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Uo/Fragment 226 25

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 226, Zeilen: 25-32, 108-113
Quelle: Rother 1995
Seite(n): 127, Zeilen: 127:11-17.22-25; 135:30-36
Im Berliner Tageblatt vom 20. Januar 1917 wurde mit dem Titel Kämpfe an der Somme u.a. veröffentlicht:

„Das Bild- und Filmamt (Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes) hatte gestern nachmittag zu einer Filmvorführung im Tauentzienpalast geladen, die von sonstigen Kinoschauspielen sich erheblich unterschied. Keine Detektivgeschichte und kein Scherzerlebnis wurde gezeigt, sondern der grausige Ernst des Krieges sprach zu den Zuschauern, die von ihren weichen Sesseln beklommen ein Blick in die Hölle tun durften, in der unsere Tapferen für die Ruhe der Leute zu Hause leben und sterben müssen. [...] Ist dies noch Bild, nur Bild? Auch die lahmste Phantasie wird fortgerissen und ergänzt diese Abschrift der Wirklichkeit durch das Getöse des Kampfes. Alle Zuschauer schweigen, keinem kommt es in den Sinn, nach diesen Szenen Beifall zu spenden. Aber es gibt auch keinen, der unbewegt von dannen ginge. Achtung vor dem Kino, dem vielverlästerten! Hier wird es Geschichte.”l8

In der Auslassung werden die drei deutlich voneinander abgehobenen Teile des Films besprochen. Die Botschaften seiner Zwischentitel werden zum Teil paraphrasiert, zum Teil wird die bildlich umgesetzte Propaganda in Worte gefasst. Keiner der Artikel, die ab dem 20. Januar in der Berliner Presse erschienen, versäumte es, auf den offiziellen Charakter des Films hinzuweisen, der auch in den Anzeigen erwähnt wurde.l9 Die Vorab-Berichterstattung war von der Öffentlichkeitsarbeit des BUFA als Möglichkeit erkannt und genutzt worden, eine bestimmte Rezeptionsweise zu lancieren.20


18 BArch 901/947, Bl. 230: Berliner Tageblatt vom 20. Januar 1917 mit dem Titel: Kämpfe an der Somme.

19 In der Lichtbildbühne gibt es ein kleines Reklamegerangel um den Film. Für die EIKOWOCHE Nr. 124 (Erscheinungstag Freitag, der 19. Januar 1917 - also am Uraufführungstag von BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME), wird in der Nr. 2 so geworben: „hochinteressante Bilder von der Somme-Schlacht. Handgranaten-Angriff, Truppen gehen zum Sturm vor, Trommelfeuer u. a.“. Bemerkenswert ist diese Reklame, weil aktuell die Front an der Somme im Januar 1917 keineswegs besonders umkämpft ist; die alliierte Offensive ist längst beendet worden.

20 Vgl. die „atemlose Prosa" von Hans Brennert in der BZ am Mittag am 17. Januar, die [offenbar versucht, das Filmerlebnis zu suggerieren, abgedruckt bei: Rother: Helden an der Somme, in: KINtop 4, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1995, S. 127. Dort auch ein ausführlicher Vergleich zur Berichterstattung der Presse über diesen Film.]

[Seite 126]

Der Vorbericht erschien am 17. Januar, zwei Tage vor der Premiere, in der BZ am Mittag; verfaßt hatte ihn Hans Brennert.17

[Seite 127]

Die atemlose Prosa, die auch den Rest des Textes prägt, versucht offenbar das >Filmerlebnis< zu suggerieren. Die drei deutlich voneinander abgehobenen Teile des Films werden alle in dieser Art beschworen, wobei zum Teil die Botschaften seiner Zwischentitel paraphrasiert werden, zum Teil seine bildlich umgesetzte Propaganda in Worte gefaßt wird. Die Vorab-Berichterstattung ist also von der Öffentlichkeitsarbeit des Bufa als Möglichkeit erkannt und genutzt worden, eine bestimmte Rezeptionsweise zu lancieren.

[...]

[...] Keiner der Artikel, die ab dem 20. Januar in der Berliner Presse erscheinen, versäumt es, auf den offiziellen Charakter des Films hinzuweisen, der auch in den entsprechenden Anzeigen erwähnt wird.18

[Seite 135]

Am weitesten jedoch ging das Berliner Tageblatt, und wurde dabei grundsätzlich:

Ist dies noch Bild, nur Bild? Auch die lahmste Fantasie wird fortgerissen und ergänzt diese Abschrift der Wirklichkeit durch das Getöse des Kampfes. Alle Zuschauer schweigen, keinem kommt es in den Sinn, nach diesen Szenen Beifall zu spenden. Aber es gibt auch keinen, der unbewegt von dannen ginge. Achtung vor dem Kino, dem Vielverlästerten! Hier wird es Geschichte!31


17 Hans Brennert war später auch als Drehbuchautor für das Bufa tätig, bei den Filmen DAS TAGEBUCH DES DR. HART und DER FELDGRAUE GROSCHEN; vgl. Barkhausen, Filmpropaganda für Deutschland, S. 169. Für den Film DAS SAUGETIER (Produktion: Union-Film, 1918) schrieb er die Verse der Zwischentitel.

18 In der Lichtbildbühne gibt es ein kleines Reklamegerangel um den Film. Für die EIKO-WOCHE Nr. 124 (Erscheinungstag Freitag, der 19. Januar - also am Uraufführungstag von BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME wird in der Nummer 2, 1917 so geworben: »hochinteressante Bilder von der Somme-Schlacht. Handgranaten-Angriff, Truppen gehen zum Sturm vor, Trommelfeuer u. a.«. Bemerkenswert ist diese Reklame, weil aktuell die Front an der Somme im Januar 1917 keineswegs besonders umkämpft ist; die alliierte Offensive ist längst beendet worden. Offenbar wird hier auf einen >Mitnahme-Effekt< spekuliert. In der Lichtbildbühne Nr. 3, 1917, wird entsprechend geantwortet. BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME sei »nicht zu verwechseln mit anderen Kriegsfilmen, die lediglich kleine Ausschnitte in Wochenübersichten geben!«

[...]

31 Beide am 20.1.1917.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Was Uo in der "Auslassung" in dem Artikel aus dem Berliner Tageblatt vom 20.1.1917 zu finden vorgibt, schreibt Rother (1995) explizit einem Artikel von Hans Brennert in der BZ am Mittag vom 17.1.1917 zu.

Die Zeilenzählung dieses Fragments beginnt nach dem Zitat aus dem Berliner Tageblatt. Dieses wurde hier mit wiedergegeben, um o.a. Sachverhalt zu dokumentieren.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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