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Uo/Fragment 114 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 1-31, 101-112, 113-115 (komplett)
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 108, 109, 110, 111, Zeilen: 108:6-9.11-31.102-109 - 109:1-4.6-10.101; 110:5-8.105-106; 111:21-25.109
[Für seine Propagandaaktivi]täten während des Weltkrieges kamen ihm die Erfahrungen zugute, die er bei der Herausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser mehrerer Flugblätter gesammelt hatte.90 Ihm schwebte eine Pressestelle großen Stils vor, in die er den Deutschen Überseedienst integrieren wollte. In der dritten Augustwoche 1914 traten die beiden Marineoffiziere Heinrich Löhlein und Hugo-Ferdinand Dähnhardt mit der Aufforderung an Erzberger heran, die Leitung der Auslandspropaganda zu übernehmen.91 Erzberger sagte zu.92 Er half beim Aufbau der Zentralstelle für Auslandsdienst und wurde zweiter Vorsitzender der Transocean GmbH93. Seine eigentlichen Propagandaaktivitäten liefen jedoch in eigenen Bahnen. Kanzler Bethmann Hollweg selbst entschied, dass er unabhängig arbeiten sollte.94 Erzberger baute in Berlin sein bereits bestehendes Nachrichtenbureau mit eigenem Telegraphendienst weiter aus und versorgte in- wie ausländische Zeitungen, Politiker und Firmen mit Informationen.95 Er beschäftigte einen Stab guter Übersetzer, unter denen sich viele Ausländer befanden. Dies wurde von militärischer Stelle kritisiert. Er war jedoch stets hervorragend informiert und zudem ein enger Vertrauter des Kanzlers Bethmann Hollweg. Er ermöglichte Erzberger die Teilnahme an allen Geheimkonferenzen des Auswärtigen Amtes, des Kriegsministeriums und des Reichsmarineamtes. Dieser richtete 1915 zusätzlich einen Nachrichtendienst ein, der über einen Sonderfonds des Auswärtigen Amtes finanziert wurde und Informationen über die Lage hinter der Front aus der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Schweden sammelte.96 Erzberger gab das Nachrichtenblatt „Die Wahrheit ins Ausland“ heraus, das in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Archiv der Weltliteratur“ entstand und in 16 Sprachen den neutralen Ländern zum kostenlosen Nachdruck zur Verfügung gestellt wurde.97 Nachdem dieser unermüdliche Propagandist erkannt hatte, dass eine Vereinheitlichung der deutschen Auslandspropaganda nicht zu erreichen war, verlegte er seinen Schwerpunkt vor allem auf die „Aufklärung der Katholiken im neutralen und auch feindlichen Ausland.98 Nach dem Sturz Bethmann Hollwegs im Juli 1917 schränkte Erzberger seine Tätigkeit stark ein, da es ihm nicht gelang, zu den nachfolgenden Kanzlern eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Das Auswärtige Amt übernahm den größten Teil des Personals seines Berliner Nachrichten[bureaus.99]

90 Theodor Eschenburg: Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.

91 Vgl. Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 119; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 4; Jürgen Wilke: Deutsche Auslandspropaganda im Ersten Weltkrieg: Die Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Der Erste Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, Gießen 1993, S. 95-157, hier S. 99.

92 Vgl. Erzberger, ebd. S. 5.

93 Knesebeck: Wahrheit über den Propagandafeldzug, 1927, S. 84.

94 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 241.

95 Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 120; Schwedler: Nachricht im Weltverkehr, 1922, S. 163 f.

96 Vgl. Epstein, ebd., S. 117-120 u. 183-186; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 5 f.

97 Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 109.

98 Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 10 f. Kursiv wiedergegebene Wörter im Original gesperrt gedruckt. Vgl. auch Bauer: Pressepolitik in der Weimarer Zeit, 1962, S. 52.

[99 Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 126.]

[Seite 108]

Für seine Propagandaaktivitäten während des Weltkrieges kamen ihm dann die Erfahrungen zugute, die er bei der Fierausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser von mehreren Flugblättern gesammelt hatte.113 Gleich bei Kriegsausbruch reichte Erzberger bei zivilen wie bei militärischen Stellen Denkschriften über die Organisation der Propaganda ein. Dabei schwebte ihm eine Pressestelle großen Stils vor: Beispielsweise wollte er darin den erwähnten Deutschen Uberseedienst integrieren.114

In der dritten Augustwoche 1914 traten die beiden Marineoffiziere Heinrich Löhlein und Hugo-Ferdinand Dähnhardt an Erzberger mit der Aufforderung heran, „... er möge die Leitung der Auslandspropaganda übernehmen“.115 Erzberger sagte nach einigem Zögern zu.116 Wenngleich er nun - wie bereits erwähnt — beim Aufbau der Zentralstelle für Auslandsdienst mithalf und auch zweiter Vorsitzender der Transocean GmbH wurde117, liefen seine eigentlichen Propagandaaktivitäten auf eigenen Gleisen. Bethmann Hollweg selbst entschied, daß er unabhängig arbeiten solle.118 In Berlin baute Erzberger daraufhin sein bereits bestehendes Nachrichtenbüro mit eigenem Telegraphendienst weiter aus und versorgte in- wie ausländische Zeitungen, Politiker und Firmen mit propagandistischen Informationen.119

Der Zentrumsabgeordnete stellte einen Stab guter Übersetzer an, unter denen sich viele Ausländer befanden — ein Umstand, den militärische Stellen kritisierten. Dem Zentrumsabgeordneten kam bei seiner Propagandaarbeit zugute, daß er gemeinhin hervorragend informiert und zudem ein enger Vertrauter des Kanzlers Bethmann Hollweg war, der auch Anweisung gab, Erzberger die Teilnahme an allen Geheimkonferenzen des Auswärtigen Amtes, des Kriegsministeriums und des Reichsmarineamtes zu ermöglichen. Darüber hinaus richtete der

[Seite 109]

Zentrumspolitiker 1915 einen Nachrichtendienst ein, der von der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus Informationen über die Lage hinter der Front sammelte. Finanziert wurde Erzbergers Propagandaarbeit mit einem Sonderfonds des Auswärtigen Amtes.120

Erzbergers Nachrichtenbüro versorgte Tageszeitungen mit Informationen über den Krieg121 und gab eine Reihe mehrsprachiger Periodika heraus. Eines davon war das Nachrichtenblatt „Die Wahrheit ins Ausland“, das in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Archiv der Weltliteratur“ entstand und in 16 Sprachen der Presse der neutralen Länder zum kostenlosen Nachdruck zur Verfügung gestellt wurde.122

[Seite 110]

Nachdem der unermüdliche Propagandist erkannt hatte, daß eine Vereinheitlichung der deutschen Auslandspropaganda nicht zu erreichen war, verlegte er sich vor allem „auf die Aufklärung der Katholiken im neutralen und auch im feindlichen Ausland“.126

[Seite 111]

Nach dem Sturz Bethmann Hollwegs im Juli 1917 schränkte Erzberger seine Propagandaarbeit stark ein, da es ihm nicht gelang, vertrauensvolle Beziehungen auch zu den nachfolgenden Kanzlern aufzubauen. Das Auswärtige Amt einigte sich mit ihm darauf, den größten Teil des Personals seines Berliner Nachrichtenbüros zu übernehmen.139


113 Theodor Eschenburg, Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.

114 Vogel, S. 34.

115 Erzberger, S. 4 (Zitat); Epstein, S. 119; Wilke, S. 99.

116 Vgl. Erzberger, S. 5.

117 Knesebeck, S. 84.

118 Vgl. Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 241.

119 Bello, S. 106; Epstein, S. 120; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 163 f.

120 Vgl. Epstein S. 117-120 u. 183-186; Erzberger, S. 5 f.

121 Vgl. Gärtner, S. 34.

122 Groth, Zeitung, Bd. II, S. 259.

[...]

126 Erzberger, S. 10 f. Kursiv wiedergegebene Wörter im Original gesperrt gedruckt. Vgl. auch Ernst Bauer, S. 52.

[...]

139 Epstein, S. 126, Anm. 29.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Die Seite ist bis auf eine Fußnote, die auf Albes verweist, vollständig mit ungekennzeichnetem, zum großen Teil wörtlich übereinstimmendem Material aus Albes gefüllt. Die zugehörigen Literaturverweise wurden dabei gleich mit übernommen.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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