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Uo/Fragment 195 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 1-28
Quelle: Orosz 1988
Seite(n): 138, 140, 142, 143, 151, Zeilen: 138:6-9.12-17; 140:3-2-27; 142:13-17.19-20.34-36; 143:1-3.10-13; 151:17-19
Bei der Auswahl als Analysebeispiel ergibt sich bei Filmen der Stummfilmzeit das Problem der Authentizität der Fassung. Uraufführungskopien sind selten erhalten. Die Kopien des Bundesarchiv-Filmarchivs Berlin, die die Grundlage der Filmprotokolle sind, enthalten keine originalen Zwischentitel. Ungeklärt ist weiterhin, ob die ursprüngliche Version des Films so viele Zwischentitel besaß, wie anhand der Kopie gezählt wurde. Die Funktionsprinzipien der Verwendung von Zwischentiteln darzustellen, ist allerdings grundsätzlich bei jedem Stummfilm möglich, auch wenn er nicht die Originaltitel besitzt.

Einstellungen mit verschiedenen semiotischen Systemen bilden innerhalb des Films eine Synthese. Es ist legitim, zum Zweck der Beschreibung von Einstellungen, die sich ausschließlich des sprachlichen Zeichensystems bedienen, diese zunächst von ihrem Kontext gelöst zu betrachten. Die Trennung der Einstellungen in Bildeinstellungen und Einstellungen mit sprachlichem Zeichensystem basiert auf der Überlegung, dass die Zeichen in den Bildeinstellungen eine andersgeartete Relation zur im Film dargestellten fiktiven Welt besitzen, als dies bei sprachlichen Zeichen der Fall ist. Es wäre jedoch falsch, nur den Bildeinstellungen des Films aufgrund ihrer Zeichenstruktur Abbildungsfunktion zusprechen zu wollen.59 Die Zwischentitel (weiße Schrift auf schwarzem Grund), Inserts (diese Einstellungen zeigen bildfüllend den Text von Schriftstücken60, die Bestandteil der Filmhandlung sind und in Bildeinstellungen als Gegenstände abgebildet sein können oder die als autonome Einstellungen in den Film integriert werden können) und Credits (Zwischentitel zur Hervorhebung der Namen der Filmschaffenden) eines Films können sehr wohl Abbildungscharakter besitzen, obwohl sie als Einstellungen das sprachliche Zeichensystem fixieren.61 Dies ist vor allem dort zu berücksichtigen, wo „Gegenstände“, wie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Flugblatt, Zeichnungen oder Plakate in die Handlung des Films einbezogen werden. Die „Abbildung eines solchen Gegenstandes ist ein ikonisches Zeichen, und das Wort wird in abbildender Funktion darin einbezogen“.62

Im Film ÄGIR existieren beispielsweise Inserts, deren Text als einer Zeitung zugehörig identifiziert werden kann. Die 9. und die 18. Einstellung63 des Films zeigt bildfüllend einen Teil einer Zeitung. Diese Inserts besitzen als sprachliche Zeichenkombinationen ikonischen Charakter, da sie Abbilder der Zeitung sind.

Es gibt Zwischentitel der direkten Rede, deren Charakteristikum die Anführungsstriche sind, welche die direkte Figurenrede signalisieren, und erzählkommentatorische Zwischentitel.64


59 Vgl. Orosz: Funktion von Zwischentiteln, in: Der Stummfilm, hrsg. von E. Ledig, 1988, S. 140.

60 D.h. alle Arten von Schriftstücken wie Briefe, Telegramme, Zeitungen, Plakate, Schilder etc.

61 Vgl. Schwarz: Der geschriebene Film, 1994, S. 88.

62 Vgl. Jurij Lotman: Probleme der Kinoästhetik. Einführung in die Semiotik des Films, Frankfurt/M. 1977, S. 61 (Hervorhebungen im Original).

63 Die Einstellungsnummern beziehen sich auf das Filmprotokoll, siehe Anhang.

64 Vgl. Orosz: Funktion von Zwischentiteln, in: Der Stummfilm, hrsg. von E. Ledig, 1988, S. 143.

[Seite 138]

Bei der Wahl des Films Der Student von Prag (1913) von Stellan Rye als Analysebeispiel ergibt sich - wie auch bei anderen Filmen aus der Stummfilmzeit - das Problem der Authentizität der Fassung. Die Uraufführungskopie des Films ist nicht erhalten. [...] Die Kopie des Deutschen Instituts für Filmkunde (DIF), Frankfurt/Wiesbaden, die Grundlage meines Filmprotokolls ist,12 enthält mit Sicherheit keine originalen Zwischentitel.

Ungeklärt ist auch, ob die ursprüngliche Version des Films so viele Zwischentitel besaß, wie ich anhand der DIF-Kopie zählte.

[Seite 140]

Einstellungen mit verschiedenen semiotischen Systemen bilden innerhalb des Films eine Synthese. Es ist zum Zweck der Beschreibung von Einstellungen, die sich ausschließlich des sprachlichen Zeichensystems bedienen, legitim, diese zunächst losgelöst von ihrem Kontext zu betrachten. Diese losgelöste Betrachtung der Einstellungen mit sprachlichem Zeichensystem beinhaltet jedoch ein semiotisches Problem.

Die Trennung der Einstellungen in Bildeinstellungen und Einstellungen mit sprachlichem Zeichensystem basiert auf der Überlegung, daß die Zeichen in den Bildeinstellungen eine andersgeartete Relation zur im Film dargestellten fiktiven Welt besitzen, als dies bei sprachlichen Zeichen der Fall ist. Es wäre jedoch falsch, nur den Bildeinstellungen des Films aufgrund ihrer Zeichenstruktur Abbildungsfunktion zusprechen zu wollen. Die Zwischentitel, Inserts und Credits eines Films können sehr wohl Abbildungscharakter besitzen, obwohl sie als Einstellungen das sprachliche Zeichensystem fixieren. Diese Tatsache ist vor allem da zu berücksichtigen, wo Gegenstände, die "quasi nur aus Wörtern gemacht sind: Bücher, Zeitungen, Zeitschriften", in die Handlung des Films einbezogen werden, denn die "Abbildung emes solchen Gegenstandes ist ein ikonisches Zeichen, und das Wort wird in abbildender Funktion darin einbezogen."15

Im Film Der Student von Prag existieren Inserts, deren Text als zu gewissen Gegenständen gehörend (Brief, Vertrag) identifiziert werden kann. Eine Einstellung des Films zeigt beispielsweise bildfüllend den Teil eines Brieftextes, also nichts anderes als sprachliche Zeichenkombinationen. Trotzdem besitzt dieses Insert ikonischen Charakter, da es als Abbild des Briefes aufgefaßt werden kann.


[Seite 142]

3.1. Inserts

Die Einstellungen zeigen bildfüllend den Text von Schriftstücken. Diese Schriftstücke können

(1) Bestandteil der Filmhandlung und in Bildeinstellungen als Dinge bzw. Gegenstände abgebildet sein (Brief, Vertrag) oder,

(2) wie die Verse aus Gedichten von Alfred de Musset, in keiner Weise mit in Bildeinstellungen gezeigten Gegenständen in Verbindung stehen. Die Verse werden im Sinne von autonomen Einstellungen in den Film integriert.

[...]

3.2. Zwischentitel

Alle Einstellungen dieser Art besitzen das gemeinsame Merkmal [weiße Schrift auf schwarzem Grund].

[Seite 143]

1) Zwischentitel der direkten Rede

Charakteristikum dieser Einstellungen ist das konventionelle Zeichen der Anführungsstriche, wodurch direkte Figurenrede signalisiert wird.

[...]

3.3. Credits

Diese Kategorie unterscheidet sich von den Zwischentiteln durch Verwendung verschieden großer Schrifttypen zur Hervorhebung der Namen der Filmschaffenden.

[Seite 151]

Dargestellt wurden im vorliegenden Aufsatz hauptsächlich die Funktionsprinzipien der Verwendung von Titeln; dies ist grundsätzlich bei jedem (Stumm-)Film - auch wenn er nicht die Originaltitel besitzt - möglich.


12 Das Filmprotokoll bildet den Anhang meiner Magisterarbeit. Vgl. S.O.: Die Funktion der Zwischentitel im Film Der Student von Prag, 1913. (Masch.) München 1986.

15 Vgl. Lotman 1977, S. 61 (Hervorhebungen im Original).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Echtes Patchwork.

Uo benutzt die Art und Weise, wie Orosz ihre Beobachtungen zu Zwischentiteln in Der Student von Prag formuliert, als Schablone für ihre Beobachtungen. Der Wortlaut bleibt fast unverändert.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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