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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 225 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-15 21:15:53 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rother 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 225, Zeilen: 18-40
Quelle: Rother 1995
Seite(n): 125, Zeilen: 5-9, 10-13, 16-29, 31-34, 36-39
Dieser englische Film hatte in gewisser Hinsicht Vorbildfunktion. Seine Wirkung war den deutschen Stellen bekannt: „Es wird zur Zeit in England ein Film aus den Sommekämpfen vorgeführt, der die englischen Leistungen verherrlicht und unsere Taten herabzudrücken versucht.“13 Ein Herr Binz, der die deutsche Filmpropaganda in Skandinavien organisieren sollte, berichtete der ZfA telegrafisch, das Publikum verlange „möglichst grausame sensationelle Schlachtenbilder, ähnlich englischem Sommefilm“.14

Die britischen Kameraleute an der Front besaßen die Möglichkeit, die Vorbereitungen der Schlacht sowie einige ihrer Begebenheiten extensiv zu filmen. Sie waren informiert und zur rechten Zeit am rechten Platz. Das Bildmaterial wurde überwiegend an den Schauplätzen der Schlacht aufgenommen, nur relativ wenige Szenen wurden inszeniert. Roger Smither deckt 1993 in seiner Analyse des Films eine Reihe von Fälschungen (fakes) auf - inszenierte Szenen und Bildsequenzen, die zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort an der Somme aufgenommen worden sind. Ungeachtet solcher Fälschungen enthält der Film jedoch vor allem authentisches Material. Das war ungewöhnlich und für die Zeitgenossen völlig neu. Die „Propaganda der Fakten“, auch von der britischen Regierung zur offiziellen Linie erklärt, bewährte sich hier. Das Gezeigte war in der Mehrzahl der Fälle „authentisch“, die dokumentierten Szenen erschienen daher glaubwürdig. THE BATTLE OF THE SOMME verwandelte propagandistisch geschickt unter weitgehendem Rückgriff auf „dokumentarisches“ Material ein militärisches Desaster in einen Erfolg.15 Die Qualifizierung des Filmes wurde durch den augenfälligen Kontrast zu den Spielfilmen möglich. THE BATTLE OF THE SOMME behauptete, ein [Nonfiction-Film zu sein.16]


13 BArch, R 901/ 947, Bl. 33, Preußisches Kriegsministerium an den Reichskanzler, 21.10.1916.

14 Ebd., Bl. 161.

15 Rainer Rother: Bei unseren Helden an der Somme. Eine Deutsche Antwort Auf die Entente-Propaganda, in: KINtop 4, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1995, S. 123-142, hier S. 125.

[16 Vgl. ebd.]

Der englische Film nahm in gewisser Hinsicht die Funktion eines Vorbildes an; seine Wirkung jedenfalls war den deutschen Stellen bekannt: »Es wird zur Zeit in England ein Film aus den Sommekämpfen vorgeführt, der die englischen Leistungen verherrlicht und unsere Taten herabzudrücken versucht.«12 Als der Film dann auch im neutralen Ausland lief, erreichte die ZfA ein dramatischer Hilferuf. Er kam von einem Herrn Binz, der die deutsche Filmpropagada [sic] in Skandinavien organisieren sollte und der telegrafisch berichtete, das Publikum verlange »möglichst grausame sensationelle Schlachtenbilder, ähnlich englischem Sommefilm«.13

[...] Die britischen Kameraleute an der Front besaßen die Möglichkeit, die Vorbereitungen der Schlacht sowie einige ihrer Begebenheiten extensiv zu filmen: Dieses Mal waren sie informiert und zur rechten Zeit am rechten Platz. Das Bildmaterial ist überwiegend an den Schauplätzen der Schlacht aufgenommen worden, nur relativ wenige Szenen wurden inszeniert.14 Roger Smither deckt in seiner Analyse des Films eine Reihe von fakes auf - nicht nur inszenierte Szenen, sondern auch Bildsequenzen, die zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort an der Somme aufgenommen wurden. Ungeachtet solcher Fälschungen enthält der Film vor allem authentisches Material - und das ist das Ungewöhnliche, den Zeitgenossen völlig neu und glaubwürdig Erscheinende an diesem Film. Die >Propaganda der Fakten<, auch von der britischen Regierung zur offiziellen Linie erklärt, bewährte sich hier mit der ihr innewohnenden Zweischneidigkeit. Das Gezeigte ist in der Mehrzahl der Fälle >authentisch<, die dokumentierten Szenen erscheinen daher glaubwürdig. [...] THE BATTLE OF THE SOMME verwandelt propagandistisch geschickt ein militärisches Desaster in einen Erfolg. Aber der Film erreicht dies unter weitgehendem Rückgriff auf >dokumentarisches< Material. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, denen die Inszenierung überdeutlich angesehen wurde, erschien er dem Publikum als ein getreuer Bericht der Ereignisse, als ein >Dokument<. Diese Qualifizierung wurde möglich durch den augenfälligen Kontrast zu den >Spielfilmen<: Ihnen gegenüber behauptete THE BATTLE OF THE SOMME, ein non-fiction-Film zu sein.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130915211657

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