Fandom

VroniPlag Wiki

Uo/Fragment 177 01

< Uo

31.340Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 177, Zeilen: 1-33 (komplett), 103-112
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 190 - 191, Zeilen: 190:16-18.20-35.37 - 191:1-10.12-20
Metzger lehnten es ab, das russische Fleisch zu verkaufen, da es die Preise drückte. Dies verursachte einen Aufstand hauptsächlich weiblicher Kunden, die einige Metzger verprügelten und ihre Läden plünderten.53

Die direkte Aktion der Frauen bei den Essenskrawallen war eine neue Form des politischen Ausdrucks. Feindseligkeiten zwischen Hausfrauen und Metzgern fanden sogar 1925 ihren Weg ins Drehbuch des Films DIE FREUDLOSE GASSE (1925). Die Mythen um das Fleischproblem wurden in der Literatur schon früher beschrieben. Upton Sinclairs „Der Dschungel“ z.B. wurde 1906 ins Deutsche übersetzt und löste eine weitverbreitete Faszination mit der Schilderung der Chicagoer Verpackungshäuser aus. Diese waren die mächtigsten Symbole für das unmenschliche und unbarmherzige Regime des Kapitalismus. Der erfundene Charakter des Chicagoer Schweinefleischverpackers Graham wurde durch die Korrespondenz mit seinem Sohn „Piggy“ in satirischen Sammlungen bekannt gemacht. In den 20er Jahren benutzte Bertolt Brecht die Chicagoer Verpackungshäuser als Bühnen-Schauplatz. In seinen Stücken „Im Dickicht der Städte“, war es der Kampf zweier Männer in der Riesenstadt Chicago (1927) und in „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ (1932) war es der Fleischverpacker Graham. Brecht assoziierte zu diesem Thema die Prostitution von Frauen. Frauen in Not verkauften ihren Körper für Fleisch. Diese Symbolik korrespondiert treffend mit der Rolle der Frauen, die an den Nahrungskrawallen teilnahmen.54 Seit der Jahrhundertwende konzentrierten sich viele Sorgen auf das Problem einer „Amerikanischen Bedrohung“ der deutschen Wirtschaft und Industrie, die in zahlreichen Veröffentlichungen diskutiert wurde. Der erfundene Fleischverpacker Graham aus Chicago wurde eine der Ikonen des amerikanischen Merkantilismus. Er hatte seinen Wiederauftritt als zentrale Figur in Alfred Bratts Roman „Die Welt ohne Hunger“, der 1916 in Berlin veröffentlicht wurde. Das Buch und sein Autor wurden völlig vergessen und werden heute kaum in irgendeiner Literaturgeschichte erwähnt. Damals war es jedoch populär genug, um verfilmt zu werden. Der Umschlag des Romans, der einen Krawall von zerlumpten Frauen vor Wolkenkratzern darstellt, wurde für Annoncen in den Handelszeitschriften benutzt. Der Film DIE WELT OHNE HUNGER, nach dem Roman55, wurde 1920 durch Amboss-Film, Dworsky & Co. freigegeben.56 Wie bei vielen Filmen der Stummfilmära ist es nicht bekannt, ob er erhalten geblieben ist.


53 Vgl. ebd.

54 Vgl. ebd.

55 Die Welt ohne Hunger ist ein bemerkenswertes Beispiel, wie das Thema der hungrigen Massen in der Literatur ausgearbeitet wurde. Der Roman wurde im gleichen Jahr veröffentlicht, als das Kriegsernährungsamt gegründet wurde, aber der Text verweist nicht deutlich auf den Krieg. Jedoch konzentrierten sich sehr viele aktuelle Sorgen und Ängste in Alfred Bratts entworfenem Welthungerhilfe-Projekt, welches auf der Erfindung eines Nahrungsersatz, geformt wie ein Brühwürfel, basierte. Alfred Bell, ein selbstausgebildeter chemischer Wissenschaftler von unspezifiziertem nationalem Ursprung, der stark an die Massen glaubte, versuchte die Lücke zwischen Kapitalismus und Proletariat zu überbrücken. Seine gesellschaftliche Utopie von einer ,Welt ohne Hunger* kam nach dem Misserfolg in Europa in den USA zu einer dramatischen Realisierung.

56 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp,1995, S. 191.

[Seite 190]

Butchers refused to sell the Russian meat because it lowered the prices. This gave rise to a revolt of mainly women customers, who beat up some of the butchers and plundered their stalls.5 It is important to bear in mind that the pressure to open the market sometimes came from the bottom. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] The direct action of women in food riots was a new form of political expression. Animosity between housewives and butchers had a long-standing tradition in reality before it eventually made its way into the scenario of DIE FREUDLOSE GASSE (‘The Joyless Street’, 1925).

