Fandom

VroniPlag Wiki

Uo/Fragment 176 01

< Uo

31.373Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 176, Zeilen: 1-35 (komplett), 104-105
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 189, 190, Zeilen: 189:15-24.25-32; 190:2-9.10-16
Der Hunger war eine der entscheidenden Erfahrungen im Krieg. Die Essenversorgung im deutschen Reich war katastrophal. Britannien schnitt die deutschen Häfen vom internationalen Handel durch eine offensive Blockade ab.48 Die Nordsee wurde vermint und zu einem Sperrgebiet erklärt. Die Gesetze der im Krieg involvierten Länder verboten „den Handel mit dem Feind“. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hing die deutsche Nahrungsversorgung von Importen ab. In Deutschland wurde die Blockadenpolitik der Alliierten als unmenschliche Kriegsstrategie kritisiert. Ende Oktober 1915 wurden zwei fleischfreie Tage pro Woche für das Deutsche Reich eingeführt. Im berühmten Steckrübenwinter von 1916 bis 1917 war die Nahrungsversorgung kritisch, sodass Brot, Marmelade und Suppe aus Rüben hergestellt wurden. Es gab Essenkrawalle und Demonstrationen. Die Menschen riefen nach einem Lebensmitteldiktator zur Organisation einer fairen Verteilung. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde ein zentralisiertes, staatliches Versorgungssystem konstituiert.49 Am 22. Mai 1916 wurde das Kriegsernährungsamt (KEA) gegründet, um die Bemühungen der Reichsgetreidestelle, Reichsfleischstelle, Reichszuckerstelle, Reichskartoffelstelle und Reichsfettstelle zu koordinieren. Ein kompliziertes System von Lebensmittelkarten wurde eingeführt.50 Die zentralisierte Versorgungs- und Konsumkontrolle war ein Sieg der Bürokratie.

Die Schutzzollpolitik des preußischen Junkerstaats, das Dreiklassenwahlrecht und die Kriegsgefahr gehörten zu den kontroversesten Themen der politischen Vorkriegsdebatte. Die Bauern-Fraktion im politischen Spektrum opponierte gegen eine Öffnung des Marktes, da billige Auslandsimporte die Preise drückten. Der Fleisch-Import wurde zu einem zentralen Punkt dieser Kontroverse.51 Einfuhrverbote wurden debattiert, konnten aber nicht rigoros auferlegt werden, da die nationale Versorgung von den Importen abhing. Eine nationalistische Rhetorik sollte diese Situation verschleiern.52 Die Arbeiterklasse zeigte jedoch weit weniger nationale Gefühle als erwünscht. Frauen, die eine Familie ernähren mussten, waren nicht daran interessiert, sofern sie es sich überhaupt leisten konnten, teures Fleisch von deutschen Schweinen zu kaufen. Es war ihnen gleichgültig, ob das Fleisch aus Russland oder Amerika stammte. Vor dem Ersten Weltkrieg war Fleisch bereits selten und ein zentraler und symbolisch hoch eingeschätzter Bestandteil der Nahrung in den Familien der städtischen Arbeiterschicht. Im Oktober 1912 versuchte der Berliner Magistrat, den Fleischmangel durch den Import von billigem Fleisch aus dem russischen Polen zu beheben.


48 Als Folge der Blockade sind für Deutschland 713.000 Todesfälle angegeben.

49 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 189.

50 Vgl. auch: Hans Jürgen Teuteberg: Durchbruch zum modernen Massenkonsum: Lebensmittelmärkte und Lebensmittelqualität im Städtewachstum des Industriezeitalters, Münster 1987.

51 Vgl. einige Aspekte dazu: BArch R 901/ 949, Bl. 76,77. Das Fleischproblem in Frankreich in: Neue Preussische Zeitung, 22. Juli 1917. Die Brotfrage in Frankreich nach amtlicher Darstellung in: Neue Preussische Zeitung, 21. Juli 1917.

52 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 190.

[Seite 189]

Hunger was one of the crucial experiences of the War. The supply of food in the German Reich was disastrous. Britain cut off the German harbours from international trade with an offensive blockade. The North Sea was mined and declared a no-go area. The laws of the countries involved in the War prohibited ‘trading with the enemy’. Since the mid-19th century, the food supply had depended on imports and therefore became increasingly difficult. In Germany, the blockade policy of the allied forces was criticized as an inhuman strategy of warfare. In late October 1915, two meat-free days per week were introduced for the whole German Reich. In the famous Steckrübenwinter of 1916-191717 [sic], the situation grew especially severe. Bread, marmelade, soup, everything was made of turnips. Class differences, political unrest and interior conflict escalated during the War.3 [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] There were food riots and demonstrations. People called for a Lebensmitteldiktator (‘food dictator’) for the organization of fair distribution. For the first time in German history, a centralized state system of supply was established. On 22 May 1916, the Kriegsernährungsamt (KEA) (‘War Office of Food Supply’) was founded to coordinate the efforts of the Reichsgetreidestelle, Reichsfleischstelle, Reichszuckerstelle, Reichskartoffelstelle, and Reichsfettstelle in distributing grain, meat, sugar, potatoes and fat. A complicated system of food ration-cards was introduced. [...]4

[Seite 190]

The Schutzzollpolitik (‘policy of protective tariff’) of the Prussian Junkerstaat along with the Dreiklassenwahlrecht (three class electoral system) and the danger of war belonged to the most controversial topics in the pre-war political debate. The agrarian fraction of the political spectrum was opposed to opening the market because cheap foreign imports lowered the prices. The import of meat became a central issue in these controversies. Import bans were debated, but could not be rigorously imposed as the national supply depended on imports. A nationalist rhetoric often served as compensation. However, different interest groups took different attitudes toward the import of foreign goods. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] The working classes were far less concerned with national feeling. Housewives with a family to feed on their hands were not primarily interested in buying pork from German pigs, but in being able to afford meat at all, no matter whether it came from Russia or America. Even before the First World War, meat was rare and expensive, while being a central and symbolically highly charged component of the diet of the urban working-class family. In October 1912, the Berlin Magistrat tried to relieve the meat shortage by importing cheap meat from Russian Poland.


3 Jürgen Kocka, Klassengesellschaft im Krieg: Deutsche Sozialgeschichte 1914-1918, Frankfurt: Fischer, 1988.

4 The radical changes in consumption during the War are described in detail by Anne Roerkohl, ‘Die Lebensmittelversorgung während des Ersten Weltkrieges im Spannungsfeld kommunaler und staatlicher Maßnahmen’, Hans Jürgen Teuteberg (ed.), Durchbruch zum modernen Massenkonsum: Lebensmittelmärkte und Lebensmittelqualität im Städtewachstum des Industriezeitalters, Münster: F. Coppenrath, 1987, pp. 309-370.

Anmerkungen

Die Quelle wird in mehreren vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Uos einzige gedankliche Leistung besteht hier - wie bereits auf der vorangegangenen Seite - in der Übersetzung (und im Entfernen einzelner Sätze) des Originals. Dies wird sich bis zum Ende des Abschnitts auf Seite 178 fortsetzen.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken (Kategorie) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki