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Uo/Fragment 107 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 1-30, 101-110, 112-114
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 88, 91, 92, 98, Zeilen: 88:25-31; 91:2-9.10-13.16-21; 92:1-3.8-13; 98:23-26
[Eine besonders gute Übersicht zeigt das bisher wenig erforschte und ausge]wertete Verzeichnis der „Zentralstelle für Auslandsdienst“. Dieses etwa 1918 veröffentlichte „Alphabetische(s) und Systematische(s) Verzeichnis der von der Zentralstelle für Auslandsdienst vom Oktober 1914 bis Ende März 1918 verbreiteten Drucksachen“ gibt als Katalog umfassend Auskunft über die Aktivitäten der wichtigsten deutschen Institutionen für Auslandspropaganda.45 Für die Propaganda im Ausland war die bereits im Oktober 1914 errichtete „Zentralstelle für Auslandsdienst“ (ZfA) wichtig. Das Auswärtige Amt bildete mit einer kleinen Gruppe von Auslandspropagandisten um Kapitän Heinrich Löhlein vom Reichsmarineamt und die Publizisten Paul Rohrbach und Ernst Jäckh die ZfA.46 Ihre Aufgabe war die Herstellung und der Versand von propagandistischen Flugblättern, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Alfons Freiherr Mumm von Schwarzenstein, ehemals deutscher Botschafter in Tokio, stand die ersten zwei Jahre an der Spitze der ZfA.47 Im Beirat saßen Vertreter der Pressestelle des Auswärtigen Amtes, des Generalstabes, des Reichsmarineamtes und Matthias Erzberger, mit dessen eigenem Propagandabureau eine enge Verbindung bestand. Außerdem gab es noch ein paar weitere feste und freie Mitarbeiter.48 In der Abteilung Pressekontrolle analysierten regelmäßig dreizehn Lektoren die ausländische Presse und versandten ihre Erkenntnisse in Wochenberichten an politische und militärische Stellen im Reich und an die erreichbaren kaiserlichen Missionen im Ausland. Im Laufe der Zeit entstand ein umfangreiches Archiv mit Zeitungsausschnitten.49 Die Broschüren-, Bücher- und Zeitschriftenabteilung kümmerte sich um die Zusammenstellung des gedruckten Propagandamaterials und gab bisweilen auch selbst Publikationen in Auftrag.50

Die Abteilung Bilderzentrale, die visuelle Propaganda aller Art zusammenstellte, gewann innerhalb der ZfA zunehmend an Gewicht. Sie versorgte illustrierte Periodika mit Fotos und Illustrationen und versandte Bücher, Broschüren, Flugblätter, Periodika und Filme. Um die jeweiligen Verhältnisse in den einzelnen Ländern besser zu berücksichtigen, versuchte sie, dort in Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Missionen Filialen aufzubauen, die als Beobachtungsposten und Verteiler fungieren sollten. Der suggestiven Wirkung von Bildern bewusst51, [besorgte die Bilderzentrale der ZfA geeignete Fotos sowohl für den eigenen Versand als auch für andere Zeitungen.]


45 Titel wie oben im Text, o. O. o. J. [Berlin 1918]. Vgl. auch Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, hier S. 117-120.

46 Margarete Gärtner: Botschafterin des guten Willens. Außenpolitische Arbeit 1914-1950, Bonn 1955, S. 21 f. (Ein sehr aufschlussreiches Zeugnis von der „Bürovorsteherin“ der ZfA); Paul Rohrbach: Um des Teufels Handschrift. Zwei Menschenalter erlebter Weltgeschichte, Hamburg 1953, S. 196.

47 In den Notizen von Theodor Wolff findet man einige Hinweise zu den Aktivitäten von Freiherr Mumm von Schwarzenstein, siehe: Theodor Wolff: Tagebücher 1914-1919, hrsg. v. B. Sösemann, 1984, hier Bd. 1., S. 89.

48 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 91.

49 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 245 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, S. 102-104.

50 Vgl. Koszyk, ebd., S. 243 f; Wilke, ebd., S. 105.

51 BArch, R 901, 1302, Bl. 177-179, Aufzeichnung von Schumacher an S. Excellenz von Mumm: Über die Besprechung betreffend Filmpropaganda am 24. Juni 1916 in der Bilder-[Zentrale, bei der Major Schweitzer vom Stellvertr. Generalstab, Major Würtz vom Kriegsministerium, Direktor Schumacher von der Bilder-Zentrale anwesend waren. Wesentlicher Inhalt: Interessante Aufnahmen: zwecks Massenszenen soll an die Stellvertr. Generalkommandos herangetreten werden; stärkere Filmverbreitung; Filmpropaganda auf dem Balkan, in der Türkei.]

[Seite 88]

Insbesondere das von der Forschung höchst selten ausgewertete, wohl 1918 veröffentlichte „Alphabetische[s] und Systematische[s] Verzeichnis der von der Zentralstelle für Auslandsdienst vom Oktober 1914 bis Ende März 1918 verbreiteten Drucksachen“ gibt als Katalog der Druckschriften der in diesem Titel genannten wichtigsten deutschen Auslandspropagandainstitution hierüber umfassend Auskunft.20

[Seite 91]

So übernahm das Auswärtige Amt Anfang Oktober 1914 eine kleine Gruppe von Auslandspropagandisten der ersten Stunde um Kapitän Heinrich Löhlein und die Publizisten Paul Rohrbach und Ernst Jäckh28 vom Reichsmarineamt, deren Aufgabe in den Räumen des Reichskolonialamts die Herstellung und der Versand von propagandistischen Flugblättern, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern war.29

Alfons Freiherr Mumm von Schwarzenstein, ehemals deutscher Botschafter in Tokio, stand die ersten zwei Jahre an der Spitze der ZfA; [...] In dem erwähnten Beirat saßen außerdem Vertreter der Pressestellen des Auswärtigen Amtes, des Generalstabs und des Reichsmarineamts sowie Matthias Erzberger - somit bestand eine personelle Verbindung mit dessen eigenem Propagandabüro.30 [...]

