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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 133, Zeilen: 8-42
Quelle: Sanders und Taylor 1990
Seite(n): 106, 107, Zeilen: 106:5-6.8-12.15-16.20-28.32-47 - 107:1-4
Tatsächlich hatte das Heeresministerium schon in der Rekrutierungskampagne vor dem Krieg die Möglichkeiten des Films als Propagandamedium erkannt. Obwohl es hin und wieder Kameraleuten gestattete, das britische Expeditionskorps nach Frankreich zu begleiten, waren alle Genehmigungen nach dem britischen Rückzug annulliert worden. Vorrangig gegenüber dem potentiellen Propagandawert des Filmes war jedoch bis 1915 der Geheimhaltungsaspekt. Das Heeresministerium zog daher Features oder Studiofilme den aktuellen Berichten in Wochenschauen vor. Als Ergebnis des ständigen Drucks von Brooke Wilkinson und anderen führenden Vertretern der britischen Filmindustrie gab das Heeresministerium schließlich auf einer Konferenz im Mai 1915 nach. Die „Vereinigung der Filmproduzenten“ (Film Manufacturers’ Association) bildete einen Ausschuss, der die nötigen Absprachen zum Thema Kriegsfilme mit dem Heeresministerium aushandeln sollte. Im Juli vereinbarte man, zwei Kameraleute zu benennen, die unter Aufsicht des Direktoriums des Heeresministeriums (Army Council) arbeiten. Zwei Kategorien von Kriegsfilmen sollten produziert werden, historisches Archivmaterial und sofortiges Vorführmaterial.189 Im Oktober 1915 erklärte sich die britische Filmindustrie schließlich bereit, die nötige Ausrüstung zu stellen und die Filmauswahl zu übernehmen, während das Heeresministerium für die laufenden Kosten und den Transport sorgen sollte. Alle Negative, Kopien und das Copyright, sowie das Recht, Filme im Ausland zu kaufen oder zu verleihen, verblieben bei der Regierung. Die Filmproduzenten durften die Filme nur zur Vorführung im britischen Empire verleihen. Krisengebiete wie Ägypten und Indien waren ausgenommen. Die Filme wurden zu einem Preis von 13 1/2 Pence für den laufenden Meter verkauft, wovon das Heeresministerium 3 Pence an Lizenzgebühren erhielt. Diese Regelung ermöglichte es, einen Gewinnanteil für ausgewählte Wohltätigkeitseinrichtungen zu verwenden. Die beiden Kameraleute G. H. Malins von „Gaumont-British“ und E. C. Tong von „Imperial Pictures“ wurden an die Front geschickt. Ihre Filmmeter wurden in London entwickelt, kopiert und geschnitten, bevor sie zur Zensur dem Großen Hauptquartier vorgelegt wurden. Danach wurden sie im allgemeinen in mehreren Folgen veröffentlicht, wobei ein Thema pro Woche behandelt wurde.190

Im Juli 1916 traf die kanadische Regierung auf Betreiben von Lord Beaverbrook ähnliche Absprachen. Beide Unternehmen waren so erfolgreich, dass das Heeresministerium beschloss, die amtliche Filmpropaganda ganz in eigener Regie weiterzuführen.


189 Vgl. Sanders/Taylor: Britische Propaganda, 1990, S. 106.

190 Vgl. ebd.

[Seite 106]

Tatsächlich hatte das Heeresministerium schon in der Rekrutierungskampagne vor dem Krieg die Möglichkeiten des Films als Propagandamedium erkannt. [...] Obwohl man ab und zu Kameraleuten gestattete, das britische Expeditionskorps nach Frankreich zu begleiten, waren alle Genehmigungen nach dem britischen Rückzug annulliert worden. Vorrangig war immer noch die Sorge um die Geheimhaltung angesichts des anscheinend wahllos filmenden Auges der Kamera. [...] Das Heeresministerium zog deshalb Features oder Studiofilme den aktuellen Berichten in Wochenschauen vor. [...]

[...] Als Ergebnis des ständigen Drucks von Brooke Wilkinson und anderen führenden Vertretern der britischen Filmindustrie gab das Heeresministerium schließlich auf einer Konferenz im Mai 1915 nach. Die >Vereinigung der Filmproduzenten< [Film Manufacturers' Association] bildete einen Ausschuß, der die nötigen Absprachen mit dem Heeresministerium aushandeln sollte. Im Juli vereinbarte man, zwei Kameraleute zu benennen, die unter Aufsicht des »Army Council«, des Direktoriums des Heeresministeriums, arbeiten und zwei Kategorien von Kriegsfilmen produzieren sollten: die einen für die sofortige Vorführung und die anderen hauptsächlich als historisches Archivmaterial. [...] Zur Einigung kam es schließlich im Oktober 1915. Die britische Filmindustrie erklärte sich bereit, die nötige Ausrüstung und Gutachten bereitzustellen, während das Heeresministerium für die laufenden Kosten und den Transport sorgen sollte. Alle Negative, Kopien und das Copyright verblieben bei der Regierung. Die Filmproduzenten durften die Filme nur zur Vorführung im britischen Empire verleihen, Krisengebiete wie Ägypten und Indien waren ausgenommen. Die Filme wurden zu einem Preis von 13 1/2 Pence für den laufenden Meter verkauft, wovon das Heeresministerium 3 Pence an Lizenzgebühren erhielt, eine Regelung, die es ihm ermöglichte, einen Teil des Gewinns für ausgewählte Wohltätigkeitseinrichtungen für Kriegsopfer zu verwenden. Das Recht, Filme im Ausland zu kaufen oder zu verleihen, verblieb ebenfalls beim Heeresministerium. Zwei Kameraleute wurden an die Front geschickt, E. C. Tong von >Imperial Pictures< und G. H. Malins von >Gaumont-British<. Ihre Filmmeter wurden zum Entwickeln, Kopieren und Schneiden nach London geschickt, bevor sie dem Großen Hauptquartier zur Zensur vorgelegt wurden. Die Filme wurden dann im allgemeinen in mehreren Folgen veröffentlicht, wobei pro Woche ein Thema behandelt wurde.85

[Seite 107]

Im Juli 1916 traf die kanadische Regierung auf Betreiben von Lord Beaverbrook (damals noch Sir Max Aitken) ähnliche Absprachen. Beide Unternehmen waren so erfolgreich, daß das Heeresministerium beschloß, die amtliche Filmpropaganda ganz in eigener Regie weiterzuführen.


85 Low, Rachel: The History of the British Film 1914-1918, London 1950; vgl. Reeves, N.: >British Official Film Propaganda in the First World War<, phil. Diss., University of London 1981

Anmerkungen

"Großflächige" Übereinstimmung - die Unterschiede sind in der Regel minimal; Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

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