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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 202 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 21:08:01 Graf Isolan
BauernOpfer, Birett 1970, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 202, Zeilen: 1-33, 102-103
Quelle: Birett 1970
Seite(n): 7, 8, 9, Zeilen: 7:30-37 - 8:1-36 (komplett) - 9:1-14
In den Anfängen des Filmes lief nur eine Szene während des ganzen Films, der weniger als eine Minute dauerte. Als die Filme länger liefen (1902 erreichte man schon eine Viertelstunde), mussten sie in einzelne Szenen von durchschnittlich etwa 16 Sekunden unterteilt werden. Erst in den zehner Jahren wurden die Einstellungen immer kürzer und dauerten nur 2 bis 3 Sekunden. Damit wurde auch die Musikbegleitung schwieriger. Der Komponist oder der Kapellmeister waren in den ersten Jahren nie und später in den zwanziger Jahren nur selten bei den Dreharbeiten dabei. Ihr Werk begann bestenfalls kurz vor der Uraufführung. Selbst bei einer vorher festgelegten Musikfolge bestanden noch Schwierigkeiten, die Musikstücke genau zu den entsprechenden Szenen ertönen zu lassen.89

Eine Synchronisierung der Musik mit dem Film war besonders bei den sogenannten durchkomponierten Filmen und bei den Singfilmen wichtig. Der Mangel an guten Sängern und Sängerinnen und an guten Orchestern, die die durchkomponierten Filme in stimmungsvoller Weise hätten begleiten können, war auch ein erhebliches Hindernis bei der Verbreitung dieser Filme. Für ein Orchester konnte notfalls ein Klavierspieler oder gar ein Automat einspringen, einen Sänger zu ersetzen, war unmöglich. Daher benutzten die „Nachspieler“ oft nicht die filmeigene Musik, sondern ihre üblichen Potpourris und Melodien.90 Bei der Schnelligkeit der Szenenwechsel musste oft mitten im Takt abgebrochen werden. Um für jeden Film eine eigene Musik zu schreiben, gab es nicht genügend Komponisten, zumal jährlich ungefähr 1000 Filme erstmals musikillustriert werden mussten. Stets wurde aber betont, dass das Ideal der mit eigener Musik versehene Film sei. Diese Mühe lohnte sich jedoch nur für künstlerisch wertvolle Filme, während sich die restlichen 90 % mit dem Notbehelf der auf Vorrat komponierten Gelegenheitsmusik begnügen mussten. Der erste durchkomponierte Film der „Film d’Art“-Bewegung war DIE ERMORDUNG DES HERZOGS VON GUISE (1908), zu dem C. Saint-Saens die Musik schrieb.91

In den Debatten über den Charakter der Musikillustration lag im Allgemeinen die Betonung auf dem Primat des Filmbildes. Die Musik sollte nur eine dienende und ergänzende Funktion erfüllen, manchmal kontrapunktisch, meist jedoch stimmungsfördernd und seltener zusätzlich erläuternd. Die Verwendung von Schlagermusik wurde missbilligt, da die bekannten Texte oft in komischem Gegensatz zum Film standen.


89 Vgl. ebd., S. 8.

90 Vgl. ebd. Die Kapellmeister versuchten auch moderne Musik in ihr Repertoire einzubeziehen.

91 Vgl. ebd.

[Seite 7]

In den Anfängen des Filmes dauerte eine Szene den ganzen weniger als eine Minute langen Film. Als die Filme länger wurden (1902 war eine Viertelstunde erreicht), mußten sie in einzelne Szenen unterteilt werden, die im Durchschnitt etwa 16 sec lang waren. Erst während der Jahre 1914/16 wurden die Einstellungen immer kürzer, bis sie die auch heute allgemein üblichen 5 bis 6 sec erreicht hatten, wobei die meisten Einstellungen allerdings nur eine Dauer von 2 bis 3 sec

[Seite 8]

besitzen. Bei so rasch wechselnden Einstellungen ist es verständlicherweise schwierig, beim Musizieren nachzukommen.

Der Komponist oder der die Musik zusammenstellende Kapellmeister war in den ersten Jahren nie und selbst in den zwanziger Jahren nur höchst selten bei den Dreharbeiten dabei. Sein Werk begann bestenfalls kurz vor der Uraufführung, oft noch bevor der Film endgültig montiert war. Aus diesem Grunde hatten die Dirigenten selbst bei einer vorher festgelegten Musikfolge noch Schwierigkeiten, die Musikstücke auch genau zu den entsprechenden Szenen erklingen zu lassen.

Daher wurden mehrere Verfahren erdacht, dem Kapellmeister bei der Synchronisierung der Musik mit dem Film zu helfen. Diese Verfahren sind besonders wichtig bei den sogenannten durchkomponierten Filmen und bei den Singfilmen. Gerade bei letzteren bildeten der Mangel an guten Sängern und Sängerinnen bei Nachspielern und in der Provinz, ferner der Mangel an guten Orchestern, die die durchkomponierten Filme in würdiger Weise hätten begleiten können, erhebliche Hindernisse bei der Verbreitung dieser Filme. Für ein Orchester kann notfalls ein Klavierspieler oder gar ein Automat einspringen, ein Sänger jedoch war nicht zu ersetzen. Daher benutzten die Nachspieler oft nicht die filmeigene Musik, sondern ihre üblichen Potpourris, eventuell mit den dazugehörenden Melodien.

Bei der Schnelligkeit der Szenenwechsel mußte oft mitten im Takt abgebrochen werden. Um für jeden Film eine eigene Musik zu schreiben gab es nicht genügend Komponisten (jedes Jahr mußten in Deutschland ungefähr 1 000 Filme erstmals illustriert werden). Es wird aber stets hervorgehoben, daß der mit einer eigenen Musik versehene Film das Ideal sei, daß sich diese Mühe jedoch wohl nur für künstlerisch wertvolle Filme lohne, während sich die restlichen 90% eben mit dem Notbehelf der auf Vorrat komponierten Gelegenheitsmusik begnügen mußten. Der erste Film der "Film d'Art"-Bewegung "Die Ermordung des Herzogs von Guise", zu dem C. Saint-Saens die Musik schrieb, war wohl der erste durchkomponierte Film (1908).

[Seite 9]

Uber den Charakter der Musikillustration gab es über die ganze Zeit hinweg Debatten, einerseits darüber, welche Funktion die Musik in einem Film habe, andererseits wie die Illustration im Einzelnen auszusehen habe. Im Allgemeinen lag die Betonung auf dem Primat des Filmbildes, die Musik sollte nur dienende, allenfalls ergänzende Funktion erfüllen. Sie wird manchmal als kontrapunktisch, meist als stimmungsfördernd, seltener als zusätzlich erläuternd gefordert. Mißbilligt wurde die Verwendung von Schlagermusik, da die bekannten Texte oft in komischem Gegensatz zum Film stünden, oder gerade dieser, bewußt gewollte, nicht verstanden würde.

Die Kapellmeister versuchten übrigens auch moderne Musik in ihr Repertoire einzubeziehen und propagierten sie durch ihre Illustrationen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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