezielle Verwendungsverbote greifen. [...] Beispiele einer objektiv tatbestandsmäßigen Verwendung, bei denen es an einem speziellen Verbot fehlt, sind: Kryokonservieren, Embryonenspende, Wegschütten des Embryos, Experimente an und mit ihm, Präimplantationsdiagnostik. [...]

Der subjektive Tatbestand des § 2 Abs. 1 erfordert zunächst Vorsatz hinsichtlich aller Voraussetzungen des objektiven Tatbestandes, also hinsichtlich des Tatobjektes und der Tathandlung. Bedingter Vorsatz genügt. [...]

a) Darüber hinaus verlangt § 2 Abs. 1 ein spezielles subjektives Tatbestandsmerkmal, nämlich als Absicht49 des Täters einen nicht der Erhaltung des Embryos dienenden Zweck. Freilich gilt diese den objektiven Tatbestand einschränkende Voraussetzung nur für die Tatmodalitäten »abgibt, erwirbt oder verwendet«, nicht auch für die Tatmodalität »veräußert«. Letzteres folgt aus der eindeutigen Gesetzesfassung; auch lassen sich die Strafwürdigkeit jeder Veräußerung und ihre strengere Bewertung wegen des Kommerzialisierungsaspekts jedenfalls vertreten.50 [...] c) Nicht der Erhaltung des Embryos dient jeder Zweck, der seinen Gesundheitszustand oder seine Überlebenschancen verschlechtert. Dazu gehören insbesondere:

aa) Das Wegschütten, Wegwerfen oder sonstige aktive62 Vernichten des lebenden Embryos einschließlich der totipotenten embryonalen Zelle i.S. des § 8 Abs. 1. [...]

dd) Die verbrauchende Forschung an »überzähligen« Embryonen.

Anmerkungen

Mit Ausnahme von Randnr. 35 werden alle verwendeten Stellen der Quelle angegeben. Dabei wird aber nicht erkenntlich, dass diese nicht lediglich als Belege verwendet werden, sondern die ganze Seite lediglich eine geraffte Darstellung der Quelle ist.

Sichter
(SleepyHollow02)

[10.] Uh/Fragment 160 01 - Diskussion
Bearbeitet: 10. March 2014, 11:04 PlagProf:-)
Erstellt: 10. March 2014, 09:53 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 160, Zeilen: 1-8
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 199, Zeilen: Rn 23
Dies führt freilich zu einer fast makaber annutenden [sic] Regelungslücke des Gesetzes:

Das geltende Strafrecht schützt nunmehr zwar den frühen Embryo vor einer missbräuchlichen Verwendung in vitro, nicht aber die bereits fortentwickelte Leibesfrucht, nämlich den spontan abgegangenen oder mittels legalem/illegalem Schwangerschaftsabbruch gewonnenen noch lebenden Embryo. Kein Strafgesetz verbietet verbrauchende Experimente oder kommerziellen Handel mit lebenden Embryonen in dieser Entwicklungsstufe. Es ist deshalb auch nicht bei Strafe untersagt, das Gewebe dieser Embryonen zu Transplantationszwecken zu verwenden.559


559 Breuer: Person von Anfang an?, S. 204; Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 23

Diese Zurückhaltung führt freilich zu einer eher makaber anmutenden Regelungslücke:

Das geltende Strafrecht schützt den Embryo zwar in seiner Frühphase vor mißbräuchlicher Verwendung in vitro, nicht aber die bereits fortentwickelte Leibesfrucht, nämlich den spontan abgegangenen, den legal oder illegal mittels Schwangerschaftsabbruchs »gewonnenen« noch lebenden Embryo. Kein Strafgesetz verbietet verbrauchende Experimente oder kommerziellen Handel mit lebenden Embryonen dieser Entwicklungsstufe. Es ist deshalb z. B. auch nicht bei Strafe untersagt, das Gewebe solcher Embryonen zu Transplantationszwecken34 zu verwenden.

Anmerkungen

Die Quelle wird erst an zweiter Stelle genannt. Die wörtlichen Übernahmen sind nicht gekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02)

[11.] Uh/Fragment 158 18 - Diskussion
Bearbeitet: 10. March 2014, 11:01 PlagProf:-)
Erstellt: 10. March 2014, 09:27 (PlagProf:-))
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Keller Günther Kaiser 1992, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
PlagProf:-)
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 158, Zeilen: 18-24
Quelle: Keller_Günther_Kaiser_1992
Seite(n): 197f, Zeilen: Rn 18, 20
§ 2 Abs. 1 ESchG knüpft insoweit an das Verbot des § 1 Abs. 1 Nr. 6, 2. Alternative ESchG an. Dieser Tatbestand untersagt die Gewinnung des in vivo natürlich gezeugten oder künstlich erzeugten (Insemination, Gametentransfer) Embryos zu fremdnützigen Zwecken. § 2 Abs. 1 ESchG stellt die sich anschließende missbräuchliche Verwendung des Embryos in vitro durch denselben oder einen anderen Täter unter Strafe, wobei der Embryo bereits durch einen aktiven Eingriff verfügbar geworden sein muss.555

Der Wortlaut des § 2 Abs. 1 ESchG regelt aber nicht eindeutig, in welchem Umfang der bereits in der Gebärmutterschleimhaut eingenistete Embryo aus dem Schutzbereich des Gesetzes herausfallen soll.


555 Keller/Günther/Kaiser: Kommentar zum Embryonenschutzgesetz, § 2 Rdnr. 18

§ 2 Abs. 1 knüpft insoweit an das Verbot des § 1 Abs. 1 Nr. 6, 2. Alt. an; vgl. zu den einzelnen Begriffselementen daher dort, Rn 10 ff. Während jener Tatbestand die Gewinnung des in vivo natürlich gezeugten oder künstlich erzeugten (Insemination, Gametentransfer) Embryos zu fremdnützigen Zwecken untersagt, pönalisiert § 2 Abs. 1 die sich anschließende mißbräuchliche Verwendung des Embryos in vitro durch denselben oder einen anderen Täter. Der Embryo muß bereits entnommen, d.h. durch einen aktiven Eingriff des Täters oder eines Dritten extrakorporal »verfügbar« geworden sein. [...]

d) Der Wortlaut des § 2 Abs. 1 regelt nicht eindeutig, in welchem Umfang der bereits in der Gebärmutterschleimhaut eingenistete Embryo aus dem Schutzbereich der Norm herausfallen soll.

Anmerkungen

Die Quelle wird in Fußnote 555 benannt. Die wörtlichen Übernahmen sind nicht gekennzeichnet. Auch vorher und nachher wird diselbe Quelle eng paraphrasiert. Der Wortlaut stammt nicht aus dem Gesetz. § 1 Abs. 1 Nr. 2 ESchG lautet "... einer Frau einen Embryo vor Abschluß seiner Einnistung in der Gebärmutter entnimmt, um diesen auf eine andere Frau zu übertragen oder ihn für einen nicht seiner Erhaltung dienenden Zweck zu verwenden". § 2 Abs. 1 lautet: "Wer einen extrakorporal erzeugten oder einer Frau vor Abschluß seiner Einnistung in der Gebärmutter entnommenen menschlichen Embryo veräußert oder zu einem nicht seiner Erhaltung dienenden Zweck abgibt, erwirbt oder verwendet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Fortsetzung in Fragment_159_01.

Sichter
(SleepyHollow02)

[12.] Uh/Fragment 132 01 - Diskussion
Bearbeitet: 3. March 2014, 17:03 Graf Isolan
Erstellt: 27. October 2013, 11:45 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 1-7
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 17f, Zeilen: S. 17: 32ff, S. 18: 1ff
[Die Einordnung des Ungeborenen als Menschen wird ihre hauptsächliche Funktion nicht gegenüber der Schwangeren ent]falten, sondern gegenüber Ärzten im Rahmen von Eingriffen zur pränatalen Diagnostik und Therapie. Es gelten dann dieselben Maßstäbe wie beim ärztlichen Heileingriff zugunsten Geborener. Im Sinnes [sic] eines restriktiven Einsatzes des Strafrechts erscheint es allerdings sachgerecht, auch hier einen persönlichen Strafausschließungsgrund zu Gunsten der Schwangeren anzunehmen. Eine entsprechende Ergänzung der §§ 223, 229 StGB wäre erforderlich. Diese könnte wie folgt lauten: „Die Schwangere bleibt wegen einer Körperverletzung ihres ungeborenen lebensfähigen Kindes straffrei.“469

469 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (17)

Vor allem wird die Einordnung der lebensfähigen Leibesfrucht als »Mensch« ihre zentrale Funktion nicht gegenüber der Schwangeren entfalten können, sondern gegenüber Ärzten im Rahmen von Eingriffen zur pränatalen Diagnostik und Therapie69. Es gelten dann - insbesondere hinsichtlich der Sorgfaltsanforderungen - dieselben Maßstäbe wie beim ärztlichen Heileingriff zugunsten Geborener70. [...]

Es ist daher im Sinne eines restriktiven Einsatzes von Strafrecht sachgerecht, einen persönlichen Strafausschließungsgrund zu Gunsten der betroffenen Frau anzunehmen, soweit man nicht ohnehin bereits den Tatbestand aus Gründen der Sozialadäquanz verneinen kann72. De lege ferenda wäre folglich eine entsprechende Ergänzung der §§ 223, 229 (§ 223 Abs. 3, § 229 Satz 2) erforderlich. Sie könnte z.B. folgendermaßen lauten:

»Die Schwangere bleibt wegen einer Körperverletzung ihres ungeborenen lebensfähigen Kindes straffrei.«


69 Zu invasiven Methoden Wisser, Zeitschrift für Lebensrecht 1999,11.

70 Vgl hierzu näher Ulsenheimer, Arztstrafrecht in der Praxis, 2. Aufl. 1998, S. 13ff. Rdn. 18 ff.; Schroeder, Friedrich-Christian, Besondere Strafvorschriften gegen Eigenmächtige und Fehlerhafte Heilbehandlung, Passau 1998, S. 17 ff. sowie Hartmann, Eigenmächtige und fehlerhafte Heilbehandlung. Betrachtungen zu §§ 229, 230 des Entwurfes eines Sechsten Strafrechtsreformgesetzes, 1999, S. 213 ff. (im Druck). Soweit sich der Arzt z.B. auf Neuland begeben muß, gelten deshalb die hierzu formulierten besonderen Aufklärungs- und Überwachungspflichten, vgl. Grahlmann, Heilbehandlung und Heilversuch. Zur strafrechtlichen Problematik von Neulandoperationen und experimentellen Heilmethoden, 1977, S. 16ff.

72 Krit. Lenckner/Winckelbauer (Fn. 24), S. 219 f.

Anmerkungen

Quelle ist in der Fn. genannt. Leichte Umformulierung. Ende einer siebenseitigen, eng am Wortlaut orientierten Übernahme aus dieser Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

[13.] Uh/Fragment 131 01 - Diskussion
Bearbeitet: 1. March 2014, 17:47 PlagProf:-)
Erstellt: 27. October 2013, 11:13 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 15 f., Zeilen: S. 15: 4ff, S. 16: 1ff
[Historisch gesehen wollte der Gesetzgeber von 1871 aber den § 218 StGB bis zum Beginn] der Geburt angewandt wissen. Auch scheitern die Auslegungsversuche an der Gesetzessystematik, denn der ins Auge gefasste Schritt wäre im Bereich der fahrlässigen Tötung und der Körperverletzung mit einer Erweiterung der Strafbarkeit verbunden. So würde sich beispielsweise eine Schwangere wegen der fahrlässigen Tötung ihres lebensfähigen ungeborenen Kindes strafbar machen. Sache des Gesetzgebers wäre es daher, die 22-Wochen-Frist des § 218 Abs. 4 StGB zu streichen und auch hier die 20-Wochen-Frist einzuführen. Die Neuformulierung des § 218 StGB könnte folgendermaßen aussehen: „Wer einen im Mutterleib heranwachsenden Embryo vor Beginn der Lebensfähigkeit, spätestens aber vor Ablauf von 20 Wochen seit der Empfängnis tötet (Leibesfrucht), wird wegen Schwangerschaftsabbruchs bestraft.“467

Die Erstreckung des Tatbestandsmerkmals „anderer Mensch“ als Schutzobjekt der allgemeinen Tötungsdelikte auf lebensfähige Ungeborene ist auch besonders hinsichtlich der fahrlässigen Tötung problematisch. Schließlich hat der Gesetzgeber davon abgesehen, einen fahrlässigen Schwangerschaftsabbruch unter Strafe zu stellen, sodass hier Straffreiheitsräume zumindest zugunsten der Schwangeren beizubehalten wären. Andernfalls könnte man eine Schwangere für den Tod des Kindes auch dann haftbar machen, wenn dieser z.B. durch einen selbstverschuldeten Autounfall oder einen vermeidbaren Sturz herbeigeführt worden ist.

Die Straffreistellung der Schwangeren könnte mittels eines persönlichen Strafausschließungsgrundes erfolgen. Die entsprechende Ergänzung des § 222 StGB könnte daher lauten: „Die Schwangere, die ihr ungeborenes lebensfähiges Kind durch Fahrlässigkeit tötet, bleibt straffrei.468

Die Entscheidung, dem Ungeborenen mit dem Erreichen der Lebensfähigkeit, spätestens jedoch mit Ende der 20. Woche nach der Empfängnis Menschenqualität im Sinne der allgemeinen Tötungs- und Körperverletzungsdelikte zuzuerkennen, bedeutet zugleich einen Schutz der körperlichen Unversehrtheit Ungeborener nach den §§ 223 ff. StGB gegen vorsätzliche und fahrlässige Eingriffe. Für die Bejahung der Tatbestandsmäßigkeit ist die Geburt des geschädigten Kindes nicht erforderlich, schließlich steht die körperliche Unversehrtheit des lebensfähigen Ungeborenen im Vordergrund und nicht das in erster Linie zivilrechtlich relevante Recht, ungeschädigt geboren zu werden. Die Einordnung des Ungeborenen als Menschen wird ihre hauptsächliche Funktion nicht gegenüber der Schwangeren ent-[falten, sondern gegenüber Ärzten im Rahmen von Eingriffen zur pränatalen Diagnostik und Therapie.]


467 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (15)

468 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (16)

Letztlich dürften unsere Auslegungsversuche jedoch an der Gesetzessystematik scheitern. Denn der hier vorgeschlagene Schritt wäre im Bereich der fahrlässigen Tötung sowie der Körperverletzung mit einer weitreichenden Neuinkriminierung - z.B. der Strafbarkeit auch der Schwangeren wegen der fahrlassigen Tötung ihres lebensfähigen ungeborenen Kindes - verbunden, deren zumindest partielle Rücknahme eines Eingreifens des Gesetzgebers bedürfte. Sache des Gesetzgebers wäre es auch, die hier vorgeschlagene Frist von 20 Wochen einzuführen, d.h. in § 218 a IV die 22-Wochen-Frist zu streichen und § 218 I Satz 1 etwa wie folgt zu formulieren:

Wer einen im Mutterleib Heranwachsenden Embryo vor Beginn der Lebensfähigkeit, spätestens aber vor Ablauf von 20 Wochen seit der Empfängnis (Leibesfrucht) tötet, wird wegen Schwangerschaftsabbruchs ... bestraft.

5. Fahrlassiger Spätschwangerschaftsabbruch als fahrlässige Tötung?

Daß die Erstreckung des Tatbestandsmerkmals »anderer (Mensch)« als Schutzobjekt der allgemeinen Tötungsdelikte auf lebensfähige Ungeborene zu gesetzessystematischen Irritationen führt, wurde soeben im Rahmen der Auslegungsfragen erwähnt. Aktuell wird diese Problematik bei den allgemeinen Tötungsdelikten hinsichtlich der fahrlässigen Tötung. Insoweit wäre vor allen Dingen zu untersuchen, was den Gesetzgeber veranlaßt hat, von einer Inkrimimierung des fahrlässigen Schwangerschaftsabbruchs abzusehen63. Soweit diese Gesichtspunkte trotz der »Aufwertung« des lebensfähigen Ungeborenen auch auf die Zeit nach der 20. Schwangerschaftswoche zutreffen, wären Straffreiheitsräume beizubehalten. So wäre wohl zumindest daran zu denken, die Schwangere straffrei zu stellen64. Andernfalls würde man eine Schwangere für den Tod des Kindes haftbar machen, wenn dieser z.B. durch einen selbstverschuldeten Autounfall oder durch einen vermeidbaren Sturz herbeigeführt worden ist. [...]

