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Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm

von Dr. Ulrike Oppelt

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Uo/Fragment 342 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 06:53:45 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kaulbach 1987, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 342, Zeilen: 1-18
Quelle: Kaulbach 1987
Seite(n): 11, Zeilen: 3-7, 14-32, 37-43
[Eine Metapher ist ein verkürzter Vergleich, dessen Aussage nicht wörtlich ausgeführt, sondern in eine] anschauliche Zusammenfassung übertragen wird. Mit einer Metapher wird nicht zum Vergleich aufgefordert, sondern das direkt übertragene Bild angeboten. Metaphern sagen selbst nichts, „was nicht auch in theoretisch-begrifflicher Weise dargestellt werden könnte.“172 Im Hinblick auf die Karikatur erweist sich diese Auffassung jedoch als unzureichend. Erst wenn die Metaphorik als „eine authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen“ gesehen wird, können Metaphern für die Verständigung über Probleme etwas leisten, was über theoretische Erörterungen hinausgeht. Metaphern sind nicht gleichbleibend gültig und nutzbar, ihre Geschichte verweist auf die historische Bedeutung und die Veränderung von Vorstellungen und Denkmustern.173 Die Vorzüge der Metapher sind Anschaulichkeit, Vereinfachung, Eindeutigkeit und Sinnfälligkeit. Ihr Gebrauch bewirkt die Übertragung eines Gefühlswertes auf einen Sachverhalt. Etwas Neues wird auf eine gemachte Erfahrung zurückgeführt. Insbesondere Regierungen versuchen, durch Sprachregelungen verbindliche Metaphern und Deutungsmuster festzulegen, um mit einer eingängigen Zusammenfassung der Bedrohungsängste die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung an ihre Politik zu binden.174 In Metaphern werden auch historische Erfahrungen auf gegenwärtige Probleme übertragen.

172 Hans Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie (Archiv für Begriffsgeschichte, Bd. 6), Bonn 1960, S. 8.

173 Vgl. Kaulbach: Bombe und Kanone, 1987, S. 11.

174 Ebd.

Unter einer Metapher wird allgemein ein verkürzter Vergleich verstanden: eine Aussage wird nicht wörtlich ausgeführt, sondern in eine anschauliche Zusammenfassung übertragen. Daraus entsteht kein vollständiges Gleichnis, weil mit einer Metapher nicht zum Vergleich aufgefordert, sondern das übertragene Bild direkt angeboten wird. [...]

[...] Metaphern sagen selbst nichts, „was nicht auch in theoretisch-begrifflicher Weise dargestellt werden könnte."4 Im Blick auf die Karikatur erweist sich diese Auffassung jedoch als unzureichend. Erst wenn die Metaphorik als „eine authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen", als eigene Art des Versuchs, Wahrnehmungen und Erfahrungen zu begreifen5, bestimmt wird, läßt sich ein Ansatz für die Untersuchung finden. Dieser Ansatz gründet daher auf den beiden Überlegungen, daß zum einen Metaphern für die Verständigung über Probleme etwas leisten, das über die theoretische Erörterung hinausgeht. Zum anderen sind Metaphern nicht gleichbleibend gültig und nutzbar; sie haben eine Geschichte, die auf die historische Bedeutung von Vorstellungen und Denkmustern und deren Veränderung verweist.

Als besondere Vorzüge von Metaphern werden meist Anschaulichkeit, Vereinfachung, Eindeutigkeit und Sinnfälligkeit genannt. Der Gebrauch einer Metapher bewirkt die Übertragung eines Gefühlswertes auf einen Sachverhalt, führt etwas Neues auf eine Erfahrung zurück „und suggeriert, alle wüßten doch schon längst, was man damit meint".6 [...] Insbesondere Regierungen versuchen, durch Sprachregelungen verbindliche Metaphern und Deutungsmuster festzulegen, um mit einer eingängigen Zusammenfassung der Bedrohungsängste die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung an ihre Politik zu binden.7

Hier schließt die zweite Überlegung an: In Metaphern werden auch historische Erfahrungen auf gegenwärtige Probleme übertragen.


