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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 154 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-10 20:03:23 Hindemith
BauernOpfer, Culbert 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 154, Zeilen: 1-9, 10-17, 20-39
Quelle: Culbert 1994
Seite(n): 209, 210, 211, Zeilen: 209: li.Sp. 29-37.42-49, re.Sp. 6-16.19-29; 210: li.Sp. 16-38 - re.Sp. 1-20.49-50 - 211: li.Sp. 1-6
[Österreich-Ungarn existierte,] so weit es die Propagandisten betraf, als Feind nicht, und das Osmanische Reich war überhaupt keiner Diskussion wert. Die Reduzierung des Feindes auf einen eindimensionalen deutschen Barbaren führte zwangsläufig zu dem stark vergröbernden Charakter dieser Propagandabemühungen.252

Eine offizielle Politik, die den Zugang von Kameramännern zur Front regelte, gab es nicht. Die Kameramänner, die General John J. Pershing 1916 nach Mexiko folgten, um Pancho Villa zu fangen, hatten tatsächlich vorher einen Vertrag mit Pancho Villa unterzeichnet, der versprach, alle seine Schlachten wegen des besseren Lichtes bei Tag stattfinden zu lassen. Aus heutiger Perspektive war das fast schon ein mediengerechter Krieg. Die Erfahrungen, die General Pershing im Umgang mit Kameramännern im Mexiko-Feldzug sammelte, kamen ihm zugute, als er 1917 mit seinen Truppen nach Frankreich ging. Die Bedeutung von Wochenschaumaterial über den Krieg in Europa für den amerikanischen Zuschauer darf nicht zu hoch angesetzt werden. Der kommerzielle Erfolg von Filmen mit Spielfilmlänge wurde erst nach der Premiere von D. W. Griffith‘s [sic] Film THE BIRTH OF A NATION im März 1915 entdeckt. Dieser Film lief bis Ende 1916. Der bekannte Publizist W. P. Lawson schrieb 1915 in „Harper’s Weekly“: „Der Film ist der mächtigste Faktor in der Gestaltung des nationalen Geistes und der Moral.“253

Das CPI hatte keine bedeutende Filmabteilung. Ihr Material von der Front stützte sich im allgemeinen auf das US Signal Corps, das Ende Juli 1917 aufgestellt worden war und den Auftrag erhielt, die amerikanische Teilnahme am Ersten Weltkrieg in Übersee und zu Hause zu filmen. Material des Signal Corps war die Grundlage für zwei CPI-Filme von Spielfilmlänge: ,Pershing’s Crusaders‘ (vier Rollen, ca. 40 Minuten) und ,America’s Answer‘ (sieben Rollen, ca. 70 Minuten). Das CPI koordinierte eine der erfolgreichsten Aufgaben der Filmpropaganda, nämlich Kampagnen zum Kauf von Kriegsanleihen, von denen es 1917-1918 insgesamt fünf gab. Diese Kampagnen stützten sich auf die Mithilfe der beliebtesten Schauspieler und Schauspielerinnen jener Tage (Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks, Mack Sennett u.a.). Diese verkauften persönlich Obligationen und produzierten gemeinsam mit vielen anderen Stars Kurzfilme von einer Rolle Länge, in denen sie die Zivilisten aufforderten, die Kriegsanstrengungen finanziell zu unterstützen. Diese schnell und zu niedrigen Kosten produzierten Kurzfilme waren besonders für die vielen Ladenkinos geeignet, die für das amerikanische Kino während des Ersten Weltkrieges typisch waren. Diese Kurzfilme und der Einsatz von Filmstars als Verkäufern von Obligationen gehörten zu den wichtigsten Aufgaben der Filmwirtschaft.254 Das Militär benutzte gelegentlich Filme zu Ausbildungszwecken. Allergrößte Bedeutung erhielt der Film jedoch in einem völlig anderen Bereich, bei der Bekämpfung der [Geschlechtskrankheiten.255]


252 Vgl. Culbert: Der amerikanische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 209.

253 Zit. n. Lewis Jacobs: The Rise of the American Film. A critical history. With an essay: Experimental Cinema in America, 1921-1947 (5. Aufl.), New York 1975, S. 283.

254 Vgl. Culbert: Der amerikanische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 210.

255 Der erfolgreiche Einsatz des Films für dieses Thema hilft beim Verständnis des breiten Einsatzes solcher Lehrfilme für amerikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

[Seite 209]

Österreich-Ungarn existierte, so weit es die Propagandisten betraf, als Feind nicht, und das Osmanische Reich war überhaupt keiner Diskussion wert. Die Vereinfachung des Feindes zum eindimensionalen deutschen Barbaren läßt uns den stark vergröbernden Charakter dieser Propagandabemühungen besser verstehen.