Verbrechenssystematisch erscheint die Straffreistellung der Schwangeren mittels eines persönlichen Strafausschließungsgrundes sachgerecht. Denn es geben kriminalpolitische Gründe den Ausschlag für die Straffreiheit trotz Vorliegens einer rechtswidrigen und schuldhaften Tat65. Die entsprechende Ergänzung des § 222 um einen Satz 2 könnte etwa so lauten:

Die Schwangere, die ihr ungeborenes lebensfähiges Kind durch Fahrlässigkeit tötet, bleibt straffrei.

[...]

Die Entscheidung, dem ungeborenen Kind vom Zeitpunkt der Lebensfähigkeit an, spätestens jedoch mit Ablauf der 20. Woche seit der Empfängnis, »Menschqualität« im Sinne der allgemeinen Tötungs- und Körperverletzungsdelikte zuzusprechen, ermöglicht einen Schutz der körperlichen Integrität Ungeborener nach den §§ 223 ff. gegen vorsätzliche und fahrlässige Eingriffe. Im Unterschied zu dem o.e. Embryonenschädigungs-Tatbestand67 ist für die Tatbestandsmäßigkeit die Geburt des geschädigten Kindes nicht erforderlich. Dies ist auch sachgerecht. Denn es steht die körperliche Integrität des lebensfähigen Ungeborenen im Vordergrund, nicht hingegen das primär zivilrechtlich relevante Recht, ungeschädigt geboren zu werden68. Ein als ultima ratio verstandenes Strafrecht wird sich aber auch bei der Anvendung der Körperverletzungstatbestände auf Ungeborene einschränken nüssen. Vor allem wird die Einordnung der lebensfähigen Leibesfrucht als »Mensch« ihre zentrale Funktion nicht gegenüber der Schwangeren entfalten können, sondern gegenüber Ärzten im Rahmen von Eingriffen zur pränatalen Diagnostik und Therapie69.

Anmerkungen

Quelle ist in den Fn. genannt. Teil einer siebenseitigen, eng am Wortlaut orientierten Übernahme aus dieser Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02)

[14.] Uh/Fragment 130 01 - Diskussion
Bearbeitet: 1. March 2014, 17:33 PlagProf:-)
Erstellt: 27. October 2013, 09:11 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 13 f., Zeilen: S. 13: 27ff, S. 14: 1ff
[Schließlich öffnet sie Diskussionen Tür und Tor, ob beispielsweise ein Ungeborenes in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, dass es nach der Geburt nicht selbständig weiterleben wird, einem] geborenen Kind gleichgestellt werden kann oder nicht. Praktikabel erscheint daher in diesem Zusammenhang die Festsetzung einer abstrakten Frist, nach deren Ablauf unwiderleglich von einer Lebensfähigkeit auszugehen ist. Eine dahingehende Regelung könnte wie folgt lauten: „Mit dem Ablauf der 20. Woche nach der Empfängnis ist der ungeborene Mensch einem geborenen gleichzustellen, er ist Mensch im Sinne der §§ 211 ff. StGB“.464

Problematisch ist allerdings, ob mit der Einordnung des ungeborenen, aber lebensfähigen Menschen in die allgemeinen Tötungsdelikte nicht die Grenzen des gesetzlichen Wortlauts erreicht werden, ob darin nicht ein Verstoß gegen den Grundsatz nullum crimen sine lege zu sehen ist. Bis zum 1.4.1998 wäre die Frage, ob der ungeborene, aber lebensfähige Mensch ein „anderer“ im Sinne der Tötungsdelikte ist, eindeutig zu verneinen gewesen. Denn § 217 a. F. StGB wurde als positivierte Abgrenzung zwischen dem Schwangerschaftsabbruch und den allgemeinen Tötungsdelikten angesehen. Ihm war zu entnehmen, dass der Gesetzgeber von einem nichtehelichen Kind in der Geburt sprach. Das Kind - und damit Menschsein begann folglich in der Geburt und nicht früher.465 Mit der Abschaffung dieses Paragrafen wurde sogleich die Trennlinie zwischen Schwangerschaftsabbruch und Tötungsdelikt aufgehoben. Das geschriebene Gesetz stellt somit kein unüberwindliches Hindernis für die Erstreckung des Begriffs Mensch auf das Ungeborene vor Einsetzung der Eröffnungswehen mehr dar. § 218 a Abs. 4 Satz 1 StGB lässt sich aber entnehmen, dass die Anwendbarkeit der Vorschriften zum Schwangerschaftsabbruch jedenfalls bis zum Ende der 22. Woche nach der Empfängnis reichen soll. Nach diesem Zeitpunkt wäre es Auslegung, ab wann der Ungeborene rechtlich als Mensch zu begreifen wäre. Orientiert am klassischen Wortlaut der Regelungen hindert nichts daran, diesen Menschen als „anderen“ im Sinne der §§ 211 ff. StGB zu sehen, schließlich legt § 218 StGB weder fest, was ein Schwangerschaftsabbruch noch was eine Schwangerschaft ist. Auch das Argument, eine Schwangerschaft läge so lange vor, wie das Ungeborene mittels Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist, dient vorliegend nicht der Abgrenzung, denn die Verbindung mit der Nabelschnur besteht in der Regel auch noch in der Geburt. Dennoch hatte nach § 217 a. F. StGB das Menschsein schon in der Geburt begonnen.466 Historisch gesehen wollte der Gesetzgeber von 1871 aber den § 218 StGB bis zum Beginn [der Geburt angewandt wissen.]


464 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (13)

465 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (14)

466 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (14)

Denn er fordert Diskussionen darüber heraus, ob auch ein ungeborenes Kind in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, daß es nach der Geburt nicht selbständig wird weiterleben können, einem geborenen gleichgestellt werden soll oder nicht, und er öffnet Schutzbehauptungen Tür und Tor. Den Vorzug verdient deshalb - wie in den Niederlanden - die Festsetzung einer abstrakten Frist, nach deren Ablauf unwiderleglich von einer Lebensfähigkeit auszugehen ist.

Unser Ergebnis könnte z. B. lauten: Mit dem Ablauf der 20. Woche nach der Empfängnis ist der ungeborene Mensch einem geborenen gleichzustellen, ist »Mensch« i.S. der §§ 211 ff. StGB.

Die Frage ist natürlich, ob man damit nicht an die Grenze des gesetzlichen Wortlauts stößt, ob in der Einordnung des ungeborenen, aber lebensfähigen Menschen in die allgemeinen Tötungsdelikte nicht ein Verstoß gegen den Grundsatz nullum crimen sine lege zu sehen ist.

1 Lex lata oder lex ferenda? - Die Auslegungsfähigkeit des Rechtsbegriffs »Mensch« 

Vor dem 1. April 1998 wäre die Frage, ob der ungeborene, aber lebensfähige Mensch »Mensch«, d.h. ein »anderer« im Sinne der Tötungsdelikte sei, eindeutig zu verneinen gewesen. Denn § 217, der Tatbestand der Kindestötung, legte fest: »Eine Mutter, welche ihr nichteheliches Kind in oder gleich nach der Geburt tötet, wird bestraft.« § 217 war die positivierte Abgrenzung zwischen dem Schwangerschaftsabbruch und den allgemeinen Tötungsdelikten. Man konnte ihm entnehmen, daß der Gesetzgeber von einem nichtehelichen Kind »in der Geburt« sprach. Das Kindsein begann somit in der Geburt und nicht früher. Die lex scripta stellt damit insoweit kein unüberwindliches Hindernis mehr dar für die Erstreckung des Rechtsbegriffs »Mensch« auf Ungeborene vor dem Einsetzen der Eröffnungswehen62. Freilich läßt sich § 218a IV Satz 1 entnehmen, daß die Anwendbarkeit der §§ 218 ff. jedenfalls bis zum Ende der 22. Woche nach der Empfängnis reicht. Nach Ablauf der 22. Woche wäre es eine Frage der Auslegung, wann der Ungeborene rechtlich als »Mensch« zu begreifen wäre. Setzen wir klassisch am Wortlaut der Regelungen an, so hindert uns nichts daran, jenen Menschen als »anderen« i.S. von § 212 zu definieren. Dieses Ergebnis würde auch nicht durch den Wortlaut des § 218, also des Schwangerschaftsabbruchstatbestands, widerlegt. Denn § 218 legt weder fest, was ein Schwangerschaftsabbruch, noch was eine Schwangerschaft ist. Nun könnte man im Hinblick auf Spät-»Schwangerschaftsabbrüche« in Erwägung ziehen, daß eine Schwangerschaft jedenfalls so lange vorliegt, wie der Ungeborene mittels Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist. Aber die Verbindung mit der Nabelschnur besteht i.d.R. auch noch »in der Geburt«. Und dennoch hatte »in der Geburt« das Menschsein nach § 217 a.F. StGB schon begonnen. Historisch besehen ist davon auszugehen, daß der Gesetzgeber von 1871 § 218 bis zum Beginn der Geburt angewandt wissen wollte.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt. Teil einer siebenseitigen, eng am Wortlaut orientierten Übernahme aus dieser Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

[15.] Uh/Fragment 181 04 - Diskussion
Bearbeitet: 28. February 2014, 20:39 PlagProf:-)
Erstellt: 23. October 2013, 23:02 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kern 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 2-27
Quelle: Kern 1998
Seite(n): 485, Zeilen: li.Sp. 1-11, 22-54 - re.Sp. 1-4.(14-22)
Die Konvention wurde mittlerweile in 22 der 40 Mitgliedsstaaten des Europarates unterzeichnet, in Deutschland steht die Verabschiedung noch aus.650

Die Wurzeln dieser Konvention liegen im Jahr 1985. Damals wurde vom Europarat ein Adhoc-Experten-Komitee (Comité ad hoc d´experts pour la bioéthique - CAHBl) eingesetzt, welches sich mit dem Schutz der Menschenwürde und den grundlegenden Menschenrechten in den Bereichen Humanmedizin und Humanbiologie befassen sollte. Die Arbeit des Komitees beinhaltete Vorschläge zur Ausarbeitung einer umfassenden Bioethik-Konvention. Im Jahr 1992 wurde ein Ausschuss zur Koordinierung von Menschenrechtsfragen und Bioethik (Comité Directeur de la Bioéthique – CDBl) gebildet. Dieser Ausschuss, der überwiegend aus Experten der Gesundheits- und Justizministerien bestand, erhielt von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates den Auftrag, eine Bioethik-Konvention zu entwerfen. Im Juli 1994 legte schließlich die Rechtsabteilung des Europarates den Entwurf einer Bioethik-Konvention und einen erläuternden Bericht hierzu vor. Dieser Entwurf umfasste in drei Kapiteln 24 Artikel. Der Inhalt entspricht überwiegend der aktuellen Fassung, enthält allerdings weniger Details.651

In Deutschland wurde die Diskussion über das Übereinkommen sehr lebhaft geführt, zumal in der Öffentlichkeit eine große Unklarheit über den Stand des Verfahrens und den gesamten Inhalt herrschte. Die parlamentarische Versammlung lehnte im Oktober 1994 den Entwurf ab und verwies ihn in den Lenkungsausschuss zurück. Im Februar 1995 stellte die Ethik-Kommission der Landesärztekammer Baden-Württemberg fest, dass sie bislang nicht zu einer Stellungnahme aufgefordert worden war. Die Mitglieder der Kommission waren sich allerdings darüber einig, dass der Entwurf noch nicht ausgereift sei und einige brisante Details enthalte.652

In einer Stellungnahme der Ethik-Kommission des Klinikums der Universität Heidelberg vom 13.3.1995 wurde die Kritik besonders deutlich. So wurde unter anderem bemängelt, dass der Entwurf in vielen Bereichen erheblich hinter dem in der Bundesrepublik durch Ge[setze, Rechtsprechung und ärztliche Berufsregeln bereits erreichten Stand zurückbleibe, was insbesondere für die mit deutschem Recht zum Teil nicht zu vereinbarenden Möglichkeiten der Einbeziehung Einwilligungsunfähiger in die medizinische Forschung sowie für die Zulassung der Forschung an Embryonen während der ersten 14 Tage ihrer Entwicklung gelte.]


651 Kern: Die Bioethik-Konvention des Europarates, MedR 1998, S. 485

652 Kern: Die Bioethik-Konvention des Europarates, MedR 1998, S. 485

„Das Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte und der Menschenwürde im Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin – Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin – des Europarates vom 4. April 1997“2, in der öffentlichen Diskussion kurz Bioethik-Konvention genannt, das mittlerweile von 22 der 40 Mitgliedstaaten des Europarates unterschrieben worden ist, steht in Deutschland noch zur Unterzeichnung an. [...]

[...]

Im Jahre 1985 wurde vom Europarat ein multidisziplinär besetztes Ad-hoc-Experten-Komitee (Comité ad hoc d’experts pour la bioéthique – CAHBI) eingesetzt, welches sich mit dem Schutz der Menschenwürde und den grundlegenden Menschenrechten in den Bereichen Humanbiologie und Humanmedizin befaßte. Die Arbeiten des CAHBI führten zu Empfehlungen, in denen Vorschläge für die Ausarbeitung einer umfassenden Bioethik-Konvention enthalten waren. Aus dem CAHBI wurde 1992 ein Lenkungsausschuß zur Koordinierung von Menschenrechtsfragen und Bioethik (Comité Directeur de la Bioéthique – CDBI) gebildet. Dieser Ausschuß besteht überwiegend aus Experten der Gesundheits- und Justizministerien. Er erhielt von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates den Auftrag, eine Bioethik-Konvention zu entwerfen. Im Juli 1994 legte die Rechtsabteilung des Europarates den Entwurf einer Bioethik-Konvention und einen erläuternden Bericht3 dazu vor. Der Entwurf umfaßte in drei Kapiteln 24 Artikel. Der Inhalt entspricht weitgehend dem Inhalt der aktuellen Fassung der Bioethik-Konvention, ist aber weniger detailgenau.

Die Diskussion wurde sogleich außergewöhnlich lebhaft geführt, wobei in der Öffentlichkeit absolute Unklarheit über den Stand des Verfahrens und den genauen Inhalt herrschte4. Obwohl die Parlamentarische Versammlung den Entwurf im Oktober 1994 abgelehnt und in den Lenkungsausschuß zurückverwiesen hatte, wurde der Entwurf weiter diskutiert. Am 14. 2. 1995 stellte beispielsweise die Ethik-Kommission der Landesärztekammer Baden-Württemberg fest, daß von ihr bislang keine Stellungnahme zum Entwurf erbeten worden war. Die Kommissionsmitglieder waren sich darin einig, daß der Entwurf noch nicht ausgereift sei und teilweise brisante Details enthalte. Deutlicher fiel die Stellungnahme der Ethik-Kommission des Klinikums der Universität Heidelberg vom 13. 3. 1995 aus. Hier wurden die wichtigsten in der deutschen Diskussion vorgebrachten Argumente gebündelt:

„ [...] Allerdings bleibt der Entwurf in mehreren Bereichen deutlich hinter dem in der Bundesrepublik durch Gesetze, Rechtsprechung und ärztliche Berufsregeln bereits erreichten Stand zurück. Das gilt beispielsweise für die mit deutschem Recht zum Teil unvereinbaren Möglichkeiten der Einbeziehung Einwilligungsunfähiger in die medizinische Forschung sowie für die Zulassung von Forschung an Embryonen während der ersten 14 Tage ihrer Entwicklung. [...] “


2) Abdruck der deutschen Übersetzung – verbindlich ist nur der Wortlaut in englischer und französischer Sprache – in: Bundesministerium der Justiz (Hrsg.), Informationen zur Entstehungsgeschichte, Zielsetzung und Inhalt – Das Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin des Europarates vom 4. April 1997, Februar 1998.

4) Vgl. dazu Emmrich, Der vermessene Mensch, 1997, S. 13 ff.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Leichte Umformulierungen, inhaltlich kaum Unterschiede.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[16.] Uh/Fragment 023 10 - Diskussion
Bearbeitet: 28. February 2014, 20:34 PlagProf:-)
Erstellt: 22. October 2013, 18:05 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schemer 1999, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 10-18
Quelle: Schemer 1999
Seite(n): 53, Zeilen: 6-10, 15-30
Zoologen erwarten, durch das Klonen von Tieren solche Arten schützen zu können, die vom Aussterben (Tiger, Nashorn) bedroht oder fortpflanzungsträge (Panda) sind. Auf Dauer ist eine Arterhaltung auf diese Weise allerdings nicht möglich, weil sich Mutationen ansammeln und die Tiere degenerieren würden.51

Auch die Pharmaindustrie erhofft sich einen Nutzen beim Gen-Pharming. Darunter versteht man die Gewinnung von Arzneimitteln aus transgenen Tieren. Hierbei wird ein Gen für ein menschliches Protein (z.B. Blutgerinnungs- oder Wachstumsfaktoren) in die befruchtete Eizelle eines Nutztieres eingepflanzt, welches anschließend aus der Milch, dem Blut oder dem Gewebe eines erwachsenen Tieres gewonnen werden kann.52


51 Schemer: Das Klonen: Fortschritt und Schrecken, Politische Studien, Heft 365, Mai/Juni 1999, S. 51 (53)

52 Kollek: Klonen ist Klonen - oder nicht? In: Ach/Brudermüller/Runtenberg (Hrsg.): Hello Dolly? Über das Klonen, S. 28

Zoologen erhoffen sich, durch Vervielfältigung von Tieren solche Arten schützen zu können, die vom Aussterben bedroht (Tiger, Rhinocerus) oder fortpflanzungsträge sind (Pandas). [...] Auf Dauer ist eine Erhaltung jedoch nicht möglich, weil sich Mutationen ansammeln und die Tiere degenerieren würden.

Einen weiteren Nutzen erhofft man sich beim Gen-Pharming. Unter Gen-Pharming versteht man die Gewinnung von Arzneimitteln aus transgenen Tieren.6 Hierbei schleusen die Gentechniker ein Gen für ein menschliches Protein (z.B Blutgerinnungs- u. Wachstumsfaktoren) in die befruchtete Eizelle eines Nutztiers ein, das dann aus der Milch, dem Blut oder dem Gewebe des erwachsenen Tieres gewonnen werden kann.


6 Vgl. Deutsches Ärzteblatt 94. Heft 50. 12. Dez. 1997. S. B-2757.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[17.] Uh/Fragment 129 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. February 2014, 20:32 PlagProf:-)
Erstellt: 26. October 2013, 19:04 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 11 f., Zeilen: S. 11: 29ff, S. 12: 1ff
[Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten wie Pennsylvania oder Illinois verpflichten den Arzt im Falle eines Spät-] abbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen, wie wenn die Mutter nicht einen Abbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht.461 In Großbritannien verbietet der Infant Life Act aus dem Jahr 1929 die Tötung Ungeborener, deren Entwicklung bereits so weit fortgeschritten ist, dass sie fähig sind, lebend geboren zu werden und beschränkt somit die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch.462 [...]

Eine Einbeziehung lebensfähiger Ungeborener unter den Schutz der Tatbestände der vorsätzlichen Tötung findet sich im Strafgesetzbuch der Niederlande. Hier sieht Art. 82 a nlStGB vor, dass es als Tötung im Sinne der Strafvorschriften der Art. 287 - 292 nlStGB begriffen werden soll, wenn eine Leibesfrucht getötet wird, von der zu erwarten war, dass sie imstande gewesen wäre, außerhalb des Mutterleibes am Leben zu bleiben. Eine solche Erwartung wird jedenfalls nach Ablauf der 24. Woche angenommen. Unter Einbeziehung von Ungenauigkeiten bei der Bestimmung der Schwangerschaftsdauer von bis zu vier Wochen ist deshalb eine geschätzte Schwangerschaftsdauer von 20 Wochen die äußerste Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch. Durch diese Regelung wird allerdings weder in das System der Tötungsdelikte eingegriffen noch der Status des Ungeborenen grundsätzlich verändert, was zur Folge hat, dass weder die pränatale Körperverletzung noch fahrlässige Tötungen erfasst werden. Zum Schutz lebensfähiger Ungeborener nimmt die Vorschrift lediglich eine entsprechende Verwirklichung bestimmter vorsätzlicher Tötungsdelikte wie Kindestötung, Totschlag und Mord an.463

Eine Vorschrift, die an die Lebensfähigkeit des Ungeborenen anknüpft, muss allerdings festlegen, was darunter genau zu verstehen ist, wie die Grenze zwischen Lebensfähigkeit und Lebensunfähigkeit zu ziehen ist. Von Lebensfähigkeit kann grundsätzlich dann ausgegangen werden, wenn das Kind nach der Trennung von der Mutter überleben kann, wenn auch zunächst nur mit Hilfe technischer Geräte. Nach dem gegenwärtigen medizinischen Stand ist ein Frühgeborenes etwa ab der 22. Schwangerschaftswoche, dies entspricht der 20. Woche nach der Empfängnis lebensfähig. Diese Umschreibung der Lebensfähigkeit ist jedoch zu unpräzise, als dass sie einen tragfähigen Ansatz bieten könnte. Schließlich öffnet sie Diskussionen Tür und Tor, ob beispielsweise ein Ungeborenes in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, dass es nach der Geburt nicht selbständig weiterleben wird, einem [geborenen Kind gleichgestellt werden kann oder nicht.]


461 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (11)

462 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (12)

463 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (12)

Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten, etwa Pennsylvania oder Illinois, sehen vor, daß der Arzt im Falle eines Spätabbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen hat, wie wenn die Mutter nicht einen Schwangerschaftsabbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht52.

In Großbritannien verbietet der Infant Life Act von 1929 die Tötung Ungeborener, deren Entwicklung so weit fortgeschritten ist, daß sie »capable of being born alive« sind, als »child destruction«.

Eine Integration lebensfähiger Ungeborener unter den Schutz der Tatbestände der vorsätzlichen Tötung (Kindestötung, Totschlag, Mord, Art.287-292 nlStGB) findet man im Strafgesetzbuch der Niederlande55. Hier sieht Art. 82a nlStGB vor, daß es als Tötung im Sinne der genannten Strafvorschriften begriffen werden soll, wenn eine Leibesfrucht getötet wird, von der »redlicherweise zu erwarten war, daß sie imstande gewesen wäre, außerhalb des Mutterleibes am Leben zu bleibe.«56. Eine solche Erwartung wird jedenfalls nach Ablauf der 24. Woche angenommen. Wird die Dauer der Schwangerschaft nach konventionellen Methoden bestimmt, geht man von Ungenauigkeiten von bis zu vier Wochen aus. In diesen Fällen ist deshalb eine geschätzte Schwangerschaftsdauer von 20 Wochen die äußerste Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch57.

[...] Zum Schutz lebensfähiger Ungeborener nimmt die Vorschrift eine entsprechende Verwirklichung bestimmter vorsätzlicher Tötungsdelikte an, ohne in das System der Tötungsdelikte einzugreifen und ohne den Status des Ungebörenen grundsätzlich zu verändern. Dies hat zur Folge, daß pränatale Körperverletzungen und fahrlässige Tötungen nicht erfaßt werden.

[...]

Eine Regelung, die an die Lebensfähigkeit anknüpft, muß festlegen, was darunter zu verstehen ist, wie die Grenze zwischen Lebensfähigkeit und Lebensunfähigkeit genau festgelegt werden soll. Von »Lebensfähigkeit« sei zunächst dann ausgegangen, wenn das Kind mit der Trennung von der Mutter überleben kann, wenn auch aufgrund seiner Unreife zunächst nur mit technischer Unterstützung. Nach gegenwärtigem medizinischem Stand würde dies auf Frühgeborene ab einem Schwangerschaftsalter von etwa 20-22 Wochen zutreffen59.

Man könnte jene Versuche einer materiellen Umschreibung der Lebensfähigkeit fortsetzen und sich um eine weitere Präzisierung bemühen. Indessen ist es fraglich, ob jener Ansatz tragfähig ist. Denn er fordert Diskussionen darüber heraus, ob auch ein ungeborenes Kind in der 25. Schwangerschaftswoche, von dem anzunehmen ist, daß es nach der Geburt nicht selbständig wird weiterleben können, einem geborenen gleichgestellt werden soll oder nicht, und er öffnet Schutzbehauptungen Tür und Tor. Den Vorzug verdient deshalb - wie in den Niederlanden - die Festsetzung einer abstrakten Frist, nach deren Ablauf unwiderleglich von einer Lebensfähigkeit auszugehen ist.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt. Teil einer insgesamt siebenseitigen Übernahme.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

[18.] Uh/Fragment 128 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. February 2014, 18:20 PlagProf:-)
Erstellt: 29. October 2013, 09:32 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 1 ff. (kpl.)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 10 f., Zeilen: S. 10: 8ff
[Die Geburt ist somit nur noch ein Abschnitt auf dem Lebensweg des Menschen und verliert damit ihr Gewicht als Kriterium für eine wesentliche Ungleichheit im] strafrechtlichen Sinn. Das Ungeborensein vermag die Ungleichbehandlung des Ungeborenen nicht mehr zu rechtfertigen. Fraglich ist nur, wie weit das strafrechtliche Menschsein im Zeitalter von pränataler Diagnostik und Therapie auf den vorgeburtlichen Bereich ausgedehnt werden soll.458

Die Lösung ist in den Spätschwangerschaftsabbrüchen vorgezeichnet. Denn was bei diesen durch den Fetozid verhindert werden soll, ist die Geburt eines Kindes, welches extrauterin potentiell unabhängig von der Mutter überleben kann. Diese Lebensfähigkeit passt nun nicht in das Tatbild der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch von 1871 bis heute. Das Lebensrecht des Ungeborenen ist durch die potentielle extrauterine Lebensfähigkeit von einer „Anwartschaft“ mittlerweile zum Vollrecht gereift. Aus diesem Grund ist die notwendige Abhängigkeit vom Organismus der Mutter, die auf seiner Unreife beruhende Lebensunfähigkeit des Ungeborenen der wesentliche Unterschied, der eine Ungleichbehandlung des Ungeborenen, die Unterscheidung zwischen Schwangerschaftsabbruch und Tötungsdelikt zu rechtfertigen vermag.459 Die mangelnde Lebensfähigkeit ist somit der sachliche Grund für eine Ungleichbehandlung. Aus diesem Grund verbietet es der Gleichheitssatz, ein noch nicht geborenes, aber außerhalb des Mutterleibes potentiell lebensfähiges Kind im Interesse Dritter, auch dem der Mutter, zu töten, es sei denn, eine Schnittentbindung ist nicht möglich oder die Schwangere geriete bei Fortsetzung der Schwangerschaft physisch in Lebensgefahr.

Das ungeborene Kind wäre folglich mit dem Beginn der Lebensfähigkeit dem geborenen hinsichtlich des strafrechtlichen Lebensschutzes gleichzustellen. Dies bedeutet mit anderen Worten, im Sinne der Tötungsdelikte wäre der extrauterin lebensfähige Ungeborene „Mensch“. Dies ist freilich ein Ergebnis mit weitreichenden Konsequenzen.460

Rechtsvergleichend lassen sich aber durchaus Rechtsordnungen finden, in denen die potentielle extrauterine Lebensfähigkeit des Embryos auf dem Weg zur strafrechtlichen „Menschwerdung“ einen entscheidenden Einschnitt bildet. So stellt die Lebensfähigkeit des Ungeborenen beispielsweise in der Rechtsprechung des U.S. Supreme Court ein Gegengewicht zu dem Recht auf Schwangerschaftsabbruch dar. Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten wie Pennsylvania oder Illinois verpflichten den Arzt im Falle eines Spät-[abbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen, wie wenn die Mutter nicht einen Abbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht.461]


458 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (10)

459 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (10)

460 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (11)

Die Geburt ist somit letztlich nur noch eine Episode auf dem Lebensweg des Menschen. Sie verliert ihr Gewicht als Kriterium für eine wesentliche Ungleichheit im strafrechtlichen Sinne. Es vermag - in der Formulierung einer zweigliedrigen Prüfung des Gleichheitssatzes - das Ungeborensein die Ungleichbehandlung der Ungeborenen nicht mehr zu rechtfertigen. Und wie die mit dem Geburtsvorgang verbundenen Risiken den Gesetzgeber von 1871 veranlaßt haben, das strafrechtliche »Menschsein« in der Geburt beginnen zu lassen45, so sollten ihn die Risiken pränataler Diagnostik und Therapie heute veranlassen, diese Zone auf den vorgeburtlichen Bereich auszudehnen. Fraglich ist nur, wie weit jene Ausdehnung reichen soll.

[...]

Die Lösung ist in unserer Ausgangsproblematik, den Spätschwangerschaftsabbrüchen, vorgezeichnet. Denn was hier durch den Fetozid verhindert werden soll, ist die Geburt eines Kindes, das extrauterin potentiell unabhängig von der Mutter überleben kann. Diese Lebensfähigkeit ist das, was uns irritiert, weil sie in das Tatbild der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch von 1871 bis heute nicht hineinpaßt. Das durch die Abhängigkeit von der Mutter insoweit zunächst nur als »Anwartschaft« zu denkende Lebensrecht des Ungeborenen ist durch die potentielle extrauterine Lebensfähigkeit zum Vollrecht gereift46. Damit ist die notwendige47 Abhängigkeit vom Organismus der Mutter, die auf seiner Unreife beruhende mangelnde Lebensfähigkeit des Ungeborenen der wesentliche Unterschied, der die Ungleichbehandlung des Ungeborenen, die Unterscheidung von Schwangerschaftsabbruch und Tötungsdelikten trägt. Negiert man diesen Unterschied, dann ist man - wie bei den Spätabbrüchen - gezwungen, um der Straffreiheit willen »systemkonform« intrauterin aktiv zu töten48.

Wenn man somit von der mangelnden Lebensfähigkeit als dem sachlichen Grund für eine Ungleichbehandlung ausgeht und wenn Geborene zur Abwendung einer Gefahr zugunsten Dritter allenfalls in den seltenen Fällen des defensiven rechtfertigenden Notstands49 getötet werden dürfen, dann verbietet es der Gleichheitssatz, ein noch ungeborenes, aber extrauterin potentiell lebensfähiges Kind im Interesse Dritter, auch dem der Mutter, zu töten, es sei denn, daß eine Schnittentbindung nicht möglich ist und die Schwangere bei Fortsetzung der Schwangerschaft physisch in Lebensgefahr geriete.

Unser Zwischenergebnis lautet somit: Mit dem Beginn der Lebensfähigkeit ist das ungeborene Kind dem geborenen hinsichtlich des strafrechtlichen Lebensschutzes gleichzustellen, m.a.W.: im Sinne der Tötungsdelikte ist der extrauterin lebensfähige Ungeborene »Mensch«.

Dies ist freilich ein Ergebnis mit weitreichenden Konsequenzen. [...]

Hier sei nur der Hinweis erlaubt, daß sich rechtsvergleichend durchaus Rechtsordnungen finden lassen, in denen die potentielle extrauterine Lebensfähigkeit des Embryos auf dem Weg zur strafrechtlichen »Menschwerdung« eine entscheidende Etappe bildet.

