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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 1-38
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 228, Zeilen: 228:li.Sp. 8-21, 25-29, 38-50 - re.Sp. 1-5, 7-13, 18-25, 47-50 - 229:li.Sp. 1-12, 14-24; re.Sp. 17-21, 32-38
[Im Winter 1914/1915 erkannte man, dass der Krieg andauern und die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden] würde. Da die Moral der Truppen und der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung war, setzte sich bei den Behörden die Einsicht durch, dass es von Vorteil sei, für die Zivilbevölkerung und die Soldaten auf Urlaub Filmvorführungen zu organisieren. Später akzeptierten sie die Vorstellung, dass der Film als Propaganda- und Informationsinstrument eine Waffe sein kann.222

Gaumont und später auch Pathé erhielten einen Teil ihrer Ausrüstungen zurück und brachten Anfang 1915 ihre ersten im Krieg gedrehten Filme auf den Markt. Eclair schickte zwei seiner besten Regisseure, Maurice Tourneur und Emile Chautard, nach Amerika. Andere renommierte Filmemacher wie Albert Capellani, dessen für Pathé SCAGL (Société Cinématographique des Auteurs et Gens de Lettres) 1913 gedrehter Film GERMINAL den Höhepunkt des französischen Vorkriegsfilms darstellte, oder Gaumonts ,Mann für alles' Leonce Perret, reisten auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen ebenfalls über den Ozean.223

Die Abwanderung der Künstler und die erzwungene Verlagerung von Pathé und Eclair zeigten die dramatische Krise, in die die französische Filmindustrie während des Krieges geriet. Sie verlor sogar ihren nationalen Markt. Vorher hatte die französische Filmindustrie recht gut vom Verkauf ihrer Filme in aller Welt gelebt. Der Abbruch der Handelsbeziehungen mit Mitteleuropa und der Niedergang der Industrie begünstigte die Entwicklung der Filmindustrien in den Mittelmächten und in Russland und öffnete den Hollywood-Filmen den französischen Markt.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die militärisch-industrielle Macht 1917 all ihren Einfluss geltend machte, um die Filmindustrie in der UFA zu konzentrieren, blieb die französische Filmproduktion in privaten Händen. Erstmalig während der Schlacht um Verdun griff der Staat ein und verhängte eine landesweite Zensur. Bis dahin hatten Bürgermeister und Präfekten das Recht, Filmaufführungen mit einem lokalen Verbot zu belegen. Mit einer Verordnung setzte der Innenminister Louis-Jean Malvy am 16. Juni 1916 ein zentrales Filmkontrollorgan ein, dessen Entscheidungen für ganz Frankreich galten. Der Dramatiker Paul Ginisty übernahm den Vorsitz dieser aus fünf Beamten zusammengesetzten Kommission. Im ersten Jahr ihres Bestehens verbot sie 145 Filme.224 Bei den meisten französischen Filme handelte es sich Melodramen mit unwahrscheinlichen Situationen und ohne innere Überzeugung. Eine Ausnahme war der 1916 von der Firma Eclipse unter der Regie von Louis Mercanton und René Hervil produzierten Film Les Mères Francaises mit der damals schon 72 Jahre alten Sarah Bernhardt. Sie spielte die Rolle der Ehefrau und Mutter zweier gefallener Offiziere.


222 Vgl. Jeancolas: Der französische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994. S. 228. Vgl. auch ders.: Le cinéma et la grande guerre, in: Jeune cinéma, 40, Juin-juil. 1969, S. 3-9.

223 Vgl. ebd., S. 228.

224 Vgl. ebd., S. 229.

[Seite 228]

Im Winter 1914/1915 wurde klar, daß der Krieg lange dauern, die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden würde - und daß die Moral der Truppen und des Hinterlandes in diesem totalen Krieg von entscheidender Bedeutung war. Als erstes setzte sich bei den Behörden die Einsicht durch, daß man für die Zivilbevölkerung und die Soldaten auf Urlaub wieder Filmvorführungen organisieren mußte. Etwas später akzeptierten sie dann auch den Gedanken, daß der Film eine Waffe, ein Propaganda- und Informationsinstrument sein kann.

[...] Gaumont und später auch Pathé erhielten die Kontrolle über einen Teil ihrer Ausrüstungen zurück und brachten Anfang 1915 ihre ersten im Krieg gedrehten Filme auf den Markt. [...]

[...] Eclair schickte zwei seiner besten Regisseure, Maurice Tourneur und Emile Chautard, nach Amerika. Andere renommierte Filmemacher wie Albert Capellani, dessen für Pathé SCAGL (Société Cinématographique des Auteurs et Gens de Lettres) 1913 gedrehter Film >Germinal< den Höhepunkt des französischen Vorkriegsfilms darstellt, oder wie Léonce Perret, Léon Gaumonts >Mann für alles<, reisten auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen ebenfalls über den Ozean.

Die Abwanderung der Künstler und die erzwungene Verlagerung von Pathé und Eclair zeugen von der dramatischen Krise, in der sich die Filmindustrie während des Krieges befand. Natürlich wurden 1915 und in den drei folgenden Jahren in Frankreich Filme gedreht, doch in diesen vier Jahren verlor die geschwächte französische Industrie sogar ihren nationalen Markt.

Vor dem Krieg hatte die französische Filmindustrie vom Verkauf ihrer Filme in die ganze Welt - recht gut - gelebt. [...] Der Abbruch der Handelsbeziehungen mit Mitteleuropa und der Niedergang der französischen Industrie während des Krieges begünstigte die Entwicklung der nationalen Filmindustrien in den Mittelmächten und in Rußland und öffnete dem Hollywood-Film in Frankreich Tür und Tor. [...]

[...] Im Unterschied zu Deutschland, wo die militärisch-industrielle Macht 1917 all ihren Einfluß geltend machte, um die Filmindu-

[Seite 229]

strie in der Ufa zu konzentrieren, blieb die französische Filmindustrie der Kriegszeit ein privater Bereich. Das gilt zumindest für das gesamte Gebiet der Produktion. Im Vertrieb lagen die Dinge anders: Während der Schlacht um Verdun wurde zum ersten Mal in Frankreich eine landesweite Zensur eingeführt. Bis dahin war die Filmaufsicht eine Aufgabe der Bürgermeister und Präfekten gewesen, sie hatten das Recht, die Aufführung eines Films mit einem lokalen Verbot zu belegen. 1914 wurde diese weiterhin lokal geregelte Vollmacht der Militärbehörde übertragen. Mit einer Verordnung vom 16. Juni 1916, unterzeichnet vom Innenminister Louis-Jean Malvy, wurde ein zentrales Filmkontrollorgan eingesetzt, dessen Entscheidungen für ganz Frankreich galten. Diese Kommission, die sich aus fünf Aufsichtsbeamten zusammensetzte und deren Vorsitz der Dramatiker Paul Ginisty übernahm, verbot im ersten Jahr ihres Bestehens 145 Filme.

[...]

Die meisten dieser Filme, ohne Überzeugung und mit wenig Mitteln gedreht, waren Melodramen mit unwahrscheinlichen Situationen. [...] 1916 schließlich hatte die Firma Eclipse den Film >Les Mères françaises< produziert (Regie: Louis Mercanton und René Hervil), nach einem Sujet des Akademiemitglieds Jean Richepin, mit Sarah Bernhardt in der Rolle der Ehefrau und Mutter zweier gefallener Offiziere, [...]

Anmerkungen

Art und Umfang der weitestgehend wörtlichen Übernahmen bleiben vollständig ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

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