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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 3-18
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 35, 36, Zeilen: 35:2-12; 36:1-2, 12-17, 21-24
Während der Dokumentarfilm in der deutschen Geschichtswissenschaft erst seit Ende der achtziger Jahre als Quelle generelle Akzeptanz findet, haben Historiker des französischen und angloamerikanischen Sprachraums bereits historische Spielfilme zur Forschung herangezogen. Hierbei dominieren zwei Fragestellungen: einerseits die nach dem Quellenwert für die Geschichte der Zeit, in der der Film konzipiert, gedreht und gezeigt wurde; andererseits danach, inwieweit das im Film präsentierte Ereignis im Sinne der Historie objektiv und wahrheitsgemäß dargestellt ist. Im Vergleich hierzu wird dem Spielfilm als Untersuchungsgegenstand in Deutschland nur eine marginale Rolle zugestanden (Margit Szöllösi-Janze). Erst 1991 beschäftigen sich deutsche Historiker mit dem Problem filmischer Geschichtsvermittlung.12 Der in der Gegenwart seiner Entstehungszeit spielende Film liefert Informationen über den Alltag, die Mode, die Verhaltensweisen etc. eben dieser Zeit, die oft umso korrekter sind, wenn sie eher beiläufig und unbewusst gegeben werden. Ebenso lässt die Analyse der Kamera­führung, der Filmmusik, des gesprochenen Kommentars, der Montage etc. Rück­schlüsse auf das Alltagsgeschehen und dessen Bewältigung zu.

12 Vgl. Rainer Rother: Bilder schreiben Geschichte: Der Historiker im Kino, Berlin 1991.

[S. 35, 2-12]

Während der Dokumentarfilm in der deutschen Geschichtswissen­schaft erst seit Anfang der siebziger Jahre als Quelle generelle Akzeptanz findet, ziehen zahlreiche Historiker des französischen und englisch-amerikanischen Sprachraums — wo die Analyse von Dokumentarfilmen bereits seit mehreren Jahrzehnten ihren Platz in der Geschichtswissen­schaft gefunden hat — inzwischen auch historische Spielfilme zur For­schung heran. Hierbei dominieren zwei grundsätzliche Fragestellungen: einerseits die nach dem Quellenwert des Films für die Geschichte der Zeit, in der er konzipiert, gedreht und gezeigt wurde; andererseits, inwieweit das im Film präsentierte Ereignis im Sinne der Historie objektiv und richtig dargestellt ist.61

[S. 36, 1-2]
In Deutschland besitzt hingegen der Spielfilm als historischer Unter­suchungsgegenstand eine marginale Rolle.67

[S. 36, 12-17]
„So liefert etwa der nicht-historische, also in der Gegenwart seiner Entstehungszeit spielende Film Informationen über den Alltag, die Mode, Verhaltensweisen etc. der damaligen Vergangenheit. Diese Informationen sind oft um so korrekter, wenn sie eher beiläufig und sozusagen unbewußt gegeben werden.“70

[S. 36, 21-24]
„Durch die Analyse der Kameraführung, der Filmmusik, des gesprochenen Kommentars, der Montage etc. lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die Rückschlüsse auf das Handeln und Leiden des ,anonymen' Menschens erlauben. [...][“71]


61 Vgl. Bernd Hey: Geschichte im Spielfilm. Grundsätzliches und ein Beispiel: der Western, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 1 (1988), S. 17—33.

67 Vgl. Szöllösi-Janze (wie Anm. 17), S. 308 f.

70 Hey (wie Anm. 61), S. 320 f.

[71 Bucher, Die Bedeutung des Films als historische Quelle (wie Anm. 68), S. 321.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quellen, weder Gröschl noch Hey oder Bucher werden erwähnt.

Sichter
(Sotho Tal Ker), Agrippina1

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