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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 212 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-16 08:25:24 Hindemith
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung, Wagner 2000

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 212, Zeilen: 12-39, 102-105
Quelle: Wagner 2000
Seite(n): 58, Zeilen: li.Sp. 2ff. (komplett)
Die Filme des Ersten Weltkrieges und die Fülle der Informationen, die aus ihnen zu ziehen sind, dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die Überlieferung durch Bilder höchst unvollständig ist. Ein Beispiel dafür ist der Topos von der Kriegseuphorie oder der „August-Begeisterung“.5 Es gibt Photos von den Menschenmassen bei der Bekanntmachung der Kriegserklärung, von denen einige eine begeisterte Menge zeigen. Modris Eksteins6 hat in seinem Buch ausgiebig alle Formen der Überlieferung benutzt, um diese Kriegsbegeisterung zu belegen. Hier müssen zwei Einwände erhoben werden: erstens erscheint diese Begeisterung bei Eksteins nicht als ein Phänomen, das durch Beeinflussung oder Propaganda erreicht wurde. Zweitens ist das Bild der jubelnden Menge sowohl evident wie unwiderlegbar. Das Problem aber besteht darin, dass es zu diesen Bildern gar kein Gegenbild geben kann. Die Aufnahme einer leeren Straße oder eines kleinen Menschengrüppchens, die zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Kriegserklärung entstanden wäre, hätte bloß ein Nicht-Ereignis festgehalten. Sie wäre im historischen Sinn nicht evident (allenfalls im Sinne des Bildes einer leeren Straße), und könnte daher die anderen Bilder nicht widerlegen. Allerdings gibt es unterschiedliche schriftliche Überlieferungen, die die Reporte von der Kriegsbegeisterung in Berlin sehr wohl widerlegen oder relativieren können. Das Problem des „historischen Bildes“ besteht darin, dass es ein Hier und Jetzt beglaubigen muss und diese Beglaubigung nur dann gelingt, wenn das Bild „stark“ ist.

Es gilt allgemein, dass alle Bilder des Ersten Weltkrieges unwiderlegbar sind, auch wenn es sich nicht um Photographien oder Filme handelt. Außer der offiziellen Bildproduktion gab es keine, mit der im August 1914 Kriegsverdrossenheit oder Widerstand gegen den Krieg belegt werden könnte. Bildproduktionen und in noch stärkerem Maße Publikationen unterlagen in allen kriegsbeteiligten Staaten der Kontrolle und Zensur. In den Massenmedien der kriegsbeteiligten Staaten könnten „Gegenbilder“ vorhanden gewesen sein, wurden jedoch nie veröffentlicht.7


5 Siehe das Protokoll zur Mobilmachung (Fragment).

6 Eksteins: Tanz über Graben, 1990.

7 Vgl. Rainer Rother/Ursula Breymayer: Bilder des Ersten Weltkrieges: Überlegungen zur Konzeption einer Ausstellung, in: Geschichte in Bildern. Von der Miniatur bis zum Film als historische Quelle, hrsg. von Irmgard Wilharm, Pfaffenweiler 1995, S. 107f.

M14 Das Problem des evidenten Bildes

Die Flut der Bilder des Ersten Weltkrieges und die Fülle der Informationen, die aus ihnen zu ziehen sind, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Überlieferung durch Bilder höchst unvollständig ist. Ein Beispiel dafür ist der Topos von der Kriegseuphorie oder der „August-Begeisterung“. Es gibt Photos von den Massen, die der Bekanntmachung der Kriegserklärung beiwohnen, unter ihnen auch solche, die eine begeisterte Menge zeigen. Modris Eksteins2 hat in seinem Buch ausgiebig Gebrauch von allen Formen der Überlieferung gemacht, um die Kriegsbegeisterung zu belegen. Zweierlei aber muss eingewandt werden: Diese Begeisterung erscheint bei Eksteins nicht als ein Phänomen, das seinerseits durch Beeinflussung oder Propaganda mit produziert wurde, was immerhin fraglich erscheint bei der zumal in Deutschland betriebenen Politik und deren „Vermittlung“. Andererseits ist aber das Bild der jubelnden Menge sowohl evident wie unwiderlegbar. Im letzteren aber besteht das Problem: Es kann zu diesen Bildern kein Gegenbild geben. Eine Aufnahme einer leeren Straße oder von einem Menschengrüppchen, wenn sie denn zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Kriegserklärung entstanden wäre, hätte bloß ein Nicht-Ereignis festgehalten. Sie wären nicht evident (allenfalls im Sinne des Bildes einer leeren Straße), sie wäre es jedenfalls nicht in einem historischen Sinn und sie könnte daher die anderen Bilder nicht widerlegen. Andererseits vermögen differente schriftliche Überlieferungen die Reporte von der Kriegsbegeisterung und Berlin sehr wohl zu widerlegen oder zu relativieren. Das Problem des „historischen Bildes“ besteht darin, dass es ein Hier und Jetzt beglaubigen muss und diese Beglaubigung nur dann gelingt, wenn das Bild „stark“ ist. ...

Allgemein gilt: Alle Bilder des Ersten Weltkrieges sind unwiderlegbar, auch wenn es sich nicht um Photographien oder Filme handelt. Der offiziellen Bildproduktion stand keine andere entgegen, mit der etwa Kriegsverdrossenheit im August 1914 oder Widerstand gegen den Krieg zu belegen wäre (unabhängig davon, ob es solches gab). Die Bildproduktion und mehr noch die Publikation unterlag in allen kriegsbeteiligten Staaten der Kontrolle, verbreitete „Gegenbilder“ sind daher – zumindest in den Massenmedien der kriegsbeteiligten Staaten – nicht vorhanden.

Rother, Rainer/ Breymayer; Ursula: Bilder des Ersten Weltkrieges: Überlegungen zur Konzeption einer Ausstellung, in: Wilharm, Irmgard (Hrsg.): Geschichte in Bildern. Von der Miniatur bis zum Film als historische Quelle, Pfaffenweiler 1995, S. 107-109


2 Modris Eksteins: Tanz über Die Geburt der Moderne und der erste Weltkrieg, Rowohlt Verlag Hamburg 1990

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme sind vollständig ungekennzeichnet.

Wagner (2000) beinhaltet im Anhang eine Materialsammlung von Originaltexten, hier ein Ausschnitt aus dem Aufsatz von Rainer Rother und Ursula Breymayer, der ursprünglich an anderer Stelle erschienen ist. Uo beschränkt sich bei der Übernahme genau auf diesen Ausschnitt (inkl. der Auslassung). Da noch andere Übernahmen aus Wagner (2000) in Uo zu finden sind (insbesondere auch aus dem Begleittext zu den Materialien), drängt sich die Vermutung auf, dass der Verfasserin in diesem Fall noch nicht einmal die Primärquelle vorgelegen hat.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith


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