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Uo/Fragment 079 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 1-15, 101
Quelle: Schlüpmann 1990
Seite(n): 224, 225, 227, Zeilen: 224:49-51 - 225:1-2.41-51; 227:1-3.16-22.25-27
[Eine grundlegende Gefahr sah man in der „Trübung des Wirklichkeitssinnes“102, in der Erweckung phantastischer, durch]aus nicht unbedenklicher Vorstellungen. Es gab offensichtlich eine Lust am Ordnungswidrigen, eine Abenteuerlust, die zur Vagabondage anregte, eine Freude an sexueller Libertinage sowie nicht zuletzt auch eine Sympathie mit dem Dieb. Gefährlich war dieses nicht nur aus Gründen der Moral, sondern auch weil eine Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung entstand. Hellwig sah die primäre Gefahr in der „Sozialrevolutionären Überreizung der Phantasie“103. Da er die kapitalistische Entwicklung der Kinematographenindustrie sowie die kassenträchtige Produktion der Kinodramen nicht hemmen wollte, setzte er auf die ordnungserhaltende Wirkung der Zensur. Er rückte damit dem Begriff des ästhetischen Potentials der Kinodramen näher als die Volkserzieher, die hofften, das ganze „Genre“ wieder abschaffen zu können. Somit entstand die ästhetische Urteilskraft nicht im Freiraum der Musterbühnen, sondern in direkter Abhängigkeit von der kapitalistischen Industrie. Noch vor dem Ersten Weltkrieg begannen die Kinoreformer, das Kinodrama anzuerkennen und Überlegungen zu seiner ästhetischen Definition anzustellen.

102 Hellwig: Schundfilms, 1911, S. 41.

103 Ebd., S. 43.

[Seite 224]

Als erste und allgemeinste schädliche Wirkung der Schundfilme möchte ich anführen, daß durch sie bei zahlreichen Personen, namentlich natürlich bei Jugendlichen, aber auch bei disponierten Erwachsenen eine verderbliche

[Seite 225]

Trübung des Wirklichkeitssinnes, eine Erweckung phantastischer Vorstellungen, stattfindet, welche durchaus nicht unbedenklich ist[...]177

[...]

[...] Aus der ’Trübung’ resultiert die Lust am Ordnungswidrigen aller Art, sei es die Abenteuerlust, die zur Vagabondage anregt, die Freude an sexueller Libertinage, die Sympathie mit dem Dieb. Alle diese Lüste gelten dem Juristen jedoch nicht allein aus Gründen der Moral für gefährlich, sondern weil sie zu einer Bedrohung der herrschenden gesellschaftlichen Ordnung werden.

Hellwig stellt ausdrücklich fest, daß die Hauptfrage der Wirkung nicht ist, ob die Filme unmittelbar zur Ausführung von Verbrechen anreizen, sondern daß die primäre Gefahr in der “Sozialrevolutionären Überreizung der Phantasie”181 liegt. So kommt der Jurist, der die kapitalistische Entwicklung der Kinematographenindustrie schützen will, und daher die kassen-

[Seite 227]

trächtige Produktion der Kinodramen nicht zu stoppen gedenkt, unter allen Reformern dem Begriff des ästhetischen Potentials der Kinodramen am nächsten: [...]

[...]

[...] Aber der Jurist postulierte schon die Produktion einer ordnungserhaltenden Wirkung der Kinodramen, als die Volkserzieher noch hofften, das ganze ’Genre’ wieder abzuschaffen. Mit der Macht des Staats und des Kapitals im Rücken konnte er letztlich die Prämissen fixieren, unter denen der Einsatz ästhetischer Urteilskraft dann stattfand: nicht im Freiraum von Musterbühnen sondern in Abhängigkeit von kapitalistischer Industrie.

[...]

Die Kinoreformer gingen noch vor dem Ersten Weltkrieg schließlich dazu über, das Kinodrama anzuerkennen und Überlegungen zu seiner ästhetischen Definition anzustellen.


177 A. Hellwig, Schundfilms, a.a.O., S. 41.

181 “Worauf es uns an dieser Stelle lediglich ankommt, das ist, zu konstatieren, daß durch den häufigen Anblick der Schundfilms, und zwar nicht nur der kriminellen, wenn auch bei diesen ganz besonders, eine sozialgefährliche Überreizung der Phantasie eintritt [...]”, A. Hellwig, Schundfilms, a.a.O., S. 43.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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