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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 100 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-09 12:47:44 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 6-35
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 86, 87, 122, 123, Zeilen: 86:3-5.11-12.17-29; 87:7-9; 122:16-28; 123:4-6
Aus Angst vor dem Verrat militärischer Geheimnisse wurde sofort trotz strenger inländischer Zensur der Versand deutscher Zeitungen ins Ausland untersagt. Fremdsprachige Telegramme wurden von den Zensurstellen zurückgehalten, und auch der Briefverkehr mit dem neutralen Ausland wurde beschnitten.4 Als Erwiderung begann auch das Ausland das Deutsche Reich systematisch zu isolieren. Nachdem sich die Ententemächte bereits während der Julikrise geweigert hatten, Telegramme in deutscher Sprache anzunehmen, unterbrachen sie noch während des Austausches der Kriegserklärungen die wichtigsten kontinentalen Telegraphiekabel des Deutschen Reiches. In der Nacht vom 4. zum 5. August 1914 kappte der englische Kabeldampfer „Telconia“ die vier deutschen Telegraphieverbindungen durch den Atlantik, darunter auch das deutsch-spanische Kabel Emden-Vigo. Später wurden die übrigen deutschen Seekabel ebenfalls zerstört.5 Jegliche Auslandspropaganda des Wilhelminischen Reiches stieß somit schon aus technischen Gründen auf erhebliche Schwierigkeiten. Wenn man die ausländische öffentliche Meinung weiterhin beeinflussen wollte, war man von Anfang an gezwungen, unkonventionelle Wege einzuschlagen.

Als Träger der Propaganda hatten die Journalisten im Deutschen Reich keinen guten Stand. Sie sahen sich, wie Kurt Kroszyk [sic] dies 1968 beschrieben hat, in stärkerem Maße als ihre englischen und französischen Kollegen „dem behördlichen Misstrauen und der behördlichen Schweigetaktik ausgesetzt. Aus diesem Gefühl wuchs mit sinkender Kriegsmoral die Kritiklust.“6 Ebenso hielten militärische Kreise die ausländischen Korrespondenten nicht selten für Spione und behandelten sie dementsprechend.7 Kaiserliche Diplomaten waren für eine Propaganda größeren Stils nicht ausgebildet. Die fast ausschließlich adligen Botschafter pflegten im Ausland nur mit der jeweiligen Oberschicht zu verkehren. Selten verstanden sie etwas von der Kunst der Pressebeeinflussung. In der Propaganda waren somit zwangsläufig Amateure am Werk.

Die breite Bevölkerung Deutschlands hatte generell keine engen Beziehungen zu anderen Ländern8 und damit kein großes Interesse.


4 Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 219 f; Vgl. auch Josef Buchhorn: Politik und Presse, Berlin 1920, S. 10.

5 Vgl. Klee: Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen, hrsg. von J. Wilke, 1991, S. 142.

6 Koszyk: Pressepolitik. 1968, S. 235; vgl. auch von dem Knesebeck: Wahrheit über den Propagandafeldzug, 1927, S. 47.

7 Vgl. Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 7; Knesebeck, ebd., S. 47.

8 Vgl. auch Paul Rohrbach: Der deutsche Gedanke in der Welt, Düsseldorf, Leipzig 1912, S. 134.

[Seite 86]

Dies manifestierte sich unter anderem darin, daß das Militär aus Angst vor dem Verrat militärischer Geheimnisse trotz der strengen inländischen Zensur sofort den Versand deutscher Zeitungen ins Ausland untersagte. [...]

Die Zensurstellen hielten fremdsprachige Telegramme zurück und beeinträchtigten den Briefverkehr auch mit dem neutralen Ausland: [...]6

Aber auch von außen wurde das Deutsche Reich systematisch isoliert: Nachdem sich die Ententemächte bereits während der Julikrise geweigert hatten, Telegramme in deutscher Sprache oder chiffrierter Form anzunehmen, unterbrachen sie noch während des Austauschs der Kriegserklärungen zwischen Deutschland, Rußland, Frankreich und England die wichtigsten kontinentalen Telegraphiekabel des Deutschen Reiches.7 In der Nacht vom 4. auf den 5. August 1914 kappte überdies der englische Kabeldampfer "Telconia" die vier deutschen Telegraphieverbindungen, die durch den Atlantik führten, darunter auch das deutsch-spanische Kabel Emden-Vigo. Später wurden noch die übrigen deutschen Seekabel zerstört.8 Jegliche Auslandspropaganda des Wilhelminischen Reiches mußte mithin schon aus technischen Gründen auf erhebliche Widerstände stoßen.

So galt es von Anfang an, bei der Beeinflussung der ausländischen öffentlichen Meinung unkonventionelle Wege einzuschlagen.


6 Heilbron, S. 105. Vgl. auch Buchhorn, S. 10; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 219 f; Vogel, S. 34.

7 Klee, S. 142.

8 G. A. Fritze, Das Schicksal der Seekabel im Kriege und die Leistungen der deutschen Seekabelindustrie in Vergangenheit und Zukunft (Kriegshefte aus dem Industriebezirk, H. 16), Essen 1916, S. 10; Barbara Tuchman, Die Zimmermann-Depesche, Bergisch Gladbach 1982 [London 1959], S. 25 f.


[Seite 87]

Dies lag weniger an den Versäumnissen der deutschen auswärtigen Pressepolitik als vielmehr daran, daß die breitere Bevölkerung Deutschlands generell keinen engen Bezug zu anderen Ländern gewonnen hatte: [...]12


12 Rühlmann, S. 11. Vgl. auch Paul Rohrbach, Der deutsche Gedanke in der Welt, Leipzig 21920 (Neubearbeitung), S. 134; Th. Schuchart, Die deutsche Außenhandelsförderung unter besonderer Berücksichtigung des Wircschaftsnachrichtenwesens, Berlin 21918, S. 31.


[Seite 122]

Die Journalisten schließlich - häufig die Träger der Propaganda - hatten im Deutschen Reich von vornherein keinen guten Stand. Sie sahen sich, wie Kurt Koszyk dies beschrieben hat, in viel größerem Maße als ihre englischen und französischen Kollegen "... dem behördlichen Mißtrauen und der behördlichen Schweigetaktik ausgesetzt. Aus diesem Gefühl wuchs mit sinkender Kriegsmoral die Kritiklust"190 - zum Ärger der OHL.191 Ebenso hielten die militärischen Kreise die Korrespondenten ausländischer Blätter - an sich ideale Multiplikatoren zur Verbreitung von Nachrichten über Deutschland - nicht selten für Spione und behandelten sie dementsprechend.192 Umgekehrt waren die kaiserlichen Diplomaten für eine Propaganda in größerem Stil nicht ausgebildet. Die fast ausschließlich adligen Botschafter pflegten im Ausland gemeinhin nur mit der jeweiligen Oberschicht zu verkehren und verstanden recht selten etwas von der Kunst der Pressebeeinflussung.


190 Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 235. Vgl. auch Edwards, S. 46 f; Groth, Zeitung, Bd. 11, S. 247; Knesebeck, S. 47.

191 Vgl. z. B. die heftigen Angriffe Walter Nicolais, des Leiters der militärischen Pressestelle III B, auf die sozialdemokratische Presse sowie auf Blätter wie die "Frankfurter Zeitung" und das "Berliner Tageblatt": Nicolai, S. 172 f.

192 Vgl. Erzberger, S. 7; Knesebeck, S. 47.


[Seite 123]

So waren für die Propaganda - ein in diesem Umfang gänzlich neues Phänomen - zwangsläufig oft Amateure am Werke.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Übereinstimmung herrscht bis hin zu den Literaturverweisen.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130709124854

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