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Uo/Fragment 102 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 1-10, 105-110, 114-120
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 120-121, Zeilen: 120:29-32 - 121:1-7
[Die Zensur wurde so] restriktiv ausgeübt, wie sie bis dahin im Wilhelminischen Reich noch nie angewandt worden war.16 Da jedoch militärische Befehlshaber in den einzelnen Gebieten die Zensur übernommen hatten17, wurde die Presseaufsicht in ganz unterschiedlicher Manier gehandhabt. Das Dickicht der Zensuranordnungen war undurchdringlich.18 Dadurch entstand eine beträchtliche Rechtsunsicherheit. In einem anonymen Beitrag der „Weltbühne“ vom November 1918 war von 3.586 Einzelverfügungen die Rede.19 Um den Redakteuren die Übersicht zu erleichtern, gab das Kriegspresseamt mehrere Handbücher heraus, die stichwortartig die Bestimmungen zusammenfassten, ohne jedoch die Interpretationsunsicherheiten zu beseitigen.20

16 Einen Einblick in den Zensurstreit und die Besteuerung gibt folgender Artikel: „Der neue Filmkrieg und die alte Lustbarkeitssteuer“ in: Berliner Lokalanzeiger. 2.7.1914; über die Berliner Zensurstelle und die Gebührenordnung siehe „Der Berliner Filmkrieg'* in: Berliner Tageblatt, 3.7.1914 (BArch, 901/ 33019, Bl. 46, 47).

17 Vgl. Deist: Zensur und Propaganda, in: ders.: Militär, Staat und Gesellschaft, 1991, S. 154 f; Koszyk: Presse 1914-1945, 1972, S. 14 f., ders., Entwicklung der Kommunikationskontrolle, S. 152-156; Schmidt: Überwachungs-Reglementierungen, in: Kommunikationskontrolle, hrsg. von H.-D. Fischer, 1982, S. 185-187; Wilhelm Schwedler: Die Nachricht im Weltverkehr. Kritische Bemerkungen über das internationale Nachrichtenwesen vor und nach dem Weltkriege, Berlin 1922, S. 151.

18 Zwischen Oktober 1915 und August 1916 wurden schon 23 Bildzensur-Verfügungen erteilt. Vgl. auch Kurt Mühsam: Wie wir belogen wurden. Die amtliche Irreführung des deutschen Volkes, München 1918, S. 14 f. u. 21.

19 Kriegspresseamt, in: Die Weltbühne, 14.11.1918, 14. Jg., Nr. 46, S. 456-459, hier S. 457.

20 Vgl. z. B. Nachtrag zur Zusammenstellung von Zensurverfügungen des Kriegsministeriums, des stellvertretenden Generalstabs und der Oberzensurstelle des Kriegspresseamts, hrsg. von d. Oberzensurstelle im September 1916, Berlin 1916; sowie Zensurbuch für die deutsche Presse, hrsg. von d. Oberzensurstelle des Kriegspresseamts im März 1917, Berlin 1917; vollständig abgedruckt auch bei Heinz-Dietrich Fischer: Pressekonzentration und Zensurpraxis im Ersten Weltkrieg. Texte und Quellen, Berlin 1973, S. 194-275.

[Seite 120]

Diese übten eine restriktive Zensur aus, wie sie bis dahin im Wilhelminischen Reich noch nie zur Anwendung gekommen war. Da die militärischen Befehlshaber in den einzelnen Gebieten des Reiches die vollziehende Gewalt im allgemeinen und die Handhabung der Zensur im besonderen übernommen hatten182,

[Seite 121]

wurde die Presseaufsicht in ganz unterschiedlicher Manier gehandhabt, was eine beträchtliche Rechtsunsicherheit verursachte. Um den Zeitungsredakteuren die Übersicht im Dickicht der Zensuranordnungen - in einem anonymen Beitrag der "Weltbühne" vom November 1918 ist von 3.586 Einzelverfügungen die Rede183 - zu erleichtern, gab das Kriegspresseamt mehrere Handbücher heraus, die unter bestimmten Stichwörtern die wichtigsten Bestimmungen zusammenfaßten, dabei aber keineswegs alle Interpretationsunsicherheiten beseitigten.184


182 Vgl. Wilhelm Deist, Zensur und Propaganda in Deutschland während des Ersten Weltkrieges, in: ders., Militär, Staat und Gesellschaft. Studien zur preußisch-deutschen Militärgeschichte (Schriftenreihe des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes), München 1991, S. 153-163, hier S. 154 f; Koszyk, Deutsche Presse 1914-1945, S. 14 f; ders., Entwicklung der Kommunikationskontrolle, S. 152-156; Mühsam, S. 14 f u. 21; Klaus Werner Schmidt, S. 185-187; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 151.

183 Kriegspresseamt, in: Die Weltbühne, 14.11.1918, 14. Jg., Nt. 46, S. 456-459, hier S. 457. Vgl. auch Rieger, S. 185.

184 Vgl. z. B. Nachtrag zur Zusammenstellung von Zensurverfügungen des Kriegsministeriums, des stellv. Generalstabs und der Oberzensurstelle des Kriegspresseamts, hg. v. d. Oberzensurstelle im September 1916, Berlin 1916; sowie Zensurbuch für die deutsche Presse, hg. v. d. Oberzensurstelle des Kriegspresseamts im März 1917, Berlin 1917; vollständig abgedruckt auch bei H.-D. Fischer (Hg.), Pressekonzentration und Zensurpraxis im Ersten Weltkrieg. Texte und Quellen, Berlin 1973, S. 194-275.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle (welche offensichtlich auch als Quelle umfangreicher Literaturverweise in den Fußnoten dient).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1, HIndemith

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