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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 295 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-20 17:56:11 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Lenk 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 295, Zeilen: 1-19, 101-103
Quelle: Lenk 1997
Seite(n): 61-62, Zeilen: 61:35-40 - 62:1-2.16-25.33-40
Gelobt wurde die direkte Vermittlung des Geschehens ohne Zwischenschaltung eines Dritten, d.h. eines das Ereignis verfälschenden Reporters. Das Objektiv als technisches Instrument hatte keine politischen Interessen und garantierte deshalb eine objektive, unparteiische und emotionslose Darstellung. Die Kamera überraschte die Menschen bei ihren Handlungen, ging also indiskreter vor und enthüllte auf diese Weise mehr als der Zeitungsreporter, dem die Befragten nur die genehmen Seiten darboten.

Der bereits vor der Jahrhundertwende vorhandene Gedanke, den Kinematographen als Geschichtsschreiber einzusetzen und mit seiner Hilfe bedeutende Szenen für die Nachwelt festzuhalten100, spielte bei der Wahl der Themen ebenfalls eine Rolle. Da das Filmmaterial teuer war, die Negative waren nur 20 Meter lang und dauerten knapp eine Minute, musste man sich auf die attraktivsten Momente der Ereignisse konzentrieren. Die Artikel der Tagespresse weckten das Interesse des Publikums und ließen die Aktualitätenfilme zur Attraktion werden. Da Wochenschau-Operateure stets unter Zeitdruck standen, konnten sie vor 1914 keine eigene Bildsprache entwickeln. Verglichen mit der Technik des dokumentarischen Films vor dem Ersten Weltkrieg stellte dies einen Rückschritt dar. Doch bedeutete die Einführung der Wochenschau die Institutionalisierung der kinematographischen Aktualitäten als unverzichtbarem Bestandteil des Kinoprogramms.101


100 Vgl. die Bemühungen Albert Kahns und der Archives de la Planète (ab 1909/10). Schließlich war eine der ersten Reaktionen auf das neue Medium die Beobachtung, man könne in Zukunft seine Angehörigen dank des Films wiedersehen.

101 Vg. Lenk: Aktualitätenfilm in Frankreich, in: KINtop 6, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1997, S. 62.

[Seite 61]

Gelobt wird die direkte Vermittlung des Geschehens, da sie - wie die Presse glaubhaft machen will - ohne Zwischenschaltung eines Dritten, d.h. eines das Ereignis verfälschenden Reporters erfolge; das Objektiv als technisches Instrument habe keine politischen Interessen und garantiere deshalb eine objektive, unparteiische, emotionslose Darstellung, wird mehrfach betont. Die Kamera überrasche die Menschen bei ihren Handlungen, gehe also

[Seite 62]

indiskreter vor und enthülle auf diese Weise mehr als der Zeitungsreporter, dem die Befragten nur die genehmen Seiten zeigten. [...]

[...]

[...] Der bereits vor der Jahrhundertwende verbreitete Gedanke, den Kinematographen als Geschichtsschreiber einzusetzen und mit seiner Hilfe bedeutende Szenen für die Nachwelt festzuhalten,84 spielte vermutlich bei der Wahl der Themen auch eine Rolle. Zudem war das Filmmaterial teuer, die Negative nur 20 Meter, d.h. knapp eine Minute lang; man mußte sich daher auf die attraktivsten Momente der Ereignisse konzentrieren, die auch die schreibenden, zeichnenden und fotografierenden Journalisten abdeckten. Die Artikel der Tagespresse stimulierten das Interesse des Publikums und ließen die Aktualitätenfilme gewissermaßen zur Attraktion unter den restlichen dokumentarischen Szenen werden.

[...] Kino-Operateure, nur noch für die kurzen, häufig nur eine Minute dauernden Ansichten zuständig - was sich zwangsläufig auf die ästhetische Qualität auswirkte -, oft unter Zeitdruck drehend, konnten vor 1914 keine eigene Bildsprache für ihre Filme entwickeln.85 Verglichen mit der entwickelten Technik des dokumentarischen Films vor dem Ersten Weltkrieg stellte dies einen Rückschritt dar. Doch bedeutete die Einführung der Wochenschau die Institutionalisierung der kinematographischen Aktualitäten, die in der Folge zum unverzichtbaren Bestandteil des Kinoprogramms wurden.


84 Vgl. die Ideen des Lyon-Républicain (1896), von Boleslas Matuszewski (1898) (vgl. Lenk (wie Anm. 17), S. 344f), der Stadt Paris (Phono-Ciné-Gazette, 15.12.1906, S. 471) sowie die Bemühungen Albert Kahns und der Archives de la Planète (ab 1909/10). Schließlich war eine der ersten Reaktionen auf das neue Medium die Beobachtung, man könne in Zukunft seine verstorbenen Angehörigen dank des Films wiedersehen.

85 Die im Nederlands Filmmuseum aufbewahrten PATHÉ-JOURNAL-Szenen bestehen aus Panorama-Aufnahmen und Schwenks. Wir danken Daan Hertogs, Paul Küsters und ihren Kollegen für die freundliche Unterstützung.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130920175651

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