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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 050 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-04 09:07:38 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 1-29, 101-117 (komplett)
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 12-13, Zeilen: 12:4-30.101-112 - 13:1-7.101-104
[Allerdings beschäftigten sich einige Publizi]sten bereits oberflächlich mit diesem Phänomen und zeichneten, teilweise aus ganz persönlicher Sicht, das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen bis in seine feinen Verästelungen nach. Diesen Zeitgenossen ging es vor allem darum, auf die angeblichen Versäumnisse der deutschen auswärtigen Meinungsbeeinflussung und die vermeintliche Überlegenheit der alliierten Auslandspropaganda hinzuweisen.93 Dies war ein Topos, der nach 1918 in der Diskussion der Kriegsschuldfrage und bei der Suche nach den Ursachen des Kriegsausgangs mit großer Hartnäckigkeit genannt wurde und rasch einen wichtigen Bestandteil der Dolchstoßlegende bildete. Exemplarisch manifestiert sich dies in der Rhetorik des Ersten Generalquartiermeisters Erich Ludendorff, dessen Behauptung sich wie ein roter Faden durch seine Memoiren zieht, das Deutsche Reich habe den Krieg nicht militärisch, sondern propagandistisch verloren.94 So verwundert es nicht, dass man sich zunächst ausgiebig mit der Presse- und Propagandapolitik der einstigen Gegner beschäftigte und ihnen eine Unzahl von Verleumdungen, Gräuelberichten und Falschmeldungen mit dem Ziel der Verteufelung Deutschlands vorwarf. Auf diese Weise sollte die deutsche Niederlage entschuldigt werden.95 Deutsche Propagandisten hielten sich in ihrer Nachkriegspublizistik auffallend zurück. Sie hatten wegen ihres früheren Wirkens Angst vor kompromittierenden Konsequenzen. Der spätere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger, der eine wichtige Rolle bei der deutschen Einflussnahme auf die ausländische öffentliche Meinung gespielt hatte, widmete zum Beispiel diesem Thema ein eigenes Kapitel in seinen 1920 erschienenen Memoiren. Er betonte darin: „Die Propagandatätigkeit erschöpfend zu schildern, wäre verfrüht und kann aus naheliegenden Gründen nicht erfolgen.“96

Obschon bald nach 1945 die Archive geöffnet wurden, zeigte die Forschung erstaunlicherweise für die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges nahezu kein Interesse. Lediglich Kurt Koszyks Studie von 1968 und eine geringe Zahl von Dissertationen widmeten sich diesem Thema.97 Im Gegensatz dazu wurde in auffallender Weise von den anderen am Krieg beteiligten Ländern [reichlich über ihre auswärtige Meinungsbeeinflussung publiziert.]


93 Vgl. z. B. Paul Eltzbacher: Die Presse als Werkzeug der auswärtigen Politik, Jena 1918; Albert Haas: Die Propaganda im Ausland. Beobachtungen und Erfahrungen, Weimar 1916.

94 Erich Ludendorff: Meine Kriegserinnerungen 1914-1918, Berlin 1919, bes. S. 303.

95 Vgl. Ludolf Gottschalk von dem Knesebeck: Die Wahrheit über den Propagandafeldzug und Deutschlands Zusammenbruch. Der Kampf der Publizistik im Weltkrieg, im Anh.: 20 unveröffentlichte Briefe Ludendorffs aus dem Weltkrieg, u. die wahrscheinliche Denkschrift Bethmanns zu Falkenhayns Entlassung, Berlin 1927; Georg Huber: Die französische Propaganda im Weltkrieg gegen Deutschland 1914 bis 1918 (Zeitungen und Leben, Bd. 1), München 1928; Gerhard Krause: Die britische Auslandspropaganda. Organisation, Methoden, Inhalt 1914-1940 (Schriftenreihe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Bd. 3), Berlin 1940; Hans Thimme: Weltkrieg ohne Waffen. Die Propaganda der Westmächte gegen Deutschland, ihre Wirkung und ihre Abwehr, Stuttgart, Berlin 1932.

96 Matthias Erzberger: Erlebnisse im Weltkrieg, Stuttgart, Berlin 1920, S. 1-21 (Zitat S. 10; kursiv wiedergegebene Worte im Original gesperrt gedruckt).

97 Koszyk: Deutsche Pressepolitik, 1968, S. 239-249; u. z. B. Hans-Dieter Kluge: Irland in der deutschen Geschichtswissenschaft, Politik und Propaganda vor 1914 und im Ersten Weltkrieg (Europ. Hochschulschr., R. 3, Bd. 268), Frankfurt/M., Bern, New York 1985, bes. S. 257-267.

[Seite 12]

Wohl beschäftigten sich bereits einige Publizisten in naturgemäß noch oberflächlicher Weise mit diesem Phänomen und zeichneten dabei - teilweise auch aus der persönlichen Innensicht - immerhin das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen so detailliert bis in seine feinen Verästelungen nach, wie es allein mit Hilfe der überlieferten amtlichen Quellen heute nicht mehr möglich wäre. Doch ging es diesen Zeitgenossen vor allem darum, auf die angeblichen Versäumnisse der deutschen auswärtigen Meinungsbeeinflussung und die vermeintliche Überlegenheit der alliierten Auslandspropaganda hinzuweisen.8 Es war dies ein Topos, der nach 1918 in der Diskussion der Kriegsschuldfrage und bei der Suche nach den Ursachen des Kriegsausgangs mit großer Hartnäckigkeit genannt wurde und rasch einen wichtigen Bestandteil der Dolchstoßlegende bildete. Exemplarisch manifestierte sich dies in der Rhetorik des Ersten Generalquartiermeisters Erich Ludendorff, dessen Behauptung, daß das Deutsche Reich den Krieg nicht militärisch, sondern propagandistisch verloren habe, sich wie ein roter Faden durch seine Memoiren zieht.9 So nimmt es nicht wunder, daß man sich vorerst ausgiebig mit der Presse- und Propagandapolitik der einstigen Gegner beschäftigte und ihnen eine Unzahl von Verleumdungen, Greuelberichten und Falschmeldungen mit dem Ziel der weltweiten Verteufelung Deutschlands vorwarf, um auf diese Weise Entschuldigungsgründe für die deutsche Niederlage aufzuzeigen.10 Sogar die deutschen Propagandisten selbst hielten sich in ihrer Nachkriegspublizistik aus Angst vor kompromittierenden Konsequenzen hinsichtlich ihres vorherigen Wirkens auffällig zurück. Der spätere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger beispielsweise, der eine wichtige Rolle bei der deutschen Einflußnahme auf die ausländische öffentliche Meinung gespielt hatte, widmete diesem Thema zwar ein eigenes Kapitel seiner 1920 erschienenen Memoiren, betonte darin aber: „Die Propagandatätigkeit erschöpfend zu schildern, wäre verfrüht und kann aus naheliegenden Gründen nicht erfolgen.“11

[Seite 13]

Doch auch nach 1945 und nach der Öffnung der Archive brachte die Forschung der deutschen Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges erstaunlicherweise nahezu kein Interesse entgegen. Lediglich Kurt Koszyks bereits erwähnte Studie von 1968 und eine geringe Zahl von Dissertationen widmeten diesem Thema jeweils einige Seiten.12 Damit kontrastiert in auffallender Weise der Forschungsstand in bezug auf die auswärtige Meinungsbeeinflussung der anderen am Krieg beteiligten Länder.


8 Vgl. z. B. Paul Eltzbacher, Die Presse als Werkzeug der auswärtigen Politik, Jena 1918; Albert Haas, Die Propaganda im Ausland. Beobachtungen und Erfahrungen, Weimar 1916.

9 Erich Ludendorff, Meine Kriegserinnerungen 1914-1918, Berlin 1919 (bes. S. 303).

10 Vgl. Ludolf Gottschalk von dem Knesebeck, Die Wahrheit über den Propagandafeldzug und Deutschlands Zusammenbruch. Der Kampf der Publizistik im Weltkrieg, München 1927; Georg Huber, Die französische Propaganda im Weltkrieg gegen Deutschland 1914 bis 1918 (Zeitungen und Leben, Bd. 1), München 1928; Gerhard Krause, Die britische Auslandspropaganda. Organisation, Methoden, Inhalt 1914-1940 (Schriftenreihe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Bd. 3), Berlin 1940; Hans Thimme, Weltkrieg ohne Waffen. Die Propaganda der Westmächte gegen Deutschland, ihre Wirkung und ihre Abwehr, Stuttgart/Berlin 1932.

11 Matthias Erzberger, Erlebnisse im Weltkrieg, Stuttgart/Berlin 1920, S. 1-21 (Zitat S. 10. Kursiv wiedergegebene Worte im Original gesperrt gedruckt).

12 Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 239-249; u. z. B. Hans-Dieter Kluge, Irland in der deutschen Geschichtswissenschaft, Politik und Propaganda vor 1914 und im Ersten Weltkrieg (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 268), Frankfurt a. M./Bern/New York 1985, bes. S. 257-267.

Anmerkungen

Übereinstimmend bis hin zum Fußnotenapparat. Setzt Uo/Fragment_049_10 nahtlos fort. Keinerlei Hinweise auf die eigentliche Quelle. Wird auf der nächsten Seite Uo/Fragment_051_01 fortgesetzt.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1


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