4 Blumenberg 1960, S. 8; ebenso Weinrich 1980, Sp. 1182; Nieraad 1977, S. 11 ff.

5 Blumenberg 1979, S. 77. [...]

6 Blumenberg 1971, S. 192. Vgl. Blumenberg 1979, S. 81: [...]

7 Über Metaphern als politische Sprachregelungen vgl. L. Röhrich, Gebärde-Metapher-Parodie. Düsseldorf 1967, S. 37 f., und Murray Edelman, Politik als Ritual. Die symbolische Funktion staatlicher Institionen und staatlichen Handelns. Frankfurt/M. 1976, S. 146-154.

Zur Kommunikationssituation über Rüstung vgl. die bei Schumann 1979, S. 85-88 dargestellte Position der politischen Elite gegenüber den Bürgern/Zeitungslesern: höherer Status und Machtbefugnisse, Informationsvorsprung, elaborierter Code und fehlender Rücklauf. Auf der Seite der Untertanen entspricht dem die allgemeine Empfindung einer fundamentalen Ohnmachtssituation im Alltagsbewußtsein, untersucht von Volmberg u.a. 1983, S. 18 f., 33 f. - Zur Kritik der Friedensforschung an Spachregelungen vgl. z.B. Guha 1980 und Gantzel 1982.


Blumenberg 1960:
Hans Blumenberg, Paradigmen zu einer Metaphorologie. In: Archiv für Begriffsgeschichte Bd. 6,1960, S. 7-142 (auch separat: Bonn 1960)

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Uo/Fragment 342 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-16 21:39:38 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kaulbach 1987, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 342, Zeilen: 19-38
Quelle: Kaulbach 1987
Seite(n): 12, 13, 55, Zeilen: 12:23-42; 13:6-7; 55:6-8.10-17
Eine auf Striche reduzierte Zeichnung kann beim Betrachter eine Reaktion auf das Dargestellte auslösen, die der Reaktion auf die Wirklichkeit entspricht. Gesichtsausdruck, Bewegungen, Größenverhältnisse oder Gegensätze gehören zu den allgemeinverständlichen Formen. Werden sie gezeichnet wiedergeben, reagieren wir ebenso intuitiv und unmittelbar wie auf den Ausdruck von Lebewesen in unserer Umwelt. Jede riesige dunkle Gestalt ist selbstverständlich schreckenerregend und „böse“.175 Auch in ihren Motiven, Themen, Inhalten arbeitet die Karikatur mit Verkürzungen und Verdichtungen: Begriffe werden personifiziert, komplexe Ereignisse und Vorgänge in alltägliche Szenen übersetzt, unbekannte und bedrohliche Erscheinungen in vertraute Situationen gekleidet. Die Karikatur nutzt sprachliche Metaphern, Redensarten, bekannte Phrasen. Sie setzt Bestandteile der Realität untereinander oder mit Elementen ihrer eigenen Motivtradition in neue Metaphern oder in bekannte Bildmuster und Vorstellungskonventionen um.176 Als Bildmotive gehören Bombe und Kanone politisch und psychologisch zusammen. Zu den häufigsten Problemdarstellungen in der Kriegskarikatur gehören Menschen und Waffen, die von der sichtbaren Wirklichkeit abweichen. Menschliche Eigenschaften werden auf die Waffen verlagert, die Mechanisierung des menschlichen Körpers wird bis zur Identifikation mit den Kriegsmaschinen angeglichen und mit den Merkmalen lebender Wesen ausgestattet bis hin zu ihrer Verselbständigung.177

175 Vgl. Ernst H. Gombrich/ Julian Hochberg/ M. Black: Kunst, Wahrnehmung, Wirklichkeit, Frankfurt/M. 1977, S. 106 ff.

176 Vgl. Kaulbach: Bombe und Kanone, 1987, S. 12.

177 Vgl. ebd., S. 55.

[Seite 12]

