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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 170 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-31 19:08:03 Graf Isolan
Curry 1995, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, ÜbersetzungsPlagiat

Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 170, Zeilen: 1-11
Quelle: Curry 1995
Seite(n): 143-144, Zeilen: 143:31-37 - 144:1-6
[Die günstige wirtschaftliche Entwicklung der Filmbranche ging der Gründung der Universum Film Aktiengesellschaft im Dezember 1917 voraus. Die] UFA vereinigte die Filmindustrie in Deutschland und sicherte ihr einen festen Stand für die Nachkriegsentwicklung in privaten Unternehmen. Trotz der Verluste auf dem Schlachtfeld und trotz des Versailler Vertrages geht die deutsche Filmindustrie als Gewinner über die konkurrierende europäische Industrie hervor. Die französischen und auch die italienischen Filmindustrien hatten Material und Personal für Kriegsbemühung abgeben müssen, wodurch es zum Verlust ihrer Märkte sowohl in der Heimat als auch im Ausland an die wachsende amerikanische Industrie kommt. Die selbstständig gewordene deutsche Filmindustrie nutzt die deutsche Isolation zu ihrem Vorteil. Der Krieg veränderte die gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen für das deutsche Kino, welches dadurch an Bedeutung gewinnen konnte. [Seite 143]

These crucial economic developments preceded but also enabled the formation of UFA in December 1917, which virtually unified the film industry in Germany and secured a solid footing for its post-war development in private enterprise.15 Notwithstanding the outcomes on the battlefield and in the Versailles Treaty, the German film industry emerged from the war a winner over competing European industries. The French and also Italian film industries had had to divert material and personnel to the war effort, which led to their losing out both in their home markets and abroad to the

[Seite 144]

burgeoning U.S. industry. But the fledgling German film industry turned the comparative German business isolation and the wartime circumstances to productive advantage, and was measurably financed in its enterprise by the Reich. The remarkable strength of the German film industry at the armistice, compared to its state at war’s outset, makes apt the conclusion that the German cinema indeed won from the social and economic conditions the war had created.

Anmerkungen

Kein Hinweis darauf, dass dieser Abschnitt bis auf den abschließenden Satz eine wörtliche Übersetzung einer zusammenhängenden Passage aus Curry (1995) ist.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[2.] Uo/Fragment 170 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-10 13:47:26 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Virilio 1989

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 170, Zeilen: 14-17-(18-25)-26-36
Quelle: Virilio 1989
Seite(n): 35-36, Zeilen: 35:25-30; 36:01-23
Die Filmemacher, die den Krieg überlebten, wendeten sich zunächst noch der Produktion von Wochenschauen und Propagandafilmen zu. Darauf folgte der sogenannte „Kunstfilm“. Dziga Vertov, der 1918 zu Lenins erstem Propagandazug gehörte, proklamierte das „bewaffnete Auge des Filmers“:

„Ich bin das Kinoauge. Ich bin ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt so, wie nur ich sie sehen kann. Von heute an und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung, ich nähere mich Gegenständen und entferne mich von ihnen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich neben dem Maul eines galoppierenden Pferdes, ich rase in voller Fahrt in die Menge, ich renne vor angreifenden Soldaten her, ich werfe mich auf den Rücken, ich erhebe mich zusammen mit Flugzeugen, ich steige und falle zusammen mit fallenden und aufsteigenden Körpern.“30

Die Filmemacher waren ja nicht nur zu Kriegern geworden, sie zählten sich auch, wie die Flieger, zu einer Art technischer Elite. Der Krieg hatte ihnen die militärische Technologie in Aktion als höchstes Privileg der Kunst dargestellt. In der Avantgardeproduktion der unmittelbaren Nachkriegszeit sorgte der technologische Fortschritt für Überraschungen im Filmgeschäft. Während Kriegsaktualitäten und chronophotographische Flugdokumente in Archiven, Geheimtresors der Militärarchive und in Privatsammlungen verschwanden, boten die Filmemacher nun dem breiten Publikum technologische Effekte als neuartiges Schauspiel an. Die durch den Krieg ausgelöste Zerstörung der Form setzte sich fort.31

„Das Schlachtfeld war von Anfang an ein Wahrnehmungsfeld, und das Kriegsgerät für Heerführer und Waffenträger ein Darstellungsmittel, so wie später der Flieger, wenn er seine Waffe betätigte, automatisch die Aufnahme mit der damit gekoppelten Kamera [auslöste.]


30 Deutsch in Dziga Vertov: Schriften zum Film, München 1973. 1919 veröffentlichte Vertov in Lef, der von Majakovskij herausgegebenen Avantgarde-Zeitschrift, einen Artikel gegen den Erzählfilm, der - unter Verwendung futuristischen Vokabulars - den bürgerlichen Drehbüchern und ihrer Psychologie den Krieg erklärt.

31 Vgl. Paul Virilio: Krieg und Kino. Logistik der Wahrnehmung, Frankfurt/M. 1989, S. 36.

[Seite 35]

Die Filmer, die den Krieg überlebten, gingen vom Kampf auf dem Schlachtfeld unmittelbar zur Produktion von Wochenschauen und Propagandafilmen und weiter von >>Kunstfilmen<< über. Dziga Vertov, der 1918 zum Personal von Lenins erstem Propagandazug gehörte, proklamierte das >>bewaffnete Auge des Filmers<<: >>Ich bin das Kinoauge. Ich bin ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt so, wie nur ich sie sehen kann. Von heute an und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener

[Seite 36]

Bewegung, ich nähere mich Gegenständen und entferne mich von ihnen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich neben dem Maul eines galoppierenden Pferdes, ich rase in voller Fahrt in die Menge, ich renne vor angreifenden Soldaten her, ich werfe mich auf den Rücken, ich erhebe mich zusammen mit Flugzeugen, ich steige und falle zusammen mit fallenden und aufsteigenden Körpern.«9 Diese Filmer, die das Bild »aus der Bahn werfen« wie die Surrealisten die Sprache, hatte ihrerseits der Krieg aus der Bahn geworfen. Auf dem Schlachtfeld waren sie nicht nur zu Kriegern geworden; sie rechneten sich, wie die Flieger, zu einer Art technischen Elite. Der Krieg hatte ihnen die militärische Technologie in Aktion als höchstes Privileg der Kunst dargestellt. Die technologische Überraschung löste in der Avantgardeproduktion der unmittelbaren Nachkriegszeit eine sagenhafte Fusion/Konfusion aus. Während Kriegsaktualitäten und chronophotographische Flugdokumente in den Archiven verschwanden, in den Geheimtresors der Militärarchive oder in Privatsammlungen von Kriegserinnerungen, boten die Filmer dem großen Publikum diese technologischen Effekte als neuartiges Schauspiel dar und setzten so den Krieg und die von ihm ausgelöste Formenzerstörung fort.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Das Vertov-Zitat findet sich auch bei Virilio, wird aber, da als Zitat ausgewiesen, nicht in die Zählung aufgenommen. Die tatsächlich als Virilio-Zitat gekennzeichnete Passage zum Abschluss der Seite enthält ungekennzeichnete Auslassungen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:WiseWoman, Zeitstempel: 20130925203555

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