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Uo/Fragment 229 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 229, Zeilen: 1-33
Quelle: Rother 1995
Seite(n): 128, 129, 132, 133, Zeilen: 128:28-32; 129:6-8.16-17 - 132:1-4.14-20.25-27.32-35.41-42 - 133:1-15
[Bilder von Gefangenen und von verwun]deten gegnerischen Soldaten auf Bahren, die in einen Eisenbahnwaggon geladen werden, stehen für diesen Erfolg. Das Betonen der eigenen militärischen Stärke knüpft ironisch an die Feindpropaganda an (siehe Zwischentitel 5 bis 11). Die Eingangssequenz setzt auf den Kontrast zwischen dem ,geschlagenen Feind' und den starken deutschen Truppen. In der Folge variiert der Film ausschließlich das Thema der von der Entente zerstörten französischen Ortschaften. Analog zu den zahlreichen Entente-Filmen, in denen Zerstörungen von Städten, Dörfern und Landschaften zum Beleg für die rücksichtslose deutsche Kriegsführung gezeigt werden, benutzt auch der deutsche Somme-Film Bilder von Verwüstungen. Mit zunehmender Kriegsdauer bekamen die Verwüstungen noch eine weitere Bedeutung, sie zeugten davon, was dem eigenen Land erspart blieb, weil die deutschen Truppen in fremden Ländern „standhielten“.29 Der erste Teil des Films zeigt auch in den Trümmern ein weitgehend geordnetes Leben der Soldaten, deren Schicksal er beklagt, da sie unter so unzureichenden Bedingungen ausharren müssen. Er liegt noch auf der ironischen Linie der „Wir Barbaren“- Propaganda, mit der feindlichen Anwürfen begegnet werden sollte. Diese Vorwürfe der EntentePropaganda [sic] prägen die Aussagen, die durch die Bildauswahl illustriert werden. Die beiden folgenden Teile des Films gehen völlig anders vor. Die Bilder erscheinen nicht mehr dokumentarisch. Alle Kriterien sprechen gegen ihre Authentizität. Die gezeigten Orte sind jeweils nur aus sehr wenigen Schauplätzen komponiert, wiedergegeben in gering variierten Einstellungen. Sie zeigen alle Indizien eines Übungsgeländes; Spuren, die auf den Kampfplatz an der Somme verweisen, gibt es nicht. Der Wald, in dem der zweite Teil des Filmes spielt, und den der einleitende Titel als Wald von Saint-Pierre-Vaast bezeichnet, ist gänzlich unbeschädigt; keinerlei Spuren eines Bombardements sind zu sehen. Auch die Gegend, die im dritten Teil angeblich ein Abschnitt von Bouchavesnes ist, wirkt wie ein Übungsgelände. Die Kamerapositionen sind oft so exponiert, dass sie wohl kaum am Kriegsschauplatz entstanden sind. Die Kamera schaut in die Gräben hinein, und auch im Wald müsste der Operateur deutlich sichtbar in der Gegend gestanden haben, um seine Aufnahmen zu erzielen. Bei der Minenexplosion (siehe E58 bis E82), die als Höhepunkt des zweiten Teils arrangiert ist, steht die Kamera derart nahe an der Explosion, dass die herausgeschleuderten Steine sie fast treffen - sie hätte also mitten im feindlichen Gebiet stehen müssen.

29 Vgl. Rother: Helden an der Somme, in: KINtop 4, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1995, S. 132.

[Seite 128]

Bilder von Gefangenen und von verwundeten gegnerischen Soldaten auf Bahren, die in einen Eisenbahnwaggon geladen werden, stehen für diesen Erfolg. Das Betonen der eigenen militärischen Stärke knüpft ironisch an die Feindpropaganda an, der überleitende Zwischentitel lautet: »Die Reserven des erschöpften Deutschland!« 

[Seite 129]

Die Eingangssequenz setzt auf den Kontrast zwischen dem >geschlagenen Feind< und den starken deutschen Truppen; [...]

[...] in der Folge variiert der erste Teil des Films ausschließlich das Thema der von der

[Seite 132]

Entente zerstörten französischen Ortschaften. Ganz analog den zahlreichen Entente-Filmen, in denen Zerstörungen von Städten, Dörfern und Landschaften zum Beleg für die rücksichtslose deutsche Kriegsführung gezeigt werden, benutzt auch der deutsche Somme-Film die Bilder von Verwüstungen. [...] Mit steigender Kriegsdauer bekamen die zunehmenden Verwüstungen noch eine andere Bedeutung: Sie zeugten davon, was dem eigenen Land erspart blieb, weil die deutschen Truppen in fremden Ländern »standhielten«.25

In den Trümmern zeigt der Film ein weitgehend geordnetes Leben der Soldaten (deren Schicksal, unter so unzureichenden Bedingungen ausharren zu müssen, er zugleich beklagt). [...]

Der erste Teil der Filmes liegt insgesamt noch auf der ironischen Linie der »Wir Barbaren«-Propaganda, mit der feindlichen Anwürfen begegnet werden sollte. [...] Der Bezug auf die Vorwürfe der Entente-Propaganda prägt die Aussagen, deren er sich bedient; und läßt die Bildauswahl zu ihrer Illustration werden.

Anders gehen die beiden folgenden Teile des Films vor. [...] Doch seine Bilder sind im zweiten und dritten Teil nicht länger dokumentarisch; gegen ihre Authen-

[Seite 133]

tizität sprechen fast alle Kriterien: Die gezeigten Orte sind jeweils aus nur sehr wenigen Schauplätzen komponiert, die in gering variierten Einstellungen wiedergegeben werden. Sie zeigen alle Indizien eines Übungsgeländes; Spuren, die auf den Kampfplatz an der Somme verweisen, gibt es nicht. Der Wald, in dem der zweite Teil des Filmes spielt, und den der einleitende Titel als Wald von Saint-Pierre-Vaast bezeichnet, ist gänzlich unbeschädigt; keinerlei Spuren eines Bombardements sind zu sehen. Auch die Gegend, die im dritten Teil angeblich ein Abschnitt von Bouchavesnes ist, wirkt wie ein Übungsgelände. Die Kamerapositionen sind oft so >exponiert<, daß sie wohl kaum am Kriegsschauplatz entstanden sind. In die Gräben schaut die Kamera hinein, im Wald müßte der Operateur ebenfalls deutlich sichtbar in der Gegend gestanden haben, um seine Aufnahmen zu erzielen. Und bei der Minenexplosion, die als Höhepunkt des dritten Teils arrangiert ist, steht die Kamera derart nahe an der Explosion, daß die herausgeschleuderten Steine sie fast treffen - sie hätte also mitten im feindlichen Gebiet stehen müssen.


25 Der am 12.10.1918 freigegebene Film RENTIER KULICKES FLUG ZUR FRONT formuliert diese Botschaft eindeutig.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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