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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 025 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-13 23:50:39 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 5-31
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 29-32, Zeilen: 29:8-22;30:1-12,15-17;31:1-2,7-19;32:Fn52
1970 stellte Günter Moltmann fest, dass im Unterschied zur Geschichtspädagogik, wo Filme und Tondokumente starke Beachtung gefunden hatten, der neue Quellenbereich trotz vieler methodischer Hinweise nicht genutzt werde.39 Daran hat sich auch in den letzten Jahrzehnten kaum etwas geändert, obwohl sich bei der Gründung der Internationalen Vereinigung zur Förderung audiovisueller Quellen in der Historischen Forschung und Didaktik (IAMHIST) 1977 in Tutzing die Tendenz erkennen ließ, das filmische Medium als historische Quelle nicht mehr in Frage zu stellen. Über den Nutzen derartiger Quellen herrschen jedoch weiterhin unterschiedliche Ansichten. Nicht zuletzt ist dies auf die aufwendigere Erschließung zurückzuführen, die gewisse technische Kenntnisse voraussetzt. Es ist ein mühsamer Weg durch die Sammlungskataloge von Museen, Bild- und Filmarchiven, der bei photographischem Material zusätzlich durch die mangelnde Fürsorge für die Negative erschwert wird. Mit der Notwendigkeit Visuell-Akustisches aus dem distanzlosen Miterleben in Worte zu fassen, baut sich eine weitere Hürde auf. Der Zeugniswert des Films als Originaldokument liegt im bewusst gestalteten Abbild des Zeitgeschehens und seiner unmittelbaren Wirkung auf den Betrachter. Die Inszenierung von Höhepunkten, die Kürze der Berichte und der Unterhaltungsfaktor werden durch die Beschränkung auf Äußerlichkeiten als entscheidende Mängel bei der Erschließung angeführt. Darin sieht jedoch Margit Szöllösi-Janze einen Vorteil, da beispielsweise bei den identischen Strickmustern jeder Wochenschau aus der Analyse immer gleicher Einzelstücke und Berichte die Inhalte leichter erkennbar sind.40

Als Vermittler zeitgeschichtlicher Mentalität stellt der Film ein dynamisch konzipiertes Produkt dar. Wie er dieses vermittelt, macht seinen Quellenwert aus. Für die Verwendung des filmischen Mediums in historischen Untersuchungen haben sich in den vergangenen Jahren Historiker und Geschichtsdidaktiker immer wieder auf den Droysenschen Quellenbegriff berufen.41


39 Vgl. Karl-Friedrich Reimers: Audio-visuelle Dokumente in der Forschung und Hochschule, in: Zeitgeschichte im Film- und Tondokument, hrsg. von Günter Moltmann und Karl-Friedrich Reimers, Göttingen 1970, S. 112.

40 Vgl. Szöllösi-Janze: Aussuchen und Abschießen, in: GWU , 1993, S. 308 f.

41 Vgl. Esther-Beate Körber: Wie interpretiert man eine Wochenschau? Überlegungen an Beispielen aus der Nachkriegszeit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 45. Jg. (1994), H. 3, S. 137-150, hier S. 138, und 150 f. Bücher: Film als Quelle, in: Der Archivar, 1988, 497-526.

[S. 29, Z. 8-22 bis S. 30, Z. 1-12]

Dennoch stellte Günter Moltmann 1970 in seinem Aufsatz „Film- und Tondokumente als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung“ fest, daß „trotz aller methodischer Besinnung auf Film und Ton [...] kaum zu spüren“ sei, daß „dieser neue Quellenbereich ernsthaft genutzt“ werde: „Die vielen methodischen Hinweise haben im Bereich der Forschung — im Unterschied zur Geschichtspädagogik, wo Filme und Tondokumente stärkere Beachtung gefunden haben — kaum eine nennenswerte Wirkung ausgeübt.“40 An dieser Grundtendenz hat sich im Prinzip auch in den letzten zwei Jahrzehnten kaum etwas geändert, wenngleich 1977 in Tutzing eine Internationale Vereinigung zur Förderung audiovisueller Quellen in der historischen Forschung und Didaktik (IAMHIST41) gegründet wurde. Das filmische Medium wird zwar heute kaum mehr als historische Quelle in Frage gestellt42. Der Nutzen für die Geschichtswissenschaft stößt jedoch auch weiterhin auf unterschiedliche Ansichten. — Was nicht zuletzt auch auf die — im Vergleich zu den schriftlichen Quellen — technisch aufwendigere Erschließung zurückzuführen ist.43 So scheuen immer noch viele Historiker — im Gegensatz zu den Geschichtsdidaktikern44 — die Erschließung des Films als historische Quelle.

Wenngleich Anfang der siebziger Jahre beispielsweise von Boshof, Düwell und Kloft explizit dargelegt wurde, daß jede Quelle — auch die audiovisuellen Medien — einer eigenen Kritik bedürfe45, werden immer noch einige Eigenarten des Films im allgemeinen und der Wochenschau im speziellen, wie beispielsweise die Beschränkung auf das filmbare Äußerliche, die Schaffung inszenierter Höhepunkte, die Kürze der einzelnen Berichte sowie der Unterhaltungsfaktor, als entscheidende Mängel für deren Erschließung angeführt.46

[S. 30, Z. 15-17 bis S. 31, Z. 1-2]
So sieht beispielsweise Margit Szöllösi-Janze gerade das identische Strickmuster jeder Wochenschau-Ausgabe sowie ihre Zusammensetzung aus immer gleichen Einzelstücken als Vorteil an, „wenn es darum geht, aus der Analyse einzelner Berichte [...] Inhalte herauszuarbeiten.“47

[S. 31, Z. 7-19]
„Mit dem Einschalten der Kamera und ihren Bewegungen, dem ‚mise en scène‘ der Montage und Ton-Bild-Mischung entsteht ein gänzlich dynamisch konzipiertes Produkt. [...] Gerade das filmische ,wie‘ die besondere Vermittlung und Gestaltungsweise, ist selbst ein wichtiger Bedeutungsträger, der auf seinen Quellenwert zu befragen ist. Ohne diese Vermittlung existiert kein Film, sie ist im und am Film kenntlich zu machen. Eben ,wie‘ das ‚was‘ gezeigt wird, das macht den Quellenwert des Films aus.“48

Bei ihren Legitimationsbemühungen für die Verwendung des filmischen Mediums in historischen Untersuchungen haben sich die Historiker und Geschichtsdidaktiker in den vergangenen Jahren auch immer wieder aufs neue auf den Droysenschen Quellenbegriff und -kritik berufen.49


40 Vgl. Günter Moltmann: Film- und Tondokumente als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung, in: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 23.

41 [...]

42 [...]

43 Vgl. hierzu beispielsweise die Darstellung von Eberhard Büssem und Michael Neher: „Für die Quellenkritik des Films ist eine gewisse Kenntnis seiner technischen Bedingungen Voraussetzung. [...] Die noch sehr in den Anfängen steckende Erschließung bildlicher Quellen hat zumeist auf mühsamem Weg über die Sammlungskataloge von Museen, Bild- und Filmarchiven zu erfolgen. Die Auswertung wird vor allem im Fall fotografischen Materials durch die mangelnde Fürsorge für das Negativmaterial erschwert.“ Arbeitsbuch Geschichte Neuzeit. München 1977, S. 140.

44 Günter Moltmann untersuchte 1970 in seinem Aufsatz „Film- und Tondokumen­te als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung“ diese zögerliche Annäherung der Historiker an das filmische Medium: „Eine besondere Schwierigkeit der Quellenauswertung liegt im Umweg über das distanzlose Miterleben, eine weitere in der Notwendigkeit, Visuell-Akustisches mit Worten zu fassen. Diese Schwierigkeiten sind nicht unüberbrückbar, und es ist zu hoffen, daß in der Zukunft nicht nur von der Pädagogik, sondern auch von der eigentlichen Forschung mehr Gebrauch von dem wertvollen, vielfach noch unerschlossenem Material gemacht wird.“ In: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 23.

45 [...]

46 [...]

47 Vgl. Margit Szöllösi-Janze: „Aussuchen und Abschießen“ — der Heimatfilm der fünfziger Jahre als historische Quelle, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 5 (1993), S. 308-321 (hier S. 308 f.).

48 Detlef Endeward und Peter Stettner: Film als historische Quelle. Anmerkungen zu Joachim Wendorf/Michael Lina: Probleme einer themengebundenen kritischen Filmquellen-Edition, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 12 (1988), S. 496-498 (hier S. 497).

49 Vgl. hierzu ausführlich Esther-Beate Körber: Wie interpretiert man eine Wochenschau? Überlegungen an Beispielen aus der Nachkriegszeit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 3 (1994), S. 137—150 (hier S. 138 und 150 f.).

52 Bereits 1970 stellte Harald Witthöft in seinem Aufsatz „Zeitgeschichtliche Dokumente im Geschichtsunterricht“ heraus, daß der Film als Orginaldokument für die historische Wissenschaft zweifachen Zeugniswert besitze: „Er ist ein passives ‚Abbild‘ vom Geschehen (ungeachtet der Tatsache, daß er bewußt gestaltet wurde) und ,Akteur‘ im Geschehen kraft seiner ihm durch die Filmidee mittels der Filmsprache verliehenen Wirkung auf die zeitgenössischen Betrachter.“ Zeitgeschichtliche Dokumente im Geschichtsunterricht, in: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 219.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme. In der Quelle sind Zitate im Wortlaut wiedergegeben, deren sinngemäße Wiedergabe bei Uo ganz ohne Nachweis bleibt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130913235238

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