So stellt die Lebensfähigkeit des Ungeborenen etwa in der Rechtsprechung des U.S. Supreme Court ein Gegengewicht zu dem Recht auf Schwangerschaftsabbruch dar51. Abtreibungsgesetze in verschiedenen Einzelstaaten, etwa Pennsylvania oder Illinois, sehen vor, daß der Arzt im Falle eines Spätabbruchs in derselben Weise für das Leben und die Gesundheit des Kindes zu sorgen hat, wie wenn die Mutter nicht einen Schwangerschaftsabbruch, sondern eine Lebendgeburt wünscht52.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

[19.] Uh/Fragment 127 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. February 2014, 18:10 SleepyHollow02
Erstellt: 26. October 2013, 17:47 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 127, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 8-10, Zeilen: 8:24-30.36-37 - 9:1-, 10:1-7
[Ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz läge also vor, wenn davon auszugehen ist, dass ein Mensch unmittelbar vor dem Einsetzen der Eröffnungswehen einem Menschen unmit]telbar nach dem Einsetzen der Eröffnungswehen zwar im Wesentlichen gleicht, er aber trotzdem ungleich behandelt wird, indem seine Tötung unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig erklärt wird.454 Eine Behinderung des Ungeborenen scheidet als Grund für eine wesentliche Ungleichheit bereits wegen des Diskriminierungsverbots in Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG aus. Auch die Suizidgefahr der Mutter kann nicht als sachlicher Grund für die Diskriminierung ungeborener Menschen herangezogen werden, denn diese besteht vor und nach der Geburt in gleicher Weise, wenn ihre Ursache im Haben des Kindes liegt. Andernfalls wäre nicht der Spätabbruch, sondern die Geburt das Mittel zur Abhilfe.455

Klar wird damit, dass das Ungeborensein des Ungeborenen als Anhaltspunkt für eine wesentliche Ungleichheit dient. Ungeborensein wird dabei verstanden als „nicht vorhanden“, „nicht sichtbar sein“, „unbekannt sein“ oder „keine gesellschaftliche Rolle spielen“. Der Beginn der Geburt müsste daher jener Zeitpunkt sein, zu dem die Ungleichheiten beseitigt werden. Das, was im Vergleich zwischen ungeborenem und gerade geborenem Menschen dazu führt, dass der noch nicht Geborene getötet werden darf, der gerade Geborene hingegen nicht mehr.456 Zu bezweifeln ist allerdings, ob in der heutigen Zeit der pränatalen Diagnostik und Therapie dem Beginn der Geburt noch jene Bedeutung zukommt wie zur Zeit des Erlasses des Strafgesetzbuchs im Jahr 1871. Damals machte man sich über den ungeborenen Menschen wenig Gedanken. Die Frage, wie ein Mensch zustande kam, gehörte ebenso wie die Geburt des Menschen zu den gesellschaftlichen Tabus. Die Lebensfähigkeit des Ungeborenen musste erst die Geburt erweisen. Da man sich aber der besonderen Risiken des Geburtsvorgangs bewusst war, ließ man im Strafrecht die Schutzwirkung der allgemeinen Tötungsdelikte bereits „in der Geburt“ einsetzen (§ 217 StGB 1871).457

All dies sind aber Gesichtspunkte, die der Vergangenheit angehören. Wir leben in einer Zeit, in welcher der ungeborene Mensch kein Unbekannter mehr ist. Viele Eltern kennen schon vor der Geburt das Geschlecht ihres Kindes und legen bereits einen Namen fest. Der ungeborene Mensch bleibt folglich nicht mehr im Verborgenen. Er ist vielmehr da und spielt eine gesellschaftliche Rolle. Die Geburt ist somit nur noch ein Abschnitt auf dem Lebensweg des Menschen und verliert damit ihr Gewicht als Kriterium für eine wesentliche Ungleichheit im [strafrechtlichen Sinn.]


454 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (8)

455 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (9)

456 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (9)

457 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (9)

[Seite 8]

Ein Verstoß gegen den Gleichheitssatz wäre folglich gegeben, wenn man davon ausgehen könnte, daß ein Mensch unmittelbar vor dem Einsetzen der Eröffnungswehen einem Menschen unmittelbar nach dem Einsetzen der Eröffnungswehen zwar im wesentlichen gleicht, er aber dennoch rechtlich ungleich behandelt wird, indem - im Unterschied zum gerade Geborenen - seine Tötung unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein soll. [...]

a) Die Untauglichkeit des Geborenwerdens als Unterscheidungskriterium

Eine Behinderung des Ungeborenen scheidet als Grund für die wesentliche Ungleichheit schon wegen des speziellen Diskriminierungsverbots in

[Seite 9]

Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG aus. Aber auch die Suizidgefahr kann nicht als sachlicher Grund für die Diskriminierung ungeborener Menschen ins Feld geführt werden. Denn sie besteht vor und nach der Geburt in gleicher Weise, wenn ihre Ursache im Haben des Kindes liegt. Bestünde sie nach der Geburt nicht mehr, wäre nicht der Spätabbruch, sondern die Geburt das Mittel der Wahl zur Abhilfe.

Es ist zu befürchten, daß die Suche nach weiteren Kriterien für die Ungleichbehandlung Ungeborener - behinderter wie nichtbehinderter - auf ein Argument hinausläuft: das Ungeborensein des Ungeborenen als Anhaltspunkt für eine wesentliche Ungleichheit. »Ungeborensein« wird dabei verstanden im Sinne von »nicht vorhanden«, »unbekannt sein«, »nicht sichtbar sein«, »keine gesellschaftliche Rolle spielen«, »ungezähmt43 i.S.v. unvertraut sein«. Der Beginn der Geburt müßte folglich jener Zeitpunkt sein, zu dem die genannten Ungleichheiten beseitigt werden, das, was im Vergleich zwischen dem noch ungeborenen und dem gerade geborenen Menschen dazu führt, daß der gerade noch nicht Geborene getötet werden darf, der gerade Geborene hingegen nicht.

Allerdings ist zu bezweifeln, ob in der heutigen Zeit pränataler Diagnostik und Therapie dem Beginn der Geburt noch jene Bedeutung zukommt. Gelänge der Nachweis, daß dies nicht mehr so ist, dann wäre die wesentliche Ungleichheit zwischen dem noch nicht geborenen und dem gerade geborenen Menschen in der Tat nicht mehr zu begründen.

Hier muß man zunächst berücksichtigen, daß das Strafgesetzbuch von 1871 aus einer Zeit herrührt, in der man sich über ungeborene Menschen wenig Gedanken machte. Die Frage, wie ein Mensch zustande gebracht wird, gehörte zu den gesellschaftlichen Tabus, und auch die Geburt des Menschen lag noch innerhalb jener Tabuzone. Der ungeborene Mensch war noch gar nicht da. Sein Zutagefördern war geheimnisvoll und Angelegenheit ganz spezifischer Berufsgruppen, seien es Ärzte, seien es Hebammen. Das ungeborene Kind war zwar existent, nicht aber als Kind, sondern - den römischrechtlichen Wurzeln des BGB entsprechend - als Leibesfrucht, als pars viscerum matris ohne eigene Schutzwürdigkeit und -bedürftigkeit44. Die Lebensfähigkeit dieses Unbekannten mußte erst die Geburt erweisen. Weil man sich aber der besonderen Risiken des Geburtsvorgangs bewußt war, ließ man im Strafrecht die Schutzwirkung der allgemeinen Tötungsdelikte bereits »in der Geburt« (§ 217 StGB 1871) einsetzen.

Jene gesellschaftliche Nichtexistenz der Leibesfrucht, ihre Unsichtbarkeit, Unvertrautheit, die Schwangerschaft als eine Art »Wundertüte«, bei der man nicht weiß, was zum Vorschein kommt: dies sind Gesichtspunkte, die der Vergangenheit angehören. Wir leben in einer Zeit, in der der ungeborene Mensch kein Unbekannter mehr ist. Viele Eltern lassen sich das Geschlecht des Kindes mitteilen und legen schon einen Namen fest. Und daß wir z.B. die Behinderung des ungeborenen Kindes kennen, liegt ja gerade daran, daß wir uns mit ihm beschäftigt, uns ihm zugewandt haben, daß wir etwas über seine genetische Struktur erfahren haben, daß wir mehr von ihm wissen als von uns selbst. Damit bleibt der ungeborene Mensch nicht mehr im Verborgenen. Er ist da, er spielt eine gesellschaftliche Rolle, wird im gesellschaftlichen Sinne zur »Person«.

Die Geburt ist somit letztlich nur noch eine Episode auf dem Lebensweg des Menschen. Sie verliert ihr Gewicht als Kriterium für eine wesentliche Ungleichheit im strafrechtlichen Sinne.

Anmerkungen

Umformulierungen sind erkennbar. Gropp wird als einzige Quelle in den Fußnoten benannt, damit aber nicht erkenntlich gemacht, dass Uh hier eng am Wortlaut den Gedankengang von Gropp paraphrasiert.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

[20.] Uh/Fragment 126 01 - Diskussion
Bearbeitet: 18. December 2013, 17:58 Graf Isolan
Erstellt: 26. October 2013, 16:59 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gropp 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 126, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Gropp 2000
Seite(n): 1-2, 7-8, Zeilen: 1:27-28 - 2:1; 7:16-20.24-25.29-39 - 8:1ff.
[Hierdurch wurde zur Vermeidung einer Diskriminierung die embryopathische Indikation, die Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Behinderung des zu erwartenden Kindes bis zum Ende der] 22. Woche zuließ, abgeschafft.450

Juristisch gesehen liegt das Problem dieser Spätabbrüche darin, dass ein lebendes und lebensfähiges Kind geboren wird, dessen Tod wenn nicht durch aktives Tun, so doch zumindest quasi-kausal durch „Liegenlassen“ herbeigeführt wird. Die Praxis versucht dem mittels Fetozids als einer „actio licita in causa“ aus dem Weg zu gehen.451 Obwohl hier der Tod des Kindes Ziel des Handelns ist, wäre zu überlegen, ob dem Ungeborenen mit dem Erreichen der Lebensfähigkeit nicht auch rechtlich ein Status zuerkannt werden muss, der die Relativierung seines Lebensrechts nach den Maßstäben des legalen Schwangerschaftsabbruchs verbietet. Zu hinterfragen ist, ob die gesetzgeberische Höherbewertung der Interessen der Schwangeren im Vergleich mit den Interessen des Ungeborenen auch Spätabbrüche rechtfertigt oder ob diese Ungleichbehandlung im Vergleich mit dem geborenen Leben nicht willkürlich ist. Die Ungleichbehandlung könnte vermieden werden, wenn das Menschsein im Sinne der allgemeinen Tötungs- und Körperverletzungsdelikte nicht erst an den Beginn des Geburtsaktes, sondern an die Lebensfähigkeit der Ungeborenen geknüpft wird.452

Sollte das Menschsein im Sinne der Tötungs- und Körperverletzungsdelikte bereits mit der Lebensfähigkeit der Ungeborenen beginnen, würden Spätschwangerschaftsabbrüche zu Tötungsdelikten. Dieser gewaltige Schritt müsste zur Vermeidung einer Ungleichbehandlung getan werden, wenn das Kriterium der noch nicht erfolgten Geburt als Maßstab für die Ungleichbehandlung willkürlich, d.h. ohne einleuchtenden Grund sein sollte. Nach der neueren Rechtsprechung des BVerfG ist daher zunächst im Sinne einer zweigliedrigen Prüfung die noch nicht erfolgte Geburt als Anlass für die Ungleichbehandlung zu diagnostizieren und im Anschluss daran festzustellen, dass sich nach Verhältnismäßigkeitserfordernissen eine Rechtfertigung für die Ungleichbehandlung nicht finden lässt.453

Der Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 GG verbietet es, wesentlich Gleiches ohne sachlichen Grund, d.h. willkürlich ungleich und wesentlich Ungleiches willkürlich gleich zu behandeln.

Ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz läge also vor, wenn davon auszugehen ist, dass ein Mensch unmittelbar vor dem Einsetzen der Eröffnungswehen einem Menschen unmit[telbar nach dem Einsetzen der Eröffnungswehen zwar im Wesentlichen gleicht, er aber trotzdem ungleich behandelt wird, indem seine Tötung unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig erklärt wird.454]


450 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1; Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz vom 21.8.1995, BGBl. I S. 1050

451 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (7)

452 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (8)

453 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (8)

[454 Gropp: Der Embryo als Mensch, GA 2000, S. 1 (8)]

[Seite 1]

Zur Vermeidung einer Diskriminierung wurde die embryopathische Indikation, die Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Behinderung des zu

[Seite 2]

erwartenden Kindes bis zum Ende der 22. Woche zuließ, abgeschafft.

[Seite 7]

D. Perspektive: Der lebensfähige Embryo als »Mensch«

Juristisch besehen liegt das »Dilemma« der Spätabbrüche darin, daß ein lebendes und lebensfähiges Kind geboren würde, dessen Tod wenn nicht durch aktives Tun so doch quasi-kausal durch »Liegenlassen« herbeigeführt wird. Die Praxis sucht dem mittels Fetozids als einer »actio licita in causa zuvorzukommen. [...] Denn hier ist der Tod des Kindes nicht - wie etwa bei der medizinisch-somatischen Indikation - nur eine in Kauf genommene Begleiterscheinung bei der Wahrung der mütterlichen Interessen, die es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt, sondern er ist das Ziel des Handelns39.

Und dennoch wäre zu überlegen, ob dem Ungeborenen mit dem Erreichen der Lebensfähigkeit nicht auch rechtlich ein Status zugestanden werden muß, der die Relativierung seines Lebensrechts aus Art. 2 GG nach den Maßstäben des legalen Schwangerschaftsabbruchs verbietet. Es wäre kritisch zu fragen, ob die - nicht unumstrittene40, m.E. aber rechtlich einzig mögliche und in § 218a auch zum Ausdruck gebrachte - gesetzgeberische Höherbewertung der Interessen der Schwangeren im Vergleich mit den Schutzinteressen das [sic] Kindes auch die Spätabbrüche rechtfertigt oder ob hier die Ungleichbehandlung im Vergleich mit dem geborenen Leben nicht willkürlich erscheint.

Jene Ungleichbehandlung ließe sich im Kern dadurch vermeiden, daß das »Menschsein« im Sinne der allgemeinen Tötungs- und Körperverletzungs-

[Seite 8]

delikte nicht erst an den Beginn der Geburt, sondern bereits an die Lebensfähigkeit der Ungeborenen geknüpft wird. Im folgenden wird dargelegt, daß dieser Schritt nicht nur unter humanitären und kriminalpolitischen Aspekten wünschenswert, sondern auch aus (verfassungs)rechtlichen Gründen geboten ist.

I. Spätabbrüche als Tötungsdelikte

Wenn das »Menschsein« im Sinne der allgemeinen Tötungs- und Körperverletzungsdelikte bereits mit der Lebensfähigkeit der Ungeborenen beginnt, dann werden Spätabbrüche zu Tötungsdelikten - ein gewaltiger Schritt. Jedoch müßte er - zur Vermeidung einer gegen Art. 3 GG verstoßenden Ungleichbehandlung - getan werden, wenn das Heranziehen der noch nicht erfolgten Geburt als Maßstab für die Ungleichbehandlung - im Sinne einer eingliedrigen Prüfung des allgemeinen Gleichheitssatzes - willkürlich, d.h. ohne einleuchtenden Grund erfolgen sollte. Er müßte aber auch dann getan werden, wenn man mit der neueren Rechtsprechung des BVerfG im Sinne einer zweigliedrigen Prüfung zunächst die noch nicht erfolgte Geburt als Anlaß für die Ungleichbehandlung diagnostiziert und im Anschluß daran feststellt, daß sich nach Verhältnismäßigkeitserfordernissen eine Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung nicht finden läßt41.

1. Die wesentliche Gleichheit des Menschen unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Einsetzen der Geburt (Eröffnungswehen)

Der Gleichheitssatz in Art. 3 GG verbietet es zunächst, wesentlich Gleiches ohne sachlichen Grund, d.h. willkürlich, ungleich und wesentlich Ungleiches willkürlich gleich zu behandeln42. Ein Verstoß gegen den Gleichheitssatz wäre folglich gegeben, wenn man davon ausgehen könnte, daß ein Mensch unmittelbar vor dem Einsetzen der Eröffnungswehen einem Menschen unmittelbar nach dem Einsetzen der Eröffnungswehen zwar im wesentlichen gleicht, er aber dennoch rechtlich ungleich behandelt wird, indem - im Unterschied zum gerade Geborenen - seine Tötung unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein soll.


3 Vgl Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz (SFHÄndG) vom 21.8.1995, BGBl. I S. 1050.

39 Vgl. Bundesärztekammer (Fn. 5).

40 Vgl. einerseits Eser, in: Schönke/Schröder (Fn. 15), § 218a Rdn. 22; Gropp, GA 1988,1 ff, andererseits Tröndle, Strafgesetzbuch, Kommentar, 48. Aufl. 1997, Rdn. 14k vor § 218.

41 Zu dieser Entscheidung der Dogmatik des Gleichheitssatzes in der Rechtsprechung des BVerfG Bryde/Kleindiek, Der allgemeine Gleichheitssatz, Jura 1999, 36 ff/37 links m. w.N.

42 Vgl. BVerfGE 4,144/155 sowie BVerfGE 50,177/186; 51,295/300; 60, 16/42.

Anmerkungen

Umformulierungen sind erkennbar. Dennoch werden hier die Ausführungen Gropps um einige Sätze gekürzt aber im wesentlichen vollinhaltlich und weitgehend wörtlich wiedergegeben; Art und Umfang der Übernahmen bleiben dabei gänzlich ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02), Graf Isolan

[21.] Uh/Fragment 075 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:20 Guckar
Erstellt: 8. November 2013, 22:01 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kiesecker 1996, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Kiesecker 1996
Seite(n): 102-103, Zeilen: 102:8 ff. - 103:1-2
Im Hochmittelalter wurde der Zeitpunkt einer Beseelung für den männlichen Fötus auf den 40. Tag und für den weiblichen Fötus auf den 80. Tag nach der Befruchtung festgelegt. Diese Zäsuren bildeten die Grundlage für eine bis in die Neuzeit gültige Fristenlösung beim Verbot der Abtreibung. Schwangerschaftsabbrüche vor dem Beseelungszeitpunkt wurden nicht als Tötung menschlichen Lebens qualifiziert und waren zulässig. So fand die auf der Beseelungslehre beruhende Fristenlösung Eingang im Reichsstrafrecht von 1531. Die Kursächsische Konvention von 1572 stellte schließlich auf die Schwangerschaftsmitte als Zeitpunkt des Lebensbeginns ab, da in diesem Stadium die ersten Kindesbewegungen nachweisbar waren und damit die Bestätigung für das Vorhandensein menschlichen Lebens erbracht werden konnte.254

Erst Ende des 18., Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Zeitpunkt für den Lebensbeginn eines ungeborenen Kindes weit nach vorne verlegt und der Abbruch einer Schwangerschaft von der Empfängnis an unter Strafe gestellt. Die Regelung im preußischen allgemeinen Landrecht von 1794 enthielt z.B. in § 10 Preußischen ALR Teil 1 Titel 1 folgende Definition: „Die allgemeinen Rechte der Menschheit gebühren auch den noch ungeborenen Kindern, schon von der Zeit ihrer Empfängnis“.255

An dieser Festlegung des vorgeburtlichen Lebensschutzes änderte sich auch mit Erlass des Reichsstrafgesetzbuches von 1871 und dessen Änderungen im Gesetz vom 18.5.1926 (RGBl I, S. 239) nichts. Jedoch genoss das ungeborene Leben nach Ansicht der Strafrechtswissenschaftler einen geringeren Schutz als das bereits geborene, was zur Folge hatte, dass eine Abtreibung zwar unter Strafe gestellt, jedoch nicht als Tötungshandlung qualifiziert wurde. Auch das 5. StRG vom 18.6.1974 (BGBl I, S. 1297) sah mit seiner Fristenlösung noch weitere Einschränkungen des Lebensrechts des ungeborenen Kindes vor, indem die Straflosigkeit einer Abtreibung in den ersten zwölf Wochen nach der Empfängnis geregelt wurde. Dem Embryo/Fötus wurde damit eine geringere Wertqualität zuerkannt als einem Neugeborenen. Erst mit der Verwerfung der Fristenlösung durch das BVerfG wurde diese Annahme aufgegeben.256


254 Jerouschek in Eser von Lutterotti/Sporken (Hrsg.): Lexikon Medizin, Ethik, Recht, Stichwort „Lebensbeginn“ Sp. 689 ff.; Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 102

255 Hattenhauer: Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten von 1794, § 10 ALR Teil 1, Titel 1

256 Kiesecker: Die Schwangerschaft einer Toten, S. 103

[Seite 102]

Im Hochmittelalter wurde der Zeitpunkt für die Beseelung festgelegt, der beim männlichen Fötus am 40. Tag, beim weiblichen am 80. Tag angenommen wurde. Diese Terminierung bildete Grundlage für eine bis in die Neuzeit im Grunde gültige Fristenlösung beim Verbot der Abtreibung. Die auf der Beseelungslehre beruhende Fristenlösung fand so beispielsweise Eingang in das Reichsstrafrecht von 1531. Mit Erlaß der Kursächsischen Konstitutionen von 1572 wurde dann als Lebensbeginn auf die Schwangerschaftsmitte abgestellt, als dem Zeitpunkt der Spürbarkeit der ersten Kindsbewegungen272.

Erst Ende des 18., Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in den Neukodifikationen der Zeitpunkt für den Lebensschutz des ungeborenen Kindes weit nach vorne verlegt273 und der Schwangerschaftsabbruch von der Empfängnis an unter Strafe gestellt.

An dieser grundsätzlichen Festlegung des vorgeburtlichen Lebensschutzes änderte sich auch mit Erlaß des Reichsstrafgesetzbuches von 1871 und dessen Modifikationen im Gesetz vom 18.5.1926 (RGBl I, S. 239) nichts. Jedoch genoß das werdende Leben nach Ansicht der Strafrechtswissenschaftler einen geringeren Schutz als das bereits geborene, mit der Konsequenz, daß die Abtreibungshandlung zwar unter Strafe gestellt, nicht jedoch als Tötungshandlung qualifiziert wurde. Das 5. StRG, vom 18.6.1974 (BGBl I, S. 1297), sah noch weitere Einschränkungen des Lebensrechtes des Fötus vor, indem die Straflosigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten 12 Wochen seit der Empfängnis geregelt wurde. Erst mit Verwerfung der Fristenlösung durch das

[Seite 103]

BVerfG wurde die Annahme der geringeren Wertqualität des Fötus aufgegeben.


272 Jerouschek, Lexikon Medizin, Ethik, Recht, S. 689 f; Singer, Medizin und Ethik, S. 144, spricht insoweit von der Ansicht der „traditionellen katholischen Theologie“.

273 Vgl. hierzu beispielsweise die Regelung in § 10 Preuß. ALR Teil 1 Titel 1 von 1794: „Die allgemeinen Rechte der Menschheit gebühren auch den noch ungeborenen Kindern, schon von der Zeit ihrer Empfängniß“ (abgedruckt bei Hattenhauer, Textausgabe mit einer Einführung, 2. A. 1994).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[22.] Uh/Fragment 074 12 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:18 Guckar
Erstellt: 8. November 2013, 21:17 (Graf Isolan)
Fragment, Gesichtet, Kiesecker 1996, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 74, Zeilen: 12-23, 105-108
Quelle: Kiesecker 1996
Seite(n): 101-102, Zeilen: 101:23-28 - 102:1-7
I. Rechtshistorische Entwicklung

Basis des rechtlichen Lebensschutzes bildet die christlich-abendländische Tradition, die ursprünglich von einer sukzessiven Beseelung des Menschen ausging, welche diesem eine „Transzendenz jenseits seiner rein irdischen Existenz verlieh.“252 Wissenschaftlich anerkannt war insoweit die Lehre von Aristoteles, wonach der Mensch vor seiner Geburt verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen und sich dabei in drei verschiedenen Beseelungsstadien befunden haben soll. Zuerst habe er sich auf der Stufe vegetativen pflanzlichen Lebens bewegt, daran anschließend sei eine der Lebensweise der Tiere ähnelnde animalisch-sensitive Phase gefolgt, bevor durch eine von außen kommende Vernunftbeseelung das Stadium des Menschseins erreicht wurde. Lebensschutz bestand nach Auffassung von Aristoteles ab der zweiten Phase der Beseelung als dem Stadium, in welchem Empfindung und Leben vorhanden sein soll.253


252 Jerouschek in Eser/von Lutterotti/Sporken (Hrsg.): Lexikon Medizin, Ethik, Recht, Stichwort „Lebensbeginn“ Sp. 688 ff.

253 Jerouschek in Eser/von Lutterotti/Sporken (Hrsg.): Lexikon Medizin, Ethik, Recht, Stichwort „Lebensbeginn“ Sp. 688 ff., Hirsch/Eberbach: Auf dem Weg zum künstlichen Leben, S. 213

[Seite 101]

1. Überblick über die rechtshistorische Entwicklung zum Lebensbeginn und zum Lebensschutz

Grundlage für das Problem des Lebensbeginns und den rechtlichen Lebensschutz bildete in der christlichen Tradition die Frage der Beseeltheit des Menschen, die diesem „eine Transzendenz jenseits seiner rein irdischen Existenz verlieh“270. Wissenschaftliche Anerkennung fand insoweit die Lehre des Ari-

[Seite 102]

stoteles, nach welcher sich der Fötus im Laufe seiner vorgeburtlichen Entwicklung in drei Beseelungsstadien befunden haben soll. Erst sei die „vegetativ-pflanzliche“ Beseelung erfolgt, dann die „animalisch-sensitive“, und schließlich die von außen kommende Vernunftbeseelung der Menschwerdung. Lebensschutz bestand nach der Lehre des Aristoteles bereits in der zweiten Phase der Beseelung, der animalisch-sensitiven, als dem Stadium, in dem Empfindung und Leben vorhanden sein soll271.


270 Jerouschek, Stichwort Lebensbeginn - Recht. in, Lexikon Medizin, Ethik, Recht, Sp. 688

271 Jerouschek, Lexikon Medizin, Ethik, Recht, Sp. 688 f.

Anmerkungen

Inhaltlich identisch; ebenso im Aufbau und in der Platzierung der Quellenverweise (auf dieselbe Quelle) identisch. Schließlich auch in Formulierungen jenseits der Aristotelischen Begrifflichkeit übereinstimmend.

Die Übernahme setzt sich auf der nächsten Seite nahtlos fort (vgl. Uh/Fragment_075_01).

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[23.] Uh/Fragment 094 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:17 Guckar
Erstellt: 28. October 2013, 10:59 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Merkel 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 1-20 (komplett)
Quelle: Merkel 2001
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[Diese Zugehörigkeit zur menschlichen Gattung bezieht zwar im Normalfall den Embryo in die moralische Sphäre des Lebens] und Würdeschutzes mit ein, in jedem gewichtigen Sonderfall wird dieser Schutz aber gegen andere kollidierende Interessen abgewogen. Diese Abwägung hat zur Folge, dass es nicht möglich ist, einem Embryo, der keine der oben genannten Eigenschaften hat, sondern sie wie der frühe Embryo noch niemals hatte und zudem nichts erleben kann, ein eigenes subjektives Recht auf Leben von Beginn an zuzuerkennen.334

Auch das vom Bundesverfassungsgericht aufgeführte Argument, der menschliche Entwicklungsprozess sei ein kontinuierlicher Prozess, der keine scharfen Einschnitte aufweise, weshalb es willkürlich sei, einen solchen Einschnitt zu markieren, kann nicht zur Begründung eines unbedingten Lebensrechts des Embryos herangezogen werden, da es einen klassischen Fehlschluss aufweist. Dass ein Geschehen ein Kontinuum darstellt, bedeutet nicht, dass man in ihm keine gut und willkürfrei begründeten Einschnitte machen könnte.335

Ebenso wenig ist das Potenzialitätsargument, welches besagt, dass zwar die aktuellen Eigenschaften menschlicher Embryonen nicht dafür geeignet sein mögen, Menschenwürde und Tötungsverbot zu begründen, aber seine erwartbaren Eigenschaften genau die seien, auf denen das allgemeine Menschenrecht auf Leben und Würde moralisch gründe, geeignet, ein bedingungsloses Lebensrecht zu begründen. Der embryonale Status bezeichnet nämlich ein Kontinuum, welches für sich alleine kein moralisch bedeutsames Unterscheidungskriterium zu anderen Trägern eines Potenzials künftiger Menschenexistenz aufweist, denen niemand ein Recht auf Leben wird einräumen wollen, nämlich zu Ei- und Samenzelle. Schließlich kann die Stärke des Potenzials dieser Keimzellen der des embryonalen Potenzials vollstän[dig entsprechen und trotzdem ein Lebensrecht nicht plausibel erklären.336]


334 Merkel: Feuilleton: Recht für Embryonen, Die Zeit Nr. 05/2001, S. 37 (38), Merkel bildet hierzu folgendes Beispiel: „In einem biotechnischen Labor bricht Feuer aus. In dem Labor befinden sich zehn am Vortag in vitro gezeugte lebende Embryonen und außerdem ein durch den Rauch bereits tief bewusstloser Säugling. Ein in letzter Sekunde in das Labor eindringender Retter erkennt sofort, dass er nur noch entweder den Säugling oder die zehn Embryonen retten kann. Hätte irgend jemand ernsthafte Zweifel, wie sich der Retter entscheiden sollte? Und hätte irgend jemand solche Zweifel, wenn es nicht um zehn, sondern um hundert oder gar tausend Embryonen ginge?“

335 Merkel: Feuilleton: Recht für Embryonen, Die Zeit Nr. 05/2001, S. 37 (38), Merkel bildet hierzu folgendes Beispiel: „Ein Mann von 1,50 m Körpergröße ist ein kleiner Mann. 1 mm mehr an Größe macht ganz gewiss nicht den entscheidenden Unterschied von klein zu groß aus. Nun fahre man mit der Addition jeweils eines Millimeters fort. Jedes Mal markiert der Vorgang nicht den entscheidenden Einschnitt, vor dem der Mann „klein“ und nach dem der Mann „groß“ genannt werden muss. Wenn ich richtig rechne, muss man die Addition genau tausendmal wiederholen, um bei dem Ergebnis zu landen, dass ein Mann von 2,50 m Größe ein kleiner Mann sei. Keine dieser Übergänge stellt einen „scharfen“ Einschnitt zwischen klein und groß dar, wie ihn das Verfassungsgericht für einen Willkürausschluss verlangt. Dennoch können wir völlig willkürfrei zwischen einem kleinen Mann von 1,50 m Größe und einem großen von 2,50 m unterscheiden.“

[336 Merkel: Feuilleton: Recht für Embryonen, Die Zeit Nr. 05/2001, S. 37 (38), Merkel bildet hierzu folgendes Beispiel: „Stellen wir uns einen Humangenetiker beim Vorgang der künstlichen Befruchtung vor. Er beobachtet unter dem Mikroskop, wie sich in der Petrischale ein einzelnes Spermium soeben anschickt, in eine Eizelle einzudringen. Blitzschnell schiebt er in letzter Sekunde ein Glasplättchen zwischen beide und verhindert die Befruchtung. Ist hier irgendetwas Verwerfliches passiert? Gewiss nicht, nicht mehr jedenfalls als bei jeder anderen Empfängnisverhütung. Aber ein Potenzial ist an der Entwicklung gehindert worden, das sich bereits zu einer Chance verdichtet hatte, die der Chance einer soeben befruchteten Eizelle - eines Embryos - praktisch vollständig gleichkam.“]

Der Leser zweifelt? Er erwäge das folgende Szenario: In einem biotechnischen Labor bricht ein Feuer aus. In dem Labor befinden sich zehn am Vortag in vitro gezeugte, lebende Embryonen und außerdem ein durch den Rauch bereits tief bewusstloser Säugling. Ein in letzter Sekunde in das Labor eindringender Retter erkennt sofort, dass er nur noch entweder den Säugling oder die zehn Embryonen retten kann. Gattungssolidarität hin oder her: Hätte irgendjemand ernsthafte Zweifel, wie sich der Retter entscheiden sollte? Und hätte irgendjemand solche Zweifel, wenn es nicht um zehn, sondern um hundert, ja meinetwegen um tausend Embryonen ginge?

Was das Beispiel zeigt, ist dies: Die Gattungssolidarität mag im Normalfall einen Grund für den Einbezug des Embryos in die moralische Sphäre des Lebens- und Würdeschutzes abgeben. In jedem halbwegs gewichtigen Sonderfall ist dieser Schutzreflex gegen kollidierende andere Interessen abwägbar - ganz anders als ein echtes Recht auf Leben! [...] Beurteilt man den Embryo nur nach seinem aktuellen Status quo, dann ist es nicht möglich, ein genuin eigenes, ein subjektives Recht auf Leben und Würde für ihn zu begründen.

[...] Und genau das ist der Sinn des zweiten unserer Argumente, des Kontinuumsarguments. Was damit gemeint ist, hat am besten das BVerfG in seinem ersten "Fristenlösungsurteil" von 1975 formuliert: Der menschliche Entwicklungsprozess sei "ein kontinuierlicher Vorgang, der keine scharfen Einschnitte aufweist". Daher sei es willkürlich, einen solchen "Einschnitt" zu markieren. Deshalb müsse der Lebens- und Würdeschutz schon mit dem Anfang der embryonalen Entwicklung einsetzen.

Das ist das tragende Argument der Entscheidung. Erstaunlich ist dies deshalb, weil es einen klassischen, nämlich seit der Antike bekannten Fehlschluss demonstriert. Dass ein Vorgang ein Kontinuum darstellt, bedeutet keineswegs, dass man in ihm keine gut und willkürfrei begründeten "Einschnitte" machen könnte. Wer zweifelt, folge mir wieder in ein Beispiel der Veranschaulichung: Ein Mann von 1,50 Meter Körpergröße ist ein kleiner Mann; 1 Millimeter mehr an Größe macht ganz gewiss nicht den entscheidenden Unterschied von "klein" zu "groß" aus. Nun fahre man mit der Addition jeweils eines Millimeters fort (und wer Zeit und Geduld hat, kann auch mikrometerweise zählen): Jedes Mal markiert der Vorgang nicht den entscheidenden Einschnitt, vor dem der Mann "klein" und nach dem er "groß" genannt werden muss. Wenn ich richtig rechne, muss man die Addition genau tausendmal wiederholen, um bei dem Ergebnis zu landen, dass ein Mann von 2,50 Meter Größe ein kleiner Mann sei.

Keiner dieser Übergänge stellt einen "scharfen Einschnitt" zwischen klein und groß dar, wie ihn das Verfassungsgericht für einen Willkürausschluss verlangt. Dennoch können wir völlig willkürfrei zwischen einem kleinen Mann von 1,50 Meter und einem großen von 2,50 Meter unterscheiden, genauso wie wir zwischen stockdunkler Nacht und sonnenhellem Tag unterscheiden können, auch wenn im Zwielicht der Morgendämmerung keine einzige der dabei verrinnenden Hundertstelsekunden einen "scharfen Einschnitt" markiert, vor dem es dunkel und nach dem es hell gewesen wäre.

Das dritte unserer Argumente, das Potenzialitätsargument, lautet so: Zwar mögen sich die aktuellen Eigenschaften menschlicher Embryonen nicht dafür eignen, Menschenwürde und Tötungsverbot zu begründen; aber seine erwartbaren künftigen Eigenschaften sind genau die, auf denen das allgemeine Menschenrecht auf Leben und Würde moralisch gründet. Diese Chance der Zukunft, gewissermaßen sein Status potentialis, darf ihm daher nicht genommen, sein Leben also nicht zerstört werden.

Der embryonale Status potentialis allein kann Lebensrecht und Menschenwürde nicht begründen. Er bezeichnet tatsächlich ein Kontinuum, das für sich genommen keine moralisch bedeutsamen Unterscheidungsmerkmale zu anderen Trägern eines Potenzials künftiger Menschenexistenz aufweist, denen niemand ein Recht auf Leben wird einräumen wollen, nämlich zur Ei- und zur Samenzelle. Die Stärke des Potenzials bereits dieser Keimzellen kann der des embryonalen Potenzials vollständig entsprechen und dennoch ein Lebensrecht nicht plausibel machen. Auch das lässt sich leicht veranschaulichen.

Stellen wir uns einen Humangenetiker beim Vorgang einer künstlichen Befruchtung vor. Er beobachtet unter dem Mikroskop, wie sich in der Petrischale ein einzelnes Spermium soeben anschickt, in eine Eizelle einzudringen. Blitzschnell schiebt er in letzter Sekunde ein Glasplättchen zwischen beide und verhindert die Befruchtung. Ist hier irgend-etwas Verwerfliches passiert? Gewiss nicht, nicht mehr jedenfalls als bei jeder anderen Empfängnisverhütung, etwa mittels eines Kondoms.

Aber ein Potenzial ist an der Entwicklung gehindert worden, das sich bereits zu einer Chance verdichtet hatte, die der Chance einer soeben befruchteten Eizelle - eines Embryos! - praktisch vollständig gleichkam.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

In den Fußnoten wird korrekt (und umfangreich) zitiert, im Fließtext hingegen wird ungekennzeichnet übernommen. Insgesamt finden sich so große Teile des Artikels von Merkel in der Dissertation.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[24.] Uh/Fragment 095 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:16 Guckar
Erstellt: 26. October 2013, 19:21 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Merkel 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 95, Zeilen: 1-12
Quelle: Merkel 2001
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
[Schließlich kann die Stärke des Potenzials dieser Keimzellen der des embryonalen Potenzials vollstän]dig entsprechen und trotzdem ein Lebensrecht nicht plausibel erklären.336

Das vierte Argument, schon beim Embryo bestehe in der entscheidenden Hinsicht eine Identität mit dem geborenen Menschen, der später daraus entstehen kann, weswegen der Embryo schon aus Gründen der Logik geschützt werden müsse, bietet keine Anhaltspunkte für ein unbedingtes Recht auf Leben. Problematisch ist hierbei nämlich, welches die entscheidende Hinsicht ist, in welcher der frühe Embryo identisch ist mit dem geborenen Menschen, der aus ihm entstehen kann. So lässt sich zwischen einem Embryo im Vier- oder Achtzellstadium und einem geborenen Menschen nur eine Identitätsbeziehung feststellen, die der DNA, welche alleine als ethische Schutznorm nicht geeignet ist, wie das Speziesargument gezeigt hat. Wenn die rein biologischen Eigenschaften nicht der ethische Grund von Lebensschutz sind, kommt eine Identität alleine zwischen diesen Eigenschaften ebenfalls nicht als moralische Grundlage in Betracht.337


336 Merkel: Feuilleton: Recht für Embryonen, Die Zeit Nr. 05/2001, S. 37 (38), Merkel bildet hierzu folgendes Beispiel: „Stellen wir uns einen Humangenetiker beim Vorgang der künstlichen Befruchtung vor. Er beobachtet unter dem Mikroskop, wie sich in der Petrischale ein einzelnes Spermium soeben anschickt, in eine Eizelle einzudringen. Blitzschnell schiebt er in letzter Sekunde ein Glasplättchen zwischen beide und verhindert die Befruchtung. Ist hier irgendetwas Verwerfliches passiert? Gewiss nicht, nicht mehr jedenfalls als bei jeder anderen Empfängnisverhütung. Aber ein Potenzial ist an der Entwicklung gehindert worden, das sich bereits zu einer Chance verdichtet hatte, die der Chance einer soeben befruchteten Eizelle - eines Embryos - praktisch vollständig gleichkam.“

337 Merkel: Feuilleton: Recht für Embryonen, Die Zeit Nr. 05/2001, S. 37 (38), Merkel bildet hierzu folgendes Beispiel: „Ein Genetiker entnimmt etwa drei Tage nach einer In-Vitro-Fertilisation dem daraus entstandenen Vierzellenembryo mit einer Pipette eine Zelle. In diesem Entwicklungsstadium sind die Embryonalzellen noch totipotent. Das bedeutet, dass jede von ihnen nach einer Ablösung von den anderen selbst ein individueller, entwicklungsfähiger Embryo ist. Nun verwendet unser Genetiker aber die abgelöste Blastomere nicht weiter, etwa für eine Präimplantationsdiagnostik, die das deutsche ESchG verbietet. Vielmehr steckt er sie Sekunden später einfach wieder zurück zu den drei anderen. Mit ihnen verbindet sich die zuvor abgelöste Zelle problemlos wieder, der Embryo ist genau derselbe mit genau denselben vier Zellen wie Sekunden zuvor. Er wird implantiert und neun Monate später kommt ein gesundes Kind zur Welt. Ist hier etwas Verwerfliches geschehen? Intuitiv möchte man wohl sagen: nein, was soll denn geschehen sein? Der Embryo ist nach dem sekundenlangen Intermezzo wieder in genau demselben Zustand gewesen wie zuvor. Nun beziehe man die Perspektive eines Befürworters von Lebensrecht und Menschenwürde, exemplarisch, die des ESchG. Danach sind drei strafbare Taten begangen worden: Erstens wurde der Vierzellenembryo missbräuchlich zu einem anderen Zweck als dem seiner Erhaltung, nämlich zu dem seiner Teilung, verwendet (strafbar nach § 2 Abs. 1 ESchG). Zweitens und wesentlich schlimmer wurde ein Embryo geklont (strafbar nach § 6 Abs. 1 ESchG), denn die abgelöste Blastomere war nach der Trennung von den drei anderen selbst ein individueller Embryo, der mit dem verbliebenen Dreizellenembryo identisch war. Am schlimmsten ist freilich drittens die vermeintliche Wiedergutmachungshandlung, das Zurückstecken der Blastomere in den Zellverbund. Dabei wurde ein Embryo, ein Mensch mit Recht auf Leben und Würde, getötet. Denn unmittelbar vor diesem Zurückstecken waren zwei Embryonen vorhanden, hinterher nur noch einer. Also ist einer vernichtet worden.“

Die Stärke des Potenzials bereits dieser Keimzellen kann der des embryonalen Potenzials vollständig entsprechen und dennoch ein Lebensrecht nicht plausibel machen. Auch das lässt sich leicht veranschaulichen.

Stellen wir uns einen Humangenetiker beim Vorgang einer künstlichen Befruchtung vor. Er beobachtet unter dem Mikroskop, wie sich in der Petrischale ein einzelnes Spermium soeben anschickt, in eine Eizelle einzudringen. Blitzschnell schiebt er in letzter Sekunde ein Glasplättchen zwischen beide und verhindert die Befruchtung. Ist hier irgend-etwas Verwerfliches passiert? Gewiss nicht, nicht mehr jedenfalls als bei jeder anderen Empfängnisverhütung, etwa mittels eines Kondoms.

Aber ein Potenzial ist an der Entwicklung gehindert worden, das sich bereits zu einer Chance verdichtet hatte, die der Chance einer soeben befruchteten Eizelle - eines Embryos! - praktisch vollständig gleichkam. [...]

[...]

EMBRYO GLEICH PERSON? - Und damit bin ich ersichtlich bei unserem letzten, dem Identitätsargument. Schon beim Embryo, so kann man es ausbuchstabieren, bestehe in der entscheidenden Hinsicht eine Identität mit dem geborenen Menschen, der später daraus entstehen kann. Daher müsse der Embryo schon aus Gründen der Logik genauso geschützt werden.

Das Problem des Arguments besteht ersichtlich in der Frage, welches denn die entscheidende Hinsicht ist, in der bereits der früheste Embryo identisch ist mit dem geborenen Menschen, der aus ihm werden kann. Denn zwischen einem nur unter dem Mikroskop erkennbaren Vier- oder Achtzellwesen und einem geborenen Menschen lässt sich nur eine einzige Identitätsbeziehung feststellen: die der DNA, des individuellen Genoms. Dieses allein, das haben wir bei unserem Speziesargument gesehen, ist als Grundlage einer ethischen Schutznorm nicht geeignet, und zwar weder im Hinblick auf seine singuläre Individualität (denn diese kennzeichnet auch das Genom jedes Wirbeltieres) noch im Hinblick auf seine Zugehörigkeit zur Spezies Homo sapiens.

Wenn aber unsere rein biologischen Eigenschaften nicht der ethische Grund von Menschenwürde und Lebensschutz sind, dann kommt eine Identität allein zwischen solchen Eigenschaften selbstverständlich ebenfalls nicht als moralisches Fundament zur Rechtsbegründung in Betracht. Wer dennoch zweifelt, erwäge ein letztes und ebenfalls ganz realistisches Szenario: Ein Genetiker entnimmt etwa drei Tage nach einer In-vitro-Fertilisierung dem daraus entstandenen Vierzellembryo mit einer Pipette eine Zelle. In diesem Entwicklungsstadium sind die Embryonalzellen, die so genannten Blastomeren, noch totipotent. Das bedeutet, dass jede von ihnen nach einer Ablösung von den anderen selbst ein individueller, entwicklungsfähiger Embryo ist. (So entstehen auf natürlichem Wege eineiige Zwillinge.) Nun verwendet unser Genetiker aber die abgelöste Blastomere nicht weiter, etwa für eine Präimplantationsdiagnostik, die das deutsche EmbrSchG verbietet. Vielmehr steckt er sie Sekunden später einfach wieder zurück zu den drei anderen. Mit ihnen verbindet sich die zuvor abgelöste Zelle problemlos wieder, der Embryo ist genau derselbe mit genau denselben vier Zellen wie Sekunden zuvor. Er wird implantiert, und neun Monate später kommt ein gesundes Kind zur Welt.

Ist hier etwas Verwerfliches geschehen? Intuitiv möchte man wohl sagen: Nein, was soll denn geschehen sein? Der Embryo ist nach dem sekundenlangen Intermezzo wieder in genau demselben Zustand gewesen wie zuvor, nichts wurde weggenommen, nichts hinzugefügt; das daraus entstandene Kind ist daher ebenfalls genau das, das auch ohne jenes Zwischenspiel geboren worden wäre. Und ich jedenfalls würde diese unbefangene Betrachtungsweise für vollkommen zutreffend halten.

Nun beziehe man die Perspektive eines Befürworters von Lebensrecht und Menschenwürde des Embryos, exemplarisch: die des EmbrSchG. Es sagt etwa Folgendes: "Nichts Verwerfliches? Hier sind drei strafbare Taten begangen worden. Erstens wurde der Vierzellembryo missbräuchlich ‰zu einem anderen Zweck als dem seiner Erhaltung', nämlich zu dem seiner Teilung, verwendet (strafbar nach § 2 Abs. 1). Zweitens und wesentlich schlimmer wurde ein Embryo geklont (strafbar nach § 6 Abs. 1); denn die abgelöste Blastomere war nach der Trennung von den drei anderen selbstein individueller Embryo, der mit dem verbliebenen Dreizellembryo genetisch identisch war. Am schlimmsten ist freilich, drittens, die vermeintliche Wiedergutmachungshandlung, das Zurückstecken der Blastomere in den Zellverbund. Dabei wurde ein Embryo, ein Mensch mit Recht auf Leben und Würde, getötet. Denn unmittelbar vor diesem Zurückstecken waren zwei Embryonen vorhanden, hinterher nur noch einer. Also ist einer vernichtet worden - nicht anders, als wenn von zwei geborenen eineiigen Zwillingen einer getötet würde; schließlich waren nach der Ablösung der Blastomere die beiden genetisch identischen Embryonen nichts anderes als ungeborene eineiige Zwillinge."

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

In den Fußnoten wird korrekt (und umfangreich) zitiert, im Fließtext hingegen wird ungekennzeichnet übernommen. Insgesamt finden sich so große Teile des Artikels von Merkel in der Dissertation.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[25.] Uh/Fragment 034 12 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:15 Guckar
Erstellt: 26. October 2013, 18:48 (Graf Isolan)
Bahnsen 2001, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 12-24
Quelle: Bahnsen 2001
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
Nach einer Prognose würden von 100 menschlichen Klonen die meisten bei einem spontanen Abort infolge schwerer genetischer oder körperlicher Defekte sterben.99 Die wenigen, die in eine Gebärmutter transferiert werden könnten und dort anwachsen, würden vergrößerte Plazenten haben und unter Fettlebern leiden. Unter Umständen würden drei oder vier Klone die Geburt überleben, doch auch diese würden an schweren Krankheiten oder Deformationen leiden.100 Wissenschaftler gehen davon aus, dass menschliche Klone ein Geburtsgewicht von bis zu sieben Kilo haben könnten und zudem mögliche Schädeldeformationen keine natürliche Geburt zulassen. Weiter steht zu befürchten, dass diese Kaiserschnittkinder in den ersten Wochen an Herz- und Gefäßmissbildungen, unterentwickelten Lungen oder Immunschwäche sterben würden. Sollte dennoch einer der 100 Klone überleben, wird er Zeit seines Lebens an einem überdimensionierten Nabel, Überbleibsel einer unerklärlich dicken Nabelschnur, die sich bei den meisten Klonschwangerschaften bildet, zu erkennen sein.101

99 Bahnsen: Klonen: Der Wahn des Doktor Antinori, Die Zeit Nr. 12/2001, S. 41

100 Bahnsen: Klonen: Der Wahn des Doktor Antinori, Die Zeit Nr. 12/2001, S. 41

101 Bahnsen: Klonen: Der Wahn des Doktor Antinori, Die Zeit Nr. 12/2001, S. 41

Von 100 menschlichen Klonen werden die meisten bei einer spontanen Fehlgeburt infolge schwerer genetischer oder körperlicher Defekte sterben, lautet die Prognose.

Die wenigen, die in der Gebärmutter anwachsen, werden stark vergrößerte Plazenten haben und unter Fettlebern leiden.

Vielleicht werden drei oder vier der Klone ihre Geburt überleben, doch auch sie würden von schweren Krankheiten oder Deformationen heimgesucht. Die Liste der klontypischen Geburtsfehler liest sich wenig ermutigend: Föten mit einem Gewicht von bis zu sieben Kilo und möglichen Schädeldeformationen lassen keine natürliche Geburt zu. Die Kaiserschnittkinder werden mit großer Wahrscheinlichkeit in den ersten Wochen an Herz- und Gefäßmissbildungen sterben, an unterentwickelten Lungen oder Immunschwäche. Und sollte doch einer der 100 Klone auf einer Intensivstation überleben, wird er zeitlebens als Klon zu erkennen sein: am überdimensionierten Nabel, Überbleibsel einer unerklärlich dicken Nabelschnur, die sich bei den meisten Klonschwangerschaften bildet.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[26.] Uh/Fragment 040 14 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:13 Guckar
Erstellt: 25. October 2013, 19:14 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, ZEIT online 2002

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 14-23
Quelle: ZEIT online 2002
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: 0
Das österreichische Gesetz zur reproduktiven Medizin besagt, dass Zellen mit Entwicklungspotential und Embryonen ausschließlich zu Fortpflanzungszwecken verwendet werden dürfen. Diskutiert wird derzeit, ob an menschlichen embryonalen Stammzellen geforscht werden darf und woher diese stammen sollen.131

Der Schweizer Nationalfonds hat am 28.9.2001 die Förderung eines Forschungsprojektes mit importierten embryonalen Stammzellen bewilligt. Der Nationalfonds hat nun den Schweizer Gesetzgeber aufgefordert, die Herstellung menschlicher Stammzellen aus überzähligen Embryonen zu regeln. Klonen ist bislang verboten.132

In Deutschland ist die Forschung an Embryonen und die Herstellung embryonaler Stammzellen durch das Embryonenschutzgesetz verboten. Ebenso sind das therapeutische und re-[produktive Klonen untersagt.]


131 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

132 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

14 Österreich Das österreichische Gesetz zur reproduktiven Medizin besagt, dass Zellen mit Entwicklungspotenzial und Embryonen ausschließlich zu Fortpflanzungszwecken verwendet werden dürfen. Diskutiert wird derzeit, ob an humanen ES geforscht werden darf und woher diese stammen sollen.

15 Schweiz Der Schweizer Nationalfonds hat am 28. September 2001 die Förderung eines Forschungsprojektes mit importierten embryonalen Stammzellen bewilligt. Vorausgegangen war die Empfehlung eines Expertengremiums. Der Schweizer Nationalfonds hat nun den Gesetzgeber aufgefordert, die Herstellung menschlicher Stammzellen aus überzähligen Embryonen zu regeln. Klonen ist bislang verboten.

16 Deutschland Die Forschung an Embryonen und die Herstellung von ES sind durch das 1992 erlassene Embryonenschutzgesetz verboten. Ebenso sind reproduktives und therapeutisches Klonen untersagt.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt.

Sichter
(SleepyHollow02), Guckar

[27.] Uh/Fragment 039 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:13 Guckar
Erstellt: 25. October 2013, 17:56 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, ZEIT online 2002

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 1-24 (komplett)
Quelle: ZEIT online 2002
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: 0
[...] bis zum 14. Tag geforscht werden, ebenso ist ihre Herstellung zu Forschungszwecken erlaubt. Nach 14 Tagen müssen die Embryonen zerstört werden, die Implantation beforschter Embryonen ist ausdrücklich verboten. Der nationale schwedische Wissenschaftsrat befürwortet das therapeutische Klonen sowie die Forschung an embryonalen Stammzellen. Eine entsprechende Gesetzgebung wird daher in die Wege geleitet.122

Sowohl das therapeutische als auch das reproduktive Klonen ist in Dänemark untersagt. Die Forschung an Embryonen ist unter zwei Bedingungen erlaubt: Zur Verbesserung der Techniken der IVF und der Präimplantationsdiagnostik. Überzählige Embryonen dürfen nicht benutzt werden. Geforscht werden darf nur an künstlich befruchteten Embryonen vor der Einpflanzung, die nicht älter als 14 Tage sind.123

In Belgien liegen zwei Gesetzesentwürfe zur Forschung an und zum Schutz von Embryonen vor. Geplant ist ein Verbot des therapeutischen Klonens sowie ein Verbot der Erzeugung von Embryonen für die Forschung. Dagegen soll die Forschung an überzähligen Embryonen unter der Bedingung, dass diese nicht älter als 14 Tage sind, erlaubt werden.124

Ein Gesetzesentwurf verbietet in Luxemburg das therapeutische Klonen sowie die Zeugung zu anderen Zwecken als der Fortpflanzung. Die Verwendung überzähliger Embryonen zu Forschungszwecken ist erlaubt, wenn diese den Embryo nicht schädigen. Die Kommission für Medizin und Reproduktionsbiologie muss der Forschung allerdings zustimmen.125

In den Niederlanden genehmigt ein Gesetzesentwurf die Forschung an Embryonen, die jünger als 15 Tage sind, ebenso wie die Gewinnung von embryonalen Stammzellen daraus. Zudem ist die Erzeugung von Embryonen zu Forschungszwecken unter bestimmten Auflagen genehmigt. Die Forschung an überzähligen Embryonen wird jedoch bevorzugt. Das reproduktive Klonen ist verboten.126

In Irland ist die Forschung an Embryonen generell verboten und damit auch das therapeuti-[sche und reproduktive Klonen.127]


122 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

123 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

124 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

125 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

126 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

127 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

7 Schweden Reproduktives Klonen ist untersagt. Seit 1991 ist Forschung an Embryonen bis zum 14. Tag erlaubt, ebenso ihre Herstellung zu Forschungszwecken. Nach 14 Tagen müssen Embryonen zerstört werden, die Implantation beforschter Embryonen ist ausdrücklich verboten. Der nationale schwedische Wissenschaftsrat befürwortet therapeutisches Klonen sowie die Forschung an ES.

8 Dänemark Reproduktives und therapeutisches Klonen sind untersagt. Forschung an Embryonen ist unter zwei Bedingungen erlaubt: zur Verbesserung von Techniken der IVF und der Präimplantationsdiagnostik (PID). Überzählige Embryonen dürfen nicht benutzt werden. Geforscht werden darf nur an In-vitro-Embryonen vor der Einpflanzung, sie dürfen nicht älter als 14 Tage sein.

9 Belgien Zwei Gesetzesentwürfe liegen vor, zur Forschung an und zum Schutz von Embryonen. Geplant sind Verbote des therapeutischen Klonens und der Erzeugung von Embryonen für die Forschung. Dagegen soll Forschung an überzähligen Embryonen unter bestimmten Bedingungen erlaubt werden: Sie dürfen nicht älter als 14 Tage sein.

10 Luxemburg Ein Gesetzesentwurf verbietet therapeutisches Klonen und die Zeugung zu anderen Zwecken als der Fortpflanzung. Er erlaubt die Verwendung überzähliger Embryonen zu Forschungszwecken nur, wenn sie den Embryo nicht schädigen. Die Kommission für Medizin und Reproduktionsbiologie muss der Forschung zustimmen.

11 Niederlande Ein Gesetzesentwurf genehmigt die Forschung an Embryonen, die jünger als 15 Tage sind, und auch die Gewinnung von ES daraus. Zudem ist die Erzeugung von Embryonen zu Forschungszwecken unter bestimmten Auflagen genehmigt. Forschung an überzähligen Embryonen wird jedoch vorgezogen.

Reproduktives Klonen ist verboten.

12 Irland Die Forschung an Embryonen ist implizit verboten und somit auch das therapeutische und reproduktive Klonen.

Anmerkungen

Quelle ist in allen Fn. genannt.

Sichter
(SleepyHollow02), Guckar

[28.] Uh/Fragment 038 11 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:09 Guckar
Erstellt: 25. October 2013, 17:47 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, ZEIT online 2002

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 11-24
Quelle: ZEIT online 2002
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: 0
Auch in Italien bestehen keine gesetzlichen Regelungen. Stattdessen werden die Vorgaben des Nationalen Bioethik-Komitees angewendet. Das Klonen wird abgelehnt. Als mögliche Quellen für embryonale Stammzellen dürfen ausschließlich überzählige Embryonen dienen.119

In Griechenland existieren ebenfalls keine gesetzlichen Regelungen. Therapeutisches und reproduktives Klonen sind aber gemäß einer Erklärung der allgemeinen Gesundheitsbehörde untersagt. Embryonenforschung ist hingegen bis zum 14. Tag nach der Befruchtung zulässig. Überzählige Embryonen dürfen gelagert und zu Forschungszwecken gespendet werden.120

In Finnland sind therapeutisches und reproduktives Klonen verboten. Die Forschung an Embryonen ist jedoch seit 1999 bis zum 14. Tag gesetzlich erlaubt, ihre Herstellung zu reinen Forschungszwecken aber untersagt. Für die Erzeugung von embryonalen Stammzellen gibt es derzeit keine Bestimmungen. Embryonen können bis 15 Jahre eingefroren werden.121

In Schweden ist das reproduktive Klonen untersagt. Seit 1991 darf allerdings an Embryonen [bis zum 14. Tag geforscht werden, ebenso ist ihre Herstellung zu Forschungszwecken erlaubt.]


119 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

120 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

121 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

4 Italien Es bestehen keine gesetzlichen Regelungen, Klonen wird abgelehnt.

Als mögliche Quelle für ES dürfen nur überzählige Embryonen dienen. Anstelle gesetzlicher Regelungen werden die Vorgaben des Nationalen Bioethik-Komitees angewendet.

5 Griechenland Es gibt keine gesetzlichen Regelungen. Reproduktives und therapeutisches Klonen sind gemäß einer Erklärung der allgemeinen Gesundheitsbehörde untersagt. Embryonenforschung ist bis zum 14. Tag nach der Befruchtung zulässig. Empfohlen wird, überzählige Embryonen zu lagern. Sie können zu Forschungszwecken gespendet werden.

6 Finnland Reproduktives und therapeutisches Klonen sind verboten. Seit 1999 ist die Forschung an Embryonen bis zum 14. Tag gesetzlich erlaubt, Embryonen können bis zu 15 Jahre lang eingefroren werden. Ihre Herstellung zu reinen Forschungszwecken ist verboten. Für die Herstellung von ES gibt es keine Bestimmungen.

7 Schweden Reproduktives Klonen ist untersagt. Seit 1991 ist Forschung an Embryonen bis zum 14. Tag erlaubt, ebenso ihre Herstellung zu Forschungszwecken. Nach 14 Tagen müssen Embryonen zerstört werden, die Implantation beforschter Embryonen ist ausdrücklich verboten. Der nationale schwedische Wissenschaftsrat befürwortet therapeutisches Klonen sowie die Forschung an ES.

Anmerkungen

Quelle ist mehrfach genannt.

Sichter
(SleepyHollow02), Guckar

[29.] Uh/Fragment 037 11 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:08 Guckar
Erstellt: 25. October 2013, 17:29 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, ZEIT online 2002

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 11-23
Quelle: ZEIT online 2002
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: 0
In Spanien sind die Regelungen sehr kompliziert. Reproduktives und therapeutisches Klonen sind verboten, Forschung an lebensfähigen Embryonen ist hingegen bis zum 14. Tag erlaubt, sofern sie therapeutischen, diagnostischen oder präventiven Zwecken dient. Die Forschung an nicht lebensfähigen oder toten Embryonen, die aus der Reproduktionsmedizin stammen, ist ebenso wie die Forschung an abgetriebenen Embryonen in engen Grenzen erlaubt. Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist nicht ausdrücklich verboten.113

In Portugal bestehen derzeit keine gesetzlichen Reglungen, ein vorgesehenes Gesetz zur Reproduktionsmedizin scheiterte im Jahr 1998 am Veto des Staatspräsidenten. Bestimmungen zur Embryonenforschung und ein Verbot des reproduktiven Klonens sind jedoch geplant.114

In Frankreich ist das reproduktive Klonen verboten. Seit 1994 ist die Forschung an Embryonen unter der Bedingung erlaubt, dass diese fortpflanzungsmedizinischen Zwecken dient. Auch die Herstellung von Embryonen darf nur zu Fortpflanzungszwecken erfolgen. An [embryonalen Stammzellen darf grundsätzlich geforscht werden.115]


113 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

114 Niew/Lö/Bahn: Biotechnik: Im Basar der Biopolitik, Die Zeit Nr. 05/2002, S. 27

1 Spanien Die Regelungen sind sehr kompliziert. Reproduktives und therapeutisches Klonen sind untersagt. Forschung an lebensfähigen Embryonen ist bis zum 14. Tag erlaubt, sofern sie therapeutischen, diagnostischen oder präventiven Zwecken dient. Forschung an nicht lebensfähigen oder toten Embryonen aus der Reproduktionsmedizin ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, ebenso wie die Forschung an abgetriebenen Embryonen, die älter als 14 Tage sind. Forschung an embryonalen Stammzellen (ES) ist nicht ausdrücklich verboten.

2 Portugal Derzeit bestehen keine gesetzlichen Regelungen. Ein Gesetz zur Reproduktionsmedizin scheiterte 1998 am Veto des Staatspräsidenten.

Bestimmungen zur Embryonenforschung und ein Verbot des reproduktiven Klonens sind geplant.

3 Frankreich Reproduktives Klonen ist verboten. Seit 1994 ist die Forschung an Embryonen nur unter Auflagen erlaubt: Sie muss fortpflanzungsmedizinischen Zwecken dienen. Auch die Herstellung von Embryonen darf nur zu Fortpflanzungszwecken erfolgen. An ES darf grundsätzlich geforscht werden.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar in den Fn. angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben jedoch ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02), Schumann, Guckar

[30.] Uh/Fragment 032 02 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:07 Guckar
Erstellt: 25. October 2013, 14:34 (SleepyHollow02)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Spiegel online Wissenschaft 2002, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 2-18
Quelle: Spiegel online Wissenschaft 2002
Seite(n): 1 (Internet), Zeilen: 0
Um diese Theorie zu überprüfen, untersuchten Wissenschaftler von der University of Pennsylvania die Aktivität des so genannten Oct4-Gens bei geklonten Mäuseembryonen. Dieses Merkmal ist für die Entwicklung des Embryos von zentraler Bedeutung. Mit seiner Hilfe wird die Expression der Gene, also ihre Umsetzung in Proteine reguliert. Bei fast allen erwachsenen Zellen ist Oct4 abgeschaltet, es muss daher beim Klonen reprogrammiert werden. Dabei sollte es aber nur in der inneren Zellmasse tätig werden, dem Embryobereich, aus dem später der Fötus entsteht. Bei der Untersuchung der geklonten Mäuseembryonen entdeckten die Wissenschaftler jedoch, dass dieses Gen nur bei jedem dritten Embryo an der richtigen Stelle aktiviert war und nur bei 10% produzierte Oct4 die richtige Proteinmenge. Aus diesem Umstand folgerten die Forscher, dass alleine die unvollständige Reprogrammierung von Oct4 zu einer Verlustrate von 90% beim Klonen führen könne. Klonforscher wie Robert Lanza von der Firma ACT hoffen daher, mit einer Verbesserung der Oct4-Reprogrammierung die Effizienz der Klontechnik deutlich erhöhen zu können. Der deutsche Wissenschaftler Hans Schöler ist allerdings der Auffassung, dass die jetzt entdeckte fehlerhafte Reprogrammierung des genetischen Merkmals nur ein erstes Hindernis ist, hinter dem sich noch weitere verbergen könnten. Oct4 ist seiner Ansicht nach nur eines von vielen Genen, deren Fehlexpression zum Tod geklonter Embryonen führt.92

92 N.N.: Fatale Fehlfunktion: Ein Gen erklärt das Klonsterben, Spiegel Online Wissenschaft, S. 1

Um diese Theorie zu überprüfen, untersuchten die Wissenschaftler von der University of Pennsylvania die Aktivität des so genannten Oct4-Gens bei geklonten Mausembryos. Dieses Merkmal ist für die Entwicklung des Embryos von zentraler Bedeutung: Mit seiner Hilfe wird die Expression anderer Gene, also ihre Umsetzung in Proteine, reguliert.

Bei fast allen erwachsenen Zellen ist Oct4 abgeschaltet, es muss daher beim Klonen reprogrammiert werden. Dabei sollte es aber nur in der inneren Zellmasse tätig werden, dem Embryobereich, aus dem später der Fötus entsteht. Bei der Untersuchung der geklonten Mäuseembryos entdeckten die Forscher jedoch, dass das Gen nur bei jedem dritten Embryo an der richtigen Stelle aktiviert war. Und gerade einmal bei zehn Prozent produzierte Oct4 die richtige Proteinmenge.

Damit könnte, so folgern die Forscher, allein die unvollständige Reprogrammierung von Oct4 zu einer Verlustrate beim Klonen von rund 90 Prozent führen. [...]

Klonforscher wie Robert Lanza von der US-Firma Advanced Cell Technology hoffen deshalb, mit einer Verbesserung der Oct4-Reprogrammierung die Effizienz der Technik deutlich erhöhen zu können. Die Regulierung des Gens werde sich "als wertvolles Forschungswerkzeug bei der Optimierung des Klonens erweisen", sagte Lanza der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "New Scientist".

