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Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 1-39, 102-104
Quelle: Toeplitz 1995
Seite(n): 23-24, Zeilen: 23:2-10.12-20.22-25.29-37 - 24:1-10
Das deutsche Reich präsentierte im Vergleich mit Österreich-Ungarn ein völlig anderes Bild. Hier gab es eine Filmindustrie, die alle notwendigen Elemente für die Entwicklung bot, nämlich eine Kinokette, Produktionsgesellschaften mit stabilem Charakter und schließlich Professionelle, die in drei Branchen arbeiteten: Produktion, Vertrieb und Schauspiel. 1913 hatte Deutschland 2371 Kinos, Berlin mehr als 200. Im gleichen Jahr wurden 294 neue deutsche Spielfilme der Öffentlichkeit gezeigt: 179 Dokumentarberichte kamen auf 3 oder mehr Spulen, und 115 Kurzfilme. 31 Produktions- und Vertriebsfirmen lieferten die Filme.119 Zu dieser Statistik ist hinzuzufügen, dass mehr als zehn Filmstudios aktiv waren, mehrere kleine Ateliers in Berlin sowie zwei zu diesem Zweck gebaute Komplexe in Neubabelsberg und Tempelhof. Die Mehrzahl der vorgeführten Filme war von guter Qualität und hatte manchmal ausgezeichnete technische Standards. Dies überrascht nicht, wenn man sich an Kameramänner wie Carl Froelich oder Guido Seeber, den Bühnenbildner Hans Warm, später einer der Hauptschöpfer des Films DAS CABINET DES DR. CALIGARI, und die Filmregisseure Urban Gad, Stellan Rye, Franz Porten, Max Mack und Joe May erinnert. Ein neuer Trend zeigte sich jedoch in der Adaptation literarischer Arbeiten.120 Schon 1908 wurde eine Gesellschaft für den Gebrauch von literarischen Werken für die Kinoziele in Berlin geschaffen, und der Druck auf die Schriftsteller, mit den Filmherstellern zu kollaborieren, nahm zu. Obwohl 1912 einige Organisationen deutscher Theater-Bühnenschriftsteller das Schreiben von Filmdrehbüchern verboten hatte, fanden dennoch einige sehr bekannte Schriftsteller den Weg zum Kino. Dies war die Geburtsstunde des Autorenfilms. Als Filmautor bezeichnete man den Autor einer literarischen Arbeit, die er für das Kino bearbeitet hatte. Sein Name stand an führender Stelle in den einleitenden Titeln auf der Leinwand. Paul Lindau, der sein 1913 in München uraufgeführtes Theaterstück DER ANDERE bearbeitet hatte, war der Erste dieser deutschen Filmautoren. Albert Bassermann spielte die Titelrolle in der Filmversion. Der Film wurde am 13. Februar 1913 in Berlin im Mozartsaal gezeigt und war von geschäftlichem und künstlerischem Erfolg gekrönt.121

Die Popularität des Konzeptes der Filmautoren war auf die Kinobearbeitungen zurückzuführen, die von im Ausland bekannten Schriftstellern vorbereitet wurden: u. a. Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannstahl. Es wäre ungerecht, Max Reinhardt von dieser Liste auszuschließen, obwohl er streng genommen nicht Autor einer literarischen Arbeit war. Sein kreativer Anteil wuchs jedoch schneller als bei seinen literarischen Partnern. DIE INSEL DER SEELIGEN erinnert mit Recht an einen Film von Max Reinhardt und nicht an Albert Kahane. Hans Heinz Ewers hat nicht für das Theater geschrieben und war deshalb als Filmautor nicht bekannt. Doch er hat das Drehbuch für den besten [deutschen Film der ganzen Vorkriegsperiode geschrieben: DER STUDENT VON PRAG.]


119 Vgl. ebd., S. 23.

120 Diese Tendenz wurde durch Artikel und Studien in der Filmfachpresse unterstützt, z. B. in den einflussreichen Wochenzeitschriften Der Kinematograph, die Licht-Bild-Bühne und die Internationale Filmzeitung.

121 Vgl. Toeplitz: Before the Guns of August, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 23.

[Seite 23]

The German Empire presented quite a different image compared with Austria-Hungary. Here was a real film industry claiming all the necessary elements for development, namely a chain of cinemas, some production companies of stable character, and finally professionals working in three branches: production, distribution and exhibition. Germany counted 2371 cinemas in 1913; Berlin had more than two hundred.11 In the same year, 294 new German fiction films were shown to the public: 179 features of three reels or more, and 115 shorts. 31 production and distribution firms supplied the films.12 Let us add to these statistics that more than ten film studios were active, several small ateliers in Berlin and two purpose-built structures in Neubabelsberg and Tempelhof.

[...] Certainly, the majority of screened films could claim good, sometimes excellent technical standards. Not surprising if one remembers the skilled craftsmen working or just starting in the studios: cameramen like Carl Froelich or Guido Seeber, the set designer Hans Warm, later one of the main creators of DAS CABINET DES DR. CALIGARI, and film directors Urban Gad, Stellan Rye, Franz Porten, Max Mack and Joe May.

The new trend, however, was the adaptation of literary works. This tendency was encouraged by many articles and studies in the film press, in influential weeklies such as Der Kinematograph, LichtBildBühne and Internationale Filmzeitung. [...] However, as early as 1908 a Society for the Use of Literary Values for Cinema Aims had been created in Berlin, and the pressure put on writers to collaborate with film-makers increased in later years. When in 1912 three organizations of German playwrights forbade their members to have any contact with cinema, [...] some well-known playwrights were ready to betray their colleagues and found their way to cinema.

This was the birth of a new name, Autorenfilm or the Authors’ Film, which does not not [sic] have anything in common with the French New Wave invention. By author of a film one meant the author of a literary work who adapted it for cinema. His name had a leading place in the introductory titles on the screen. Paul Lindau, who adapted his play ‘Der Andere’ (‘The Other’), staged in Munich in 1913, was the first of these German Film Authors. Albert Bassermann played the title role in the screen version. The film was shown in the Mozartsaal in Berlin on 13 February 1913 and was crowned

[Seite 24]

with both commercial and artistic success. The popularity of the concept of The Film Authors was due to the cinema adaptations prepared by writers well known abroad, already mentioned above: Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler and Hugo von Hofmannstahl. It would be impossible to exclude from this list Max Reinhardt, though strictly speaking he was not the author of a literary work, but his creative share outgrew by far that of his literary collaborators. DIE INSEL DER SEELIGEN (‘The Island of the Dead’) is rightly remembered as a film of Max Reinhardt and not of Albert Kahane.

Hans Heinz Ewers did not write for theater, and therefore he was not a rebel and not known as a Film Author. He wrote the scenario for the best German film not only of 1913 but of the entire prewar period, DER STUDENT VON PRAG.


11 Hätte ich das Kino, p. 57.

12 Gerhard Lamprecht, Deutsche Stummfilm, 1913-1914, Berlin, 1969, pp. 11-348.

Anmerkungen

Die Quelle wird in zwei vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme hingegen nicht. Dass die gesamte Passage im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Interessanterweise wird die Übersetzung des Satzes "This tendency was encouraged by many articles and studies in the film press, in influential weeklies such as Der Kinematograph, LichtBildBühne and Internationale Filmzeitung.", der im Original im laufenden Text erscheint, von der Verfasserin in eine Fußnote ausgelagert.

Der deutsche Text ist bisweilen als Übersetzung aus dem Englischen erkennbar: "Produktionsgesellschaften mit stabilem Charakter", "Professionelle", etc.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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