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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 101 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 12:45:13 Klicken
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 1-10, 102-106
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 87, Zeilen: 87:11-17.24-30 - 88:1-8
[Deutsche Zeitungsle]ser wünschten vornehmlich kuriose und sensationelle Berichte über andere Länder. Dieses Verhalten stand in Wechselbeziehung zu den Angeboten des deutschen Korrespondentennetzes im Ausland, das bei allgemein schlechter Bezahlung auch eine Berichterstattung minderer Qualität lieferte.9 Andererseits hatte die ausländische Presse gerade in der Epoche des Imperialismus mit landesspezifischen Stereotypen zum schlechten Ansehen Deutschlands beigetragen. Die Nachrichtenagenturen Reuter und Havas, deren Einflussgebiete große Teile der Erde umspannten10, stießen in der zeitgenössischen deutschen Publizistik auf scharfe Kritik. Dies spiegelte sich auch im Film wieder.11 Der Zeitungsredakteur Rudolf Rotheit schrieb 1915:

„Während Wolff (Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Anmerkg. d. Verf.) an Reuter und Havas gebunden war, bearbeiteten diese in voller Ungebundenheit, als wirksame Handlanger der Einkreisungsdiplomatie, die öffentliche Meinung der bewohnten Erde und stachelten sie unermüdlich gegen uns auf.“12


9 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 87.

10 Die britische Dominanz im Weltkabelnetz kam Reuter schon vor der Zerstörung der deutschen Telegraphiekabel zugute. Mehr als 54 Prozent aller Telegraphiekabel waren 1913 in englischem Besitz. Deutschland hingegen besaß lediglich 8,3 Prozent. Eine Statistik - auch für andere Länder - bei Eduard Tenfelde: Die Welttelegraphie als zuverlässiges Verkehrsmittel vor und nach dem Weltkriege (wirtsch.- u. sozialwiss. Diss.), Düsseldorf 1926, S. 89.

11 Siehe Filmprotokoll zu ÄGIR, in Zwischentitel 4: „[...] sollte Reuter nicht wieder schwindeln?!“ wird diese Kritik formuliert.

12 Rudolf Rotheit: Die Friedensbedingungen der deutschen Presse. Los von Reuter und Havas!, Berlin 1915, S. 5f., zit. n. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 88.

[Seite 87]

Dieses Phänomen resultierte vorwiegend aus einem mangelnden Interesse - nicht wenige deutsche Zeitungsleser wünschten, wenn überhaupt, dann vornehmlich kuriose und sensationelle Berichte über andere Länder.13 Dies stand in einer Wechselbeziehung mit den Unzulänglichkeiten des deutschen Korrespondentennetzes im Ausland - eine gemeinhin schlechte Bezahlung zog eine generell niedrige Qualität der Auslandsberichterstattung nach sich: [...]

Umgekehrt hatte die ausländische Presse - als Spiegelbild und zugleich Verursacher der gerade in der Epoche des Imperialismus auch in anderen Staaten verbreiteten nationalen Stereotypen - zum schlechten Ansehen Deutschlands in der Welt beigetragen.15 Insbesondere die Nachrichtenagenturen Reuter und Havas, deren Einflußgebiete große Teile der Erde umspannten, riefen in der zeitgenössischen deutschen Publizistik scharfe Kritik hervor. So schrieb der Zeitungsredakteur Rudolf Rotheit 1915:

[Seite 88]

"Während Wolff an Reuter und Havas gebunden war, bearbeiteten Reuter und Havas in voller Ungebundenheit, als wirksame Handlanger der Einkreisungsdiplomatie, die öffentliche Meinung der bewohnten Erde und stachelten sie unermüdlich gegen uns auf."16

Schon vor der Zerstörung der deutschen Telegraphiekabel war Reuter überdies die britische Dominanz des Weltkabelnetzes zugute gekommen: 1913 waren mehr als 54 Prozent aller Telegraphiekabel in englischem Besitz gewesen, Deutschland hingegen hatte lediglich rund 8,3 Prozent besessen.17


13 W. H. Edwards, Der Auslandsdienst der deutschen Presse, in: Archiv für exakte Wirtschaftsforschung (Thünen-Archiv), 1918, Bd. 9 (J 922), H. 1, S. 15-51, hier S. 17 u. 21.

