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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 291 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-20 17:57:47 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Uricchio 1997

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 291, Zeilen: 1-19
Quelle: Uricchio 1997‎
Seite(n): 48, 49, 50, Zeilen: 48:32-40; 49:13-15.18-22.35-39; 50:4-7
[Indem der Zuschauer] einen privilegierten Blickpunkt einnehmen kann sowie durch die Verflechtung mit anderen Darstellungen, wird das Bild tatsächlich zu einem Surrogat der „Wirklichkeit“. Durch den visuellen Zugang zum Ereignis und dessen kulturelle Bewertung wird das Abbild bedeutsamer als das ablaufende Geschehen. Ein solches Phänomen war vor dem Film unvorstellbar. Die actualité als mediales Ereignis schließt die Vorstellung einer ,intensiveren' und ,gesteigerten' Teilhabe an einem Geschehen mit ein, sie gewährt sogar einen besseren Zugang als die eigene physische Präsenz.85

Die Filmemacher strebten danach, die Spanne zwischen Produktion und Vorführung zu verkürzen. Sie versuchten mit der Erfahrung neuer zeitlicher Formen zu arbeiten, um das Gefühl von „liveness“ und Gegenwärtigkeit hervorzurufen. Die actualité konnte sogar zum Ersatz oder zur Steigerung des profilmischen Geschehens werden und damit zu einer Art medialem Ereignis aufsteigen.86 Das ,Aktuelle' war hinsichtlich seiner momentanen Bedeutung und Zugänglichkeit das ,Naheliegende'. Es brachte Phänomene ins Spiel, wie zeitlich-räumliche Ausdehnung (Präsenz), Sensation und Empfindung (Schock der Zeit) und Simulation.87 Gründe für den Wandel im Bereich der actualité waren wie bei der Wochenschau geregelte Vertriebsmuster und wie später beim Fernsehen die technologische Möglichkeit zur ,Unmittelbarkeit'.


85 Vgl. Uricchio: Aktualitäten als Bilder der Zeit, in: KINtop 6, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1997, S. 48.

86 Vgl. ebd., S. 49.

87 Ebd., S. 49f.

[Seite 48]

Indem der Zuschauer hier einen privilegierten Blickpunkt einnehmen kann sowie durch die Verflechtung mit anderen Darstellungen wird das Bild tatsächlich zu einem Surrogat der >Wirklichkeit<. Sowohl durch den visuellen Zugang zum Ereignis als auch über die kulturelle Positionierung wird das Abbild bedeutsamer als das dargestellte Geschehen selbst. Ein solches Phänomen ist vor dem Film unvorstellbar. Die actualité als mediales Ereignis schließt die Vorstellung einer >intensiveren< und >gesteigerten< Teilhabe an einem Geschehen mit ein. Sie gewährt einen besseren Zugang als die physische Präsenz vor Ort.

[Seite 49]

Es gibt auf der einen Seite Belege dafür, daß es eine Art Verlangen nach Gleichzeitigkeit gab und die Filmemacher danach strebten, die Spanne zwischen Produktion und Vorführung zu verkürzen. [...] Auf der anderen Seite gab es die Tendenz, mit der Erfahrung neuer zeitlicher Formen zu arbeiten, sowie die Versuche, das Gefühl von liveness und Gegenwärtigkeit hervorzurufen. Die actualité konnte sogar zum Ersatz oder zur Steigerung des profilmischen Geschehens werden und damit zu einer Art medialem Ereignis aufsteigen. [...]

[...] Das >Aktuelle<, das hinsichtlich seiner momentanen Bedeutung wie seiner Zugänglichkeit >Naheliegende<, bringt Phänomene wie seine zeitlich-räumliche Ausdehnung (>Präsenz<), Sensation und Empfindung (der Schock der Zeit) und Simulation (die actualité führt zu Verschiebungen des >Realen<) ins Spiel.

[Seite 50]