Many myths evolved around the meat problem and made their way into literature. Upton Sinclair’s The Jungle, for example, was translated into German in 1906 and triggered off a widespread fascination with the Chicago packing houses as one of the most powerful symbols for the inhuman and pitiless regime of capitalism. The fictional character of the Chicago porkpacker Graham was introduced in satirical collections of correspondence with his son ‘Piggy’.6 In the 1920s, Bertolt Brecht used the Chicago packing houses as a setting for his plays Im Dickicht der Städte: Der Kampf zweier Männer in der Riesenstadt Chicago (1927) and Die Heilige Johanna der Schlachthöfe (1932) where he named one of the meat packers Graham. Brecht, like others, associated the theme with the prostitution of women. Women in need sell their flesh for meat - this overlapping imagery corresponded to the role women took in food riots. For German travellers to the USA the Chicago packing houses were among the most popular sights, together with Ford’s car factories and Hollywood, the dream factory.7 [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] From the turn of the century, many anxieties focused around the issue of an

[Seite 191]

‘American threat’ to German economy and industry which was discussed in numerous publications. The fictional meatpacker Graham of Chicago became one of the icons of American mercantilism. He made his reappearance as a central figure in Alfred Bratt’s novel Die Welt ohne Hunger (‘The World without Hunger’), which was published in Berlin in 1916.8 The book and its author are completely forgotten and hardly mentioned in any literary history today. In its day, it was popular enough to be filmed, and the cover of the novel depicting a riot of raggy women in front of skyscrapers was used for advertisement in the trade journals.9 The film DIE WELT OHNE HUNGER based on the novel was released in 1920 by Amboss-Film, Dworsky & Co.10 Like many films from the silent era, it is not known to have survived. However, the large number of empty cans should not be forgotten by film historians. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen]

Die Welt ohne Hunger is a particularly striking example of how the theme of feeding the masses was worked through in literature. The novel was published in the same year as the Kriegsernährungsamt was founded, but the text does not refer to the War explicitly. However, a great deal of current concerns and anxieties were concentrated in Alfred Bratt’s imaginary world hunger relief project based on the invention of a food substitute shaped like a stock cube. Alfred Bell, a self-trained chemical scientist of unspecified national origin who strongly believes in the masses, attempts to bridge the gap between capitalism and proletariat. His social utopia of a ‘world without hunger’, after failing in Europe, comes to a dramatic realization in the USA.


5 For a vivid account of this incident see Thomas Lindenberger, ‘Die Fleisch-Revolte am Wedding: Lebensmittelversorgung und Politik in Berlin am Vorabend des Ersten Weltkriegs’, Manfred Gailus and Heinrich Volkmann, Der Kampf um das tägliche Brot: Nahrungsmangel, Versorgungspolitik und Protest 1770-1990, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994, pp. 282-304.

6 George Horace Lorimer, Letters of a Self-made Merchant to his Son: Being the Letters Written by John Graham, Head of the House of Graham & Company, Porkpackers in Chicago, Familiarly Known on Change as ‘Old Gorgon Graham’ to his Son, Pierrepont, Facetiously Known to his Intimates as ‘Piggy’, Leipzig: Tauchnitz, 1903 (Collection of British Authors, vol. 3684); George Horace Lorimer, Old Gorgon Graham: More Letters from a Self-made Merchant to his Son, Leipzig: Tauchnitz, 1905 (Collection of British Authors, vol. 3798). Both books were also available in German translation.

7 Erhard Schütz, ‘Fließband - Schlachthof - Hollywood: Literarische Phantasien über die Maschine USA’, Erhard Schütz (ed.), Willkommen & Abschied der Maschinen: Literatur und Technik - Bestandsaufnahme eines Themas, Essen: Klartext, 1988, pp. 122-143.

8 Alfred Bratt, Die Welt ohne Hunger, Berlin: Erich Reiß Verlag, 1916. Quotations from the novel in the following are my translations from the 10th edition (1917?).

9 Der Film, no. 45 (1919), pp. 142-143.

10 DIE WELT OHNE HUNGER (1920): Amboss-Film Berlin, 6 reels, 2055m; script by Paul Rosenhayn and Harry Heymann, based on the novel by Alfred Bratt; director: Arthur Wellin; camera: Otto Kanturek; actors: Ernst Stahl-Nachbaur, Sybill de Brée, Paul Kammauf, Carl Richter, Hans Heterich, Franz Evert. The film opened on 23 April 1920 at Richard Oswald-Lichtspiele, Berlin.

Anmerkungen

Die Quelle wird in drei vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Ein Teil des Textes wird kurzerhand in eine Fußnote geschoben.

Uos einzige gedankliche Leistung besteht hier - wie bereits auf den vorangegangenen Seiten - in der Übersetzung (und im Entfernen einzelner Sätze) des Originals. Dies wird sich bis zum Ende des Abschnitts auf Seite 178 fortsetzen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki