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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 10-32, 105-110
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 8, 10, 11, 12, Zeilen: 8:2-17; 10:12-15.19-24; 11:14-23.113-120; 12:1-9
Während die Geschichte der unmittelbar in den Ersten Weltkrieg involvierten Mächte in einer unüberschaubaren Flut von Veröffentlichungen ihren Niederschlag gefunden hat, sind die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den neutralen Staaten Europas weitaus weniger aufmerksam betrachtet worden. Berlin versprach sich von der Einflussnahme auf die neutralen Länder politischen, strategischen und wirtschaftlichen Nutzen. Von den bis zum Kriegsende neutralen Staaten Europas waren bei den unmittelbaren Nachbarn Holland, Dänemark und der Schweiz hierfür naturgemäß die besten Voraussetzungen gegeben. Schwieriger gestaltete sich dieses bei Schweden, Norwegen und Spanien. In jüngerer Zeit gab es Arbeiten, die nicht nur Struktur und Strategie staatlicher Presselenkung beleuchteten, sondern diese Erkenntnisse auch in die Analyse allgemeiner politischer Ereignisse und Entwicklungen einbezogen, um größere geschichtliche Zusammenhänge in einem neuem Lichte erscheinen zu lassen.91 Welchen großen Quellenwert archivierte Zeitungsausgaben besitzen, und in welch hohem Maße ihre Analyse die traditionelle Auswertung des politisch-diplomatischen Aktenmaterials ergänzt, zeigen bereits Studien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Einwirkung der Zeitung auf die politische Auseinandersetzung nachzuspüren und das geheime Beziehungsgeflecht der Presse zu den staatlichen Stellen während des Ersten Weltkriegs in Betracht zu ziehen, leisten beispielsweise die Tagebücher des Theodor Wolff.92 Während die staatliche Beeinflussung der Presse die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaft auf sich gezogen hat, hat die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges erst in jüngster Zeit Beachtung gefunden. Allerdings beschäftigten sich einige Publizi[sten bereits oberflächlich mit diesem Phänomen und zeichneten, teilweise aus ganz persönlicher Sicht, das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen bis in seine feinen Verästelungen nach.]

91 Kurt Koszyk: Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, Düsseldorf 1968; Deist: Flottenpolitik und Flottenpropaganda, 1976; Heinz Alfred Gemeinhardt: Deutsche und österreichische Pressepolitik während der Bosnischen Krise 1908/09 (Historische Studien, H. 437), Husum 1980; Martin Creutz: Die Pressepolitik der kaiserlichen Regierung während des Ersten Weltkriegs. Die Exekutive, die Journalisten und der Teufelskreis der Berichterstattung (Europ. Hochschulschriften, R. 3, Bd. 704), Frankfurt/M. u.a. 1996.

92 Bernd Sösemann: Theodor Wolff, Tagebücher 1914-1919. Der Erste Weltkrieg und die Entstehung der Weimarer Republik in Tagebüchern, Leitartikeln und Briefen des Chefredakteurs am „Berliner Tageblatt“ und Mitbegründers der „Deutschen Demokratischen Partei“ (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts, Bde. 54/ I+II), Boppard/Rh. 1984.

[Seite 8]

1. Einleitung

Während die Geschichte der unmittelbar in den Ersten Weltkrieg involvierten Mächte in einer schier unüberschaubaren Flut von Veröffentlichungen ihren Niederschlag gefunden hat, sind die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den neutralen Staaten in Europa von der Forschung weitaus weniger aufmerksam betrachtet worden. Gleichwohl waren diese von größerer Bedeutung, als dies der Forschungsstand widerspiegelt. Berlin versprach sich von der Einflußnahme auf die neutralen Länder sowohl politischen als auch strategischen sowie wirtschaftlichen Nutzen. Von den sechs größeren Staaten Europas, die bis zum Kriegsende neutral blieben, waren dafür bei den unmittelbaren Nachbarn Holland, Dänemark und der Schweiz naturgemäß die besten Voraussetzungen gegeben. Schwieriger gestaltete sich dies schon bei Schweden und Norwegen. Spanien hingegen liegt nicht nur geographisch am weitesten von Deutschland entfernt, sondern sah sich auch insbesondere nach dem portugiesischen Kriegseintritt im März 1916 gänzlich von Ententemächten umgeben. Dennoch war das südwesteuropäische Land nicht nur für die Alliierten, sondern auch für die Mittelmächte von großer Bedeutung.