Geregelte Vertriebsmuster (Wochenschau) und die technologische Möglichkeit zur >Unmittelbarkeit< (Fernsehen) waren die hauptsächlichen Gründe für den Wandel im Bereich der actualité.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Uo/Fragment 291 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-20 18:04:21 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Lenk 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 291, Zeilen: 20-37
Quelle: Lenk 1997
Seite(n): 51, 57, 58, Zeilen: 51:4-6, 57:40 - 58:1-3.13-22
„Aktualitäten(film)“-Bilder beziehen sich auf ein datierbares Ereignis, dass im Unterschied zu dokumentarischen Aufnahmen, von öffentlichem Interesse ist. Actualité im Sinne der Gebrüder Pathé (Pathé Frères) verzichtet auf Datierbarkeit und bezieht sich allein auf die Wichtigkeit des Geschehens für die Öffentlichkeit. Mit der ersten öffentlichen Vorstellung der Wochenschau PATHÉ FAITS-DIVERS im März 1909 war Pathé Frères internationaler Vorreiter unter den Filmfirmen.88 Auch wenn Pathé die bedeutendste Nachrichtenproduktion unter den französischen Firmen unterhielt, so scheint diesem Zweig bis 1909 vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zugekommen zu sein. Das geringe Angebot bedingte das Desinteresse seitens der Kinobesitzer.89 Die Produktion echter Aktualitätenfilme ist nicht immer planbar und macht daher eine kontinuierliche Lieferung schwierig, die von ortsfesten Kinos (mit wöchentlich wechselndem Programm) als selbstverständlich angesehen wurde. Da das Ergebnis der Dreharbeiten ungewiss ist, ist die Herstellung risikoreich und mit hohen Unkosten verbunden, da ein bis zwei Kameramänner jeweils nur für diese Aufgabe abgestellt werden müssen. Wirtschaftlich gesehen verwundert es nicht, dass sich die im Aufbau befindliche Kinoindustrie lieber auf die „Fließband-Herstellung“ von Dramen und Komödien im Studio konzentrierte.

88 Vgl. Sabine Lenk: Der Aktualitätenfilm vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich, in: KINtop 6, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1997, S. 51-66.

89 Vgl. ebd., S. 58.

[Seite 51]

Der Aktualitätenfilm vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich

Als die Firma Pathé Frères im März 19091 ihre erste >Wochenschau< unter dem Titel Pathé Faits-Divers öffentlich vorstellt, ist sie international der Vorreiter unter den Filmfirmen:

[Seite 57]

Auch wenn Pathé (als größtes Unternehmen mit vielen Tochtergesellschaf-

[Seite 58]

ten im Ausland) die bedeutendste Nachrichtenproduktion unter den französischen Firmen unterhält, so scheint diesem Zweig doch (nach einer guten Anfangsphase) bis 1909 vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zuzukommen. [...]

[...] Ein mögliches Desinteresse seitens der Kinobesitzer wurde durch das niedrige Angebot vielleicht bedingt. Die Produktion echter Aktualitätenfilme ist unregelmäßig, nicht immer planbar51 und macht daher die von ortsfesten Kinos (mit wöchentlich wechselndem Programm) beanspruchte kontinuierliche Lieferung schwierig. Sie ist risikoreich (das Ergebnis der Dreharbeiten ist ungewiß), teilweise mit hohen Unkosten verbunden52 und personalintensiv (ein bis zwei Kameramänner müssen jeweils nur für diese Aufgabe abgestellt werden). Wirtschaftlich gesehen verwundert es nicht, daß sich die im Aufbau befindliche Kinoindustrie lieber auf die >Fließband<-Herstellung von Dramen und Komödien im Studio konzentriert.


6 Zum Begriff >Aktualität< vgl. K.W. Wippermann, Die Entwicklung der Wochenschau in Deutschland: »Lebende Photographien« - Aus dem Wintergartenprogramm der Gebrüder Skladanowsky Berlin 1895/96, Institut für den Wissenschaftlichen Film, Göttingen 1970, S. 19-22. In unserem Zusammenhang verstehen wir unter >Aktualität(enfilm)< Bilder eines datierbaren Ereignisses von öffentlichem Interesse, um sie von der dokumentarischen Aufnahme zu unterscheiden. Actualité im Sinne von Pathé Frères verzichtet auf die Datierbarkeit und bezieht sich allein auf die Wichtigkeit des Geschehens für die Öffentlichkeit. Vgl. hierzu den Beitrag von Eglantine Monsaingeon in den Akten des Domitor-Kolloquiums 1996 in Paris (in Vorbereitung). Gaumont nennt seine Bilder scènes officielles (vgl. Projections parlantes, Etablissements Gaumont, o.O., o.J. [Paris 1908], S. 76).

[...]

52 Aus diesem Grund verlangte Pathé wohl für die Aktualitäten des PATHÉ-JOURNAL fast den doppelten Meterpreis (40 statt 25 Centimes für >normale< Filme) (vgl. René Jeanne/Charles Ford, Le cinéma et la presse 1895-1960, Armand Colin, Paris 1961, S. 188).

53 Zum Konzessionssystem und zur Umstellung der Vertriebsform vgl. Meusy (wie Anm. 1), S. 176-182.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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