15 Vgl. Auslandpresse und Auslandkorrespondenten, in: Das neue Deutschland, Nov. 1914, S. 268-270, hier S. 268.

16 Rudolf Rotheit, Die Friedensbedingungen der deutschen Presse. Los von Reuter und Havas!, Berlin 1915, S. 5 f.

17 Eine Statistik - auch für andere Länder - bei Tenfelde, S. 89.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Das Zitat von Rotheit (nach Albes) wurde nicht in die Zeilenzählung aufgenommen. Allerdings greift die Verfasserin unzulässig in den Wortlaut des Zitats ein.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

[2.] Uo/Fragment 101 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-07 17:39:28 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 19-30
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 120, Zeilen: 14-18, 20-28
Diese neuartige Institution der Berliner Pressekonferenz, die der Generalstab am 3. August 1914 ins Leben gerufen hatte, war das einzige Forum, bei dem die Vertreter der Pressereferate aller Reichsämter und der größeren Zeitungen zusammenkamen.14 Die Repräsentanten der obersten zivilen und militärischen Behörden informierten die Vertreter der Presse über die innen- und außenpolitische, die wirtschaftliche und militärische Situation mit dem einzigen Ziel einer positiven Pressepolitik. Die Journalisten konnten Fragen stellen und Klagen vorbringen, erhielten jedoch unzählige Vorgaben, wie einzelne Themen zu behandeln seien. Häufig wurde daraufhingewiesen, dass die Berichterstattung über bestimmte Themen unerwünscht sei. Auf diese Weise wurde die Berliner Pressekonferenz in ein Instrument zentraler Presselenkung verwandelt, wodurch letztlich den Zensurstellen die Arbeit erleichtert wurde.15

14 Vgl. Klaus Werner Schmidt: Überwachungs-Reglementierungen im Ersten Weltkrieg (1914-1918), in: Kommunikationskontrolle des 15. bis 20. Jahrhunderts, hrsg. von H.-D. Fischer (Publizistisch-Historische Beiträge, Bd. 5), München, New York, London, Paris 1982, S. 185-205, hier S. 193 f.

15 Kurt Koszyk: Deutsche Presse 1914-1945. Geschichte der deutschen Presse, Teil III (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 7), Berlin 1972, S. 22.

Das einzige Forum, bei dem die Vertreter der Pressereferate aller Reichsämter und der größeren deutschen Zeitungen zusammenkamen, war die im Kaiserreich neuartige Institution der Berliner Pressekonferenz, die der Generalstab auf Anregung des Journalisten und Majors d. R. Georg Schweitzer bereits am 3. August 1914 ins Leben rief.180 [...]

Ursprünglich als ein Mittel positiver Pressepolitik gedacht, informierten dabei die Repräsentanten der obersten zivilen und militärischen Behörden die Vertreter der Presse über die innen- und außenpolitische, die wirtschaftliche und die militärische Situation. Zwar konnten die Journalisten hier Fragen stellen und Klagen vorbringen. Die amtlichen Stellen machten jedoch unzählige Vorgaben, wie einzelne Themen zu behandeln seien, und wiesen häufig darauf hin, daß die Berichterstattung über bestimmte Ereignisse unerwünscht sei. Auf diese Weise verwandelten sie die Berliner Pressekonferenzen in ein Instrument zentraler Presselenkung, das letztlich nur den Zensurstellen die Arbeit erleichtern sollte.181


180 Vgl. bes. Klaus Werner Schmidt, S. 193 f; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 154 f.

181 Kurt Koszyk, Deutsche Presse 1914-1945. Geschichte der deutschen Presse. Teil III (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 7), Berlin 1972, S. 22; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 155. Kurze Auszüge aus den Mitteilungen der Behörden zu den Pressekonferenzen bei Kurt Mühsam, Wie wir belogen wurden. Die amtliche Irreführung des deutschen Volkes, München 1918, S. 64-125.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Klgn


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130707174204

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