In der Bildform geschieht dies durch konventionelle, „natürliche Metaphern": selbst eine auf Striche reduzierte Zeichnung kann bei den Betrachtern eine Reaktion auf das Dargestellte auslösen, die der Reaktion auf die Wirklichkeit entspricht. Gesichtsausdruck, Bewegungen, Größenverhältnisse oder Gegensätze gehören zu den allgemeinverständlichsten Erscheinungen. Auf Formen, die sie gezeichnet wiedergeben, reagieren wir „ebenso intuitiv und unmittelbar wie auf den Ausdruck von Lebewesen in unserer Umwelt. Jede riesige dunkle Gestalt ist selbstverständlich schreckenerregend und 'böse'".12

Auch in ihren Motiven, Themen, Inhalten arbeitet die Karikatur mit Verkürzungen und Verdichtungen: Begriffe werden personifiziert, komplexe Ereignisse und Vorgänge in alltägliche Szenen übersetzt, unbekannte und bedrohliche Erscheinungen in vertraute Situationen gekleidet. Einzelne Bildbestandteile entsprechen nicht der sichtbaren Wirklichkeit, doch ihre Zusammensetzung kann als Realität nach eigenen Gesetzen zur verständlichen Deutung der Wirklichkeit dienen. Die Karikatur nutzt sprachliche Metaphern, Redensarten, bekannte Phrasen, setzt Bestandteile der Realität untereinander oder mit Elementen ihrer eigenen Motivtradition in neue Metaphern oder in bekannte Bildmuster und Vorstellungskonventionen um.13

[Seite 13]

Als Bildmotive sind Bombe und Kanone politisch und psychologisch motiviert.

[Seite 55]

Zusammenstellungen von Menschen und Waffen, die von der sichtbaren Wirklichkeit abweichen, gehören zu den häufigsten Problemverdichtungen in der Kriegs- und Rüstungskarikatur. [...] Menschliche Eigenschaften werden vielmehr auf die Waffen verlagert. Dies geschieht

- einerseits durch die Angleichung der Menschendarstellung an die Waffen, die Mechanisierung des menschlichen Körpers bis zur Identifikationmit Kriegsmaschinen;

- und andererseits durch die Angleichung der Waffen an den Menschen, ihre Ausstattung mit den Merkmalen lebender Wesen bis hin zu ihrer Verselbständigung.


12 Gombrich, Arsenal, S. 242. Das ist das von Gombrich so genannte und mehrfach beschriebene „Toepffer'sche Gesetz" der äquivalenten Reaktion auf Ausdruckszeichen in Realität und Bild: Durch zeichnerisches Experiment entwickelt werden kann ein „Mindestmaß an Kennzeichen, die notwendig sind, damit wir, sei es im Leben oder auf Bildern, einen Ausdruck verstehen und auf ihn ansprechen." So entstehen „Äquivalenzen oder Entsprechungen, die es uns ermöglichen, die Realität als ein Bild und ein Bild als Realität zu sehen. Dabei ist es wesentlich, daß diese Äquivalenz nicht so sehr auf einer Übereinstimmung der einzelnen Elemente beruht, als auf der Gleichheit unserer Reaktionen auf gewisse Relationen und Verhältnisse, selbst wenn ihre Elemente nicht identisch sind." Gombrich 1967, S. 379, 383. - Darin liegt der „Grundsatz, wonach jeder Figur, die wir als Gesicht deuten können, auch wenn sie noch so schlecht gezeichnet ist, ipso facto einen entsprechenden Ausdruck und Individualität besitzt." E. H. Gombrich, Maske und Gesicht in: Gombrich/Hochberg/Black, Kunst, Wahrnehmung, Wirklichkeit. Frankfurt/M. 1977, S. 34; vgl. dort S. 106 ff. [...]

13 Grundlegend ist hierzu die Übersicht über die 'Bildsprache' der Karikatur bei Metraux 1966, S. 115-155; vgl. Gombrich, Arsenal, S. 225-241; Kruszynski 1978, S. 57 ff., Grünewald 1979, S. 88 ff., Holsten 1976, S. 87 f.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130919065521

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