Dreizehn Lektoren analysierten in der Abteilung Presskontrolle [sic] regelmäßig die ausländische Presse — spanische Blätter inbegriffen. Ihre Erkenntnisse flossen in gedruckte Wochenberichte, die an politische und militärische Stellen im Reich und an die erreichbaren kaiserlichen Missionen im Ausland versandt wurden. Darüber hinaus entstand im Laufe der Zeit ein umfangreiches Archiv mit Zeitungsausschnitten.32

[Seite 92]

Die Bücher-, Broschüren- und Zeitschriftenabteilung kümmerte sich um die Zusammenstellung des gedruckten Propagandamaterials. Bisweilen gab sie auch selbst Publikationen in Auftrag.33 Theodor Wolff, der Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, notierte beispielsweise am 22. August 1914 in seinem Tagebuch:

„Gegen Abend besucht mich Freih[e]rr Mumm v. Schwarzenstein [...]“34

Die Abteilung Bilderzentrale, die visuelle Propaganda aller Art zusammenstellte, gewann innerhalb der ZfA zunehmend an Gewicht. Sie versorgte illustrierte Periodika mit Fotos und Illustrationen. Um die jeweiligen Verhältnisse in den einzelnen Ländern besser zu berücksichtigen, versuchte sie dort in Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Missionen Filialen aufzubauen, die als Beobachtungsposten und Verteiler fungieren sollten.

[Seite 98]

Sich der suggestiven Wirkung von Bildern durchaus bewußt, besorgte die ZfA-Abteilung Bilderzentrale geeignete Fotos für die vom eigenen Haus versandten illustrierten Periodika, aber auch für andere Zeitungen und Zeitschriften sowie „für den Aushang“.


20 Titel wie oben im Text, o. O. o. J. [Berlin 1918]. Die folgenden Ausführungen zum Inhalt der deutschen Auslandspropaganda stützen sich im wesentlichen auf diesen Katalog. Vgl. auch Wilke, S. 117-120.

[...]

28 Margarete Gärtner, Botschafterin des guten Willens. Außenpolitische Arbeit 1914-1950, Bonn 1955, S. 21 f; Heilbron, S. 106; Paul Rohrbach, Um des Teufels Handschrift. Zwei Menschenalter erlebter Weltgeschichte, Hamburg 1953, S. 196; Vogel, S. 35.

29 Die ZfA findet häufig in der Literatur Erwähnung, wird dabei allerdings selten ausführlich bzw. unter Heranziehung der ungedruckten Quellen dargestellt. Vgl. bes. Wilke, passim. Eine ältere Darstellung: Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 239-249. Ein sehr aufschlußreiches Zeugnis von der „Bürovorsteherin“ der ZfA: Gärtner, S. 17-53. Weitere interessante Einzelheiten zur Entstehung der ZfA finden sich in einer bislang unveröffentlichten Studie, deren Erscheinen für 1996 angekündigt ist: Jürgen von Ungern-Sternberg/Wolfgang von Ungern-Sternberg, Der Aufruf „An die Kulturwelt“. Das Manifest der 93 und die Anfänge der Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg. Mit einer Dokumentation. (Ich danke den Verfassern für die mir gewährte Einsichtnahme in das Manuskript). Überdies sind fast 2.000 Aktenbände der ZfA im BA-P erhalten.

30 Friedrich Katz, Deutschland, Diaz und die mexikanische Revolution. Die deutsche Politik in Mexiko 1870-1920, Berlin (Ost) 1964, S. 447; Kluge, S. 265 f; Vogel, S. 35 f.

32 Vgl. Prinz von Baden, S. 93 f; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 245 f; Wilke, S. 102-104; BA-K, Kl. Erwerb Nr. 353-1, Denkschrift „Lektorendienst bei der Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amts“ von P. Rohrbach.

33 Vgl. Gärtner, S. 29; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 243 f; Wilke, S. 105.

34 Theodor Wolff, Tagebücher 1914-1919. Der Erste Weltkrieg und die Entstehung der Weimarer Republik in Tagebüchern, Leitartikeln und Briefen des Chefredakteurs am „Berliner Tageblatt“ und Mitbegründers der „Deutschen Demokratischen Partei“, eingel. und hg. v. B. Sösemann (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunders, Bd. 54/I+II), 2 Bde., Boppard am Rhein 1984, hier Bd. I, S. 89.

Anmerkungen

Albes wird an einer einzigen Stelle als Quelle unbenannt, ansonsten werden einfach Albes Quellenangaben (wie die meisten Formulierungen) übernommen. Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet. Der für Albes wichtige Spanienbezug wird konsequent getilgt. Neu ist nur der Hinweis auf eine Aufzeichnung im Bundesarchiv (Fn. 51).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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