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Uo/Fragment 140 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 140, Zeilen: 1-36 (komplett)
Quelle: Hiley 1994
Seite(n): 222, 223, 224, 225, Zeilen: 222: re.Sp. 14-20; 223: li.Sp. 14-18.26-42, re.Sp. 3-5; 224: li.Sp. 8-32 - re.Sp. 1-18.37-47; 225: li.Sp. 1-13
[Das Orchester hörte bei der Szene, als die Soldaten aus den Gräben klettern, mit der Musik auf, und als die Soldaten im Angriff fielen,] „schrie plötzlich eine Frau in dem stummen Kinosaal „Oh Gott, sie sind tot!“.211 Die Reaktion der Zuschauer auf diesen Film war so stark, dass die offiziellen

Kameramänner den Krieg weiterhin in Nahaufnahmen festhielten. Ihre Arbeitsbedingungen waren jedoch sehr schwer, nur mit Glück entkamen sie oft den Maschinengewehrkugeln. Manche wurden beinahe von Granaten getroffen oder brachen vor Erschöpfung zusammen. Es war eine ungeheuere Belastung, sich ständig unter feindlichen Feuer bewegen zu müssen und dabei zeitweise sechzig oder siebzig Meilen am Tag zurückzulegen.

Die großen Dokumentarfilme, die von den offiziellen Kameramännern gedreht wurden, waren kein großer Erfolg. Zwar hatte BATTLE OF THE SOMME während der ersten zwei Monate 30.000 Pfund an Leihgebühren eingebracht, und auch die folgende große Produktion, BATTLE OF THE ANCRE212, spielte nach ihrem Start im Dezember 1916 in den ersten drei Monaten 35.000 Pfund ein.213 Die Kinobesitzer jedoch, die Leihgebühren bezahlen mußten, erkannten schnell, dass solche Filme das Publikum nicht lange fesseln konnten. Im Januar 1917 stellten jene Kinobesitzer, die hohe Preise für die Rechte am Film BATTLE OF THE ANCRE gezahlt hatten, fest, dass sie Verluste machten. Sie begannen sich zu fragen, ob realistische Filme über den Krieg überhaupt einen Platz im Kino hätten. Das Kriegsministerium hegte ähnliche Zweifel und warnte im Mai 1917 das Generalhauptquartier, dass derartige Filme „ausgespielt“ hätten. Diese bestätigten sich nicht, da der Film BATTLE OF THE ANCRE drastische Szenen aussparte. Die Zeitschrift Screen bemerkte, dass zwar auch dieser Film das vertraute Chaos des Schlachtfeldes mit seinen Kanonen, Granaten und dem Schlamm zeige, „aber mittendrin erblicken wir die gutgelaunten Gesichter der Tommies, die dem Tod mit einem Lächeln ins Auge schauen“. Für die Weekly Dispatch war es eine Genugtuung, dass dieser Film, im Gegensatz zu BATTLE OF THE SOMME, „keine Nahaufnahmen von Verwundeten, von Leichen gefallener Briten auf dem Schlachtfeld zeigt, sondern nichts außer dem beharrlichen Vormarsch der Artillerie, Infanterie und Kavallerie über jedes nur denkbare Hindernis hinweg“.214 Den Kinobesitzern kam dieser Wandel nicht ungelegen. Sie betrachteten das Kino als ein Genre der Komödie und leichten Unterhaltung. So bestätigte sich die Vermutung, dass viele Karten für den Film BATTLE OF THE SOMME nicht an die regelmäßigen Kinogänger verkauft worden waren, die nach wie vor die Flucht vor der Wirklichkeit vorzogen. Bioscop [sic] schrieb im Februar 1918, dass die Filme so geschnitten werden sollten, dass ihnen das Grauen einer Leichenhalle genommen wird. Damit war die Linie wiedergewonnen, die die Unterhaltung der Besucher [an die erste Stelle setzte.]


211 Roger Smither: A Wonderful Idea of the Fighting: the question of fakes in The Battle of the Somme, in: Historical Journal of Film, Radio and Television, 13. Jg. (1993), Nr. 2, S. 149—168, hier S. 149. Smither deckt in seiner detailierten Analyse eine Reihe von Fälschungen auf.

212 Siehe dazu das Filmprotokoll.

213 Reeves: The Power of Film Propaganda, in: Historical Journal of Film, Radio and Television, 1993, S. 191.

214 Screen, 6. Januar 1917, S. 2; Cinema News, 12. April 1917, S. 34; Weekly Dispatch, 10. Juni 1917, S. 6, Spalte 4. Zitiert nach Hiley: Der britische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 224.

[Seite 222]

In einem der Kinos hörte das Orchester bei der Szene, da die Soldaten aus den Gräben klettern, mit der Musik auf, und als die Soldaten im Angriff Fielen, »schrie plötzlich eine Frau in dem stummen Kinosaal >Oh Gott, sie sind tot!<«15 [...]

