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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 268 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:52:21 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ulrich 1993, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 1-19, 101-116, 119-129
Quelle: Ulrich 1993
Seite(n): 118, 120, Zeilen: 118:39-43; 120:3-10.15-27
[Damit wurde nicht nur die deutsche, sondern die Gesellschaft aller kriegführenden Nationen mit einem „Problem von denkbar größter ethischer und] wirtschaftlicher Bedeutung“ konfrontiert.53 Dieses „Problem“ konnte kaum wirkungsvoll kaschiert werden, wie beispielsweise der Tod an der Front und dessen öffentliche Darstellung.54 Bereits im August 1914 war ein Erlass der Kaiserin, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Krone in Sachen Kriegsfürsorge zuständig war, an die zivilen „Krüppelheime“ ergangen. Diese sollten die Nachbehandlung der Verstümmelten übernehmen und ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess organisieren. Am 18. Dezember des gleichen Jahres fand eine Tagung des „Preußischen Landesverbandes für Krüppelfürsorge“ in Berlin statt, die mit einer von Biesalski initiierten Ausstellung über die bisherige und künftige Tätigkeit des Verbandes gekoppelt war. Nach derartigen Vorbereitungen fand am 8. Februar 1915 eine außerordentliche Tagung der „Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge“ im Reichtagsgebäude statt. Ihre Ergebnisse wurden richtungsweisend für die zunächst dezentral organisierte „Krüppelfürsorge“.55 Diese baute auf ihren Vorkriegserfahrungen in 138 Heimen auf, deren Aufgabe es war, „durch orthopädisch-chirurgische Behandlung, Erziehung und Handwerkslehre krüppelhafte Kinder erwerbsfähig zu machen“. Zusätzlich schien durch eine über 25-jährige ärztliche Gutachtertätigkeit im Rahmen der Arbeiterversicherungsgesetzgebung die beste Voraussetzung gegeben zu sein, diese Probleme in den Griff zu bekommen.56 Die Leitsätze der künftigen Arbeit hatte Biesalski der [Öffentlichkeit schon in der „Täglichen Rundschau“ am 18.1.1915 vorgestellt.]

53 Konrad Biesalski, Direktor und leitender Arzt des Oscar-Helene-Heims für Heilung und Erziehung gebrechlicher Kinder in Berlin, war in leitender Funktion in der „Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge“ und der „Deutschen Orthopädischen Gesellschaft., tätig: er war Mitherausgeber der „Zeitschrift für Krüppelfürsorge" (ZfK). Vgl. K. Biesalski: Die ethische und wirtschaftliche Bedeutung der Kriegskrüppelfürsorge und ihre Organisation im Zusammenhang mit der gesamten Kriegshilfe. Vortrag im Rahmen der Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge im Sitzungssaal des Reichstags gehalten am 13.1.1915, Leipzig, Hamburg 1915. S. 3f. (Beilage zur Zeitschrift für Krüppelfürsorge, 8. Jg. (1915/16)). Zu den Gesamtzahlen der Opfer - nach dem Krieg ging man von ca. 2,7 Millionen physisch wie psychisch Verstümmelter aus - vgl.: Sanitätsbericht über das Deutsche Heer (Deutsches Feld- und Besatzungsheer) im Weltkriege 1914-18, bearbeitet in der Heeres-Sanitätsinspektion des Reichswehrministeriums, Bd. 3: Die Krankenbewegung bei dem Deutschen Feld- und Besatzungsheer im Weltkriege 1914-1918, Berlin 1934. Zum Vergleich: nach dem Krieg von 1870/71 wurden 42.660 Kriegsinvaliden gezählt.

54 Vgl. dazu: Zensurbuch für die deutsche Presse 1917, vollständig abgedruckt in: Pressekonzentration und Zensurpraxis, hrsg. von H. D. Fischer, 1973, S. 194-275.