Schöler ist dagegen weit weniger optimistisch: Er sieht in der jetzt entdeckten fehlerhaften Reprogrammierung des genetischen Merkmals nur ein erstes Hindernis, hinter dem sich noch weitere verbergen könnten. "Oct4 ist vermutlich", so der Forscher, "nur eines von vielen Genen, deren Fehlexpression zum Tod geklonter Embryonen führt."

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[31.] Uh/Fragment 045 03 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:06 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 20:55 (Graf Isolan)
Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 3-5
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Gegenwärtig arbeiten Forscher zwar an einer völlig künstlichen Gebärmutter, die es uns ermöglichen soll, Föten außerhalb des menschlichen Körpers im Labor unter Glas heranwachsen zu lassen.155

155 Hilgendorf: Ektogenese und Strafrecht, MedR, S. 429

Gegenwärtig arbeiten Forscher an einer vollkommen künstlichen Gebärmutter, die es uns ermöglichen soll, Föten außerhalb des menschlichen Körpers im Labor unter Glas heranwachsen zu lassen.
Anmerkungen

Nicht als Zitat gekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[32.] Uh/Fragment 061 17 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:06 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 20:47 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 17-24
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Andere Feministinnen sind der Ansicht, die künstliche Gebärmutter bedeute die endgültige Marginalisierung der Frauen, weil sie ihnen die zentrale Rolle in der Fortpflanzung der Art nehme. In ihren Augen ist die Erschaffung einer künstlichen Gebärmutter der höchste Ausdruck männlicher Herrschaft, weil sie einen mechanischen Ersatz für die weibliche Gebärmutter schafft, der technische Standards und eine Qualitätskontrolle zulässt. Mit der künstlichen Gebärmutter, den asexuellen Klontechniken und der Züchtung menschlicher Organe aus embryonalen Stammzellen könnten sich die Männer ein für allemal aus ihrer Abhängigkeit von den Frauen befreien.218

218 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

Andere Feministinnen meinen, die künstliche Gebärmutter bedeute die endgültige Marginalisierung der Frauen, weil sie ihnen die zentrale Rolle in der Fortpflanzung der Art nehme. In ihren Augen ist die künstliche Gebärmutter der höchste Ausdruck männlicher Herrschaft, weil sie einen mechanischen Ersatz für die weibliche Gebärmutter schafft, der technische Standards und eine Qualitätskontrolle zuläßt. Mit der künstlichen Gebärmutter, den asexuellen Klonierungstechniken und der Züchtung menschlicher Organe aus Stammzellen könnten die Männer sich ein für allemal aus ihrer Abhängigkeit von den Frauen befreien.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[33.] Uh/Fragment 052 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:05 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 20:39 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 1-11
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
[Löst das Verschwinden der Schwangerschaft gar den Generationenzusammenhang auf, der so wichtig ist für die Aufrechterhaltung historischer Kontinuität und zivili]sierten Lebens?186

Die künstliche Gebärmutter steht in jedem Fall am Ende einer historischen Entwicklung, die zu Beginn des wissenschaftlichen Zeitalters vor fast vierhundert Jahren begann. So nannte bereits Francis Bacon, der Vater der Naturwissenschaft, die Natur eine „gemeine Hure“, die zukünftige Generationen zu „zähmen“, zu „kneten“ und zu „formen“ hätten, damit der Mensch zum unanfechtbaren Herrn über die materielle Welt werden könne. Manch einer wird in der Entwicklung einer künstlichen Gebärmutter den endgültigen Triumph der modernen Wissenschaft erblicken, andere dagegen den Gipfel des Wahnsinns. Einige werden auch sagen, man müsse sich derzeit keine Sorgen machen, weil die künstliche Gebärmutter noch in weiter Ferne liege. Vor wenigen Jahren glaubten wir allerdings noch dasselbe vom Klonen und der Züchtung von Organen aus embryonalen Stammzellen.187


186 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

187 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

Wird das Verschwinden der Schwangerschaft den Generationszusammenhang auflösen, der so wichtig für die Aufrechterhaltung historischer Kontinuität und zivilisierten Lebens ist?

[...]

Die künstliche Gebärmutter steht am Ende einer historischen Entwicklung, die zu Beginn des wissenschaftlichen Zeitalters vor nahezu vierhundert Jahren begann. Francis Bacon, der Vater der Naturwissenschaft, nannte die Natur eine "gemeine Hure", die zukünftige Generationen zu "zähmen", zu "kneten" und zu "formen" hätten, damit der Mensch zum unanfechtbaren Herrn über die materielle Welt werde. Ganz gewiß werden manche in der künstlichen Gebärmutter den endgültigen Triumph der modernen Wissenschaft erblicken, andere dagegen den Gipfel des Wahnsinns. Gewiß werden auch viele sagen, darum brauche man sich keine Sorgen zu machen, weil die künstliche Gebärmutter noch in weiter Ferne liege. Vor wenigen Jahren glaubten wir dasselbe vom Klonen und der Züchtung von Organen aus Stammzellen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[34.] Uh/Fragment 051 11 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:03 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 20:09 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 11-13, 14-26
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Zwischen Mutter und Kind besteht eine subtile, verwickelte Verbindung, die eine wesentliche Rolle in der Entwicklung des Fötus spielt. [...] Was für ein Kind wird aus der Flüssigkeit in einem Plastiktank hervorkommen? Welche Auswirkungen wird die künstliche Gebärmutter auf die motorischen Funktionen oder die emotionale und kognitive Entwicklung nach der Geburt haben? Besteht die Gefahr, dass diese Menschen sich nicht emotional voll entwickeln können?184

Bekannt ist schließlich, dass Säuglinge, die ohne ausreichende menschliche Berührung und ohne Körperkontakt aufwachsen, oft unfähig sind, das ganze Spektrum menschlicher Emotionen zu entwickeln. Manche sterben schon bald nach der Geburt, andere werden später gewalttätig, sozial auffällig oder kontaktscheu.185 Welche Auswirkungen wird der Ausfall der Schwangerschaft auf das Verantwortungsgefühl der Eltern haben? Werden sie keine so enge Bindung mehr aufbauen und in ihrem Kind eher ein Objekt als eine Erweiterung ihres Daseins erblicken? Löst das Verschwinden der Schwangerschaft gar den Generationenzusammenhang auf, der so wichtig ist für die Aufrechterhaltung historischer Kontinuität und zivili[sierten Lebens?186]


184 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

185 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

186 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

Zwischen Mutter und Kind besteht eine subtile, verwickelte Verbindung, die eine wesentliche Rolle in der Entwicklung des Fötus spielt. Was für ein Kind wird aus der Flüssigkeit in einem Plastiktank hervorkommen? Welche Auswirkungen wird die künstliche Gebärmutter auf die motorischen Funktionen oder die emotionale und kognitive Entwicklung nach der Geburt haben? Besteht die Gefahr, daß diese Menschen sich emotional nicht voll entwickeln können? Wir wissen, daß Säuglinge, die ohne ausreichende menschliche Berührung und ohne Körperkontakt aufwachsen, oft unfähig sind, das ganze Spektrum menschlicher Emotionen zu entwickeln; manche sterben schon bald nach der Geburt; andere werden später gewalttätig, sozial auffällig oder kontaktscheu.

Welche Auswirkungen wird der Ausfall der Schwangerschaft auf das Verantwortungsgefühl der Eltern haben? Werden sie keine so enge Bindung mehr aufbauen und in ihrem Kind eher ein Objekt als eine Erweiterung ihres Daseins erblicken? Wird das Verschwinden der Schwangerschaft den Generationszusammenhang auflösen, der so wichtig für die Aufrechterhaltung historischer Kontinuität und zivilisierten Lebens ist?

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[35.] Uh/Fragment 051 01 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:03 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 19:46 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 1-4
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
[Dies scheint angesichts der Tatsache, dass bereits heute Tausende von Ersatzmüttern die Kinder anderer] Frauen austragen nicht mehr völlig utopisch. Die künstliche Gebärmutter ist nur der nächste logische Schritt in einer Entwicklung, bei der die Fortpflanzung aus ihrem traditionellen Rahmen herausgelöst und zunehmend in einen technisch-kommerziellen Laborprozess überführt wird.182

182 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

Schon heute tragen Tausende von Ersatzmüttern die Kinder anderer Frauen aus. Die künstliche Gebärmutter erscheint da als der logisch nächste Schritt in einer Entwicklung, bei der Fortpflanzung aus ihrem traditionellen Rahmen herausgelöst und zunehmend in einen technisch-kommerziellen Laborprozeß überführt wird.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Schließt vorläufig die in Uh/Fragment_050_19 begonnene Übernahme ab.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[36.] Uh/Fragment 050 19 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:01 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 19:40 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 19-30
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Die meisten Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der fötalen Molekularbiologie arbeiten, sind der Auffassung, eine künstliche Gebärmutter werde genetische Veränderungen und Korrekturen und damit schlussendlich die Schaffung von Designerbabys erleichtern. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass die Menschen künftig sogar der künstlichen Gebärmutter den Vorzug gegenüber einer natürlichen Schwangerschaft geben. So könnten Frauen Eizellen und Männer Spermien schon in ihrer Jugend, wenn sie am vitalsten sind, einfrieren lassen, bis sie sich ein Kind wünschen. Dann könnte man Ei- und Samenzelle in der Petrischale zusammenbringen und den Embryo nach vier Tagen in eine künstliche, mit einer mechanischen Plazenta verbundene Gebärmutter einpflanzen. Auf diese Weise könnten sich Mütter die Gefahren und Unannehmlichkeiten einer Schwangerschaft ersparen, sich ihre jugendliche Figur behalten und das Kind mit nach Hause nehmen, wenn es fertig ist. Dies scheint angesichts der Tatsache, dass bereits heute Tausende von Ersatzmüttern die Kinder anderer [Frauen austragen nicht mehr völlig utopisch.] Die meisten Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der neuen fötalen Molekularbiologie arbeiten, sind der Ansicht, eine künstliche Gebärmutter werde genetische Korrekturen und Veränderungen und damit letztlich auch die Schaffung von Designerbabys erleichtern. Vielleicht werden die Menschen sogar der künstlichen Gebärmutter den Vorzug gegenüber der natürlichen Schwangerschaft im Mutterleib geben. Frauen könnten Eier, Männer Spermien schon in der Jugend, wenn sie am vitalsten sind, einfrieren lassen, bis sie sich ein Kind wünschen. Dann könnte man Ei und Samenzellen in der Petrischale zusammenbringen und den Embryo nach vier Tagen in eine künstliche, mit einer mechanischen Plazenta verbundene Gebärmutter einpflanzen. So könnten Mütter sich die Gefahren und Unannehmlichkeiten der Schwangerschaft ersparen, ihre jugendliche Figur behalten und das Kind mit nach Hause nehmen, wenn es "fertig" ist.

Weit hergeholt? Schon heute tragen Tausende von Ersatzmüttern die Kinder anderer Frauen aus.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Schließt im Original unmittelbar an die in Uh/Fragment_050_08 wiedergegebene Passage an.

Am Ende des Abschnitts auf der Folgeseite findet sich ein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[37.] Uh/Fragment 050 08 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 22:00 Guckar
Erstellt: 22. October 2013, 19:33 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 8-13
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Bereits jetzt können Föten während der letzten drei Schwangerschaftsmonate in Brutkästen am Leben erhalten werden. Bei der IVF bleiben die Embryonen durchschnittlich drei bis vier Tage in der Petrischale, bevor sie in die Gebärmutter verpflanzt werden. Wissenschaftler wie Kuwabara versuchen nun, diese Lücke zwischen der Anfangs- und der Endphase der Schwangerschaft zu schließen, also das entscheidende Stadium, in dem der Fötus die meisten seiner Organe entwickelt.181

181 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

In Brutkästen können wir Föten während der letzten drei Schwangerschaftsmonate am Leben erhalten. Und bei der In-vitro-Fertilisation bleiben die Embryonen in der Regel drei bis vier Tage in der Petrischale, bevor sie in die Gebärmutter verpflanzt werden. Wissenschaftler wie Kuwabara versuchen, diese Lücke zwischen Anfangs- und Endphase der Schwangerschaft zu schließen - also das entscheidende Stadium, in dem der Fötus die meisten seiner Organe entwickelt.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Schließt im Original unmittelbar an die in Uh/Fragment_048_01 wiedergegebene Passage an.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[38.] Uh/Fragment 047 06 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 21:59 Guckar
Erstellt: 21. October 2013, 22:44 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 6-10
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
So gab vor einiger Zeit eine Forschergruppe am Weill Medical College der Cornell University bekannt, dass es ihr erstmals gelungen sei, eine Gebärmutterwand künstlich nachzubilden. Das von Dr. Hung Chiung Liu vom Center for Reproductive Medicine geleitete Team regte hierbei Zellen durch eine Mischung von Medikamenten und Hormonen dazu an, solch eine Wandung zu bilden. Vor einigen Wochen gab eine Forschergruppe am Weill Medical College der Cornell University bekannt, daß es ihr erstmals gelungen sei, eine Gebärmutterwand künstlich nachzubilden. Das von Dr. Hung Chiung Liu vom Center for Reproductive Medicine geleitete Team regte Zellen durch einen Cocktail aus Medikamenten und Hormonen dazu an, solch eine Wandung zu bilden.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme (die Quelle wird erst weiter unten in Fn. 171 genannt).

Schließt im Original unmittelbar an die in Uh/Fragment_045_03 wiedergegebene Passage an.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[39.] Uh/Fragment 047 14 - Diskussion
Bearbeitet: 26. November 2013, 21:57 Guckar
Erstellt: 21. October 2013, 22:34 (Graf Isolan)
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rifkin 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uh

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 14-25
Quelle: Rifkin 2002
Seite(n): 43, Zeilen: -
Ziel dieser Forschungen ist zunächst die Herstellung einer vollständigen Gebärmutter, die unfruchtbaren Frauen eingepflanzt werden kann. Dr. Lius Arbeit ist die jüngste Entwicklung in einer ganzen Flut neuer Forschungen, die einmal die menschliche Geburt vollkommen revolutionieren sollen.171

In einem kleinen Forschungslabor an der Juntendou-Universität von Tokio arbeiten Yosinori Kuwabara und seine Kollegen nach wie vor an der Entwicklung der ersten funktionsfähigen künstlichen Gebärmutter - ein Plastiktank von der Größe eines Brotkorbs, der mit Fruchtwasser von konstanter Temperatur gefüllt ist. Die Kunststoffgebärmutter befindet sich zwar noch im Stadium eines Prototyps, doch nach Ansicht Kuwabaras könne eine voll funktionstüchtige künstliche Gebärmutter, in der ein menschlicher Fötus heranzuwachsen vermag, in weniger als sechs Jahren Wirklichkeit sein. Andere hinsichtlich dieser Zeitperspektive skeptische Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass die künstliche Gebärmutter zum [Masseneinsatz kommen wird, wenn die heute geborenen Mädchen selbst im gebärfähigen Alter sind.172]


171 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

172 Rifkin: Entbunden, FAZ Nr. 53/2002, S. 43

Ziel dieser Forschungen ist die Herstellung einer vollständigen Gebärmutter, die unfruchtbaren Frauen eingepflanzt werden kann. Dr. Lius Arbeit ist die jüngste Entwicklung in einer ganzen Flut neuer Forschungen, die einmal die menschliche Geburt vollkommen revolutionieren sollen.

In einem kleinen Forschungslabor an der Juntendou-Universität in Tokio arbeiten Yosinori Kuwabara und seine Kollegen an der Entwicklung der ersten funktionsfähigen künstlichen Gebärmutter - ein Plastiktank von der Größe eines Brotkorbs, der mit Fruchtwasser von konstanter Temperatur gefüllt ist. [...] Die Kunststoffgebärmutter befindet sich zwar noch im Stadium eines Prototyps, doch Kuwabara sagt voraus, eine voll funktionsfähige künstliche Gebärmutter, in der ein menschlicher Fötus heranzuwachsen vermag, könne in weniger als sechs Jahren Wirklichkeit sein. Andere sind hinsichtlich dieser Zeitperspektive skeptischer, aber auch sie halten es für wahrscheinlich, daß die künstliche Gebärmutter zum Masseneinsatz kommen wird, wenn die heute geborenen Mädchen selbst im gebärfähigen Alter sind.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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