[Seite 223]

Die Reaktion der Zuschauer auf den Film >Battle of the Somme< war so stark, daß die offiziellen Kameramänner weiter den Krieg von so Nahem festhielten, wie es ihre Ausrüstung erlaubte. Das Bild, das in einem offiziellen Bericht vom November 1916 von ihren Arbeitsbedingungen gezeichnet wurde, war düster. [...] »Ich habe erlebt, [...] wie Mr. Macdowell mehrmals gerade noch so davongekommen ist«, schrieb der Verfasser des Berichts, »besonders vor Maschinengewehrkugeln am 1. Juli, als er versuchte, das Niemandsland hinter der vorrückenden Infantrie zu durchqueren. Mehrere Male wäre er beinahe von Granaten getroffen worden, besonders bei Guillemont, wo ihn fast ein Schrapnell erwischt hätte.« »Notgedrungen müssen diese Männer solch große Risiken eingehen, um gute Aufnahmen zu bekommen, aber irgendwann einmal müssen sie zusammenbrechen. Es ist eine ungeheure Belastung, sich ständig unter feindlichem Feuer bewegen zu müssen, [...]

[...] Die Kameramänner mußten weit reisen, um ihre Aufträge zu erfüllen, oft fuhren sie sechzig oder siebzig Meilen am Tag.

[Seite 224]

Dennoch waren die großen Dokumentarfilme, die von den offiziellen Kameramännern gedreht wurden, kein großer Erfolg. Zwar hatte >Battle of the Somme< während der ersten zwei Monate 30000 Pfund an Leihgebühren eingebracht, und die folgende große Produktion, >Battle of the Ancre<, spielte in den ersten drei Monaten nach ihrem Start im Dezember 1916 35 000 Pfund ein. Die Kinobesitzer jedoch, die diese Leihgebühren bezahlen mußten, erkannten sehr schnell, daß solche Filme das Publikum nicht lange fesseln konnten. Im Januar 1917 stellten jene Kinobesitzer, die hohe Preise für die Rechte am Film >Battle of the Ancre< gezahlt hatten, fest, daß sie Verluste machten. Sie begannen sich zu fragen, ob realistische Filme über den Krieg überhaupt einen Platz im Kino hätten. Das Kriegsministerium hegte ähnliche Zweifel und warnte im Mai 1917 das Generalhauptquartier, daß die derzeitige Art Filme »ausgespielt« hätte. Als dann im Juni 1917 der Film >Battle of the Ancre< in die Kinos kam, wurde den Kinobesitzern zu ihrer Erleichterung klar, daß dieser Film einen leichteren Ton anschlug. Die Zeitschrift )Screen< bemerkte, daß zwar auch dieser Film das vertraute Chaos des Schlachtfeldes mit seinen Kanonen, Granaten und dem Schlamm zeige, »aber mittendrin erblicken wir die gutgelaunten Gesichter der Tommies, die dem Tod mit einem Lächeln ins Auge schauen«. Für die >Weekly Dispatch« war es eine Genugtuung, daß dieser Film, im Gegensatz zu >Battle of the Somme<, »keine Nahaufnahmen von Verwundeten, von Leichen gefallener Briten auf dem Schlachtfeld zeigt, sondern nichts außer dem beharrlichen Vormarsch der Artillerie, Infantrie und Kavallerie über jedes nur denkbare Hindernis hinweg«.18

[...] Den Kinobesitzern aber kam dieser Wandel nicht ungelegen, denn sie betrachteten das Kino nach wie vor als ein Genre der Komödie und leichten Unterhaltung. Sie hatten den Verdacht, daß viele der Karten für den Film >Battle of the Somme< an Leute verkauft worden waren, die keine regelmäßigen Kinogänger waren. Die ständigen Kinobesucher zogen die Flucht vor der Wirklichkeit vor.

[Seite 225]

»Wir wollen unbedingt Bilder von der Lage an den verschiedenen Fronten haben«, schrieb der >Bioscope< im Februar 1918, »aber laßt uns auf jeden Fall unsere Filme so schneiden, daß ihnen das Grauen einer Leichenhalle genommen wird.« Sich an die Hauptfunktion des britischen Kinos erinnernd, kehrte die Filmindustrie zu ihrer restriktiven Linie zurück. »Der Kinobesitzer sollte die Unterhaltung seiner Besucher an die erste Stelle setzen«, riet der >Kinematograph Weekly< im September 1918, [...]


15 Evening News, 11. August 1916, S. 2; 22. August 1916, S. 3; Bioscope, 17. August 1916, S. 627; 24. August 1916, S. 671; Hornsey Journal, 25. August 1916, S. 2; Weekly Dispatch, 27. August 1916, S. 5; S. Badsey: Battle of the Somme: British war propaganda. In: Historical Journal of Film, Radio and Television 3, 1983, S. 99-113.

[...]

18 Bioscope, 12. Oktober 1916, S. 117; Screen, 6. Januar 1917, S. 2; Cinema News, 12. April 1917, S. 34; 21. Juni 1917, Supplement S. xiv; Beaverbrook Papers BBK/E/2/5, War Office Cinematograph Committee - Revenue Account... as at 4th May 1917, Beaverbrook an Hutton-Wilson, 9. Mai 1917; Weekly Dispatch, 10. Juni 1917, S. 6, Spalte 4.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

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