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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 1-33 (komplett), 107, 108-112
Quelle: Neubauer 1996
Seite(n): 33, 34, Zeilen: 33:3-27 - 34:1-21
[Für den Aufbau der nationalen Wochenschau] war der inzwischen außerordentlich leistungsfähige Firmenverbund Messter mit Konstruktion, Apparatebau, Operateuren, eigenem Kopierwerk und Vertriebsorganisation bis in die Kinos der geeignete Partner. Hier arbeiteten Fachleute der verschiedenen Bereiche in arbeitsteiliger Produktion zusammen.

Guido Seeber (1879-1940) begann als Photographensohn gemeinsam mit seinem Vater, schon 1896 in und um Chemnitz öffentliche Filmvorführungen mit Erfolg zu organisieren. Ab 1897 drehte Seeber mit einer Messter-Kamera eigene Filme, die er selbst kopierte. Bei Messter wurde ein spezieller Reiseprojektor für Seebers Wanderkino gebaut. Dieser Seeberograph wurde als Warenzeichen eingetragen. Mit dem Seeberophon (einem synchron-gekoppelten Grammophon) ergab sich die lukrative Möglichkeit, „lebende, sprechende, singende, musizierende Riesen-Photographien“ vorzuführen.167 Seeber entwickelte später zahlreiche weitere Verbesserungen und Neukonstruktionen auf fast allen Gebieten der Filmtechnik. Als Kameramann zeigte er Dynamik und Innovationsfreude. Erste Aktualitäten drehte er in Sachsen bei Paraden, Festumzügen, Einweihungen, Turnfesten, Fürstenbesuchen, sowie militärischen und technischen Operationen, wie die Einschiffung und Abfahrt der deutschen China-Truppen im Jahr 1900 oder das Aufsteigen des Zeppelin-Luftschiffes am Bodensee 1908.168 Bis Mitte der 20er Jahre hatte er nach eigenen Angaben knapp 500, meist Aktualitäten- Filme gedreht, nur wenige davon blieben erhalten.169 Ab 1909 war Guido Seeber als technischer Direktor bei der Bioscop-Gesellschaft für künstlerische und organisatorische Entscheidungen mitverantwortlich. Als Kameramann drehte er abendfüllende Filme mit Asta Nielsen.170 Zur Verbesserung der Aufnahmemöglichkeiten plante Seeber für die Bioscop ein Großstudio in Babelsberg, das 1912 in Betrieb ging. Mit eigenem Kopierwerk und zahlreichen Erweiterungen wurde diese Anlage eine der Urzellen der späteren UFA.171 Der Studiobetrieb erforderte bei immer spezielleren Arbeitsabläufen exakte technische Koordination. Während des Krieges errichtete er 1915 eine zentrale Photo- und Filmbildstelle in der Seeflugzeugsversuchsanstalt Warnemünde. Dort entwickelte er einen Maschinengewehr-Zielbildner, eine mit dem MG gekoppelte Filmkamera zur Trefferkontrolle. Er fand mittels Röntgenfotografie die Ursache einer Absturzserie von Propellermaschinen heraus.172


167 Vgl. Neubauer: Kameraleute, 1996, S. 33.

168 vgl. ebd.

169 Vgl. detaillierte Filmografie von Guido Seeber in: Stiftung Deutsche Kinemathek: Guido Seeber, 1979, S. 53.

170 vgl. ebd., S. 58

171 Vgl. Kreimeier: Ufa-Story, 1992, S. 80.

172 Vgl. Stiftung Deutsche Kinemathek: Guido Seeber, 1979, S. 72 f.; vgl. Neubauer: Kameraleute, 1996, S. 34. Nach dem Krieg widmete sich Seeber zunächst wieder in Babelsberg der Reorganisation der Produktion und des Studios und drehte dort. Als die Decla (Deutsche Eclair) den Betrieb in Babelsberg 1920 übernahm, schied er aus und arbeitete dann als freier Kameramann für verschiedene Firmen. Zudem war er ein produktiver Autor. Seine Fachbücher waren Standardwerke für die Kinematographie. Analog zu dem Maschinengewehr-Zielbildner findet sich im Nachlass Messer eine Patentanmeldung ohne Jahresangabe zu einem „Zielübungsgerät zur Feststellung des Abkommens mittels [Lichtbildaufnahme“, siehe NL 275, 421. Weitere Patentanmeldungen siehe bspw. Akte 416: 24. Aug. 1915: Film-Transportvorrichtung für photographische Aufnahmen; Patentanmeldung M58095: Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von photographischen Geländeaufnahmen vom Flugzeug aus, patentiert im Deutschen Reiche vom 22. Sept. 1916.]