Die von Militärbehörden ausgeübte Zensur von Frontnachrichten basierte auf Unwissenheit über das Medium Film sowie auf einer Abneigung, sich mit der Presse abzugeben. Die Kameramänner, die General John J. Pershing 1916 nach Mexiko folgten, um Pancho Villa zu fangen, waren Filmleute, die tatsächlich einen Vertrag mit Pancho Villa unterzeichnet hatten - der zugestimmt hatte, daß all seine Schlachten wegen des besseren Lichtes bei Tag stattfinden sollten. [...] Eine offizielle Politik, die den Zugang von Kameramännern zur Front regelte, wurde nicht ausgearbeitet. Doch der Mexiko-Feldzug von 1916 beunruhigte die amerikanische Regierung, und der General, der die amerikanischen Truppen befehligte, die 1917 nach Frankreich gingen - der gleiche »Blackjack« Pershing -, lernte etwas über den Umgang mit Kameramännern der Wochenschau in Mexiko, nicht in Frankreich. [...]

Man darf die Bedeutung von Wochenschau- Material über den Krieg in Europa, was amerikanische Zuschauer angeht, nicht übertreiben. Die erste amerikanische Wochenschau wurde 1911 gezeigt, und das kommerzielle Potential von Filmen mit Spielfilmlänge wurde erst in den Monaten nach der Premiere von D. W. Griffiths Film >The Birth of a Nation< im März 1915 entdeckt. Dieser Film wurde noch bis Ende 1916 gezeigt; [...]

[Seite 210]

Das CPI hatte keine bedeutende Filmabteilung. Ihr Material von der Front stützte sich im allgemeinen auf das US Signal Corps, das Ende Juli 1917 aufgestellt worden war und den Auftrag erhielt, die amerikanische Teilnahme am Ersten Weltkrieg in Übersee und zu Hause zu filmen. Material des Signal Corps war die Grundlage für zwei CPI-Filme von Spielfilmlänge: >Pershing’s Crusaders< (vier Rollen, ca. 40 Minuten) und >America’s Answer< (sieben Rollen, ca. 70 Minuten). Das CPI koordinierte eine der erfolgreichsten Aufgaben der Filmpropaganda, Kampagnen zum Kauf von Kriegsanleihen, von denen es 1917-1918 insgesamt fünf gab. Diese Kampagnen stützten sich auf die Hilfe der beliebtesten Schauspieler und Schauspielerinnen jener Tage (besonders Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks und Mack Sennett), die persönlich Obligationen verkauften und gemeinsam mit vielen anderen Stars Kurzfilme von einer Rolle Länge produzierten, in denen sie die Zivilisten aufforderten, die Kriegsanstrengungen finanziell zu unterstützen. Diese schnell und zu niedrigen Kosten produzierten Kurzfilme waren besonders für die vielen Ladenkinos geeignet, die für das amerikanische Kino während des Ersten Weltkrieges typisch waren. Obwohl Statistiken zur Untermauerung fehlen, könnte man argumentieren, daß diese Kurzfilme, die für den Kauf von Kriegsobligationen warben, sowie der Einsatz von Filmstars als Verkäufer dieser Obligationen die wichtigste Einsatzform des Films in Amerika während des Weltkriegs waren.5

Das Militär benutzte Filme zu Ausbildungszwecken, insbesondere um die Soldaten auf die Gefahren von Geschlechtskrankheiten hinzuweisen. [...]

[...] Als didaktisches Mittel, den Soldaten bestimmte mechanische Fertigkeiten oder

[Seite 211]

die unterschiedlichen militärischen Ränge beizubringen, spielte der Film im Ersten Weltkrieg eine untergeordnete Rolle, doch bei der Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten wurde ihm große Bedeutung beigemessen.6


6 Den besten Überblick über die Kampagne zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten gibt Donald Smythe mit: Venereal Disease. The AEF’s Experience. In: Prologue 9, 1977, S. 65-74. Der erfolgreiche Einsatz des Films für dieses Thema hilft beim Verständnis des breiten Einsatzes solcher Lehrfilme für amerikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar an zwei Stellen angegeben, die Art und der Umfang der Übernahmen sind jedoch nicht gekennzeichnet.

Das eingeschobene Zitat in den Zeilen 17-19 findet sich mit identischer Einbettung und Quellenangabe in der schon andernorts ungenannt benutzten Quelle Toeplitz (1975) [[1]].

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Hindemith, Zeitstempel: 20130810200417

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