55 Vgl. Ulrich: Behandlung der Kriegsopfer, in: Keiner fühlt sich, hrsg. von G. Hirschfeld, G. Krumeich, I. Renz, 1993, S. 120.

56 Vgl. Biesalski: „Krüppel?“, in: ZfK, 7. Jg. (1914/15), S. 88-90. Biesalski setzt sich in diesem Artikel mit den negativen Konnotationen des Begriffs „Krüppel“ in der Öffentlichkeit auseinander. Er hält an dem Begriff fest, da man es eben bei der „Kriegskrüppelfürsorge“ mit einem Nachfolger der „Kinderkrüppelfürsorge“ zu tun, der Begriff also quasi eingeführt sei. Erst nach und nach setzte sich der bereits im militärischen Mannschaftsversorgungsgesetz gebräuchliche Begriff „Kriegsverstümmelter“ durch, bzw. der vom Heidelberger Oberbürgermeister Walz schon im Dezember geprägte Begriff „Kriegsbeschädigter“ oder „Kriegsinvalide“. Zur Vorkriegsfürsorge vgl. K. Biesalski: Umfang und Art des jugendlichen Krüppeltums und der Krüppelfürsorge in Deutschland, Leipzig, Hamburg 1909. Zum Sozialversicherungssystem vgl. den Überblick von G. A. Ritter: Sozialversicherung in Deutschland und England. Entstehung und Grundzüge im Vergleich, München 1983.

[Seite 118]

Damit war die deutsche Gesellschaft - und mit ihr die aller kriegführenden Nationen - mit einem „Problem von denkbar größter ethischer und wirtschaftlicher Bedeutung“ konfrontiert.10 Einem „Problem“ zudem, das nicht oder kaum wirkungsvoll kaschiert werden konnte, wie beispielsweise der Tod an der Front und seine öffentliche Darstellung.11

[Seite 120]

Bereits im August 1914 war ein Erlaß der Kaiserin, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Krone in Sachen Kriegsfürsorge zuständig zeichnete, an die zivilen „Krüppelheime“ ergangen, die Nachbehandlung der Verstümmelten zu übernehmen und ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsprozeß zu organisieren. Am 18. Dezember des gleichen Jahres fand eine Tagung des „Preußischen Landesverbandes für Krüppelfürsorge“ in Berlin statt, die mit einer von Biesalski initiierten Ausstellung über die bisherige und künftige Tätigkeit des Verbandes gekoppelt war.12 [...] Die dabei geführten Gespräche dienten der Vorbereitung der großen, außerordentlichen Tagung der „Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge“, die am 8. Februar 1915 im Reichstagsgebäude stattfand. Ihre Ergebnisse sollten maßgeblich werden für die nach und nach, zunächst dezentral organisierte „Krüppelfürsorge“.13 Gleichermaßen aufbauend auf den Vorkriegserfahrungen der in 138 Heimen organisierten „Krüppelfürsorge", die sich im wesentlichen der Aufgabe gewidmet hatte, „durch orthopädischchirurgische Behandlung, Erziehung und Handwerkslehre krüppelhafte Kinder erwerbsfähig zu machen", wie auf eine über 25jährige Gutachtertätigkeit vieler Arzte im Rahmen der Arbeiterversicherungsgesetzgebung, schienen die besten Voraussetzungen gegeben, das „Problem" in den Griff zu bekommen.14 Die Leitsätze der künftigen Arbeit hatte Biesalski freilich schon im Anschluß an seine Rundreise in der „Täglichen Rundschau" der Öffentlichkeit vorgestellt:


10 K. Biesalski, Die ethische und wirtschaftliche Bedeutung der Kriegskrüppelfürsorge und ihre Organisation im Zusammenhang mit der gesamten Kriegshilfe. Vortrag im Rahmen der Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge im Sitzungssaal des Reichstags gehalten am 13.l.1915, Leipzig, Hamburg 1915. (Beilage zur Zeitschrift für Krüppelfürsorge, 8, 1915/16), S. 3f. Biesalski, Direktor und leitender Arzt des Oscar-Helene-Heims für Heilung und Erziehung gebrechlicher Kinder in Berlin, war in leitender Funktion in der „Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge“ und der „Deutschen Orthopädischen Gesellschaft“ tätig; er war Mitherausgeber der „Zeitschrift für Krüppelfürsorge“, deren Kriegsjahrgänge u. a. für diesen Beitrag ausgewertet wurden. Zu den Gesamtzahlen der Opfer — nach dem Krieg ging man von ca. 2,7 Millionen physisch wie psychisch Verstümmelter aus - vgl.: Sanitätsbericht über das deutsche Heer (deutsches Feld- und Besatzungsheer) im Weltkriege 1914-18, bearb. in der Heeres-Sanitätsinspektion des Reichswehrministeriums, Bd. 3: Die Krankenbewegung bei dem deutschen Feld- und Besatzungsheer im Weltkriege 1914-1918, Berlin 1934. Zum Vergleich: nach dem Krieg von 1870/71 wurden 42 660 Kriegsinvalide gezählt; vgl.: B. Laqueur, Kriegsverletzungen und Seelenleben mit besonderer Berücksichtigung der sogenannten Entartungsfrage, in: Zeitschrift für Krüppelfürsorge (künftig: ZfK), 8 (1915/16), S. 247-255, hier S. 253.

11 Vgl. dazu nach wie vor am anschaulichsten: Zensurbuch für die deutsche Presse 1917, vollständig abgedruckt in: Pressekonzentration und Zensurpraxis im Ersten Weltkrieg, hrsg. von H. D. Fischer, Berlin 1973, S. 194-275.

12 Vgl.: Die bisherige Entwicklung der Kriegskrüppelfürsorge, in: ZfK, 8 (1915/16), S. 1-3.

13 Vgl.: Die Regelung der Fürsorge für Kriegsbeschädigte in Brandenburg, Westfalen und Bayern, in: Der Arbeitsnachweis in Deutschland. Zeitschrift des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise, 2 (1914/15), S. 101-106; s. auch: Whalen, Bitter wounds, S. 83ff.

14 Vgl.: K. Biesalski, „Krüppel?", in: ZfK, 7 (1914/15), S. 88-90. In diesem Artikel setzt sich Biesalski mit dem Begriff „Krüppel" und seinen negativen Konnotationen in der Öffentlichkeit auseinander. Bemerkenswerterweise hält er an dem Begriff fest, „weil es unzweideutig das bezeichnet, was man meint" (S. 88). Zudem habe man es eben bei der „Kriegskrüppelfürsorge" mit einem Nachfolger der „Kinderkrüppelfürsorge" zu tun, der Begriff sei also quasi eingeführt. Erst nach und nach setzte sich, gegen den Widerstand Biesalskis, der bereits im militärischen Mannschaftsversorgungsgesetz gebräuchliche Begriff „Kriegsverstümmelter" durch bzw. der schon im Dezember vom Heidelberger Oberbürgermeister Walz geprägte Begriff „Kriegsbeschädigter" oder „Kriegsinvalide". Zur Vorkriegsfürsorge vgl.: K. Biesalski, Umfang und Art des jugendlichen Krüppeltums und der Krüppelfürsorge in Deutschland, Leipzig, Hamburg 1909. Zum Sozialversicherungssystem vgl. den Überblick von G. A. Ritter, Sozialversicherung in Deutschland und England. Entstehung und Grundzüge im Vergleich, München 1983.

Anmerkungen

Der Hinweis auf die eigentliche Quelle ist minimal. Art und Umfang der Übernahmen, welche inklusive der umfangreichen Fußnoten erfolgen, sind nicht gekennzeichnet. In weiten Teilen herrscht wörtliche Übereinstimmung mit der Vorlage.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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