[Seite 10]

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Geschichtswissenschaft zu erkennen, welch großen Quellenwert archivierte Zeitungsausgaben besitzen und in welch hohem Maße ihre Analyse die traditionelle Auswertung des politisch-diplomatischen Aktenmaterials ergänzen kann.3 [...] Wenngleich sie einen oft instruktiven Querschnitt durch verschiedene Facetten der öffentlichen Meinung bieten, sind sie für die propagandageschichtlich orientierte Forschung insofern von geringem Nutzen, als sie das geheime Beziehungsgeflecht der Presse zu den staatlichen Stellen nicht in die Betrachtung einbeziehen und es versäumen, der Wirkung der Zeitung auf die politische Auseinandersetzung nachzuspüren.4

[Seite 11]

In jüngerer Zeit kam eine Reihe von Arbeiten hinzu, die insofern über diese Fragestellung hinausgehen, als sie nicht nur Struktur und Strategie staatlicher Presselenkung beleuchten, sondern diese Erkenntnisse auch in die Analyse allgemeiner politischer Ereignisse und Entwicklungen einbeziehen und damit größere geschichtliche Zusammenhänge in neuem Lichte erscheinen lassen. Drei der diesem Ansatz verpflichteten Untersuchungen seien hier hervorgehoben: Wilhelm Deists Standardwerk „Flottenpolitik und Flottenpropaganda“, Kurt Koszyks Studie „Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg“ und Heinz Alfred Gemeinhardts Buch „Deutsche und österreichische Pressepolitik während der bosnischen Krise 1908/9“.7

[Seite 12]

Während die staatliche Beeinflussung der Presse im allgemeinen somit inzwischen auf eine breitere Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft gestoßen ist, hat die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges im besonderen erst in jüngster Zeit Beachtung in der Forschung gefunden. Wohl beschäftigten sich bereits einige Publizisten in naturgemäß noch oberflächlicher Weise mit diesem Phänomen und zeichneten dabei - teilweise auch aus der persönlichen Innensicht - immerhin das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen so detailliert bis in seine feinen Verästelungen nach, wie es allein mit Hilfe der überlieferten amtlichen Quellen heute nicht mehr möglich wäre.


7 Wilhelm Deist, Flottenpolitik und Flottenpropaganda. Das Nachrichtenbureau des Reichsmarineamtes 1897-1914 (Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte, Bd. 17), Stuttgart 1976; Kurt Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, Düsseldorf 1968; Heinz Alfred Gemeinhardt, Deutsche und österreichische Pressepolitik während der Bosnischen Krise 1908/09 (Historische Studien, H. 437), Husum 1980. Nach Drucklegung der vorliegenden Studie erschien: Martin Creutz, Die Pressepolitik der kaiserlichen Regierung während des Ersten Weltkriegs. Die Exekutive, die Journalisten und der Teufelskreis der Berichterstattung (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 704), Frankfurt a.M. u.a. 1996. Creutz’ neue Erkenntnisse berühren zwar das 5. Kapitel der vorliegenden Arbeit („Die Institutionen der deutschen Auslandspropaganda“), doch konzentriert sich der Autor nahezu ausschließlich auf die deutsche Inlandspropaganda.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Bei der Darstellung des "Forschungskontext"s greift Uo auf die Einleitung der Dissertation von Albes (1996) zurück und kopiert dort vorgefundene Passagen zur Beschreibung des Forschungsstands fast unverändert in den "eigenen" Textkorpus. Einzig die starke Bezugnahme auf Spanien, welche konstituierend für die Albes'schen Untersuchungen ist, wird "zurückgeschrieben". Auf der nächsten Seite wird diese Vorgehensweise fortgesetzt (vgl. Uo/Fragment_050_01).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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