[Seite 33]

Für den Aufbau der nationalen Wochenschau war der inzwischen außerordentlich leistungsfähige Firmenverbund Messter (mit Konstruktion, Apparatebau, Operateuren, eigenem Kopierwerk und Vertriebsorganisation bis in die Kinos) der geeignete Partner. In Messters Betrieben arbeiteten Fachleute der verschiedenen Bereiche weitsichtig koordiniert zusammen.29 Die Herausbildung der arbeitsteiligen Produktion und der Übergang von manufakturähnlicher zu quasi-industrieller Herstellung ist in Deutschland Oskar Messter zu verdanken.

Guido Seeber (1879-1940) begann als Photographensohn gemeinsam mit dem Vater schon 1896 in und um Chemnitz öffentliche Filmvorführungen zu organisieren, die allenthalben Erfolg hatten. Ab 1897 drehte Seeber mit einer Messter-Kamera eigene Filme, die er selbst kopierte. Von Messter bezog er im Lauf der Jahre noch zahlreiche Geräte; auch wurde bei Messter ein spezieller Reiseprojektor für Seebers Wanderkino gebaut.

Dieser Seeberograph wurde als Warenzeichen eingetragen.30 Mit dem Seeberophon (einem synchron-gekoppelten Grammophon) ergab sich die lukrative Möglichkeit "lebende, sprechende, singende, musizierende Riesen-Photographien" vorzuführen. Später entwickelte Seeber zahlreiche weitere Verbesserungen und Neukonstruktionen auf fast allen Gebieten der Filmtechnik. Insbesondere als Kameramann (und damit in dieser Zeit per se auch Kameratechniker) entfaltete Seeber eine enorme Dynamik und Innovationsfreude. Erste Aktualitäten drehte er in Sachsen bei Paraden, Festumzügen, Einweihungen, Turnfesten, Fürstenbesuchen.31 Auch militärische und technische Operationen (wie die Einschiffung und Abfahrt der deutschen China-Truppen im Jahr 1900 oder das Aufsteigen des Zeppelin-Luftschiffes am Bodensee 1908) drehte See-

[Seite 34]

ber. Bis Mitte der 20er Jahre hatte er, nach eigenen Angaben, knapp 500 Filme (meist Aktualitäten) gedreht. Nur wenige davon blieben erhalten.32

Ab 1909 war Guido Seeber als technischer Direktor bei der Bioscop-Gesellschaft für künstlerische und organisatorische Entscheidungen mitverantwortlich. Als Kameramann engagierte er sich stark im Spielbereich und drehte abendfüllende Filme mit Asta Nielsen sowie die Produktion von Tonbildern.33 Zur Verbesserung der Aufnahmemöglichkeiten plante Seeber für die Bioscop ein Großstudio in Babelsberg, das 1912 in Betrieb ging.

Mit eigenem Kopierwerk und zahlreichen Erweiterungen wurde diese Anlage eine der Urzellen der späteren Ufa.34 Der Studiobetrieb erforderte bei immer spezielleren Arbeitsabläufen exakte technische Koordination. Hier waren Seebers Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen sehr hilfreich. Während des 1. Weltkrieges errichtete er 1915 eine zentrale Photo- und Filmbildstelle in der Seeflugzeugsversuchsanstalt Warnemünde. Dort entwickelte er einen MG-Zielbildner (mit MG gekoppelter Filmkamera zur Trefferkontrolle) und fand mittels Röntgenfotografie die Ursache einer Absturzserie von Propellermaschinen heraus.35

Nach dem Krieg widmete sich Seeber zunächst wieder in Babelsberg der Reorganisation der Produktion und des Studios und drehte dort. Als die Decla (Deutsche Eclair) den Betrieb in Babelsberg 1920 übernahm, schied er aus und arbeitete dann als freier Kameramann für verschiedene Firmen.


29 Vgl. Kreimeier 1992, S. 21.

30 Vgl. Stiftung Deutsche Kinemathek 1979, S. 38.

31 Interessant erscheint, daß noch im Jahre 1904 (also immerhin neun Jahre nach den ersten Berliner Vorstellungen) von "Photographien" gesprochen wird, und Seeber als Photograph bezeichnet wird, wenn Zeitungen berichten. Vgl. ebenda, S. 41. Auch W. Dost berichtet im Rückblick auf die Zeit nach 1906, daß Reisephotographen" von großen Firmen in ferne Länder geschickt wurden, um Volksszenen und ethnographische Studien mittels des Kinematographen aufzunehmen. Vgl. Dost 1925, S. 47.

32 Vgl. detaillierte Filmografie Guido Seeber, ebenda, S. 53.

33 Vgl. ebenda, S. 58.

34 Vgl. Kreimeier 1992, S. 80.

35 Vgl. Stiftung "Deutsche Kinemathek 1979, S. 72 f.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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